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neues aus Ceuta #52177
30/09/05 12:04 AM
30/09/05 12:04 AM
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Fünf Tote bei Ansturm auf spanische Exklave Ceuta
Bei einem nächtlichen Massenansturm auf die zu Spanien gehörende Hafenstadt Ceuta an der marokkanischen Küste sind fünf afrikanische Flüchtlinge getötet worden. Zwei Menschen seien auf der spanischen Seite der Grenze gestorben, drei weitere auf der marokkanischen, sagte Spaniens Vize-Ministerpräsidentin Maria Teresa Fernandez de la Vega in Sevilla. Nach Angaben von Krankenhäusern und Behörden starben die Flüchtlinge an Schussverletzungen durch Gummigeschosse und durch Schnittwunden, die von Stacheldraht herrühren.

Etwa 500 Afrikaner hatten versucht, gemeinsam die Absperrungen um Ceuta zu überwinden und die Grenzschützer zu überrumpeln. Fernandez de la Vega kündigte eine Untersuchung zu den Angaben marokkanischer Stellen an, wonach mindestens zwei der Flüchtlinge "durch Gummigeschosse von spanischer Seite" gestorben seien. Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero und sein marokkanischer Kollege Driss Jettou kamen am Nachmittag in Sevilla zu einem Krisentreffen zusammen. Zapatero ordnete die Entsendung von 480 Soldaten zur Verstärkung der Polizei in Spaniens nordafrikanischen Exklaven Ceuta und Melilla an. Etwa 140 bis 150 Flüchtlinge gelangten bei dem Ansturm auf Ceuta auf spanisches Territorium, wie die dortigen Behörden mitteilten.

Nach spanischen Regierungsangaben wurden mindestens 91 Menschen verletzt. Im Krankenhaus der nahe gelegenen marokkanischen Stadt Tetouan behandelten Ärzte etwa 20 Verwundete. Sie hätten sich durch die messerscharfen Sperrzäune schwere Schnittverletzungen zugezogen. Auch seien mehrere Knochenbrüche verzeichnet worden, sagte ein Arzt. Zwei Flüchtlinge seien tot mit Schussverletzungen durch Gummigeschosse eingeliefert worden. Mehrere Überlebende berichteten, die spanischen Grenzschützer hätten direkt auf die unbewaffneten Flüchtlinge gefeuert.


Im marokkanischen Umland um Ceuta begannen marokkanismarokkanische Sicherheitskräfte einen Großeinsatz, wie ein AFP-Reporter berichtete. Dutzende Beamte durchstreiften das hügelige Gelände auf der Suche nach Flüchtlingen und nahmen etwa 50 Menschen fest.

EU-Justizkommissar Franco Frattini sprach von einer "Tragödie". Die Ereignisse von Ceuta zeigten, dass die EU dringend zu einer gemeinsamen Immigrationspolitik kommen müsse, "um einen effektiven Umgang mit Migrationsfragen zu erreichen".


Afrikanische Flüchtlinge stürmen Ceuta
Melilla und Ceuta sind die beiden einzigen direkten Landgrenzen zwischen Afrika und dem Territorium der Europäischen Union. Wer es über die stark bewachten Sperrzäune der seit Jahrhunderten zu Spanien gehörenden Städte schafft, befindet sich auf EU-Gebiet und kann einen Asylantrag stellen. Dies kommt meist einem unbefristeten Bleiberecht gleich: Ausweisungsbescheide können von Spanien meist nicht vollstreckt werden, da mit vielen Herkunftsstaaten der Flüchtlinge keine Auslieferungsabkommen bestehen.


Gmx Nachrichten

Re: neues aus Ceuta #52178
04/10/05 01:02 AM
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Migration
Sturm auf Europa
Von Paul Ingendaay, Madrid


03. Oktober 2005 Jedes Bild, jede Einzelheit dieser Nächte im Nordwestzipfel Afrikas müßte in irgendeiner literarischen Phantasie schon ersonnen worden sein:


die schnellen Bewegungen, die selbstgefertigten langen Leitern, die gespenstische Choreographie der Gestalten, die um drei Uhr morgens alle zugleich aus dem Dickicht hervorbrechen, um den ersten der beiden Zäune zu erklimmen und möglichst schnell auf die andere Seite zu gelangen, wo das viel schwierigere Hindernis wartet, der zweite Zaun.


„Glückliche”, die es über den Zaun nach Europa geschafft haben
Dann die Uniformierten hinter ihnen und vor ihnen. Die Schreie, die Leuchtgeschosse, der brennende Schmerz, wenn ihnen der Stacheldraht ins Fleisch dringt. Und am Ende nur die Frage, ob sie auf marokkanisches Territorium zurücksinken oder jenseits des zweiten Zauns nach vorn fallen, auf spanischen Boden, der Sicherheit verspricht. Diesen Boden, der bedeutet: nicht als Verlierer, verletzt, hungrig und gedemütigt, die Heimreise antreten zu müssen. Jene, die es geschafft hatten, so hieß es, seien „wie Besessene” durch Melilla gerannt.

Brutalisierung der Methoden

Es gibt für das, was sich in der vergangenen Woche in den spanischen Enklaven Ceuta und Melilla abgespielt hat, keine literarischen Bilder. Selbst die großen Meister der Parabel, ob sie nun Jose Saramago oder J. M. Coetzee heißen, haben sich den verzweifelten, dabei sorgfältig geplanten Ansturm von weit mehr als tausend Schwarzafrikanern auf die hochgerüsteten Außenposten der europäischen Wohlstandsgesellschaften kaum vorstellen können.


Den meisten bleibt Europa aber verschlossen
Dabei entspricht diese Befestigungsanlage ziemlich genau dem, was sich die Erste Welt als Schutzwall gegen die Dritte Welt einfallen ließ. Migrationsforscher und Menschenrechtsorganisationen benennen schon seit längerem unseren ganz normalen Umgang mit dem „Flüchtlingsproblem”: abschotten, bewachen, umzäunen.

Und sollte doch einer durchschlüpfen, ab ins Lager mit ihm. Manchen könnten die Immigranten an das Heer der Orks bei Tolkien erinnern, das sich zum Angriff auf Mittelerde in Marsch setzt. Je weniger lösbar das Problem erscheint, desto bereitwilliger nehmen wir die Brutalisierung der Methoden hin.

Die „Vermehrungsmeute” als literarische Idee


Europa schützt sich - das Militär wurde aufgestockt
Die spanische Rechtslage hat dafür gesorgt, daß die Auffanglager für Immigranten fast gleichbedeutend mit einem künftigen Arbeitsaufenthalt in Europa sind. Von hier kann kaum jemand abgeschoben werden, wenn seine juristische Lage nicht geklärt ist, und da die Immigranten nicht mit gültigen Papieren kommen und ihre Personenangaben kaum nachprüfbar sind, verwandeln sich die überfüllten Lager in das heißersehnte Ziel der Elendsmärsche.

Und es hört nicht auf: Am frühen Montagmorgen haben abermals 650 Immigranten in Melilla den Ansturm gewagt und gleich den Zaun niedergerissen; dreihundert von ihnen befinden sich jetzt nach Angaben von „El Pais” auf spanischem Boden.


Ein Arbeiter repariert den beschädigten Grenzzaun
Wenn es für dieses monströse Geschehen am Südrand Europas schon keine literarische Gestaltung gibt, vielleicht hilft ja eine literarische Idee. Es ist Elias Canettis Begriff von der „Vermehrungsmeute” aus seinem großen Essay „Masse und Macht”. Der Mensch, heißt es dort, mußte sich im Kampf gegen die Tiere immer seiner spärlichen Nachkommenschaft, also seiner numerischen Unterlegenheit, bewußt bleiben.

Masse als Waffe

Dasselbe galt für den bewaffneten Konflikt. „Im Kriege wollte man stärker als die feindliche Horde sein”, schreibt Canetti. „Jeder Tod aber, den man zu beklagen hatte, besonders wenn es um einen erfahrenen und tätigen Mann ging, war ein ganz einschneidender Verlust. Die Schwäche des Menschen war seine geringe Zahl.”


Die Verletzten werden versorgt - auf europäischer Seite
Und das eben ist das Schockierende der Ereignisse von Ceuta und Melilla: Die Schwäche des Menschen, seine geringe Zahl, war für die afrikanischen Zaunstürmer aufgehoben, ja bewußt in ihr Gegenteil verkehrt worden. Die Immigranten waren so viele, daß die Wachsoldaten der Masse nicht Herr werden konnten. Die Leitern wurden gleichzeitig geworfen, die Menschen stiegen alle gleichzeitig hinauf, sie warfen sich alle zugleich gegen das Hindernis und nahmen dabei in Kauf, daß eine gewisse Anzahl von ihnen auf der Strecke blieb.

Stärker noch als die heimliche Landung an europäischen Küsten per Schlauchboot betont dieser Ansturm, daß Menschen das einzige sind, wovon die armen Länder Afrikas genug haben: Deshalb sind manche ein ganzes Jahr oder länger unterwegs. Deshalb verfangen sie sich im Stacheldraht und werden von anderen einfach überklettert, fallen unbeachtet zurück, reißen sich Fleischfetzen aus dem Körper oder werden von Kugeln getötet.

Individuen spielen keine Rolle

Weil die Bedrohung, die von der afrikanischen „Vermehrungsmeute” ausgeht, unmittelbar an ihre ungeheuerliche Zahl gebunden ist, bleiben auch die hektischen Gegenmittel notwendig an Zahlen gebunden. Rund zehn Kilometer Grenzlinie sind an den spanischen Enklaven in Marokko jeweils zu bewachen. An den Stellen, wo die Höhe des Schutzzauns nur drei Meter betrug, soll sie demnächst sechs Meter betragen.

Wo vorher ein paar Dutzend Wachsoldaten Dienst taten, schaffen jetzt einige Hundertschaften des spanischen Militärs Abhilfe. Soweit die Zahlen. Was die Verantwortung für die Todesopfer betrifft, will es keine Seite gewesen sein, und zur entscheidenden Frage ist geworden, ob die Kugel sich im Körper der Leiche linksherum oder rechtsherum gedreht hat. Auf diese Weise unterscheiden Ballistiker spanische Geschosse von marokkanischen.

Auch die Journalisten sind zahlenfixiert. Sie machen die noch verbliebenen Flüchtlinge auf marokkanischer Seite ausfindig, jene, deren Chance nicht mehr kommen wird, und recherchieren ihr Schicksal, bis die Zahl verbraucht und auch die Allerletzten aufgegriffen worden sind. Es ist typisch, daß die fünf Toten von Ceuta und die beiden Opfer von Melilla für uns hartgesottene Elendszeugen ohne Gesicht und Identität bleiben: Ob es je ein Foto von ihnen gab, ist fraglich; ihre Namen, wären sie bekannt, könnten erfunden sein; ihre individuellen Züge spielen keine Rolle.

Zwei Jahre für einen Traum

Was aber sind die wahren Ziffern hinter der verzweifelten Aktion, von der wir trotz der sattsam bekannten Bilder aus Italien, Albanien oder Malta glauben, sie bedeute die neue Stufe eines alten Konflikts? Die wahren Ziffern stammen aus den Prognosen zur globalen Bevölkerungsentwicklung, und sie sind so fürchterlich, daß die Vermutung zur demographischen Gewißheit wird: Es wird alles noch schlimmer kommen.

Nehmen wir den Immigranten Mario, fünfundzwanzig Jahre alt, dessen Geschichte soeben in der spanischen Zeitung „El Mundo” stand. Um in Melilla den drei Meter hohen Zaun zu überwinden, hat Mario dreitausend Kilometer in extremen Temperaturen zurückgelegt, den Überfall von Banditen überlebt, bei einem Autounfall seinen Freund verloren, sechs Wochen im Gefängnis gesessen und sieben Länder durchquert.

Im Mai 2003 brach er in Guinea-Bissau an der afrikanischen Westküste auf. Weiter ging es durch den Senegal, Mauretanien, Mali, Algerien, Libyen, wieder Algerien bis nach Marokko. Zwei Jahre für einen Traum.

Explosionsartiger Bevölkerungsanstieg

Bleiben wir bei den Zahlen, an ihnen hängt alles: Wo Mario herkommt, ist nicht einmal ein Fünftel des Landes landwirtschaftlich nutzbar. Dafür liegt das Durchschnittsalter bei knapp neunzehn Jahren (in Deutschland bei zweiundvierzig), und die Fertilitätsrate beträgt 4,93 (in Deutschland 1,39).

Da für eine stabile, nicht schrumpfende Nachkommenschaft eine Fertilitätsrate von 2,1 erforderlich ist, steht der sinkenden (und statistisch stetig alternden) Bevölkerungszahl in Deutschland eine steigende Bevölkerungszahl in Guinea-Bissau gegenüber. Das ist, in einer Nußschale, das Verhältnis des alten Europa zum jungen Afrika: In Deutschland die demographische Stagnation - in Afrika ein Bevölkerungswachstum von zwei bis vier Prozent.

Man muß hier noch gar nicht vom Referenzbeispiel Jemen sprechen, einem Land, für das sich dank eines Durchschnittsalters von 16,5 Jahren und einer Fertilitätsrate von 6,6 innerhalb weniger Jahrzehnte ein explosionsartiger Bevölkerungsanstieg voraussagen läßt, und das in einem Wüstenstaat, in dem nur drei Flüsse das ganze Jahr hindurch Wasser führen.

Afrika verjüngt sich - Europa altert

Schweigen wir erst recht vom sprunghaften Anwachsen muslimischer Bevölkerungen in Palästina, Afghanistan, im Irak oder in Pakistan. Es reicht, Marios Wanderung zu verfolgen, und das Muster wird konsistent:

Die afrikanischen Länder verjüngen sich, und ihre anwachsende Bevölkerung wird immer schlechter versorgt, während die europäischen Länder sich aufgrund ihrer unaufhaltsamen Überalterung, einer abnehmenden Bevölkerung und der Krise ihrer Sozialsysteme hinter immer höhere Mauern zurückziehen müssen, um ihren stetig schrumpfenden Wohlstand zu verteidigen.

Der Strandüberfall von Immigranten auf Badeurlauber bei Lissabon im vergangenen Sommer war möglicherweise der Vorbote ganz anderer Konflikte. Gibt es irgend jemanden, der unser Durchschnittsalter von zweiundvierzig Jahren jung findet? In Eritrea beträgt es 17,5 Jahre (und die Fertilitätsrate 5,61), in Somalia ebenfalls 17,5 Jahre (Fertilitätsrate 6,84), und der durchschnittliche Bewohner von Mauretanien ist sogar unter siebzehn Jahre alt.

Leichen werden zur Regel

Nach einer amerikanischen Schätzung wird die arabische Welt zwischen 2000 und 2030 rund 149 Millionen, der afrikanische Kontinent dagegen 402 Millionen neue Arbeitskräfte hervorbringen, ein Drittel von ihnen in der Altersgruppe der Fünfzehn- bis Dreißigjährigen. Fünfzehn oder sechzehn Jahre, so alt sind viele der Immigranten, die es jetzt in Marokko probiert haben: Afrikas Zukunft. Auch schwangere Frauen waren dabei.

