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Re: neues aus Ceuta #52257
17/10/05 01:06 AM
17/10/05 01:06 AM
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Guten Abend,

@JM

calmez-vous! svp.

anstelle mich erneut zu beleidigen und als anti-marokkanisch zu bezeichnen, wäre es sinnvoller , mir auf meine Frage "In welchem Zusammenhang Deine Erwähnung vom Cannabisanbau im Rif mit dem aktuellen Flüchtlingsproblem steht", zu antworten.


 Antwort auf:
30 oder 100, was willst du mir mit deiner erbsenzählerei sagen?
Es geht nicht um die Zahl, falls Du das nicht verstanden haben solltest, oder besser gesagt: nicht verstehen willst, sondern um Tatsachen, die Du auf den Kopf zu versuchen stellst.

Ich bin nicht auf EIN Thema fixiert, das ist Deine Unterstellung, die jeglicher Grundlage entbehrt, sondern ich versuche das Geschehen objektiv zu sehen. (Wäre ich boshaft würde ich sagen, bei Deiner Wahrnehmung muss ein Knick in der Pupille sein \:D )

Tatsache ist:

Spanien hat Druck auf MA ausgeübt unter Hinweis auf das 1992 geschlossene Abkommenen, das bislang nicht angewendet wurde, das aber MA nunmehr in Zugzwang brachte.

Spanien geniert sich jetzt aber nicht, in der Presse zu schreiben:
"Caravane de la honte" (Schande) oder
"Caravane de l'Enfer" (Hölle)
hypokritisches Gebaren!

"Le Monde" zitiert zu diesen Vorkommnissen die Berliner Mauer, die die schlechtesten Erinnerungen hervorruft.
Nur wie hilft Frankreich konkret??

Spanien nötigt MA schon seit längerer Zeit die Grenzen noch besser zu schützen und stellte dafür zusätzliche monetäre Hilfe in Aussicht.

Die EU hat die vor 6 Jahren an MA zugesagten 40 Mio Dollars eingefroren und bis heute nur eine minimale Abschlagzahlung geleistet. Warum??

Europa festigt nochmals seine Grenzen und verteidigt sie als gehe es um das pure Überleben von 450 Millionen Einwohnern. Jährlich erreichen 500.000 Illegale das Festland - von einer "Flut" oder "Schwemme" kann keine Rede sein.

Nach Auskünften der AHMD wurden im Jahr 2003 bei der illegalen Grenzüberschreitung 23.851 Subsahrians und 12.400 Marokkaner festgenommen.

MA ist in diesem speziellen Fall durch die geographischen Lage und auch durch die Geschichte benachteiligt. Umso schwieriger ist eine Grenzkontrolle, wie von den Spaniern gefordert.
Und auch der Mitbegründer von MSF (Ärzte ohne Grenzen) sagt: "Fermer la porte ne sert à rien - on passe par la fenêtre." (Die Tür schliessen nützt nichts, man kommt dann durch das Fenster)

 Antwort auf:
ferner sind aps und sps propagandaorgane
ist mir klar,
aber immer nur MAP lesen?? \:D

Re: neues aus Ceuta #52258
17/10/05 05:03 AM
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hallo
achtung! off topic!

 Antwort auf:
bald erleben wir gleiches mit kanabis. marokko unternimmt grosse schritte und die europäer, politiker wie bürger, werden dem land zeigen, .........
.............
.............
 Antwort auf:
Dies war ein kleiner Exkurs zu Deinem posting in puncto Cannabis und "MA unternimmt grosse Schritte".......
elvire, das hört sich skeptisch an, dein kleiner nachsatz zu deinem kleinen exkurs.
aber ich kann bestätigen, dass in letzter zeit viel geld in die infrastruktur vom rif fliesst. es wird auch in den tourismus investiert. kleine herbergen an trekkingrouten durch der naturpark hier werden subventioniert.
chaouen hat eine funktionierende müllabfuhr und linienbusse, die das umland erschliesen, bekommen.
90% der strassen in chaouen wurden in den letzten 3 jahren erneuert.
im rif werden wichtige strassen asphaltiert und die hauptstrasse ist neu (bis bab berred weiss ich es aus eigener anschauung).
abgelegene dörfer werden ans stromnetz angeschlossen.
dieses jahr wurden kiffelder, die neu angelegt wurden, abgebrannt. (nicht ohne dass die bauern dafür ein stück wald angezündet haben ;\) ).

also etwas tut sich schon.
steht vielleicht nicht alles in der zeitung.


gruss
Najib

ach ja
wermu
ich warte immer noch auf antwort von dir.
oder war's nur heisse luft.
hast du das von deinem freund, dem hanseaten, gelernt?


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Re: neues aus Ceuta #52259
17/10/05 10:56 AM
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@elvire,

also muss man von der eu verlangen einem land wie marokko politisch wie finanziell zu helfen, statt auf marokko übel zu schiessen.

hierbei steht auch die glaubwürdigkeit der eu in frage. andere länder sehen zu, wie mit einem partner, der seine engaments mit festem schritt eingeht, so tollpatisch wie er es auch macht, umgegangen wird. und das ist nicht wirklich ermutigend.

wenn strukturelle probleme wie illegale migration, drogen, die situation von frauen, arbeitslosigkeit etc. nicht mehr nur national, sondern mindestens regional betrachtet und angegagen werden, ist es für europa von höchster bedeutung sich nicht mehr kindisch zu verhalten.