Nur Zyniker bringen gegen diese Ziffern den gewaltigen Aderlaß von Millionen Menschenleben ins Spiel, den Hunger, Bürgerkrieg, Despotismus und das Aids-Virus für den afrikanischen Kontinent im kommenden Jahrzehnt bedeuten. Aids tötet viele erwerbsfähige Männer und Frauen und wird manche afrikanische Volkswirtschaft so nachhaltig ruinieren, daß dadurch weitere Flüchtlingsströme verursacht werden. Alles spricht also dafür, daß die europäische Einwanderungspolitik noch mehr als bisher mit Wachtürmen und Nachtsichtgeräten gemacht wird.

Spanien hat es nur noch nicht gemerkt. Schon zwei Tage nach den Ereignissen der letzten Woche waren die Immigranten wieder von den Titelseiten verschwunden. Auch die fünf Toten und vierzehn Vermißten, die am Wochenende von den Küsten der Kanarischen Inseln gemeldet wurden, dürften keine Spur hinterlassen. Leichen und noch mehr Leichen sind längst die Regel geworden. Und kein Ende des Militäraufgebots, der Sechs- oder Zwölfmeterzäune, der links- oder rechtsdrehenden Geschosse.


Text: F.A.Z., 04.10.2005
Bildmaterial: AP, REUTERS, picture-alliance/ dpa/dpaweb


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Re: neues aus Ceuta #52179
04/10/05 01:29 PM
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Quelle: Spanien Anzeiger


Flüchtlingsstrom nach Spanien reißt nicht ab

(am 04.10.2005 geschrieben von bm)


Weder die Erhöhung des Grenzzauns, noch der verstärkte Einsatz von Polizei und Militär, haben bisher den Ansturm der Flüchtlinge auf die Grenze nach Spanien in Melilla verhindern können. Gestern Morgen versuchten erneut 700 Schwarzafrikaner auf spanisches Gebiet vorzudringen. Nach Angaben der Behörden hatten rund 350 Menschen Erfolg. Fast die Hälfte trug bei dem Durchbruch Verletzungen davon, 130 Personen wurden ambulant behandelt, fünf wurden, wegen der Schwere der Verwundungen, ins Krankenhaus eingeliefert.

Noch ist auch in den nächsten Tagen keine Erleichterung der Situation abzusehen. In den angrenzenden Wäldern in Marokko haben sich Tausende Afrikaner aus unterschiedlichen Ländern zusammengefunden, die hier unter menschenunwürdigen Bedingungen ausharren, um eine Gelegenheit auszunutzen, den Grenzzaun nach Spanien und Europa zu stürmen. Es sind nicht mehr kleine Gruppen, sondern der Andrang erfolgt in großen Massen, weil auf diese Weise wenigstens ein Teil die Chance hat, zum Ziel zu gelangen.

Angesichts dieser Situation verlangte der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos eine globale Herangehensweise aller betroffenen Staaten. Im Anschluss an ein Treffen der elf Mittelmeer-Anrainerstaaten, forderte der marokkanische Innenminister, Mustafá Sahel, gestern in Rabat die Erstellung eines Marshall-Planes zu Gunsten der Länder in der südlichen Sahara, um damit die illegale Einwanderung zu bremsen.


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Re: neues aus Ceuta #52180
04/10/05 09:44 PM
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Quelle: n-tv onlne


Dienstag, 4. Oktober 2005
Abwehr von Migranten
Noch ein Zaun für Melilla

Die spanische Regierung will den Flüchtlingszustrom in die nordafrikanische Exklave Melilla mit der Errichtung eines dritten Grenzzauns stoppen.

Die neue Sperranlage an der Grenze zwischen Marokko und der zu Spanien gehörenden Stadt solle bis Anfang kommenden Jahres fertig gestellt sein, teilte der Gesandte der spanischen Regierung (Präfekt), José Fernández Chacón, mit. Bisher ist die Grenze durch einen drei Meter Maschendraht- und einen zweiten Zaun gesichert, der auf eine Höhe von sechs Meter aufgestockt wurde.

Rund 350 Afrikaner hatten am Montag die Grenzbefestigungen von Marokko aus gestürmt und waren auf spanisches Gebiet gelangt. Sie mussten die Nacht im Freien verbringen, weil das einzige Aufnahmelager der Stadt völlig überfüllt war. Das Rote Kreuz verteilte Decken an die Flüchtlinge.

Die Europäische Union wird ein Expertenteam nach Marokko und in die spanischen Exklaven Melilla und Ceuta schicken. Wie EU-Kommissar Franco Frattini in Brüssel mitteilte, sollen die Experten sich vor Ort ein Bild von der Lage machen. Sie sollten prüfen, wie die EU Marokko Hilfe leisten könne. Frattini wies Vorwürfe spanischer Politiker zurück, wonach Rabat nicht genug unternimmt, um den Zustrom von Afrikanern zu stoppen.


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Re: neues aus Ceuta #52181
06/10/05 12:47 AM
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Exklaven Ceuta und Melilla völlig überfüllt

Spanien schickt Afrika-Flüchtlinge zurück

Spanien schickt illegal eingereiste Afrikaner künftig nach Marokko zurück. Die Madrider Regierung vereinbarte mit Rabat eine entsprechende Ausnahmeregelung. Danach werden afrikanische Flüchtlinge, die von marokkanischem Gebiet aus in die spanischen Nordafrika-Exklaven Melilla und Ceuta gestürmt sind, nach Marokko zurückgebracht.

Wie die spanische Vizeregierungschefin María Teresa Fernández de la Vega in Madrid mitteilte, soll möglicherweise schon an diesem Donnerstag mit der Abschiebung von illegalen Zuwanderern begonnen werden. Bisher hatte Marokko sich geweigert, Flüchtlinge aus Drittstaaten wieder aufzunehmen. Die jetzt getroffene Vereinbarung zwischen Madrid und Rabat beruht auf einem Übereinkommen aus dem Jahr 1992, das zuletzt nicht mehr angewandt wurde. Dieses Übereinkommen sieht die Möglichkeit von "Sondermaßnahmen" vor.

EU verhandelt schon länger über RückführungIn Melilla und Ceuta sind Hunderte von Afrikanern in überfüllten Lagern untergebracht. Sie waren in den vergangenen Wochen in größeren Gruppen von Marokko aus über die Grenze auf spanisches Gebiet gestürmt. Bei den Massenanstürmen auf die Exklaven kamen seit Ende August acht Afrikaner ums Leben. De la Vega kündigte an, dass Spanien den Marokkanern bei der Versorgung der Flüchtlinge künftig humanitäre Hilfe leisten werde. In Kürze werde ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet. Die Europäische Union verhandelt bereits seit längerer Zeit mit Marokko über ein Abkommen, das die Rückführung illegaler Zuwanderer regeln soll.


Quelle: Tagesschau online


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Re: neues aus Ceuta #52182
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salamu 3alaikum,

spanien will ab heute die flüchtlinge nach marokko abschieben. darauf einigten sich gestern vertreter marokkos und spaniens. marokko betonte, dass dies eine ausnahmeregelung sei. in der regel nimmt marokko bzgl. abschiebungen nur eigene staatsbürger auf.

die eu sollte endlich ein konzept zu diesem thema ausarbeiten und agieren.

gruss

yacin

Re: neues aus Ceuta #52183
06/10/05 07:42 PM
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Yacin, les doch mal das Posting direkt über Deinem !


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Re: neues aus Ceuta #52184
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es gibt doch einen film
indem eine riesen afrikanische Menschenmenge richtung Marokko marschiert und sich mit booten rüber nach europa schiffen will, um sich aus ihrem elend zu eretten, während auf der anderen seite die spanisch-europäische armee wartet.

kennt den jemand ?
weiß jemand wie der heißt ?

die ganzen vorfälle der letzten zeit erinnert mich stark an diesen film, ist schon längst realität geworden.

Re: neues aus Ceuta #52185
06/10/05 11:08 PM
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DER LANGE MARSCH
lief anfang der 90iger auf ard
saugut und damals schon fuer afrikakenner absolute realitatet
gruss rainer


du hast noch nicht einmal nicht den ocean gesehen? die reden von nichts anderes im himmel! knocking on heavens door


Re: neues aus Ceuta #52186
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Hallo

Jetzt würde mich aber allen Ernstes mal interessieren, was dann, wenn sie nach Marokko abgeschoben werden, mit diesen Flüchtlingen passieren soll? Schließlich sind doch die Pässe, vernichtet, so, dass nicht nachvollziehbar ist, aus welchem Land sie nun ursprünglich kommen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Marokko mit anderen afrikanischen Ländern sog. Abschiebeabkommen hat, Oder?
Ich denke, dass es sich Spanien hier sehr leicht macht.
 Antwort auf:
De la Vega kündigte an, dass Spanien den Marokkanern bei der Versorgung der Flüchtlinge künftig humanitäre Hilfe leisten werde. In Kürze werde ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet. Die Europäische Union verhandelt bereits seit längerer Zeit mit Marokko über ein Abkommen, das die Rückführung illegaler Zuwanderer regeln soll. Die Europäische Union verhandelt bereits seit längerer Zeit mit Marokko über ein Abkommen, das die Rückführung illegaler Zuwanderer regeln soll.
Soll das etwa heißen, das zukünftig alle Flüchtlinge, die nachweislich über Marokko in die EU eingereist sind, nach Marokko ausgewiesen werden, wenn die Herkunft nicht nachweisbar ist? Humanitäre Hilfe? Also werden jetzt in Marokko riesige Flüchtlingslager entstehen, Oder? Ist natürlich für Europa eine tolle Sache. Endlich können die Asylbewerberheime aus den Stadtbildern entfernt werden. Flüchtlingslager in Marokko stören uns ja nicht so beim Sonntagsspaziergang.
Hat Marokko nicht genug eigene humanitäre Probleme? Soll Marokko jetzt etwa ein Schutzwall für Europa werden?
Wahrscheinlich soll Marokko dann auch noch Entwicklungshilfe für andere afrikanische Länder leisten, damit gar nicht erst so viele Flüchtlinge über Marokko nach Europa kommen können. Europa soll endlich selbst mal eine vernünftige Politik in Sachen Entwicklungshilfe machen.


Liebe Grüße
Micky
Re: neues aus Ceuta #52187
06/10/05 11:19 PM
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Italien schickt soweit ich weis schon lange zurück, eigentlich doch alle EU Länder ausser Spanien (Methode sicherer Drittstaat über den die Einreise erfolgt ist)

Re: neues aus Ceuta #52188
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Freunde aus Rabat haben mir berichtet, dass Mitte September in Rabat, Stadtteil Takadoum, die dort lebenden Schwarzafrikaner mit Bussen abtransportiert wurden. Ich war zu dieser Zeit zwar in Marokko, aber nicht in Rabat. Mir ist allerdings später schon aufgefallen, dass an einem kleinen Platz im Viertel, wo sich sonst jeden Abend sehr viele Schwarzafrikaner aufhielten, plötzlich keine mehr waren. Weiß jemand etwas über solche "Säuberungsaktionen"?
Und was passiert mit den Flüchtlingen?


Liebe Grüße
Micky
Re: neues aus Ceuta #52189
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@mickey. deutschland schiebt seit vielen jahren ab, ganz edel, mit bis zu 4 mann bgs begleitschutz und wenn der abschiebling gefaehrdet ist, noch mit begleitendem arzt. und wenn keine airline den abschiebling mitnehmen will, dann muss auch schon mal nen learjet her. leben ganze bgs truppen von, sind an allen deutschen flughaefen stationiert. nette jungs, kenne nen haufen davon.
gruss
rainer


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Re: neues aus Ceuta #52190
06/10/05 11:37 PM
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und die gleiche praxis wird hier in marokko ausgeuebt, die emigranten werden "eingefangen" in abschieblagern gesammlt und dann in ihre heimat, soweit bekannt, abgeschoben. die eu gibt dazu ueberigens nicht unerhebliche beihilfe.
gruss
rainer


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Re: neues aus Ceuta #52191
07/10/05 02:42 PM
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salamu 3alaikum,

habe heute morgen im radio gehört, dass marokkan. polizisten die 6 flüchtlinge erschossen hatten.

 Antwort auf:
Menschenrechtsbeauftragter kritisiert Marokko wegen Melilla


Straßburg (AFP) - Nach den tödlichen Schüssen auf afrikanische Flüchtlinge am Grenzzaun zur spanischen Exklave Melilla hat der Menschenrechtsbeauftragte des Europarats, Alvaro Gil-Robles, deutliche Kritik an Marokko geübt. "Das ist ein schreckliches Schauspiel, man schießt nicht auf Flüchtlinge", sagte der Spanier am Freitag in Straßburg in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Marokko solle statt dessen humanitäre Auffanglager einrichten, in denen die nach langen Fußmärschen oft völlig erschöpften Menschen versorgt werden könnten.

des weiteren soll marokko die flüchtlinge in die sahara abtransportieren und dort aussetzen. was sind das denn für unsoziale methoden?

Re: neues aus Ceuta #52192
07/10/05 07:25 PM
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Hier mal eine Stellungnahme von amnesty international zu aktuellen Situation:

 Antwort auf:
MAROKKO / SPANIEN: FLÜCHTLINGSDRAMA

7.10.2005 - ai fordert eine unabhängige Untersuchung der Todesfälle in Ceuta und Melilla. Allen Flüchtlingen muss ein faires Asylverfahren ermöglicht werden. Die Menschen, die derzeit versuchen, in die spanischen Enklaven in Marokko vorzudringen, kommen vorwiegend aus Ländern, in denen Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung sind, beispielsweise aus Algerien, Irak, Liberia, der Demokratische Republik Kongo und dem Sudan.

Spanien kündigte nun an, die in die spanischen Exklaven geflüchteteten Menschen im Wege von Massenabschiebungen nach Marokko zurückzuschicken. amnesty international kritisiert dieses Vorhaben vehement. Menschen, die sich als Asylsuchende zu erkennen geben, haben nach der Genfer Flüchtlingskonvention ein Anrecht auf eine Überprüfung ihrer Schutzbedürftigkeit. Mit Massenabschiebungen entzieht sich Spanien seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen und setzt somit ein fatales Signal für Europa.
Die Massenabschiebungen sollen auf Grundlage eines Abkommens zwischen Spanien und Marokko aus dem Jahre 1992 stattfinden, das bisher noch nie angewendet wurde. Doch Marokko hält sich ebenso wenig wie die anderen nordafrikanischen Staaten an die Standards der Genfer Flüchtlingskonvention. Einem Flüchtling droht daher die Abschiebung in seinen Heimatstaat, in dem er Verfolgung und unter Umständen auch Misshandlungen und Folter ausgesetzt ist - ohne, dass sein Schutzbegehren je überpüft wurde.

In Marokko ist die Menschenrechtslage prekär, und das Rücknahmeübereinkommen stellt ebenfalls nicht sicher, dass die aus Spanien nach Marokko abgeschobenen Personen vor Menschenrechtsverletzungen geschützt werden. amnesty international hat mehrere Fälle von nach Marokko abgeschobenen Menschen dokumentiert, die in Marokko inhaftiert und in der Haft gefoltert wurden. Deshalb fordert amnesty international Spanien und Marokko auf, in ihrem bilateralen Abkommen zur Einwanderungspolitik dringend völkerrechtliche Standards zu verankern.



Liebe Grüße
Micky
Re: neues aus Ceuta #52193
07/10/05 07:44 PM
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Wüste von Marokko

Hilfsorganisation berichtet über 500 ausgesetzte Flüchtlinge

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat in der Wüste im Süden Marokkos nach eigenen Angaben mehr als 500 afrikanische Flüchtlinge entdeckt. Sie sollen dort nach ihrer Vertreibung aus den spanischen Exklaven Melilla und Ceuta von der marokkanischen Polizei ausgesetzt worden sein.

Madrid/Tanger - Wie Ärzte ohne Grenzen heute unter Berufung auf Berichte von Flüchtlingen mitteilte, wurden die Menschen von der spanischen Polizei zunächst aus den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla vertrieben. Dann habe die marokkanische Polizei sie in Bussen und Lastwagen Hunderte Kilometer nach Süden gefahren. Rund 50 Menschen in der Gruppe, in der sich auch Frauen und Kinder befanden, seien verletzt gewesen. Sechs von ihnen mussten demnach in ein Krankenhaus gebracht werden.

Eine Gruppe von 73 afrikanischen Flüchtlingen, die Spanien offiziell aus seiner Exklave Melilla abgeschoben hatte, traf unterdessen in Tanger ein. Die Gruppe, die aus dem südspanischen Algeciras kam, sei in der Nacht zu Freitag in der marokkanischen Hafenstadt angekommen, teilte ein ranghoher Mitarbeiter der Provinzverwaltung mit. Dort seien sie zunächst in einer Wohlfahrtseinrichtung untergebracht worden. Gestern Abend hatte Marokko mitgeteilt, dass es 73 von Spanien ausgewiesene Flüchtlinge aufnehmen werde. Die Gruppe befand sich laut der Menschenrechtsorganisation Prodein schon seit zwei Wochen in Malaga, wohin sie von Melilla aus gebracht worden waren.

Grundlage der Abschiebung ist ein marokkanisch-spanisches Abkommen aus dem Jahr 1992, das bisher nur teilweise angewendet worden war. Spanien will in den kommenden Tagen Hunderte weitere illegale Einwanderer nach Marokko abschieben.

In den vergangenen Wochen hatten Tausende afrikanische Flüchtlinge versucht die Grenzzäune zu den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla zu überwinden. Hunderte von ihnen gelangten auf spanisches Territorium. Bei den nächtlichen Aktionen wurden 14 Menschen getötet. Bisher konnten Flüchtlinge, die auf spanisches Gebiet gelangten, damit rechnen, dort bleiben zu können. Die Regierung in Madrid duldete die Flüchtlinge bisher, weil es mit den meist im Afrika südlich der Sahara gelegenen Herkunftsländern keine Rückführungsabkommen gibt.

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl kritisierte die Abschiebungen als "menschenverachtend und völkerrechtswidrig". Den Abgeschobenen drohten in Marokko Misshandlungen. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Gernot Erler erklärte, bei den Abschiebungen handle es sich um ein "unmenschliches Zurückschicken in die Hoffnungslosigkeit". Der entwicklungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Christian Ruck, sagte, die Abschiebungen führten das "Scheitern der europäischen Afrikapolitik vor Augen".

aus: Spiegel Online


Gruß vom Klaus - der mit 4x4 und Dachzelt unterwegs ist ...
Re: neues aus Ceuta #52194
08/10/05 12:55 PM
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Guten Morgen,

und so liest sich die Abschiebung der 73 Asylanten, - die noch nicht einmal das ihnen zustehende Recht in Spanien einen Asylantrag zu stellen, durchführen können, - im offiziellen marokk. Sprachorgan "Le Matin":

http://www.lematin.ma/mailing/article.asp?id=natio&ida=52979

Dans le cadre de la coopération entre le Maroc et l'Espagne dans le domaine de la lutte contre la migration clandestine, les autorités marocaines ont accepté, jeudi, le rapatriement d'Espagne de 73 ressortissants originaires des pays d'Afrique au Sud du Sahara, indique une source du ministère de l'Intérieur, citée par l'agence MAP

Les autorités marocaines ont pris les dispositions appropriées pour assurer l'accueil, l'hébergement et l'assistance médicale de ces personnes dans le respect de leur dignité, ajoute la même source.

Papier ist geduldig
Unterkunft in der Sahara - menschenwürdig??
Medizinische Hilfe gewährleistet??

Mir drängt sich der Verdacht auf, dass "der Sturm auf die Bastille" ferngelenkt ist und die schwarzafrikanischen Flüchtlinge sich damit selbst einen Bärendienst erwiesen haben.

MA hat nun allen Grund massiven Druck auf Spanien auszuüben, da man nur allzugerne Ceuta u. Mellila in MA wieder eingliedern möchte, je grösser das Chaos, desto grösser der Druck. MA beschuldigt laufend Algerien die Flüchtlinge an der marok. Grenze nicht aufzuhalten und fordert die EU zum Klartextsprechen auf.

Schily hat nun alle "Beweise" in der Hand, wie dringend nötig Camps in Nordafrika sind \:o
http://www.marokko-online.net/cgi-bin/forum6500/ultimatebb.cgi?ubb=get_topic;f=5;t=001730;p=&r=nfx

das Thema wurde von den TN sehr kontrovers geführt und heute findet dieses Problemthema so gut wie gar keinen Anklang. Woran liegt's??

Europa hat lächerliche Angst die "Wohlfahrtsburg" angekratzt zu sehen und errichtet lieber einen Limes St. Florian's Prinzip.....

Ich selbst gäbe lieber meinen seit 15 Jahren zahlenden Solidaritätszuschlag an diese Flüchtlinge, damit sie menschenwürdig leben können. Wer noch??

Re: neues aus Ceuta #52195
08/10/05 03:34 PM
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Wenn Mellila und Ceuta wirklich irgenwann wieder unter marokkanischer Flagge stehen, werden die Flüchtlinge halt wieder mit ihren kleinen, alten z.T. seeuntüchtigen Booten versuchen über die Strasse von Gibralta zu kommen und es werden noch mehr Leichen an beiden Seiten angeschwemmt.

Viele der Flüchtlinge sind bestimmt wirklich sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge, ohne Anrecht auf Asyl wegen Verfolgung. Aber es ist doch wohl für jeden nachvollziehbar, dass Menschen, die in ihrer Heimat unter z.T. menschenunwürdigen Bedingungen leben, sich ein besseres Leben im "Paradies Europa" wünschen.
Oft geht einer aus der Familie ins europäische Ausland, um dann die Familie im Heimatland unterstützen zu können.
Ich bin der Meinung, dass den Menschen bereits in ihren Ländern geholfen werden muss. Als eine sehr gute Kampagne habe ich die Aktion "Deine Stimme gegen Armut" von Bob Geldorf und vielen anderen Internationalen Künstler empfunden.

Die Teilnehemr des G8-Gipfel 2005 in Gleneagles, Schottland wurden aufgefordert, den afrikanischen Entwicklungsländern ihre Schulden zu erlassen.
Doch es wäre ja auch zu schön gewesen. Finanzhilfen wurden an Bedingungen wie eine gute Regierungsführung, Korruptionsbekämfung und Friedenssicherung geknüpft. Dies würde dann sicherstellen, dass der Schuldenerlass auch wirklich der Überwindung von Hunger und Armut dient.

Ich denke, dass das ja wohl ein Widerspruch in sich ist. Was wird denn gegen korrupte Regierungen unternommen? Um mit ihnen Geschäfte zu machen, sind sie aber gut genug, Oder?

Man stelle sich doch nur mal vor, die afrikanischen Länder würden sich wirklich emanzipieren. Die Menschen würden anfangen, sich gegen ihre Regierungen aufzulehnen und diese durch wirklich demokratische Regierungen ablösen. Des weiteren würden diese Länder ein richtig gutes Bildungssystem aufbauen und durch harte Arbeit würden lauter Industriestaaten in Afrika entstehen.

Das muss doch eine Horrorvorstellung eines jeden Europäers sein. Dann hätten wir nicht nur die asiatische Konkurenz, nein dann würden demnächst auch afrikanische Autos in Europa verkauft.

Na Gott sei Dank, wird dies niemals passieren. Also liebe G8 Staaten, haltet die afrikanischen Länder schön klein und dumm, unterstützt die korrupten Regierungen weiterhin mit Krediten, damit sie auch weiterhin von euch abhängig sind.

So lange Afrika nur wie eine Kuh behandelt wird, die man kräftig melken kann, bis irgendwann nichts mehr da ist, wird sich auch das Problem der Flüchtlinge nicht lösen lassen.


Liebe Grüße
Micky
Re: neues aus Ceuta #52196
08/10/05 03:38 PM
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@Elvire

Ich auch. Überhaupt bin ich völlig deiner Meinung. Europa ist doch mitschuldig an dieser Situation. Jahrelang wurden diese Völker ausgebeutet und ausgenutzt, von wegen Entwicklungshilfe...

Das Abschotten mit Zäunen und Mauern hilft doch gar nicht. Wie hoch will man denn die Mauern bauen?
Schließlich ist es verständlich, dass jeder Mensch auf der Welt dem es nicht gut geht, versucht dorthin zu gehen, wo es ihm "augenscheinlich" besser geht. Vor allem wenn er bei sich überhaupt keine Perspektiven sieht.

Naja, (Welt-)Politik, Ideologien, Religionen, das ganze menschliche Miteinander bergen ja nun massenhaft Diskussionspunkte und Konfliktherde.

Ich fürchte, wenn der Mensch nicht grundsätzlich anfängt sich zu ändern, nicht nur sich und seine Vorstellungen in den Vordergrund zu stellen bzw. als das einzig Wahre zu erklären, nicht mehr Verantwortung für seine Mitmenschen (ohne Einschränkungen)und sich zu übernehmen, nicht nur in gewohnten Kategorien, Bahnen, Vorurteilen.... zu denken, wird sich so schnell nichts ändern auf diesem Planeten. Alles hängt doch irgendwie zusammen.

Europa sollte sich hier dringend nicht einfach nur abschotten, sondern Hilfe leisten, Unterstützung in den entsprechenden Ländern um ein Bleiben der Menschen dort mit Perspektiven zu ermöglichen, Verantwortung übernehmen. Und überhaupt jede "wohlhabendere Nation" ist da in der Verantwortung.

Schade dass der Mensch nicht schafft sich nicht über andere Menschen (Rassen, Kulturen, Erziehungen, Religionen, Ausbildungen...) erhaben zu fühlen, ob nun einzeln oder in Gruppen /Gesellschaften. Dann würden viele Dinge ganz anders aussehen.

Solange sich im Denken des Menschen nichts ändert, wird es immer schlimmer werden. Im Moment gibt es gerade keine Weltkriege, aber es schwelen so viele Konflikte die alles andere als harmlos sind und daran wird sich nichts ändern, solange der Mensch nicht umdenkt.

Was kann man tun?

Vielleicht sollten alle Menschen die an Gott glauben sich mehr um den Kern ihrer Religion bemühen, nämlich Liebe und friedliches Miteinander und weniger um: wie oft bete ich und wie oft gehe ich in die Kirche... etc. Gerade ein religiöser Mensch sollte nicht nur daran denken, was er tun muss um ins Paradies zu kommen, er sollte einfach guter Mensch zu sein um sich das Paradies zu verdienen. (Bisschen blöd ausgedrückt ich weiß..)..

Aber das führt jetzt zu weit und ist ja auch nur meine persönliche Meinung.

Viele Grüße
Claudia

Re: neues aus Ceuta #52197
09/10/05 10:32 PM
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Angeblich sollen die Marocs jetzt die ausgesetzten "Flüchtlinge" wieder einsammeln.


Gruß vom Klaus - der mit 4x4 und Dachzelt unterwegs ist ...
Re: neues aus Ceuta #52198
10/10/05 12:26 AM
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Guten Abend,

durch massive Proteste von Menschenrechtsorganisationen werden die Flüchtlinge nicht länger an die algerischen Saharagrenze deportiert.

Was ich vermisse ist ein klares NEIN zu den menschenunwürdigen Geschehnissen, sowohl von Seite der Kirche, d. h. des Vatikans und der evang. Landeskirche, als auch von islamischen Institutionen.

Dafür melden sich Schily und Beckstein wieder zu Wort und progagieren ihr "Auffanglanger".



09.10.2005 18:22


Marokko stoppt Aussetzen von Flüchtlingen in der Sahara


Madrid/Rabat (dpa) - Nach dem Flüchtlingsdrama in der spanischen Exklave Melilla hat Marokko über 1000 Afrikaner in der Wüste ausgesetzt. Einen Teil der Flüchtlinge holten die marokkanischen Sicherheitskräfte nach internationalen Protesten am Wochenende aus der Sahara zurück. Diese Menschen sollten in den kommenden Tagen mit Flugzeugen in ihre Heimatländer gebracht werden.

Mehrere Hilfsorganisationen warfen den Marokkanern am Sonntag vor, weitere Flüchtlinge in Wüstengebiete zu bringen und dort ohne Nahrung und Wasser auszusetzen. Hunderte von Afrikanern irrten nach diesen Angaben im Süden und Osten Marokkos durch die Sahara. Die Organisation SOS Rassismus machte nach eigenen Angaben drei Transporte mit 600 Afrikanern aus, die zu den Grenzen nach Mauretanien und Algerien unterwegs waren. «Die Flüchtlinge erhalten nichts zu essen und nichts zu trinken», sagte eine Sprecherin. «Viele von ihnen sind während des Transports gefesselt.» Mehrere Flüchtlinge seien in der Wüste ums Leben gekommen.

Die Afrikaner waren beim Versuch festgenommen worden, von Marokko aus in die spanischen Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla zu stürmen. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) warnte nach den Zwischenfällen an den Grenzen der spanischen Städte vor einer dramatischen Zunahme der Flüchtlingsströme nach Europa. Davor könnten eine weitere Abschottung und die Errichtung zusätzlicher Grenzzäune nicht schützen, sagte Schily der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (F.A.S).

Marokko ließ 500 Kilometer südlich der Grenzstadt Oujda etwa 1000 Flüchtlinge mit Militärlastwagen und Bussen einsammeln, die zuvor in der Wüste ausgesetzt worden waren. Rabat kam nach spanischen Medienberichten mit Senegal überein, 350 Senegalesen aus dieser Gruppe in die Heimat zu bringen. Mit Mali wurde über eine ähnliche Regelung für 650 Flüchtlinge aus diesem Land verhandelt.