@najib,

du solltest aufhören, das dekandente propagandaorgan map zu lesen - ;-) .

jm

Re: neues aus Ceuta #52260
17/10/05 04:38 PM
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hallo

@jm
ausser spiegel-online lies ich gar nix.


gruss
Najib


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Re: neues aus Ceuta #52261
19/10/05 05:40 PM
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So viel zu Menschenrechten in Marokko

BBC - UN demands Morocco camps access

Grüße

Werner Müller

Re: neues aus Ceuta #52262
19/10/05 10:43 PM
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hallo

nur mal zum nachdenken, ob marokko wirklich der buhmann in der ganzen sache ist:

spiegel-online heute

gruss
Najib


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Re: neues aus Ceuta #52263
20/10/05 01:38 AM
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hallo zusammen,

es laeuft gerade eine sendung auf
2M
in der das brisante thema behandelt wird.
auf dem podium dabei vertreter der regierung.

ein sprecher des marokkanischen aussenministeriums wurde auf die 40Mio euro von europa als unterstuetzung angesprochen.
seine antwort woertlich:

 Antwort auf:
von den versprochenen 40Mio euro, die in den vergangenen 6 jahren immer wieder zugesagt wurden ist nicht ein cent eingetroffen !!
auf der anderen seite belief sich der aufwand auf 70Mio euro, die aus der staatskasse vorausbezahlt wurden !!
soviel zu europa, marokko, das fluechtlingsproblem und 40Mio !!

gruss, moutacim


das licht, am anderen ende
des tunnels, koennte auch
ein entgegenkommender zug sein !
Re: neues aus Ceuta #52264
20/10/05 04:39 PM
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Lieber WeMu,

 Antwort auf:
Najib, Du hast wohl die Hosen voll weil Du in Marokko sitzt und hoffst inständig dass Du keinen Besuch bekommst
Ich will Dir nicht Nahe tretten. Ich habe aber die Diskussion von Anfang an mitverfolgt und meine auch, daß Du Najib doch eine Antwort schuldig geblieben bist. Er hat Dich mehrmals gebeten, Stellung zu Deinen behauptungen gegen ihn zu nehmen. stattdessen:

 Antwort auf:
Wenn ich Ihre Kreise gestört haben sollte und Sie dies als Provokation ansehen: Sie haben recht.
ich bitte Dich solche "Provokation" zu vermeiden. Dieses Forum sollte u.a. dazu dienen, miteinander zu reden und nicht den anderen zu provozieren, wie Du es oben zugibst.

Und wenn es ein "Ausrutscher" war, dann sollte man sich einfach freundlich und ehrenhaft dafür entschuldigen anstatt weiter mit Beleidigungen fortzufahren.

[QUOTE] Ach Sie armer, kranker und zugekiffter Najib, wie leid Sie mir doch tun. /QUOTE]

Es wäre sehr schön, wenn Du bei den Themen sachlich bleibst und mögliche konstruktive Antworten liefern kannst.

Re: neues aus Ceuta #52265
20/10/05 09:20 PM
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hallo moderator, kann man diesen najib-wermu ******* nicht mal verschieben oder noch besser loeschen?
rainer


du hast noch nicht einmal nicht den ocean gesehen? die reden von nichts anderes im himmel! knocking on heavens door


Re: neues aus Ceuta #52266
20/10/05 10:28 PM
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Hallo aquawatch,

Ich habe nicht dagegen, wenn das von mehreren Teilnehmmern gewunscht wird. Dann bin ich lieber fürs Löschen.

Re: neues aus Ceuta #52267
20/10/05 10:45 PM
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youssef, bin auch dafür, persönliche auseinandersetzung, die mit dem thema inhaltlich nichts zu tun hat, zu entfernen.

gruss
jm

Re: neues aus Ceuta #52268
20/10/05 10:58 PM
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hallo

von mir aus kann das auch gelöscht werden.
was von meiner seite zu sagen wäre ist gesagt, und wenn ihr euch von jedem auf der nase rumtanzen lassen wollt ist das eure sache.


love and peace
Najib


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Re: neues aus Ceuta #52269
22/10/05 07:33 PM
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So sieht Marokko die Situation in Ceuta und Melilla:


Die neuen Verdammten dieser Erde - Ceuta und Melilla - aus afrikanischer Sicht

22.10.2005 - In seinem Klassiker «Die Verdammten dieser Erde» schilderte Frantz Fanon 1961 die unüberbrückbare Kluft, die Kolonisatoren und Kolonisierte trennt. In diesem Zeichen sieht der senegalesische Schriftsteller und Journalist Boubacar Boris Diop auch die menschenunwürdigen Szenen, die sich in Marokko in den vergangenen Wochen um die spanischen Exklaven von Ceuta und Melilla abspielten.

Am 21. Februar 2005 führte ein Beitrag in der «New York Times» den Titel «Mehr afrikanische Immigranten als zur Zeit der Sklaverei». Der Vergleich ist nicht nur - höflich ausgedrückt - befremdlich, sondern auch gefährlich. Er verstärkt das Gefühl, dass der Westen zur Auffangstation für die Misere der restlichen Welt geworden sei und dass dem ein Ende gesetzt werden müsse.