Die Afrikaner wurden am Sonntag mit Bussen nach Oujda transportiert. Die Flüchtlinge protestierten nach einem Bericht des spanischen Fernsehens TVE heftig gegen die Rückführung. Die meisten waren mit Handschellen gefesselt, viele hatten Tränen in den Augen.

Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero schickte Außenminister Miguel Angel Moratinos nach Rabat, der sich in Marokko für eine humane Behandlung der illegalen Zuwanderer einsetzen sollte. Nach Angaben der Zeitung «La Vanguardia» schiebt Spanien vorerst keine weiteren Flüchtlinge nach Marokko ab, solange deren Schicksal dort unklar ist. Allerdings ließ Madrid weitere 100 Afrikaner aus der Exklave Melilla in Lager auf die Iberische Halbinsel bringen. Von dort sollen sie später nach Marokko abgeschoben werden.

Der spanische Innenminister José Antonio Alonso verteidigte die Abschiebungen: «Damit erhalten die Zuwanderer eine klare Botschaft. Wer illegal ins Land kommt, muss sofort wieder hinaus.» Spanien hatte am Donnerstag eine erste Gruppe von 73 Flüchtlingen von Melilla nach Marokko abgeschoben. Die Regierung in Rabat wies die Vorwürfe einer unmenschlichen Behandlung der Afrikaner zurück. Marokko halte sich beim Kampf gegen die illegale Immigration an internationales Recht, sagte ein Sprecher nach spanischen Presseberichten.

Nach den Worten Schilys kann nur eine gezielte Entwicklungspolitik die Lage entspannen. «Wenn sich das wirtschaftliche und soziale Gefälle zwischen Europa und Afrika so rapide ausweitet wie bisher, müssen wir uns auf eine sehr dramatische Entwicklung einstellen.» Der Innenminister verteidigte zugleich die Abgrenzung Europas. «Selbstverständlich können wir es nicht dem Belieben überlassen, wer nach Europa kommt - dann enden wir hier im Chaos.» Er forderte Sanktionen gegen afrikanische Staaten, die illegale Migranten nicht zurücknehmen.

Der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) plädierte erneut für Auffanglager in Afrika. «Flüchtlinge aus Bürgerkriegs- oder Hungergebieten müssen möglichst heimatnah in Auffanglagern untergebracht werden. Was in Albanien mit Hunderttausenden von Kosovo-Albanern, die vor (dem ehemaligen serbischen Präsidenten Slobodan) Milosevic flohen, funktioniert hat, muss ebenso gut in Afrika möglich sein», schrieb Beckstein in einem Beitrag für die «Bild am Sonntag».

Re: neues aus Ceuta #52199
10/10/05 02:12 AM
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Berlin / El Aouina-Souatar, 7. Oktober 2005. Ein Team der internationalen Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN ist in der Wüste im Süden Marokkos auf eine Gruppe von über 500 Einwanderern aus dem subsaharischen Afrika gestoßen. Die Menschen berichten, die marokkanische Polizei habe sie in Bussen und auf Lastwagen in die Wüstengegend 600 Kilometer südlich von Oujda gebracht, nachdem sie von der spanischen Polizei unter anderem aus Ceuta und Melilla abgeschoben worden waren. Anschließend wurden die Einwanderer sich selbst überlassen.


ÄRZTE OHNE GRENZEN traf in der Nähe des Dorfes El Aouina-Souatar auf die Einwanderer. Eigenen Angaben zufolge waren sie zuvor in ein 30 Kilometer weiter östlich gelegenes Wüstengebiet in der Nähe der algerischen Grenze geschafft worden. „Wir verurteilen die Abschiebung der Einwanderer und ihre Aussetzung in einer Gegend, in der es weder Unterkunft noch Nahrung, Trinkwasser oder medizinische Versorgung gibt. Noch dazu sind viele von ihnen verletzt oder krank“, sagt Javier Gabaldón, Koordinator des Notfalleinsatzes

http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/Presse/Pressemitteilungen/2005/Pressemitteilung-2005-10-07.php

Re: neues aus Ceuta #52200
10/10/05 10:50 AM
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@Elvire, @Klaus

Wie schon überschwenglich dargestellt finde ich das ganze sehr erschütternd, zumal ich vor kurzem einen Bericht über Melilla gesehen habe, wo diese Thematik angerissen wurde, es im Vergleich zu dem was jetzt geschieht aber noch verhältnismäßig harmlos war.

Eine Frage habe ich allerdings zu den Nachrichten die jetzt hier aus allen möglichen Quellen hinein kopiert werden.
Ist das so eine Art "Live-Ticker"?
Ich meine was soll das bringen?
Ist es nicht so, dass es mal wieder eine Serie von "Horrormeldungen" ist, mit denen man immer mehr konfrontiert wird, die einen erschüttern aber bei anhaltendem Fortgang irgendwann durch andere noch schlimmere oder einfach nur neue Meldungen abgelöst werden? z.B. das Erdbeben in Pakistan.

Was mir fehlt ist: Gibt es eine Möglichkeit etwas zu tun, sich zu engagieren?

Liebe Grüße
Claudia

Re: neues aus Ceuta #52201
10/10/05 03:08 PM
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Hallo,

liebe Claudia,
 Antwort auf:
Ist das so eine Art "Live-Ticker"?
Ich meine was soll das bringen?
ich sehe darin eine Möglichkeit, die TNinnen, falls Interesse vorhanden, über die inhumanen Vorgänge, die nicht einfach negiert werden können, zu informieren. Es bleibt dem geneigten Leser überlassen, wie er/sie damit umgeht und welche Konsequenzen er daraus zieht.

 Antwort auf:
durch andere noch schlimmere oder einfach nur neue Meldungen abgelöst werden? z.B. das Erdbeben in Pakistan.
Zweifelsohne, die Meldungen des Erdbebens sind erschütternd. Nur hierbei handelt es sich um eine Naturgewalt, die der Mensch nicht beeinflussen kann.

Die Deportation hingegen wird von Menschenhand ausgeführt!!!

 Antwort auf:
Was mir fehlt ist: Gibt es eine Möglichkeit etwas zu tun, sich zu engagieren?

Werde Mitglied in "Ärzte ohne Grenzen", AI, SOS
Rassisme, zahle Beiträge, schreibe Protestbriefe etc. - der Möglichkeiten gibt es viele.

Re: neues aus Ceuta #52202
10/10/05 04:43 PM
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Hallo Elvire,

du hast dich über meinen Beitrag geärgert?
Das tut mir leid.

Ich finde nicht, dass man jemanden mit "liebe" ansprechen sollte, wenn man ihn am liebsten watschen würde. ;\) (Oder bist du Lehrerin?)

Entschuldigung, ich habe es doch gar nicht so gemeint. \:\(

Es hat mich ehrlich interessiert, ob es etwas gibt, wo man gezielt zu diesem Thema was machen kann. "Ärzte ohne Grenzen", muss man da nicht Arzt zu sein?

Wo beteiligst du dich denn? Vielleicht wäre das auch was für mich.

Ernstgemeinte liebe Grüße
Claudia

Re: neues aus Ceuta #52203
10/10/05 07:58 PM
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@elvire
@cesara

Ich glaube, dass das Thema allein schon bedrückend genug ist.
Warum sich so wenig TN an diesem Thema beteiligen, liegt doch wohl auf der Hand. Eine kontroverse Diskussion wird es wohl zu einem solchen Thema kaum geben.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich hier jemand mit einem Posting meldet, indem er den menschenverachtenden Umgang mit den Flüchtlingen billigt.
Natürlich könnten alle TN hier eine Patentlösung anbieten. Aber die gibt es nicht. In meinen vorherigen Postings habe ich doch auch nur meiner Wut Luft gemacht. Und meine Wunschvorstellungen sind, dass ist mir absolut bewußt, fern ab jeder Realität.

Ansonsten kann ich Elvire nur beipflichten, wenn man etwas verändern möchte, muss man sich engagieren. Es gibt genug Möglichkeiten. Elvire hat einige davon genannt.

Zurück zum Thema, ich habe mich gestern sehr über einen Bericht im Weltspiegel (ARD) gefreut, indem auch über die Anteilnahme von marokkanischen Bürgern berichtet wurde, die sich aktiv um die Flüchtlinge kümmern. Solche Nachrichten hatte ich bisher sehr vermisst.
Wie sieht eigentlich die marokkanische Berichterstattung zu diesem Thema aus?


Liebe Grüße
Micky
Re: neues aus Ceuta #52204
10/10/05 08:17 PM
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Hallo Micky,

ja du hast völlig Recht. Man kann eigentlich nur wütend darüber sein und da gibt es soviel.

Schön wenn man mal positive Berichte hört und ich denke dass es überall Menschen gibt, die sich dann engagieren und wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Tropfen werden zu Bächen...

In dem Bericht über Melilla den ich neulich gesehen habe, haben sie auch einen Mann gezeigt, der jedes Wochenende in die Umgebung fährt und den Flüchtlingen Getränke und Essen bringt.

Ich finde das toll und gebe ehrlich zu, dass ich mich häufig nur aufrege ohne selber wirklich konkret etwas selber zu tun.

Leider ist es ja so, dass man durchaus auch mit eigenen Problemen kämpft die man zuerst mal lösen muss. Auch wenn diese gegen solche Dinge natürlich eher als Lappalien scheinen...

Naja, ich hoffe, dass es nicht mehr so lange dauert, bis ich mich mehr für die Dinge engagieren kann, die mir am Herzen liegen..

Vielleicht hilft auch Beten. Das ist etwas das immerhin jeder und zu jeder Zeit kann.

Liebe Grüße
Claudia

Re: neues aus Ceuta #52205
11/10/05 03:24 AM
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Guten Abend,

@ Abid

damit Elke nicht "wild verschieben muss", melde ich mich hier zu deinem posting:

 Antwort auf:
ja das ist wirklich off-topic ?

willst du wirklich von mir eine antwort auf deine komischen fragen ?

ich habe keine ahnung, ich glaube die wenigsten wissen was derzeit in marokko vor sich geht mit den schwarz afrikaner, von denen sehr viele muslime sind, das nur nebenbei.

Nun Abid, letzte Woche in den Anfängen der Unruhen konnte ich selbst im marok. TV darüber Berichterstattungen sehen. Die Presse hüllte sich allerdings in Schweigen - soweit ich das verfolgen konnte.

Und der kurze Artikel in "Le Matin" deckte sich in keinster Weise mit der europäischen Berichterstattung.
Seit dem Wochenende sind einige Artikel in französischsprachigen Foren abgedruckt, wie z.B.

On les a dévêtus, déchaussés et envoyés mourir, sans eau» schreibt die Tageszeitung "Liberation".
http://www.yabiladi.com/article-societe-887.html

In einem offenen Brief distanziert sich die
L’Association des Travailleurs Maghrébins de France von den Deportationen.
http://www.yabiladi.com/article-societe-888.html

Bei der Berichterstattung der MSF (Ärzte ohne Grenzen) bin ich vom Wahrheitsgehalt überzeugt.
"Violences contre les immigrés aux frontières hispano-marocaine"
http://www.yabiladi.com/article-societe-884.html

neuester Bericht:
Maroc: pont aérien dans le désert pour rapatrier des clandestins africains
http://www.dhnet.be/index.phtml?content=...ce=afp&status=3

Das gezeigte Vorgehen ist - abgesehen von der unmenschlichen Behandlung - ein Rückschritt


Spanien respektierte nicht die Menschenrechte und auch nicht das Recht auf Asylverfahren, insofern ist es an dem Flüchtlingsdrama nicht unschuldig.
Dafür lässt sich Spanien eine ausgeklügelte technische "Zaun"-Konstruktion 26 Millionen Euro kosten.

Die L'Association marocaine des droits humains ruft zur Solidaritätsbekundung mit den Flüchtlingen am Donnerstag in Rabat auf. Du siehst Abid, es gibt doch so etwas wie Zivilcourage!! \:D



@Tangeroise
Der Überfall auf deinen Bruder ist sehr bedauerlich, aber das heisst nicht, dass alle Flüchtlinge so sind! Derartiges kann dir überall passieren......


PS: Einige Presseartikel können auch in englischer Sprache abgerufen werden.

Re: neues aus Ceuta #52206
11/10/05 03:32 AM
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Elvire Offline
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Liebe Claudia,

wie kommst Du denn da drauf, ich hätte mich über dich geärgert?? Keineswegs, warum sollte ich?

Gute Nacht,
Elvire

Re: neues aus Ceuta #52207
11/10/05 03:43 AM
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@Elvire und Co
Der Überfall auf deinen Bruder ist sehr bedauerlich, aber das heisst nicht, dass alle Flüchtlinge so sind! Derartiges kann dir überall passieren......
genau so ist es
aber hier in BRD tragen wir schon lange die Schuld für die anderen.Alle Ausländer sind kriminel aber ich kenne einen der ist nett.
es ist schade dass man in so eine traurige Gelegenheit erst sieht was man andere antut.
Mir kann keiner was erzählen über Ausgrenzung, Fremdfeindlichkeit,Pauschalisierung.
\:\( dass es überall passieren kann das weiss ich: ich wollte nur ein Bruchteil was in Marokko speziel in Tanger so passiert erzählen.
Deutsche die ich kennenlernen dürfte, haben mich damit in einer Schublade getan als sie wußten dass ich aus Marokko stamme: ich kannte mal einen Marokkaner oh nee!
warst du mit einen Marokkaner verheiratet?
ja
hat dich bestimmt unterdrückt?geschlagen?
nein, wir haben uns nichts zu sagen gehabt.hm!
andere :
oh dein Mann ist bestimmt Deutscher?
warum?
du bist so frei? hat er dich von dort mitgebracht?
@Elvire
nicht so ernst nehmen
ich urteile nicht gern wenn ich selbst von Fehlern nicht frei bin.
ohne kommentar

Re: neues aus Ceuta #52208
11/10/05 07:20 AM
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abid al wahid Offline
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@elvira

ja das mit den unruhen war im fernsehen, aber nur kurz berichte und keine genaueren informationen was die marokkanischen stellen jetzt mit ihnen anfangen.

die presse (liberation), etc
von denen brauchst du nichts erwarten,
das sind partei organe
und die wissen genau wie es läuft,
befehl von oben, beschlossene sache, fertig
und mund halten, man ist ja kein "vaterlandsveräter" und es lebe der könig !


ich finde es gut das sich diese Menschrechtsgruppen dazu äußert und stellung bezieht,
öffentlich kritik üben,
es wird leider nichts nützen, den diejenigen die sowas in gang setzen gegen die kann man nichts machen, gegen die kann keiner was sagen, außer man geht ein presönliches risiko ein,
was diese droit homme leute nicht eingehen,
den die haben eine gwisse narrenfreiheit in marokko und können sich mehr erlauben als andere.