Dieser Überdruss mag die Brutalität der Vorgänge um Ceuta und Melilla erklären. Weltweit strahlten die Nachrichtensender Bilder von blutverschmierten Handschuhen aus, die im Stacheldraht hängen geblieben waren, von jungen Afrikanern, die benommen durch die Wüste stolperten, und - auch das durfte nicht fehlen - von einigen guten Seelen, die in den Auffangzentren Brot verteilten. Die Tatsache, dass beim verzweifelten Sturm auf die um die Exklaven gezogenen Sicherheitszäune - die bald auf unüberwindbare sechs Meter hochgezogen werden sollen - 16 Tote und Hunderte Verletzte zu beklagen waren, schockierte die Öffentlichkeit weniger als der unglaubliche Beschluss, die Migranten in die Wüste abzuführen und sie dort sterben zu lassen. Der Anblick aneinander geketteter junger Schwarzer weckt in Afrika unweigerlich böse Erinnerungen; freilich sollten sie diesmal nicht mit Gewalt in den Westen verschleppt, sondern vielmehr an der Reise dorthin gehindert werden.

Schutz um jeden Preis

Marokko hat diese inhumane Praxis inzwischen aufgegeben, aber der Schaden lässt sich damit nicht ungeschehen machen. Und nach wie vor schiebt man sich die Migranten von hüben nach drüben unwillig zu, als wären sie Kehricht und nicht menschliche Wesen. Die beiden grossen Ängste des Nordens - Terrorismus und Immigration - haben zu Reflexen geführt, die den Anschein vermitteln, als wäre der Schutz der «Festung Europa» wichtiger geworden als derjenige der Menschenrechte, auf die sich die europäische Tradition so viel zugute hält.

Die jüngsten Bilder von der spanisch-marokkanischen Binnengrenze wie auch die immer wiederkehrenden Berichte von kaum seetüchtigen Booten, die - wenn sie nicht bei der Überfahrt kentern - ihre menschliche Fracht an den Ufern von Lampedusa, Malta oder Zypern deponieren, lassen den Eindruck entstehen, dass das friedliche und wohlhabende Europa einem wahren Ansturm von Schwarzafrikanern ausgesetzt sei. Dabei sollte aber nicht vergessen gehen, dass sich unter den unseligen boat people Vertreter fast aller armen Nationen Asiens und Afrikas finden; und dass bis vor kurzem vor allem Nordafrikaner den Zugang ins verbotene Paradies von Ceuta und Melilla suchten.

In Anbetracht dieses Umstands ist es besonders pikant, dass nun Marokko und Algerien, Libyen und Mauretanien damit betraut werden sollen, die afrikanischen Migranten von Europa fernzuhalten. Dem libyschen Staatschef Ghadhafi sieht man aufgrund entsprechenden Wohlverhaltens plötzlich die Repression nach, die er im eigenen Land praktiziert; und Marokko lässt sich mit 40 Millionen Euro dafür entschädigen, dass es die wenig ehrenhafte Rolle des Rausschmeissers übernimmt. Auf längere Sicht könnte aus dieser künstlich geschaffenen Gegnerschaft zwischen Maghrebinern und Schwarzafrikanern, überlagert noch vom entlang ähnlicher ethnischer Grenzen verlaufenden Konflikt in Darfur, ein gefährliches innerafrikanisches Spannungsfeld resultieren.

Abgesehen von diesem Risiko fragt sich auch, ob die sich abzeichnenden Panikreaktionen überhaupt gerechtfertigt sind. Die Statistiken über die Versuche illegaler Grenzübertritte weisen nämlich nicht auf eine drohende Invasion Europas via Sahara und Mittelmeer hin, sondern verzeichnen vielmehr sinkende Zahlen: In Spanien registrierte man heuer 12 000 Versuche gegenüber 55 000 im Vorjahr, in Italien 3000 gegenüber 6350.

Warum?

Man kommt anderseits auch nicht um die Frage herum, warum junge Afrikaner - nicht selten gerade die mit höherer Bildung - ihr Leben für die schiere Möglichkeit, nach Europa zu gelangen, aufs Spiel setzen; warum sie sich mit Steinen und Fäusten gegen schwer bewaffnete Soldaten stellen oder sich einem überfrachteten Kahn anvertrauen, um dann mit aller Wahrscheinlichkeit in einem inferioren Job und elenden Lebensverhältnissen zu landen. Das Schauspiel dieser erbärmlichen Exil-Kandidaten, wie Schlachtvieh bereit, ihr Schicksal auf sich zu nehmen, hat am meisten geschmerzt. Als Afrikaner empfand man bei ihrem Anblick Scham und - es sei zugegeben - eine dumpfe Wut. Wenn man schon bereit ist, sein Leben zu opfern, um die Heimat zu verlassen: warum dann nicht besser diesen Opfermut in den Dienst der Heimat stellen, sein Leben dort investieren, zumindest im Interesse der künftigen Generationen? Das zu verstehen, fällt schwer.

Es sind denn auch nicht allein die Verlockungen Europas, welche die tödliche Entschlossenheit der jungen Migranten erklären; eher verhält es sich so, dass sie in eine Falle geraten sind. Wenn einer von ihnen am Fuss des Stacheldrahtzauns von Ceuta oder Melilla steht, hat er seine gesamten Ersparnisse in den Händen von Schleppern oder bestechlichen Grenzbeamten zurückgelassen. Er hat in überladenen Camions oder auch zu Fuss oft Tausende von Kilometern auf unwirtlichen Strecken zurückgelegt, hat am Zielort Monate oder gar Jahre unter Schicksalsgenossen verbracht, die in improvisierten Camps von der Hand in den Mund leben und vom Sprung nach Europa träumen. Mit jedem Tag wächst die Überzeugung, dass man es schaffen wird, weil man es schaffen muss: Wer kann einem Verzweifelten vorwerfen, dass er die Illusion hegt, nur ein paar Stacheldrähte trennten ihn und die Seinigen daheim von einem neuen Leben?