was ich bei dir nicht verstehe weshalb du eine gute sache bei den einen "zivilcourage" nennst,
obwohl sie nur kritk üben (diese menschrechts leuten sind ein spezial fall in marokko, die haben einen starken rückhalt aus dem ausland, die auch das königshaus frei gewähren lässt, respektiert, akzeptieren muß um keinen schaden im ausland ab zubekommen, die können sich freier äußern, direkte kritik üben, bei anderen die nicht unter dem schutz von menschrechtsorganisationen im ausland stehen, die im westen einen sehr starken rückhalt haben, wird öffentliche kritik vom Königshaus ganz anders gehandhabt, jemand in dieser menschrechts org. kann viel direkter, freier kritik üben, als wen es ein "einfacher marokkaner" macht und marokk. partei politiker wissen woher die befehle kommen und überlegen sich zweimal ob sie sich dazu öffentlich äußern) und bei anderen eine "geheuchelte medienkampagne" vermutest, wenn sie den afrikaner geholfen hätten (keine ahnung, ob sie es nicht tuen oder schon getan haben)

mißt du da nicht mit zweierlei maß ?
weshalb diese verschiedenen maßstäbe ?

den yassin und seine gruppe kann man sicherlich einiges vorwerfen, aber nicht das es ihnen nicht ein erliches anliegen ist, ärmeren, in not geratenen Leuten zu helfen, dafür haben die tatsächlich engagierte, fleißige, wirklich nette Frauen und Männer, die das tagtäglich machen, viel von sich investieren und tatsächlich nur zum wohlgefallen Allah swt und sich bei Allah swt lohn erhoffen, vieleicht magst du es nicht glauben, aber sie glauben wirklich daran.

es gibt sicherlich stellen, Informationsstreuer, die was anderes über sie behaupten, aber das ist die übliche propganda, wie hinterhältig und schlecht die anderen doch sind, darauf solltest du nichts geben.

den die soziale arbeit das nehme ich yassin und seinen leuten ab, ist wirklich erlich und ohne hintergedanken und wird von denen gar nicht so öffentlich zur show gestellt.

wer es begutachten will kann es tuen und wer es nicht will, sie machen denoch tagtäglich weiter und dafür sollte man ihnen respekt zollen, das ist gar nicht so einfach, haben mit echtem elend zu tun in einem land ohne "sozialhilfe", und viele menschen geben ihr eigenes geld als "zakat" dafür her, opfern viel zeit für diese arbeit, die weder der staat, irgendwelche 2eliten", noch ausländische menschrechts organisationen ausüben,
das ist schon in ordnung.

es gibt bei adl wal ihsaan und der PJD andere dinge die man kritisieren kann, aber nicht ihre soziale arbeit !

Re: neues aus Ceuta #52209
12/10/05 02:03 PM
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Hallo,

@Abid
 Antwort auf:
es gibt doch einen film
indem eine riesen afrikanische Menschenmenge richtung Marokko marschiert
Der Film heisst "Der Marsch" von William Nicholson, der vor 15 Jahren in der BBc lief.
Tausende von Afrikaner bewegen sich auf die europ. Grenze zu, die Szenen spielen sich and den Zäunen von Ceuta und Melilla ab. Am Ende werden sie mit Panzern gestoppt.
Ihr Anführer sagt:
" Ihr habt in Europa so kleine Katzen. Es heisst, eine Katze kostet mehr als 200 Doller pro Jahr. Lasst uns nach Europa kommen als eure Haustiere. Wir könnten Milch trinken, wir könnten eure Hand lecken. Wir könnten schnurren. Und wir sind viel billiger zu füttern."


In einem jetzigen Interview mit dem Filmemacher zeigt sich, dass der Film damals zwar geschätzt wurde, aber richtig beachtet wurde er von niemanden. Damals galt der Marsch der Entrechteten als eine Erfindung, weil sich auch niemand besonders bedroht fühlte. Auch die Idee, am Ende des Films zu zeigen, wie die Armee aufmaschiert u. sogar auf die Menschen schiesst, war dortmals als unrealistisch angesehen worden.

Heute ist es traurige Realität.

Re: neues aus Ceuta #52210
12/10/05 05:43 PM
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Guten Tag,

Spanien macht es sich leicht!! und mahnt öffentlich zu humanem Vorgehen
Spanien demaskiert sich !! kann ich nur sagen, denn es schiebt Marokko den schwarzen Peter zu. M. E. ist Marokko regelrecht in die Falle der Spanier getappt, als sie deren Wunsch nach "Evakuierung der Flüchtlinge" nachkam oder waren die in Aussicht gestellten 40 Millionen Euro zu verlockend?

Nur 1 % der Fremd-/Gastarbeiter der sich z.Zt. in Spanien befindlichen Illegalen sind Schwarzafrikaner, dagegen 90 % Südamerikaner, der Rest Maghrebiner, Rumänen, Russen etc. Von einem Sog aus der dritten Welt zu sprechen ist nicht haltbar und dient nur der Panikmache und als Alibifunktion für die Errichtung eines Auffanglagers, das Schily schon vor einem Jahr propagierte \:o

Spanien und auch die EU-Kommission verlieren kein Wort darüber, dass die Menschenrechte seitens der spanischen Regierung verletzt wurden \:o und auch die restlichen europäischen Länder hüllen sich mehr oder weniger in Schweigen. Aber sie sind jetzt die Ersten die mit dem Finger auf Marokko zeigen - wobei ich nach wie vor über die inhumane Umgehensweise geschockt bin.

http://www.nzz.ch/2005/10/11/al/newzzEEO7O2S0-12.html

11. Oktober 2005, 16:02, NZZ Online

Marokko schiebt weitere Flüchtlinge nach Senegal ab
Spanien mahnt zu humanem Vorgehen
Marokko hat weitere Migranten abgeschoben. Am Dienstag sind 140 Senegalesen in ihre Heimat ausgeflogen worden. Weitere Flüge sollen folgen. Marokko gerät derweil in die Kritik, weil Migranten mitten in der Wüste ausgesetzt wurden. Spanien fordert von Marokko, das gewaltsame Eindringen von Migranten auf spanisches Gebiet zu verhindern. Im Gegenzug soll Marokko wirtschaftliche Hilfe gewährt werden.



Ärzte Zeitung, 12.10.2005
"Gewalt gegen Immigranten nimmt zu"
Situation im Auffanglager in der spanischen Enklave Melilla ist chaotisch / Kritik von "Ärzte ohne Grenzen"

Müde und abgekämpft sitzt Ahmed im Auffanglager von Melilla. Eine Ärztin vom Roten Kreuz verbindet ihm seine Schnittwunden an der Hand. Zusammen mit 650 anderen Flüchtlingen aus Ländern südlich der Sahara stürmte der 27jährige Kameruner in der vergangenen Woche den sechs Meter hohen Grenzzaun, der Marokko von der in Nordafrika liegenden spanischen Exklave Melilla trennt.

Ihre Hände umwickelten sie mit Kleidungsstücken, damit sie nicht vom Stacheldraht verletzt werden. Viele blieben trotzdem im Draht hängen, brachen sich beim Fall aus sechs Metern Höhe die Beine, wurden von anderen Flüchtlingen überrannt oder erlitten Prellungen von den Gummigeschossen und Schlagstöcken der Polizei.

Das Rote Kreuz habe bereits 1226 Flüchtlinge im Auffanglager behandeln müssen, wo man provisorisch Behandlungszelte aufgebaut hat, erklärt Rote Kreuz-Sprecher Daniel Cordoncillo. "Meistens handelt es sich um Schnittwunden, Prellungen, Knochenbrüche und Verstauchungen", erklärt Cordoncillo. Etwa 150 Ärzte, Sanitäter und freiwillige Helfer des Roten Kreuzes kümmern sich um die Flüchtlinge.

Die Situation im Auffanglager ist trotzdem chaotisch, wenn auch alle Flüchtlinge medizinisch gut versorgt sind. Das Lager am Rande der Stadt, das nur eine Kapazität für etwa 480 Personen hat, platzt mit derzeit 1500 Flüchtlingen aus allen Nähten. An die 300 Flüchtlinge müssen in Zelten untergebracht werden. Das Militärhospital sowie das städtische Krankenhaus sind ebenfalls völlig überfüllt.

mehr unter:
http://www.aerztezeitung.de/docs/2005/10/12/182a1901.asp?cat=/magazin/aerzte_ohne_grenzen

Dieser Ort Bouarfa, der in mehreren Zeitungsartikeln als Ort der Deportation genannt wird, liegt ca. 50 Km von Errachidia entfernt.
Ist nicht einer unserer TN (Aquawatch??) aus dieser Ecke oder irre ich mich? Etwas wahrgenommen?


@ Cesare, @ Micky
danke für euer Interesse und Einbringen euer Gedanken .

Übrigens, "Ärzte ohne Grenzen" sind für jede Spende dankbar !

Re: neues aus Ceuta #52211
12/10/05 05:51 PM
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@elvire
"Dieser Ort Bouarfa, der in mehreren Zeitungsartikeln als Ort der Deportation genannt wird, liegt ca. 50 Km von Errachidia entfernt.
Ist nicht einer unserer TN (Aquawatch??) aus dieser Ecke oder irre ich mich? Etwas wahrgenommen?"
hmmmm, bouarfa liegt mal locker 240 und ich bin gerade ne woche in de, aber thomas ist da dicht an der quelle
gruss rainer


du hast noch nicht einmal nicht den ocean gesehen? die reden von nichts anderes im himmel! knocking on heavens door


Re: neues aus Ceuta #52212
12/10/05 05:52 PM
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ups sorry: liegt mal locker 240 km von errachidia entfernt

elvire der film lief auch im ard anfang der 90iger jahre, siehe mein eintrag vom 6.10!


du hast noch nicht einmal nicht den ocean gesehen? die reden von nichts anderes im himmel! knocking on heavens door


Re: neues aus Ceuta #52213
13/10/05 01:17 AM
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@Elvire und alle

Gestern auf dem Heimweg von der Arbeit habe ich im Radio so nebenbei gehört, dass in Frankfurt vor dem spanischen Konsulat eine Demonstration gegen die Abschiebung nach Melilla war.

Das war aber auch das einzige was ich dazu gehört habe. So dachte ich auf der einen Seite "Immerhin!" auf der anderen Seite "schade, dass ich nichts vorher davon wusste und man auch ansonsten nichts irgendwo davon gehört hat.

Bleibt nur die Hoffnung, dass auf Spanien mehr Druck ausgeübt wird uns sich Europa insgesamt nicht so zurückhält.
Den Marokkanern die Schuld in die Schuhe zu schieben ist wirklich sehr bequem und verantwortunglsos. Schließlich will Spanien ja auch unbedingt die Enklaven behalten.

Viele Grüße

Re: neues aus Ceuta #52214
13/10/05 01:57 AM
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@elvire

>> "Spanien demaskiert sich !! kann ich nur sagen, denn es schiebt Marokko den schwarzen Peter zu. M. E. ist Marokko regelrecht in die Falle der Spanier getappt,
[..]

Spanien und auch die EU-Kommission verlieren kein Wort darüber, dass die Menschenrechte seitens der spanischen Regierung verletzt wurden und auch die restlichen europäischen Länder hüllen sich mehr oder weniger in Schweigen. Aber sie sind jetzt die Ersten die mit dem Finger auf Marokko zeigen - wobei ich nach wie vor über die inhumane Umgehensweise geschockt bin."


du must zugeben, du bist auch in die falle des hastigen urteilens gefallen. immerhin, nach vielen postings und - hoffe ich - überlegungen scheinst du die augen langsam aufzumachen.

die europäischen länder brauchen nicht, zumindest nicht als erste, auf Marokko mit dem finger zu zeigen. die arbeit wird von organisationen der zivilgesellschaft, journalisten und sonstigen romantikern und sozialpädagogen bereits wunderbar gemacht. deinen kleinen beitrag hast du auch hier in diesem bescheidenen rahmen munter geleistet.

gruss
jm

Re: neues aus Ceuta #52215
13/10/05 08:39 PM
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Guten Abend,

@ jm
ich kann ich noch gut daran erinnern, dass wir zwei schon einmal das Thema selektive Wahrnehmung "ausfochten". \:D Und so ist es auch jetzt wieder mit der Wahrnehmung und deshalb bin ich auch nicht erstaunt, dass Du
 Antwort auf:
die arbeit wird von organisationen der zivilgesellschaft, journalisten und sonstigen romantikern und sozialpädagogen bereits wunderbar gemacht. deinen kleinen beitrag hast du auch hier in diesem bescheidenen rahmen munter geleistet.
mir mehr oder weniger meine Postings zu diesem Thema zum Vorwurf machst oder habe ich etwas missverstanden?

Gott-sei-Dank, konnten die Deportationen nicht bei Nacht und Nebel unbemerkt vom Rest der Welt durchgeführt werden, so wie es wohl geplant war, siehe auch neuesten Bericht in
http://www.lexpress.fr/info/societe/dossier/immigration/dossier.asp?ida=435273

Ich schreibe meine Meinung und bin dadurch moralisch angreifbar - als stiller Mitleser entfällt der Angriff. Damit werde ich auch leben können und ich wiederhole nochmals: Die Behandlung seitens Marokkos, so wie sie von den ONG's dargestellt wird, ist und bleibt ein Skandal. Es kann doch keinen Betrachter oder Leser unberührt lassen, die Bilder oder Berichte ohne Emotionen der Erschütterung und Mitleids zu sehen.
Oder sind wir mittlerweile schon so abgestumpft, dass eine Wahrnehmung nicht mehr möglich ist?

Oder hat das panische Schreckenszenario, deren sich die europäischer Politiker bedienen, schon bei den Europäern um sich gegriffen? Niemand weiss genau, wieviele Menschen im Maghreb ausharren, um einen Weg nach Europa zu finden. Sicherlich sind es Tausende, aber mit Sicherheit nicht Hunderttausende. Ich spreche nicht von den 90 % der Marokkaner, die laut einer TELQUEL-Umfrage bei einer gebotenen Möglichkeit ihr Land sofort verlassen würden!!
Die grössten Flüchtlingsströme und Migrantenströme verlaufen innerhalb Afrikas und dort nehmen noch ärmere Länder als MA, Flüchtlinge auf und jagen sie nicht......

Und die EU ist dabei sich als Wertgemeinschaft selbst zu verraten, nur um die Sicherung der jeweiligen nationalen Grenzen seiner Wohlstandgesellschaft zu wahren.

Re: neues aus Ceuta #52216
13/10/05 09:32 PM
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hallo zusammen,

ich verfolge diese diskussion -auch im anderen thread- schon eine weile mit, obgleich manche ja gar keine disk., sondern nur kopierte berichte sind !!
hast sich jemand mal gedanken ueber die URSACHE des problems gemacht, also woher jene afrikaner eigentlich kommen ??
richtig, aus algerien !! algerien ist es naemlich, die sie an der marokkanischen grenze aussetzt, und zwangslaeufig reisen die ja auch nach marokko ein -oder bedient sich schlepperbanden-. in MEGHNIA, einer algerischen kleinstadt, in der naehe zu OUJDA, warten etwa 3000 (!!) afrikaner auf die einreise -um nicht zu sagen auf ihre verschiebung- nach oujda/marokko !! JEDE familie in oujda, lebt seit jahren mit den afrikanern, und man kennt ihre beduerfnisse und leiden, und versucht, soweit moeglich, zu helfen. kleidung, essen, medizin, ....
und jetzt erklaert sich marokko sogar bereit, die fluechtlinge in ihr herkunftsland abzuschieben. und nicht nach algerien auszusetzen, wie es normalerweise im europaeischen gesetz gehandhabt wuerde !! drittland !! denn algerien will sie nicht, und schiebt weiterhin probleme von einem zum anderen, ... aber das sind wir marokkaner ja nicht anders von unserem nachbarn gewohnt.

gruss, moutacim


das licht, am anderen ende
des tunnels, koennte auch
ein entgegenkommender zug sein !
Re: neues aus Ceuta #52217
13/10/05 10:00 PM
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@elvire,

wenn ich solche widersprüchlichkeiten und schnellschüsse woanders lese, lassen sie mich indifferent. in einem marokko-forum dürften solche lapalien einem mitglied, von dem auch noch anzunhemen ist, es sei an das land aufmerksam interessiert, nicht passieren.

dieses thema ist für marokkaner, volk und regierung seit jahren bekannt wie aktuell. was ist im grunde besonders passiert? das drücken die auf sensation und skandal getrimten medien und ngo-sozialpädagogen lieber in den hintergrund.

zum ersten mal in der geschichte stürmen hunderte, manchmal mehr als tausend illegal eingewanderte in kamikaze-art die grenze eines landes, um sie gewaltsam zu überqueren. kein souverainer staat bleibt in solchem fall tatenlos. hätte marokko die flüchtlinge machen lassen, wäre das der wirkliche skandal.

wieso ist es zu dieser situation gekommen? weil europa und besonders spanien von marokko erwarten, dass es die illegale einwaderung auf seinem boden bekämpft, ein engagement, das marokko offenbar mit soviel erfolg auf sich nimmt, dass den flüchtiligen alle fluchtlwege nach europa geschlossen wurden, so dass sie zu dem mittel der gewaltsamen suizidären kollektivstürmung der grenze greifen. dies scheint man in europa zu vergessen oder sogar zu rechtfertigen.

oben wird die rolle der einheimischen bevölkerung erwähnt. auch das berichten die eitlen europäischen journalisten und sozialpädagogen der ngos nicht. dank der diskreten und ehrlichen hilfe der marokkaner konnten die flüchtlinge nicht nur überleben, sondern auch soviel körperliche kraft behalten, dass sie die grenze gewaltsam stürmen konnten. und es gibt in der tat marokkanische assoziationen, die sich um diese menschen kümmerten und kümmern. im kollektivbewusstsein der marokkaner herrscht die arabo-silamische wie mazighische grundethik, dem hilflosen fremden besonders zu helfen.

die sendung grand angle des marokkanischen tv kanal 2m hatte bereits in 2003 eine höchst interessante reportage über die ganze thematik ausgestrahlt. die sendung wurde aus gegebenem anlass wiederholt. doch auch das interessierte niemanden in europa.

auch über diese "skandalöse" behandlung seitens marokkos lohnt es sich etwas zu beugen. marokko hat nichts anders gemacht als die flüchtlinge dahin zurückzuführen, wo sie in sein land eingetreten sind, d.h. an der algerischen grenze. dort wurden sie von den algerischen militärs jedoch nach marokko zurückgejagt. offenbar war es den flüchtlingen einfach nur auf der seite in algerien einzudringen, die dem regim passte.

die hier erwähnte wüste sind die hohen plateaux südlich von oujda. für marokkaner wie für 99% der flüchtlinge gehört dies zu der gewohnten landschaft. doch wenn grün-gewohnte journalisten die "wüste" betonen, erhält das ganze eine furchtbare konnotation.

zurückgedrängt, zumal nachdem sie dem "traum" so nah waren, erzählen ihnen die flüchtlinge alles sensationnelle, damit die einen ihre artikel garnien und die anderen ihre affektive erpressung ausüben.

auf der anderen seite der grenze betrachtet algerien das ganze mit schadenfreude, wie die zeitung liberation bescheinigt:

"L'Algérie qui peut fermer les yeux sur le passage par son territoire afin de mettre en difficulté le rival marocain et surtout compliquer ses relations avec l'Espagne a déclaré, hier, suivre la situation «avec une vive préoccupation». Assurant qu'elle renforçait ses contrôles, elle précisait avoir pour cela besoin de l'appui de l'UE. Mais elle ne soufflait mot du sort des centaines d'Africains qui se trouvaient toujours, ce week-end, dans le désert à sa frontière avec le Maroc. Dans le plus grand dénuement."

quelle : http://www.liberation.fr/page.php?Article=329868


wenn man ehrlich interessiert ist, kann man das thema seitenlang entfalten und entwickeln. und das müsste für leute, die andere information suchen, als sie in den standardmedien finden, eine alternative sein.


jm

Re: neues aus Ceuta #52218
13/10/05 11:38 PM
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Hallo

man sollte sich auch mal fragen weshalb erstmalig
Ceuta, Mellila überrant worden sind,
hätte doch vorher schon längst geschehen können

der grund ist ganz einfach,
die Mittelmeer grenze, strasse von gibralter ist ziemlich sicher ausgebaut worden von der eu.

in diesem Jahr sind im gleichen Zeitraum zum letzten jahr 50% weniger flüchtende gezählt worden.

es handelt sich demnach einfach um eine Verlagerung, Verschärfung des gleichen Problems auf marokkanischen Boden.


die leute hat einfach die verzweiflung gepackt, die möglichkeiten haben sich veringert und sahen keine andere möglichkeit mehr nach spanien zu kommene, außer es mit einem sturm über den zaun zu versuchen.

daran hat spanien, die Eu wohl nicht gedacht,
sie dachten wohl einfach schwupps aus dem sinn und das problem wäre damit beseitigt.

haben sich damit eindeutig verrechnet.

ich glaube auch das marokko das gar nicht so ungelegen kam, das der zaun gestürmt wurde und somit das Problem zurück ins Radar der EU gerück ist und somit auf die tagesordung der EU gekommen ist um jetzt finanzhilfen artikulieren kann, um es zu lösen.

anders hätte man dafür kein gehör bekommen.

aber ob das problem überhaupt lösbar sein wird,
bezweifle ich.

Re: neues aus Ceuta #52219
14/10/05 03:48 AM
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Guten Abend,

@ jm

bin ja erstaunt!! Ich öffne deinen Link "Liberation" und was ich lese? DEN Artikel, den ich bereits am 11.10. ins Forum setzte:

On les a dévêtus, déchaussés et envoyés mourir, sans eau» schreibt die Tageszeitung "Liberation".
http://www.yabiladi.com/article-societe-887.html

Die Kritik am Verhalten von Algerien ist mir bekannt und jedem anderen auch, der sich vor 2 Tagen die Mühe machte, meinen Link zu lesen.

So wie es jetzt aussieht, nachdem wenigstens ein Teil der Weltöffentlichkeit auf das Desaster aufmerksam gemacht worden ist, beschuldigt jeder jeden (siehe z.B. Vorwurf gegenüber Algerien). Otto Schily beschuldigt Spanien, sie hätten durch die Legalisierung afrikanischer Einwanderer "einen Sog ausgelöst". Dieses gegenseitige Beschuldigen hilft am allerwenigsten den in Not geratenen Schwarzafrikanern. Man muss schon ein Herz aus Stein haben, um zu sagen:

 Antwort auf:
marokko hat nichts anders gemacht als die flüchtlinge dahin zurückzuführen, wo sie in sein land eingetreten sind, d.h. an der algerischen grenze
und dabei die sichtbar inhumanen Begleitumstände zu negieren und zu übersehen (selektive Wahrnehmung,jm?)

Die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft seitens der marokkanischen Bevölkerung habe ich nie in Frage gestellt! Im Gegenteil, in einigen Berichten wird sehr herausgestellt - und auch von den schwarzafrikanischen Flüchtlingen bestätigt, dass sie von Marokkanern essensmässig etc. unterstützt wurden. Die Deportation wird ja auch nicht von den marok. Bürgern durchgeführt sondern von der Regierung.

In diesem Fall jm, lese ich eine gewisse Animosität aus deinen Beiträgen heraus, so nach dem Motto "was nicht sein darf, kann nicht sein". Schönreden - in diesem Fall funktioniert das auch nicht, zuviele handfeste Fakten sprechen dagegen.

"Dafür leistet sich die EU den Luxus, jede europäische Kuh im Schnitt mit 2 US Dollar täglich zu bezuschussen. Das ist mehr, als der Großteil der Afrikaner zum Leben hat." schrieb ich in einem Beitrag im vergangenen Jahr als es um das Thema "Auffanglager", das Schily propagierte, ging.
Und an dieser Grundeinstellung hat sich bis heute leider in der Welt nichts geändert.

Re: neues aus Ceuta #52220
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Nachtrag:

falls jemand Interesse hat an einem betroffenen Migranten-Bericht
http://switzerland.indymedia.org/demix/2005/10/35558.shtml

@ Aquawatch, sorry hatte deinen Beitrag zum Film überlesen. Ich hatte ihn im ARD seinerzeit nicht gesehen. Und danke für den Geografiehinweis \:D

Re: neues aus Ceuta #52221
14/10/05 11:38 AM
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hallo,

@elvire,

mit meinem beitrag versuche darauf hinzuweisen, dass das thema viel breiter, tiefer und globaler sei als behandelt in den medien. das meinen einige auch in der tourismus rubrik oben. wirf ihnen schönreden vor. die rolle algeriens ist dabei ein aspekt wie viele andere und dritte, die ich nicht dazu komme zu erwähnen.

die selektive wahrnehmung und deutung besteht darin, aus einer - anti-marokkanischen - engstirnigkeit heraus alles auf das eine fixieren zu wollen. jetzt wo die standardmedien sich langsam der vogelgrippe zuwenden, erwarte ich, dass dir nur noch sozialpädagogischer kram übrig bleibt, um dieses thread zu ernähren, wie in deinem letzten post am titel erkennbar. viel spass.


jm

Re: neues aus Ceuta #52222
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Guten Morgen,

@jm

schon in meinem ersten Beitrag erwähnte ich die nicht unwichtige Rolle Algeriens, wobei ich absichtlich nicht auf die spannungsgeladene Beziehung zwischen MA /Algerien und der vielen ungelösten Fragen!! eingegangen bin. In " Le Matin " lese ich heute morgen, dass grosso modo 90 % der Flüchtlinge über Algerien einreisen, ergo 10 % über andere Wege.

Ein Menschenleben ist ein Menschenleben, gleich welcher Farbe, Rasse, Nation und ich kann nicht den Mund halten, wenn nachweislich Menschen durch Erschiessen zu Tode kommen. Und das werde ich auch in Zukunft tun, weil mir dies meine humanistische Erziehung gebietet. Et on peut tous écrit mais pas tout savoir

 Antwort auf:
aus einer - anti-marokkanischen - engstirnigkeit heraus alles auf das eine fixieren zu wollen
Ich verwahre mich gegen diesen Vorwurf.
Mit welchem Recht diffamierst Du mich quasi als Kolporteur??
Mit welchem Recht unterstellst Du mir anti-marokkanisches Denken??
Dass Du Makhzen-treu bist ist eine Sache, aber mich deswegen als anti-marokkanisch zu titulieren, ist ungerechtfertigt und ist es möglicherweise deine eigene (eingeschränkte) Sichtweise, die eine andere nicht zulässt?

 Antwort auf:
dass dir nur noch sozialpädagogischer kram übrig bleibt
@Jm, es erschüttert mich, wie kaltherzig du über das Leid dieser Flüchtlinge hinweggehst. Kein Wort des Bedauerns. Wo bleibt der Respekt für diese Menschen, ob nun Wirtschaftsflüchtlinge, politische Flüchtlinge?


 Antwort auf:
dass das thema viel breiter, tiefer und
globaler sei als behandelt in den medien.
das ist auch nichts Neues!
Hierfür sollte dann ein neuer thread eröffnet werden, das ist mein Vorschlag.

Re: neues aus Ceuta #52223
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hallo,

@elvire,

ich verstehe deine exzessive aufregung nicht. wenn leute wie du mich als "makhzen-treu" bezeichnen (was ich für töricht halte) schreie ich auch nicht so zum himmel. also cool down schlage ich vor.

mich interessiert hier die sachlichkeit. wie ich oben sagte, ist das thema viel breiter und umfassender als, dass "marokkanische soldaten arme flüchtlinge in die wüste werfen".

die naiven oder gar heuchlerischen tränen halte ich, als mensch von afrika und der dritten welt, für viel zu verspätet und in mancher hinsicht sogar für schädlich.

jm

Re: neues aus Ceuta #52224
14/10/05 03:42 PM
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Hallo Herr "Makhzen-Treu" und Frau "Anti-Marokkanisch",

ich finde eure Diskussion viel zu spannend und berechtigt, als dass sie sich in euren persönlichen Scharmützeln verlieren sollte.
;\) Wer euch beide über längere Zeit im Forum kennt, weiß, dass ihr beide weder Heuchler noch Menschenverachter seid. Also bitte etwas weniger scharfe Geschütze!

Wir haben, wie ich oben in Touristik und Reisen gesehen habe viele neue Mitglieder. Also her mit den Informationen!

PS: JM: Seit wann ist "Sozialpädagoge" eigentlich ein Schimpfwort? Ist da etwas an mir vorbeigegangen?

Re: neues aus Ceuta #52225
14/10/05 09:04 PM
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Taza
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Hallo zusammen,

ich finde es mal wieder ausgesprochen interessant, immermal neue vokabeln aus dem deutschen in mein repertoire aufzunehmen.
allerdings faellt es mir schwer, diesmal eine geeignete gruppe fuer das wort 'MAKHZEN-TREU' zu finden oder neu zu definieren !!
werden jetzt marokkaner, die sich gegen verdrehten realitaetssinn und falscher informations-aufnahme wehren, und aktiv ihren patriotismus bekennen, damit beschimpft ?? oder ist da eine neues synonym fuer 'halt-die-fresse-ihr-kennt-euch-in-eurem-eigenen-land-nicht-aus' entstanden ??

?? ?? -die roten smilies erspare ich mir- ...

gruss, moutacim


das licht, am anderen ende
des tunnels, koennte auch
ein entgegenkommender zug sein !
Re: neues aus Ceuta #52226
15/10/05 12:16 PM
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Salut,

@Moutacim,

 Antwort auf:
ich finde es mal wieder ausgesprochen interessant, immermal neue vokabeln aus dem deutschen in mein repertoire aufzunehmen
ist doch schön, so nach dem Motto "man lernt nie aus", oder? ;\)


 Antwort auf:
allerdings faellt es mir schwer, diesmal eine geeignete gruppe fuer das wort 'MAKHZEN-TREU' zu finden oder neu zu definieren !!
Deiner Interpretation, die ich nicht wiederholen möchte, da sie m.E. einen touch des Demagogischen hat, kann ich nicht zustimmen.