Neben der Unmöglichkeit, geschlagen und mit leeren Händen den Weg nach Hause anzutreten, spielt auch der Gruppendruck eine Rolle. Viele der jungen Männer hört man sagen: «Ich wusste nicht, was auf mich zukam - es war unerträglich, aber wann immer ich aufgeben wollte, haben mich die anderen zum Weitermachen gedrängt.» Statt die Migranten von der Warte der Privilegierten herab zu verurteilen, müsste man der Kraft dieser verzweifelten Hoffnung Rechnung tragen.

Afrika schweigt

Während sich das Augenmerk der Weltöffentlichkeit auf Ceuta und Melilla richtete, hat kein afrikanisches Staatsoberhaupt gegen die Behandlung protestiert, die seinen Landsleuten zuteil wurde; auch die Afrikanische Union hielt eine Stellungnahme für unnötig. Es ist anzunehmen, dass die Emigration von gewissen Regierungen sogar begrüsst wird: Man hat selbst weniger Mäuler zu stopfen, und die von den Migranten überwiesenen Gelder sind eine willkommene Infusion in die ausgeblutete Wirtschaft des Landes. Zudem haben die afrikanischen Politiker wohl nicht zuletzt geschwiegen, um ihre europäischen Amtsbrüder nicht zu verstimmen.

Mit solchem Zynismus auf höchster Ebene hat man in Afrika leben gelernt; bedauerlicher ist die Passivität der Zivilgesellschaft. Immerhin hat die Malierin Aminata Traoré, eine Führungsfigur in der globalisierungskritischen Bewegung Afrikas, am 14. Oktober zu einer «Marche de Dignité» aufgerufen, die sie und zehn Gesinnungsgenossinnen über Paris, Mailand und Madrid nach Brüssel führen soll. Aber dies ist ein Einzelfall; insgesamt scheint auch Afrika nicht geneigt, sich der zwischen die Grenzen Geratenen anzunehmen. Politiker wie Intellektuelle schlagen mehrheitlich einen Bogen um das Thema Ceuta und Melilla.

Doch Wegsehen nützt am Ende nichts, und auch mit strengeren administrativen Massnahmen wird der Migration kein endgültiger Riegel zu schieben sein. Einzig mit einer gezielten und langfristigen Politik, die auf die Beseitigung der Missstände in den Herkunftsländern setzt, wäre der Migrationsdruck abzubauen - und damit nicht zuletzt die Möglichkeit, dass Frustration und Verzweiflung in Schwarzafrika einen neuen Gefahrenherd auch für die europäische Gemeinschaft entstehen lassen.

von Boubacar Boris Diop/ NZZ


Gruß vom Klaus - der mit 4x4 und Dachzelt unterwegs ist ...
Re: neues aus Ceuta #52270
23/10/05 02:24 AM
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Guten Abend,

die Flüchtlings-"Rückführung" ist - so wie es aussieht - für's Erste abgeschlossen. Marokko war und ist noch immer in aller Munde und muss harsche Kritik einstecken.

"Unsere afrikanischen Brüder müssen wir heute um Verzeihung bitten"
schrieb am 19. 10. die marok. "Le Journal Hebedomadaire", die nach meinem Kenntnisstand als
einzige inländische Zeitung Position bezogen hat und Kritik übt. Afrikanische Zeitungen stellen unisono das Handling der marok. Regierung ebenfalls an den Pranger.

Aber auch die EU wird angegriffen - und dies nicht zu Unrecht. Deutschland hat hier, wie die anderen Mitgliedstaaten eine unrühmliche Rolle gespielt, da sie nicht (genug) gegen das von Madrid praktizierte Procedere einschritten. Die Genfer Flüchtlingskonvention, der 1999 vom EU-Rat in Tampere uneingeschränkt Geltung zugebilligt wird, wurde missachtet.

Interessant finde ich das Ergebnis einer Umfrage der teilnehmenden Users in einem französsprach. marok. Forum
zu der Frage "Wie beurteilen Sie die Handhabung der illegalen Immigranten durch die marokk. Regierung"

Gesamtbefragte: 1553
Der Staat hat brutal reagiert: 16 %
Marokko hatte keine andere Wahl: 17 %
Marokko hatte Angst vor Erpressung (West-Saharafrage, Entwicklungshilfe): 21 %
Marokko ist in die Falle der EU geraten: 26 %


"Wir müssen begreifen, dass die Immigranten keine Last sind, sondern eine Chance", sagt José Palazón. Palazón ist Chef von "Prodein" einer Hilfsorganisation aus Mellila. Er und seine 800 Mitstreiter bringen Essen in die Wälder, unterrichten Spanisch, erklären den Flüchtlingen im Auffanglager, wie sie sich zurechtfinden können. "Ich habe in den letzten Jahren Hundere von Migranten kenne gelernt", sagt Palazon, "und fast alle waren jung, intelligent u. wollten etwas leisten.

´Wer mit den Ankömmlingen spricht, im Lager oder auf den Straßen der Stadt, versteht, was Palazon meint. Studenten, Elektriker, Handwerker sind darunter, Söhne von Ladenbesitzern. Familien, die das GEld zusammenkratzen müssen, schicken vor llem diejenigen auf die ungewisse Reise, denen sie zutrauen, sich später auch in Europ durchzusetzen. Was oft gelingt:

Allein im vergangenen Jahr haben Migranten 150 Milliarden Dollar in die Heimat überwiesen, das Dreifache der weltweiten Entwicklungshilfe!