Der Vokalismus für "treu" ist im einzelnen in der Wortforschung unklar und im Naschlagewerk wird hierzu "trauen" in Verbindung gebracht. Aussergermanisch vergleichen sich z.B. hiermit "drud" = teuer, tapfer (im walsischen), "drütas" = fest (im litauischen).

Es ist nicht ausgeschlossen, dass dieses Wort mit dem weentlich besser bezeugten indogerm. Wort für "Baum,Holz" zusammengehört, als "fest wie Holz".

Und geht man von der Ausgangsbedeutung von "trauen" aus, dann bedeutet dies nichts anderes als "fest, sicher sein, vertrauen" und auch noch "hoffen, glauben" u. ä.

Also, lieber Moutacim, "treu" ist nur positiv besetzt.
Wie sieht es mit "Makhzen" aus? Die Bewertung stelle ich Dir anheim. \:D

Bonne journée!

Re: neues aus Ceuta #52227
15/10/05 12:44 PM
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Guten Morgen,

@ Abid,

 Antwort auf:
und somit das Problem zurück ins Radar der EU gerück ist und somit auf die tagesordung der EU gekommen ist um jetzt finanzhilfen artikulieren kann, um es zu lösen.
Die Finanzhilfe von 40 Millionen Euro hatte die EU bereits 1999!!! zugesagt, ist aber bis heute eingefroren. \:o \:o

Die von dir aufgeführten Gründe kann ich nur unterstreichen und ich danke dir an dieser Stelle für deinen sachlichen Beitrag, très sympa!


"Europa oder der Tod"


Die Todesverachtung, mit der immer neue Wellen afrikanischer Elendsflüchtlinge gegen die Zäune von Ceuta und Melilla anrennen, beunruhigt Europa.

"Als ich nun die Szenen in Ceuta sah, stellte
ich mir die Gefahren vor, denen diese Menschen sich ausgesetzt hatten, das Geld, das sie gezahlt hatten, und ihre Sehnsucht, sich neu zu erfinden -um jeden Preis. Vielleicht waren Schriftsteller darunter und der Zaun trennte sie von
ihren kuenftigen Verlegern. Wir werden es nie erfahren." schreibt der ugandische Schriftsteller Moses Isegawa, der auf Deutsch den Roman "Die Schlangengrube" veröffentlichte.

" Die Gründe, warum Menschen versuchen, gegen diese Mauer anzurennen, bestehen weiterhin, die Träume in ihren Köpfen sind unverändert geblieben,und die brennende Wut in ihren Herzen ist heiss. Menschen wandern seit dem Anbeginnn aller Zeiten, und sie werden weiter wandern, denn die Welt ist kleiner geworden und sie hat heute gläserne Mauern........

http://www.sueddeutsche.de/,kull1/kultur/artikel/364/62302/

Re: neues aus Ceuta #52228
15/10/05 01:45 PM
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Marokko: Migranten zwischen Minenfeldern
UNO sucht per Hubschrauber in der verminten Wüste der Westsahara nach herumirrenden afrikanischen Flüchtlingen
MADRID taz Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR macht sich Sorgen um das Schicksal der schwarzafrikanischen Migranten, die in Marokko von der Armee deportiert worden sind. Mindestens 250 der um die 2.000 Immigranten, die im Norden des Landes in der Nähe der spanischen Exklaven Ceuta und Melilla festgenommen wurden, sollen in der von Marokko besetzten Westsahara ausgesetzt worden sein, berichtete das UNHCR gestern. Die Soldaten hätten sie durch eine Öffnung in der von Marokko errichteten Mauer auf das Gebiet der Westsahara-Unabhängigkeitsbewegung Polisario geschickt. Dieser Landstrich ist vermint.

Hubschrauber der UN-Mission "Minurso", die den Waffenstillstand zwischen den beiden Kontrahenten überwacht, suchten gestern nach den ausgesetzten Flüchtlingen. Das UNHCR wurde durch den Handyanruf eines der Betroffenen auf diese neue Flüchtlingstragödie aufmerksam gemacht. Der Anrufer gab an, zusammen mit anderen am Montag ausgesetzt worden zu sein. Er bat um schnelle Hilfe, da ihnen Wasser und Nahrung ausgegangen sei.

"Das Gebiet ist sehr unwegsam", erklärte gestern ein UNHCR-Sprecher, der in ständigem Kontakt mit Ärzte ohne Grenzen (MSF) und anderen spanischen Hilfsorganisationen steht, die in den letzten Tagen die von der Armee zusammengestellten Flüchtlingskonvois beobachteten. Nach Erkenntnissen von MSF befinden sich 1.500 Flüchtlinge in Militärcamps rund um die südmarokkanischen Stadt Guelmim und mehrere hundert in Dajla an der Grenze der Westsahara zu Mauretanien. Das Team von Ärzte ohne Grenzen wird seit Mittwoch von den marokkanischen Behörden daran gehindert, sich frei zu bewegen.

Die Schicksale der Deportierten zu verfolgen ist auch für die Helfer riskant. Am Mittwoch verunglückte in der Nähe der Westsahara-Hauptstadt El Aaiun in der Westsahara ein Auto mit vier Mitgliedern verschiedener spanischer Hilfsorganisationen. Eine Vertreterin von SOS Rassismus Spanien muss wahrscheinlich im Provinzkrankenhaus der Stadt operiert werden.

UN-Generalsekretär Kofi Annan mahnte gestern Spanien und Marokko, die Zuwanderer human zu behandeln und das internationale Recht zu beachten. "Wenn diese Menschen einigermaßen würdige Lebensbedingungen in ihrer Heimat hätten, würden solche Dinge wie das Flüchtlingsdrama von Ceuta und Melilla nicht passieren", erklärte er. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) forderte überdies die spanische Regierung auf, keine weiteren Flüchtlinge nach Marokko abzuschieben. "Marokko muss die elementaren Menschenrechte der Immigranten wesentlich mehr respektieren, bevor es als sicheres Rücknahmeland gelten kann", heißt es in einem Kommunikee von HRW.

Den spanischen Regierungschef José Luis Zapatero scheint die internationale Kritik nicht weiter zu stören. Es sei notwendig, Verständnis für Marokko aufzubringen, forderte er am Mittwoch anlässlich des spanischen Nationalfeiertags vor Journalisten. REINER WANDLER


Gruß vom Klaus - der mit 4x4 und Dachzelt unterwegs ist ...
Re: neues aus Ceuta #52229
15/10/05 01:56 PM
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Marokko bestreitet Aussetzung in Wüste

Hunderte afrikanische Flüchtlinge sind algerischen Agenturberichten zufolge in der Wüste im Süden Marokkos aufgefunden worden - ausgehungert und durstig. Marokko bestreitet, Flüchtlinge in der Westsahara ausgesetzt zu haben. Illegale Immigranten würden in dem Land nicht ihrem Schicksal überlassen.

Algier - Die Afrikaner seien "in einem Zustand völliger Erschöpfung, ausgehungert und durstig", meldete die algerische Nachrichtenagentur APS heute unter Berufung auf die Nachrichtenagentur von Sahara (SPS). Sicherheitskräfte hätten die Flüchtlinge in vier Gruppen in der Wüste im Süden von Marokko entdeckt und gerettet. Die Afrikaner seien aus dem Norden nach Westsahara gebracht worden. Das Uno-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) hatte sich gestern "äußerst besorgt" über das Schicksal afrikanischer Flüchtlinge im Süden von Marokko geäußert.

Marokko wies Berichte von Hilfsorganisationen über eine angebliche Aussetzung von Flüchtlingen in der Wüste der Westsahara scharf zurück. "Von den Hunderten von Immigranten, die sich illegal in Marokko aufhalten, wurde kein einziger an der Grenze im Süden des Königreichs seinem Schicksal überlassen", betonte die staatliche Nachrichtenagentur MAP unter Berufung auf "verantwortliche Kreise".

"Wenn es in der Wüste Immigranten gibt, kann es sich nur um neu hinzugekommene Illegale handeln", die von der anderen Seite des Grenzwalls nach Marokko gelangen wollten, ließ die Regierung erklären. MAP wies darauf hin, dass sich die Berichte auf die Anrufe von Afrikanern per Handy aus der Wüste stützten. "Man fragt sich in Rabat, wie die Batterie eines Handys, das sich 30 Leute teilen sollen, eine Woche in der Wüste halten soll."

Die marokkanischen Behörden bemühen sich derzeit verstärkt um eine Rückführung schwarzafrikanischer Flüchtlinge in ihre Heimatländer, nachdem Hunderte Flüchtlinge in die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla an der Nordküste Marokkos vorgedrungen waren. Wie marokkanische Behörden heute mitteilten, wurden über eine Luftbrücke rund 1500 illegale Immigranten von Oujda (Ostmarokko) nach Senegal und Mali ausgeflogen.

Die Afrikaner waren festgenommen worden, nachdem sie vergeblich versucht hatten, auf spanisches Gebiet zu gelangen. Zunächst sollten nur 930 Senegalesen und Malier abgeschoben werden. In den vergangenen Tagen seien aber weitere illegale Immigranten in das Auffanglager geströmt.


Gruß vom Klaus - der mit 4x4 und Dachzelt unterwegs ist ...
Re: neues aus Ceuta #52230
15/10/05 02:28 PM
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hallo,

der erste artikel wird von der sozialromantischen zeitung taz veröffentlicht. hier der genaue link:

http://www.taz.de/pt/2005/10/14/a0205.nf/text.ges,1

er ist voller widersprüche: haben flüchtlinge handies? und wenn sie damit in der sahara telefonieren können, wie lange waren diese handies geladen? wie und wo? und wie weit sind sie denn von einem handy transponder?

auch wie kann marokko ein team von ärtze ohne grenzen hindern, während spanische organisationen unbehelligt und bis zum "umfallen" in der sahra herumfahren?

überhaupt sollte der schreiberling der taz etwas mehr reife und koherenz in seine bemühungen bringen vom stil abgesehen. denn wer sowas schreibt: "...Nähe der Westsahara-Hauptstadt El Aaiun in der Westsahara ..." kann nur ein schlecht bezahlter praktikant sein. vielleicht verdient der afrika-ressort bei taz auch nicht mehr.

die medialen angriffe in dem zweiten artikel stammen der algerischen aps, die sich auf das propaganda-organ der "polsiario" sps beruft. diese sind hier als informationsquelle einfach ungültig.


jm

Re: neues aus Ceuta #52231
15/10/05 02:47 PM
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Ich finde es immer wieder klasse, wie mache Leute versuchen, Tatsachen zu relativieren bzw, mir nichts Dir nichts als falsch zu erklären ... die Medien lügen immer .... alles eine Riesenverschwörung!

Die UNO schickt ja auch nur aus Spaß Hubschrauber in die Region ....

Re: neues aus Ceuta #52232
15/10/05 03:18 PM
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@ lottek 72

 Antwort auf:
die Medien lügen immer
Nicht immer, aber immer oefter! Irgendwie muessen die Schlagzeilen ja auch verkauft werden, und je duesterer, blutiger, schlimmer der Artikel, je besser die Verkaufszahlen. Zumindest sollte die Berichterstattung neutral sein!

Ausserdem ich bin doch sehr verwundert darueber, dass hier nur ueber die Probleme in Marokko berichtet/diskutiert wird. Was ist denn mit den Minenfeldern an der Grenze zwischen Griechenland und der Thuerkei??? Allein in diesem Jahr sind dort 60 Fluechtlinge zerfetzt worden, nur weil sie in die EU wollten. Und das in der EU !!!

Re: neues aus Ceuta #52233
15/10/05 05:21 PM
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Hallo Erich,

 Antwort auf:
Irgendwie muessen die Schlagzeilen ja auch verkauft werden, und je duesterer, blutiger, schlimmer der Artikel, je besser die Verkaufszahlen. Zumindest sollte die Berichterstattung neutral sein!
Du hast absolut recht! Berichterstattung ist denke ich niemals neutral, schließlich wird sie von Menschen gemacht.
Ob nun Flüchtlinge in der Wüste ausgesetzt wurden, habe ich persönlich nicht gesehen. Ob die Berichte der Flüchtlinge glaubwürdig sind, kann ich nicht beurteilen.
Aber dass von Seiten der EU und Marokko schlichtweg gegen die Genfer Flüchtlingskonventionen verstossen wurde, darüber erlaube ich mir ein Urteil: MENSCHENVERACHTEND!
Dass die Genfer Konventionen noch nicht mal das Papier wert sind, auf denen sie gedruckt wurden, wurde uns allen nochmals durch die Vorfälle der letzten Wochen deutlich vor Augen geführt.
Ich stimme dir ebenfalls zu, dass wenn wir mal intensiver um uns schauen, wir noch viel mehr entdecken würden, was sonst noch so geschieht.


Liebe Grüße
Micky
Re: neues aus Ceuta #52234
15/10/05 05:37 PM
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Ich verstehe nicht, warum viele Forumsmitgieder versuchen, das Tun der marokkanischen Regierung bzw. Behörden versucht zu relativieren, in dem man ohne zu differenzieren alle Medien über ein Kamm schert! Keine Frage: die Berichterstattung sollte unabhängig sein! Und die EU trägt auch eine große Mitschuld! Fakt ist und bleibt aber, dass in Marokko ungeheuerliches passiert!

Re: neues aus Ceuta #52235
15/10/05 06:24 PM
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haskamp,

irgendwie eignet sich marokko zum draufhauen.

die flüchtlinge wollen nach europa. und das ist das eigentliche thema. marokko ist selbst ein land der dritten welt und seine eigenen kindern sterben regelmässig gruppenweise im mittelmeer beim versuch, das europäische eldorado zu erreichen.

wenn sie es schaffen, auf die andere seite des meeres zu gelangen, sind sie selbst opfer von mishandlungen, diskriminierung, rassistischer gewalt, bürokratischer willkür usw. doch dann schreibt kein einziger journalist über ihr leid, sondern darüber wie das land marokko durch soziale ungerechtigkeit und miswirtschaft sie in den tod schickt.

mit den schwarzafrikanischen flüchtlingen und ihren ländern zieht man es vor, in den medien anders umzugehen.

marokko dient den schwarzafrikanischen flüchtlingen als die letzte und interessanteste transitstrecke zu europa. doch diese macht das land auf seiner seite und auf europischem druck dicht. es weigert sich auch, sehr zurecht wie ich finde, lager für die flüchtlinge zu errichten. nun scheint zu gelten, wer geschnappt wird, wird nach hause geschickt und das problem muss global betrachtet und international, zumindest europäisch-afrikanisch, gelöst werden.

bleibt ein punkt, steht europa marokko politisch und finanziell nicht bei, fühlt sich das land bald politisch verraten und kann die kosten der exorbitant teuren grenzüberwachung und zurückfügrung nicht mehr ertragen. es muss dann zur alten hilflosigkeit des laisser-aller laisser-faire zurückkehren. europa muss dann mit den flüchtlingen allein fertig werden und marokko wird sich dann nichts mehr vorwerfen lassen.