Re: neues aus Ceuta #52271
24/10/05 02:28 PM
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@elvire,

>> "Marokko war und ist noch immer in aller Munde und muss harsche Kritik einstecken.

das ist wunschdenken. ich habe beispielsweise gestern eine sendung zum thema in rfi gehört und davon war nichts überhaupt nichts zu spüren.

jeune afrique hat auch eine umfrage im internet gestaret, nach dem aktuellen ergebnis sehen 59,5% der beteiligten marokko im recht, 37% sind gegen sein vorgehen und der rest ist ohne meinung (quelle: http://www.lintelligent.com ).

was le journal hebdomadaire (und assahifa) angeht, ist es nicht anders zu erwarten. es handelt sich um ein magazin, welches die positionen marokkos systematisch kontert und zu torpedieren versucht und bei jedem artikel auf die monarchie schiesst. einem aufmerksamen beobachter dürfte eher die frage aufdringlich sein, wieso haben andere medien nicht so reagiert? dafür muss man allerdings aufmerksam sein und keine vorgefertigten urteile haben.

jm

Re: neues aus Ceuta #52272
24/10/05 11:10 PM
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Ich war fuer zwei tage in CEuta. Dort sitzen Hunderte Menschen aus Afrika, Pakistan, ect.. Sie sitzen einfach nur da und starren uebers Meer auf die spanische Seite.

Dass sie in Europa kaum Chancen haben Arbeit zu finden, wollen sie nicht wahrhaben.
Sie glauben, wenn sie angekommen sind, haben sie es geschafft.
Hier sollte die EU Aufklaerungsarbeit in den Herkunftslaendern, ggf. auch mittels TV-Spots betreiben.

Die marok. Polizei faengt seit kurzem illegale Einwanderer auch im Landesinneren ab.
So kommen sie erst gar nicht an den brisanten Punkten um die span. Exclaven an und eine Gettobildung wird vermieden.


Beste Grüße
Thomas

In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
Re: neues aus Ceuta #52273
26/10/05 04:35 PM
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Karim Habbouri Offline
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@Thomas Friedrich

 Antwort auf:
Ich war fuer zwei tage in CEuta. Dort sitzen Hunderte Menschen aus Afrika, Pakistan, ect.. Sie sitzen einfach nur da und starren uebers Meer auf die spanische Seite.

Dass sie in Europa kaum Chancen haben Arbeit zu finden, wollen sie nicht wahrhaben.
Sie glauben, wenn sie angekommen sind, haben sie es geschafft.
Hier sollte die EU Aufklaerungsarbeit in den Herkunftslaendern, ggf. auch mittels TV-Spots betreiben.
wenn sie es schaffen nach Europa, so wohnen sie dann zu mehreren in einem Zimmer.
Das was verdient wird, wird dann nach Hause geschickt.
Dieses ist immer noch besser als wenn sie in der Heimat nicht wissen wovon die Familie leben soll.

TV-Spots sind hier definitiv falsch. Was soll man zeigen Massenarbeitslose, Wohnslums?

Im Vergleich zur Heimat der Betroffenen ist das immer noch besser.
Eigentlich braucht Europa diese Zuwanderer, denn diese füllen den Niedriglohnsektor aus (bei McDonalds in Berlin sieht man fast keine Deutschen, trotz hoher Arbeitslosigkeit).

Die eigentlichen Probleme müssen in den Heimatstaaten erledigt werden (Auffanglager sind billig aber falsch).

Deine Forderungen sind wieder einmal welche die nur zu Kopfschütteln führen.

Re: neues aus Ceuta #52274
26/10/05 11:35 PM
26/10/05 11:35 PM
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@Karim:

 Antwort auf:
Das was verdient wird, wird dann nach Hause geschickt.
Dieses ist immer noch besser als wenn sie in der Heimat nicht wissen wovon die Familie leben soll.
Aus der Sicht der Afrikaner ist das sicherlich die bessere Loesung, aus der Sicht der in Europa bzw. Deutschland lebenden Bevoelkerung sicherlich nicht.
Ich denke da an die neuen Sparpakete der Bundesregierung und Du befuerwortest, dass noch mehr Geld ausser landes geschafft wird, was der einheimischen Wirtschaft, somit den Menschen in D. nicht mehr zur Verfuegung steht.


 Antwort auf:
TV-Spots sind hier definitiv falsch. Was soll man zeigen Massenarbeitslose, Wohnslums?
Haettest Du jemals in Deinem Leben mit diesen Menschen gesprochen, so wuesstest Du, welche falschen Vorstellungen sie von Europa haben. Sie haben ausschliesslich positives Vorstellungen, sie wissen nichts ueber moegliche Probleme in Europa.
TV-Spots von Schlangen vor den Arbeits.- und Sozialaemtern, Ostdeutsche Plattenbauten, Wohnbaraken und endlose erfolglose Bewerbungen um einen Arbeitsplatz wuerden ein realistischeres Bild bringen.

 Antwort auf:
Eigentlich braucht Europa diese Zuwanderer, denn diese füllen den Niedriglohnsektor aus (bei McDonalds in Berlin sieht man fast keine Deutschen, trotz hoher Arbeitslosigkeit).
Eben genau weil es endlos viele neue Billigarbeiter aus diesen Laenden gibt, bleiben das auch Billigjobs. Waeren diese Menschen nicht da, dann wuerden den schon in Deutschland lebenden Menschen anstaendige Loehne bezahlt werden muessen.
Wie wuerden wohl Marokkaner reagieren, wenn in marokkanischen MC Donalds Billiglohnarbeiter aus dem Senegal und Mali taetig waeren? Ich denke, dass man das nicht in Ordnung faende. Fuer Deutschland soll es hingegen o.k. sein?!

 Antwort auf:
Die eigentlichen Probleme müssen in den Heimatstaaten erledigt werden
Richtig!
Deswegen koennen die Probleme der Leute nicht in Europa geloest werden, sondern mit ihnen in ihren Heimatlaendern!


Deine Forderungen sind wieder einmal welche die nur zu Kopfschütteln führen.


Beste Grüße
Thomas

In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
Re: neues aus Ceuta #52275
27/10/05 12:06 AM
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warum bist du in Marokko?
warum bin in D?
wollen wir tauschen ;\)

Re: neues aus Ceuta #52276
27/10/05 09:09 AM
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@Thomas Friedrich
 Antwort auf:
Ich denke da an die neuen Sparpakete der Bundesregierung und Du befuerwortest, dass noch mehr Geld ausser landes geschafft wird, was der einheimischen Wirtschaft, somit den Menschen in D. nicht mehr zur Verfuegung steht.
Na dann leiste mal Deinen Beitrag und sorge dafür, dass wieder Geld nach Deutschland zurück fließt: Stell einfach ein paar deutsche Arbeitslose an und die schicken dann ihr verdientes Geld nach Deutschland.

Gruß

Werner Müller

Re: neues aus Ceuta #52277
30/10/05 02:04 AM
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guten Abend,

@ Thomas

 Antwort auf:
Die marok. Polizei faengt seit kurzem illegale Einwanderer auch im Landesinneren ab.
So kommen sie erst gar nicht an den brisanten Punkten um die span. Exclaven an und eine Gettobildung wird vermieden.
und eine EU-Delegation war unlängst beim libyschen Regenten Gaddafie, um technische Details gegen "illegale Migration" zu besprechen. In einem Dokument ist festgehalten, was man den Libyern schon geliefert hat; neben 500 Rettungswesten auch 1000 Leichensäcke für die Opfer gescheiterter Fluchtversuche

Thomas, Deinen Gedankengängen zu diesem Thema werde ich nie und nimmer folgen können! Du sprichst von den Betroffenen als wären sie "Parias".

Re: neues aus Ceuta #52278
04/11/05 02:48 AM
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@thomas friedrich

 Antwort auf:
Aus der Sicht der Afrikaner ist das sicherlich die bessere Loesung, aus der Sicht der in Europa bzw. Deutschland lebenden Bevoelkerung sicherlich nicht.
Ich denke da an die neuen Sparpakete der Bundesregierung und Du befuerwortest, dass noch mehr Geld ausser landes geschafft wird, was der einheimischen Wirtschaft, somit den Menschen in D. nicht mehr zur Verfuegung steht.
Soll man das als das verstehen, dass die Ausländer aus Deutschland verschwinnden sollen?
Das Problem liegt bei den Finanzen bei denen die ihren Reichtum ausserhalb Europas vor der Steuer verstecken.
ein Ausländer der in Deutschland arbeitet hat Steuern bezahlt und schickt dann dieses Geld nach Hause.

 Antwort auf:
Haettest Du jemals in Deinem Leben mit diesen Menschen gesprochen, so wuesstest Du, welche falschen Vorstellungen sie von Europa haben. Sie haben ausschliesslich positives Vorstellungen, sie wissen nichts ueber moegliche Probleme in Europa.
TV-Spots von Schlangen vor den Arbeits.- und Sozialaemtern, Ostdeutsche Plattenbauten, Wohnbaraken und endlose erfolglose Bewerbungen um einen Arbeitsplatz wuerden ein realistischeres Bild bringen.
Ich habe mit solchen Menschen gesprochen auch jetzt. Dein Vorwürfe sind sind Unterstellungen.

TV Spots sind wie bereits geschrieben unrealistisch.

 Antwort auf:
Eben genau weil es endlos viele neue Billigarbeiter aus diesen Laenden gibt, bleiben das auch Billigjobs. Waeren diese Menschen nicht da, dann wuerden den schon in Deutschland lebenden Menschen anstaendige Loehne bezahlt werden muessen.
Da werdern eher die McDonalds gechlossen. Wenn keine Ausländer da sind dann fehlen auch die Firmen. In Deutschland gab es bereits mal eine Zeit in der Minderheiten aus dem leben verschwanden. Du schneidesst ja das Thema immer wieder an.

 Antwort auf:
Wie wuerden wohl Marokkaner reagieren, wenn in marokkanischen MC Donalds Billiglohnarbeiter aus dem Senegal und Mali taetig waeren? Ich denke, dass man das nicht in Ordnung faende. Fuer Deutschland soll es hingegen o.k. sein?!
Was verdient man in Marokko bei McDonalds?
Es ist nicht viel. In so fern ist der Vergleich falsch.

 Antwort auf:
Deine Forderungen sind wieder einmal welche die nur zu Kopfschütteln führen.
Ich habe keine Forderungen gestellt.

Re: neues aus Ceuta #52279
04/11/05 02:53 AM
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@Elvire

Thomas hat die Menschen längst als Menschen 2. Klasse abgestempelt.
Selbst Menschen die in Europa leben sind an der Misere (Wirtschaftslage) schuld.

Wenn man den Aussagen zu folgen versucht.

Re: neues aus Ceuta #52280
05/12/05 02:01 PM
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hallo,

allen, die den populismus herrschender medien der kritischen vernunft (wie philosophisch!) bervorzugt haben, empfehle ich diese lektüre.

quelle: http://www.qantara.de
---
Migranten in Libyen

Eintrittsgeld in die Wüste

Etwa zwei Millionen afrikanische Migranten leben und arbeiten in Libyen. Viele von ihnen hoffen, eines Tages nach Europa übersetzen zu können. Mit der Annäherung Libyens an Europa aber wird der Grenzübertritt in das Wüstenland immer schwieriger. Von Charlotte Wiedemann

Sie sammeln den Müll ein und schleppen Sand über Baustellen. Sie sitzen mit Blecheimern voll Wasser an Straßenkreuzungen und rufen "Wash car, wash car". Sie warten im Schatten von Mauern auf Arbeit für einen Tag, meistens schmutzige Arbeit, welche viele Libyer nicht gern verrichten.

Ausländische Arbeitskräfte sind in Libyen allgegenwärtig, geschätzte zwei Millionen Migranten leben im Land, neben einer eingesessenen Bevölkerung von nur etwa fünf Millionen.

Ghaddafis pan-afrikanische Politik hatte den Grenzübertritt in der Vergangenheit leicht gemacht; Libyen wurde zum Einwanderungs- und Durchwanderungsland für arme Schwarzafrikaner. In altersschwachen Fischerbooten von der libyschen Küste nach Italien - oder über den Stacheldraht in die spanische Enklave Mellila, das sind die beiden großen Routen von Afrika nach Europa.

Allein in den ersten neun Monaten diesen Jahres wurden 15.000 Flüchtlinge an den Küsten Italiens aufgegriffen. Schätzungen zufolge ertrinken jedes Jahr 1000 Afrikaner vor Sizilien, Lampedusa, Malta.

Parallelwelt in der Wüste

Viele Migranten versuchen deshalb, in Libyen so lange zu arbeiten, bis sie genug Geld für ein Flugticket haben; manch ein Wagenwäscher in Tripolis trägt eine riskant hohe Barschaft ständig in einem abgegriffenen Plastiktütchen bei sich.

In Sebha, Libyens einziger größerer Stadt in der Sahara, sieht man, wie eine Reise, die oft Jahre währt, eine vorübergehende, halblegale Sesshaftigkeit erzeugt. Von hier sind es noch 800 Kilometer bis zur Küste; hier müssen die Schulden abbezahlt werden an die Schlepper. Deshalb beginnen manche Migrantinnen mit der Prostitution.

"Straße 40" heißt Sebhas Ausländerstadtteil, er wird vor allem von Nigerianern bewohnt. Kein Asphalt, so sandfarben wie der Boden sind die niedrigen, garagenähnlichen Gebäude mit Werkstätten und Läden, deren Kundschaft wiederum Migranten sind.

Ein rudimentärer Friseursalon ohne Waschbecken. Eine Restaurant-Bude namens "Holiday Villa", die Männer darin gucken einen nigerianischen Film und träumen von Holland. Zur Parallelwelt gehören sogar Schulen, wo in afrikanischen Sprachen unterrichtet wird.

Abschiebungen im großen Stil

Das Verhältnis der Libyer zu den Schwarzafrikanern ist ambivalent: Einerseits werden sie abgelehnt, werden verantwortlich gemacht für Kriminalität, Drogenhandel, Aids. Andererseits werden sie in vielen Gewerben als Arbeitskräfte bevorzugt, weil sie fleißiger und zuverlässiger seien als junge Libyer.

Solches Laisser-faire aus ökonomischen Gründen kontrastiert mit einer zunehmend rigorosen Abschiebepolitik aus strategischen Motiven. Mit Libyens Hinwendung zum Westen vor knapp zwei Jahren begann die Kooperation mit der Europäischen Union in der Flüchtlingspolitik.

Seit vergangenem Jahr schiebt Italien Einwanderer ohne Prüfung von Fluchtgründen nach Libyen ab. Und Libyen deportierte seinerseits im großen Stil - allein bis Ende vergangenen Jahres 6000 Menschen.

Das Abschiebegefängnis nahe Sebha ist eine frühere Polizeikaserne im Niemandsland, günstig gelegen nahe der Straße zur Grenze mit Niger und zum Flughafen. Weiße Mauern mit Stacheldraht obendrauf, grelle Scheinwerfer, sie sind abends weit zu sehen im flachen, leeren Land.

Zunächst wurde über Land abgeschoben; das arme Niger schob angeblich zurück, weil es die Transit-Rückwanderer nicht versorgen konnte, dann wurde per Flugzeug deportiert.

Bei der EU kein Interesse an Menschenrechten

Libyen hat die Genfer Flüchtlings-Konvention nicht unterzeichnet; bei seinen Behörden einen Antrag auf Asyl zu stellen, ist rechtlich unmöglich, und nicht einmal das Mandat des UN-Flüchtlingswerks vor Ort ist formell anerkannt.

Dass Libyen dessen ungeachtet in die Abschiebepolitik der EU integriert wird, kommentiert Giumma Attiga, Anwalt in Tripolis, so: "Die europäischen Länder haben nur ihre eigenen Interessen, ihre eigene Sicherheit im Blick. Menschenrechte interessieren sie wenig."

Giumma Attiga, ehemaliger politischer Häftling, leitet die libysche "Human Rights Society". Auf die Frage, ob in libyschen Gefängnissen gefoltert werde, antwortet er: "Ja, sicher."

Die britische Regierung hat solche Befunde nicht davon abgehalten, gerade mit Libyen ein Abkommen zu unterzeichnen: Dem Papier zufolge werden Deportierte aus England nicht misshandelt.

Libysche Arbeit zuerst für Libyer!

Neuerdings hat Libyen indes auch innenpolitische Gründe, die Migration zu erschweren: Viele Libyer fürchten den Verlust sozialer Sicherheit durch die Privatisierung der Staatswirtschaft. Von 360 Betrieben sind bisher erst 62 privatisiert; die Arbeitslosigkeit steht jetzt offiziell bei 10,6 Prozent, tatsächlich sind bereits weit mehr - vor allem junge Leute - ohne Job.

Um weitere Arbeitslosigkeit im Zaum zu halten, bietet die Regierung Förderprogramme an und Frühverrentung - und sie will das Prinzip durchsetzen: Libysche Arbeit zuerst für Libyer! Dies soll für qualifizierte Jobs bei ausländischen Firmen gelten, aber richtet sich auch gegen die Masse der Wanderarbeiter.

Libyens Arbeitsminister Matuq Mohamed Matuq kündigte im Gespräch mit Qantara.de an, künftig müssten Migranten an der Grenze eine Barschaft von 500 Dinar vorweisen (312 Euro), und sie bedürften einer Arbeitserlaubnis. Die Idee eines Eintrittsgelds klingt allerdings angesichts von 4000 Kilometern Wüstengrenze verwegen.

Charlotte Wiedemann

Re: neues aus Ceuta #52281
06/12/05 08:09 PM
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Guten Abend,

der Regent Gaddafi hatte ja vor nicht zu langer Zeit Besuch der EU-Kommission zur entsprechenden Lagebesprechung und - makaber, makaber - Lieferung von

1.000 Leichensäcken und
500 Rettungswesten

im Falle eines gescheiterten Fluchtversuches.

Otto Schily hatte schon im vergangenen Jahr die Errichtung eines Lagers im Maghreb anvisiert.
Nachdem MA ihm die kalte Schulter zeigte, näherte er sich eben Libyen an - nach dem Motto "einer ist immer willig".


Das schambedeckte Thema "Ceuta" und die nichtangemessene Reaktion - sowohl seitens MA als auch seitens der EU - hat jetzt immerhin, wenn auch reichlich verspätet, den Klerus auf den Plan gerufen.

"Jesuiten orten Menschenrechtsverletzungen an spanischer Grenze
Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS) hat Spanien und Marokko scharf kritisiert. Spanien wirft die Hilfsorganisation illegale Ausweisungen vor, Marokko die Deportation von Flüchtlingen"

http://religion.orf.at/projekt03/news/0512/ne051206_spanien_fr.htm

@ jm
Fremdarbeiter in Libyen
 Antwort auf:
Libysche Arbeit zuerst für Libyer! Dies soll für qualifizierte Jobs bei ausländischen Firmen gelten, aber richtet sich auch gegen die Masse der Wanderarbeiter.
kann das dahingehend interpretiert werden, dass künftig auch Marokkaner, die bislang mit einem Arbeitsvertrag, für den sie Geld hinlegen mussten, in Libyen über kurz oder lang nicht mehr beschäftigt werden? ?

Re: neues aus Ceuta #52282
08/01/06 05:26 PM
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Flüchtlinge in Ceuta
Alfred Hackensberger 08.01.2006

Drei Monate lang war es an den Grenzen von Ceuta und Melilla, den beiden spanischen Enklaven auf marokkanischem Territorium, ruhig geblieben. Vor wenigen Tagen gelang nun erneut sieben Immigranten der Sprung über den Zaun von Melilla ins "Goldene Europa". Ein Vorfall, der nach den Massenanstürmen im September und Oktober wenig mediale Aufmerksamkeit erregte. Rund 30.000 Immigranten warten laut EU-Angaben in Algerien und Marokko auf ihre Chance europäisches Territorium zu erreichen. 10.000 davon überwintern in Marokko unter wenig humanen Bedingungen.
Rechtzeitig zum 30. Todestag von Franco wurde in Melilla am 20. November die restaurierte Statue des Diktators im Zentrum der Altstadt wieder aufgestellt. "Um der Befreiung der Stadt von den Truppen des Rif-Führers Abdelkarims im Jahr 1921 zu gedenken", rechtfertigte die Stadtverwaltung ihren Schritt gegen die Kritik vom spanischen Festland. Für die Bewohner Melillas, eine der zwei spanischen Enklaven auf marokkanischem Territorium, sind Memorabilien aus der Zeit des Faschismus nichts Besonderes. Noch immer tragen Strassen die Namen von Generälen der Franco-Zeit, an öffentlichen Gebäuden kann man Slogans der Phalange lesen. Die konservative spanische Bevölkerung ist vielfach wehmütig mit den "guten alten Zeiten" verbunden.

In Ceuta, dem zweiten Überbleibsel des spanischen Kolonialismus in Marokko, ist es nicht anders. Von dort aus startete Franco im Juli 1936 seinen Putsch gegen die spanische Republik. Der spanische Hälfte der etwa 70.000 Einwohner hat "Angst vor der Überfremdung", was man in den Bars und Restaurants der Küstenstadt immer wieder zu hören bekommt. Bisher waren es die Marokkaner, die "Moros", die eigentlich nicht ins Stadtbild passten. Nach dem Sturm der Grenze im vergangenen Oktober sind es nun die "Neger" und die "Welle aus Afrika", die die Stadt zu überrollen drohen. Die Lokalzeitung "El Faro" schrieb vom "größten Anschlag auf die Grenze" auf ihrer Titelseite, von der Gefahr für die Integrität des spanischen Staatsgebietes und natürlich auch für die Stadt Ceuta.

Gesamtartikel unter:
http://www.telepolis.de/r4/artikel/21/21710/1.html

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