@lottek72

oben in der rubrik toursimus zebrichst du den leuten den kopf und sie gehen sehr geduldig mit dir um. solltest du eine pubertäre krise geraten sein, ist dies nicht der geignete ort sie auszueleben. beteilige dich durch information und argumente.

jm

Re: neues aus Ceuta #52236
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@jm

Ganz kurz: Du kennst mich nicht und ich habe niemanden angegriffen! Ich weiß nicht, was ich Schlimmes geschrieben habe!

Du hingegen möchtest mich mundtot machen und diffamierst mich hier öffentlich!!!

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wer hier von uns beiden in der Pubertät steckt!!??

Re: neues aus Ceuta #52237
15/10/05 07:40 PM
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ganz kurz,

ich will dich auch nicht kennen.

ich habe deine beiträge oben und hier gelesen und meine, da du all deine boykott-blähungen abgelsassen hast und alle dich so schonend verarzt haben, wird es nun zeit, dich sachlich und mit information und argumenten dich zu beteiligen, oder marokko und seine leute in ruhe zu lassen.

jm

Re: neues aus Ceuta #52238
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 Antwort auf:
solltest du eine pubertäre krise geraten sein, ...
So ist es immer mit kritischen Neu-Mitgliedern. Anpöpeln, als Platzhirsch auftreten so nach dem Motto "Was willst Du eigentlich mit Deinen lächerlichen Beiträgen, bewähre Dich erst einmal und dann frag höflich an, ob Du reden darfst".

Ist alles nichts Neues. Versucht weiter Eure heile Welt in Marokko zu bewahren und seht weiterhin über die Fehler Marokkos hinweg, so als ob immer die anderen schuld sind, sucht weiterhin Ausflüchte als Ablenkungsmanöver wie

 Antwort auf:
Ausserdem ich bin doch sehr verwundert darueber, dass hier nur ueber die Probleme in Marokko berichtet/diskutiert wird. Was ist denn mit den Minenfeldern an der Grenze zwischen Griechenland und der Thuerkei??? Allein in diesem Jahr sind dort 60 Fluechtlinge zerfetzt worden, nur weil sie in die EU wollten. Und das in der EU !!!
In diesem Beitrag geht es um Marokko und dessen menschenverachtendes Verhalten gegenüber den Migranten und nicht um Minenfelder und Tote in der Türkei.

Aber das verstehen Stammtischbrüder sowieso nicht.

Gruß

Werner Müller

Re: neues aus Ceuta #52239
15/10/05 08:48 PM
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 Antwort auf:
In diesem Beitrag geht es um Marokko und dessen menschenverachtendes Verhalten gegenüber den Migranten und nicht um Minenfelder und Tote in der Türkei
Griechenland, G r i e c h e n l a n d und das sind auch Migranten, die da zerfetzt werden!

Dann mach' doch 'mal einen konstruktiven Vorschlag, wie Marokko sich gegenueber den Fluechtlingen verhalten sollte. Die Einheimischen hier helfen doch diesen Menschen, aber woher willst Du das wissen. Null Ahnung, aber grosse Klappe! Kommt mir bekannt vor!!

Re: neues aus Ceuta #52240
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>> "So ist es immer mit kritischen Neu-Mitgliedern. ..."

unter "kritischen" mitgliedern, neu oder alt, verstehe ich was anders. "lotek72" ist durch ihre penible und realitätsferne art bereits oben aufgefallen.

>> "In diesem Beitrag geht es um Marokko und dessen menschenverachtendes Verhalten gegenüber den Migranten" ...

du kannst das thema nicht allein bestimmen. wenn es um migration, illegale migration geht, wird das thema gerade hier in einem marokko-dedizierten forum nicht in engstirniger, einseitiger, fixierter und fetischister art behandelt. das ist mindestens der anspruch, wenn man sich nicht mit standardmedien begnügen will.

ferner soll nichts schöngeredet, sonder das bild genauer dargestellt werden. das ist die kritische art, die leute wie du verdrängen wollen. gutmensch-floskeln sind mir persönlich viel zubekannt und ich finde sie persönlich öde.

jm

Re: neues aus Ceuta #52241
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hey wermu

beantworte mir doch mal die fragen, die du im anderen thread aufgeworfen hast.
vor wem habe ich die hosen voll?
und wer soll mich nicht besuchen?
falls du nicht antwortest, muss ich annehmen, dass du mich nur provozieren willst.
schade eigentlich für jemanden mit deinen hehren ansprüchen.


gruss
Najib


um etwaigen rechtliche konsequenzen vorzubeugen:
dieses posting wurde unter subjektivitätsvorbehalt erstellt.

Wandern im Rif

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Re: neues aus Ceuta #52242
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Guten Abend,

@jm
 Antwort auf:
er ist voller widersprüche: haben flüchtlinge handies? und wenn sie damit in der sahara telefonieren können, wie lange waren diese handies geladen?
Diese Frage kommt mir sehr bekannt vor! habe ich sie doch erst vor ein paar Stunden in einem frankophonen/marokkanischen Forum gelesen!!

Die Antwort eines dieser TN aus dem Forum:
"Si tu utilise ton portable que pour appeller et puis tu l'éteins apres, la batterie peut tenir meme un mois." Also demnach ist es sehr wohl möglich mit dem Handy zu telefonieren, sofern es von den Polizisten nicht konfisziert wurde, wie in anderen Berichten z.T. geschrieben (diese Info unter Vorbehalt, fand ich nirgendwo bestätigt).

In diesem o.g. Forum schreibt zu deiner provokant gestellten Frage ein anderer TN:
"je crois que ces immigrés ont un portable qui fonctionne avec de l´ energie solaire est qui fonctione pas satellite".

Hier muss ich absolut passen - ich bin ein vollkommen "untechnischer Mensch" - aber vielleicht kann ein(e) TN/in hierzu kurz Stellung beziehen, um den Wahrheitsgehalt zu untermauern. Denn schliesslich geht es MA offensichtlich jetzt darum, die Vorkommnisse als Lügenmärchen zu enttarnen.

Re: neues aus Ceuta #52243
15/10/05 09:35 PM
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@elvire,

in der francophonie sagt man auch "le ridicule ne tue pas".

akkus von handies werden genau dann rasch verbraucht, wenn man damit spricht. diese handies werden - wie oft erzählt - von mehreren personen geteilt (30 muss ich irgendwo gelesen haben), also ist die nutzung sehr sehr hoch.

ferner müssen unsere füchtlinge besonders reich sein, um satellitenhandies zu besitzen und/oder mit handies beliebig ins ausland anzurufen.

bedenkt man, dass diese armen menschen in der wüste waren, müssen sie also so entfernt sein von gebieten, die durch das handy-netz bedeckt sind? oder waren sie doch ganz in der nähe einer stadt? oder existieren sie villeicht gar nicht und sind die fiktive erfindung der algerischen und polisarischen propaganda-instrumente, wie marokko und marokkaner von anfang an befürchten?

überhaupt worauf willst du hinaus? absolut und mit aller kraft beweisen, dass marokko ein land der dritten welt sei? es ist dieser hick-hack, der themen wie diese pervertiert.

willst du, wollt ihr, denunzieren, sind die afrikanischen regime so viele, die ihre brüger in dieses leid schicken. und richtet euch auch an europa, denn europa setzt ein fragiles land wie marokko massiv unter druck und die flüchtlinge wollen dorthin nicht nach marokko.

und was macht bitte die afrikanische union?? die kassen von mindestens drei ihrer sehr aktiven länder - algerien, libyen und nigeria - platzen von öl- und gaseinnahemen und mindestens zwei davon sind von diesem problem direkt betroffen: algerien und libyen. warum schweigt diese organisation bisher? und warum fixiert man sich auf marokko, ein land, welches unter den hohen ölpreisen geradezu kniet?

warum bauen algerien und libyen keine humanitären lager in ihren ländern und rufen zu einem afrikanischen gipfel, um das problem anzugehen?

doch seid ihr nur an das eine interessiert. es ist beschämend!


jm

Re: neues aus Ceuta #52244
15/10/05 09:42 PM
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@lottek72,

mach dir nichts draus. Hier im Forum wird man gelegentlich pöbelnd begrüßt. Aber es gibt auch nette Menschen hier, "Gut"-Mensch ist allerdings ein Schimpfwort, genauso wie Sozialpädagoge - aber das hat man schnell raus. ;\)

Ich meine, du solltest deine Gedanken hier weiter formulieren, weil du dir berechtigte Fragen stellst, wenn ich deine Antworten auch nicht immer richtig finde. Aber wir sind alle hier, um voneinander etwas zu lernen.

Pubertätskrise ist bei dem Herrn, der dir so harsch über den Mund gefahren ist, wohl nicht zu vermuten. Eher Midlife-crisis. \:D ;\)

Re: neues aus Ceuta #52245
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Und hier noch was aus der "sozialromantischen" taz von gestern:

Auf Zwischenstation im Jemen

Jedes Jahr kommen zehntausende Flüchtlinge, vor allem aus Somalia, über den Seeweg in das Land an der Südspitze der Arabischen Halbinsel. Sie werden zwar aufgenommen, haben dort aber keine Perspektive. Die meisten wollen nach Europa
AUS SANAA KLAUS HEYMACH UND SUSANNE SPORRER
"Nimm mein Kind mit nach Europa!", sagt Anisa. Die schlanke Frau mit dem roten Kopftuch meint es ernst. "Dann ist zumindest meine Tochter schon mal dort." Dort, wohin es die 22-jährige Somalierin bis jetzt nicht geschafft hat. An dem Ziel, für das sie vor vier Jahren ihr Leben riskiert hat. Mit vierzig anderen quetschte sie sich damals in das winzige Boot der Schlepper, das sie weg vom Krieg in ihrer Heimat über den Golf von Aden in den Jemen brachte. Drei Tage musste sie durchhalten.

Der Jemen ist jedes Jahr für zehntausende Flüchtlinge, vor allem aus Somalia, der Ausweg aus Gewalt und Elend in Afrika. Und das, obwohl das Land an der Südspitze der Arabischen Halbinsel selbst zu den ärmsten der Welt gehört. "Der Jemen ist für uns am einfachsten zu erreichen", erklärt der Somalier Hassan Jama Mohamed, dem vor zwei Wochen die Flucht glückte. Einfacher als das ferne Marokko.


....

weiter: www.taz.de/pt/2005/10/14/a0203.nf/text

Re: neues aus Ceuta #52246
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wo andere Urlaub machen
Handies funktionieren im Süden in der Nähe von Ortschaften und bedeutenden Militärposten sowie entlang der Asphaltstraßen, wobei nicht immer alle Netze zur Verfügung stehen. So erschien uns das Muster im Frühjahr 2005. Also Grundregel: Handyempfang gleich Nähe menschlicher Ansiedlung im weitesten Sinne.

Gruss
Barbara


Niemandes Herr, niemandes Knecht - so ist es recht!
Re: neues aus Ceuta #52247
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hallo jm

warum so wütend?
Vieleicht werden wir niemals erfahren, was wirklich passiert ist. Willst du uns hier aber allen Ernstes sagen, dass es für dich völlig unvorstellbar ist?
Aber es ist Fakt, und da stimme ich mit dir absolut überein, dass bei der ganzen Problematik vergessen wird, wessen Problem dies eigentlich ist. Es ist ein europäisches Problem. Marokko hat halt leider das Pech, genau zwischen den Herkunftsländern der Flüchtlinge und Europa zu liegen. Aber wenn Hr. Schily es dann noch rechtzeitig hinbekommt, werden ja demnächst europäische Grenzschützer in Marokko stationiert.
Menschenrechte interesieren doch eh nicht mehr. Und dann löst sich das Problem ja von selbst. Ist doch so einfach! \:D


Liebe Grüße
Micky
Re: neues aus Ceuta #52248
15/10/05 10:46 PM
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Hey Bäcker,

back Brötchen, kümmer Dich um neuankommende Touris und Deine Abfüllstation, ansonsten halt die Klappe.

Und wenn Dir Griechenland als Thema wichtig ist, dann mach einen neuen Beitrag auf.

@Micky,

beinahe hätte ich es überlesen:
 Antwort auf:
Es ist ein europäisches Problem.
Eigentlich ist das im Augenblick doch wohl nicht so wichtig. Wichtiger ist das menschenverachtende Verhalten Marokkos den Immigranten gegenüber.

Grüß

Werner Müller

Re: neues aus Ceuta #52249
15/10/05 11:05 PM
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Re: neues aus Ceuta #52250
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hallo,

@micky,

zwischen "unvorstellbar" und "es ist selbstverständlich so" liegt die ganze welt der vernunft, des verstands und des kritischen sinns.

hier hält ein afrikanisches land gegenüber europa sein wort und zeigt sich als verlässlicher partner. doch von der politischen klasse wird es im stich gelassen und von den brügern als sündebock behandelt.

im endeffekt scheinen jene afrikanischen länder richtig zu handeln, die wie algerien, still halten und die massen von flüchtlingen passieren lassen.

bald erleben wir gleiches mit kanabis. marokko unternimmt grosse schritte und die europäer, politiker wie bürger, werden dem land zeigen, es handle falsch. wetten?

das und die art mit der manche hier ihren verstand ausschalten (lies "wemu" z.b. beispiel), machen in der tat wütend.

jm

Re: neues aus Ceuta #52251
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Hallo @jm,

verlässlicher Partner? Unter Partnerschaft verstehe ich, dass mehere Parteien gleichwertig agieren. Wie du schon sagst, hier ist ein wunderbarer Sündenbock gefunden worden. Kaum kamen die Nachrichten über die ausgesetzten Flüchtlinge, wurde Spaniens Verstoss gegen Menschenrechte in den Hintergrund gerückt. Schließlich gehört Spanien doch zur ach so "zivilisierten, westlichen Welt". Die würden doch nicht..., oder? Tja wie man sieht, sie haben.
Das ich allerdings auch nicht davon überzeugt bin, dass Marokko ein Vorzeigestaat in Sachen Menschenrechte ist(welcher Staat ist das schon), habe ich bereits in einem anderen Thread geschrieben.

 Antwort auf:
im endeffekt scheinen jene afrikanischen länder richtig zu handeln, die wie algerien, still halten und die massen von flüchtlingen passieren lassen.
Als ich die ersten Berichte sah, bzw. las, war mein erster Gedanke, dass die Marokkaner die Flüchtlinge doch über die Zäune klettern lassen sollen, schließlich wollen diese doch nach Europa und nicht nach Marokko.

Ich will nur hoffen, dass Marokko sich nicht als Schutzwall für Europa missbrauchen lässt und selbst eine vernünftige Lösung für sich findet, wie zukünftig mit diesem Problem umgegangen werden soll.


Liebe Grüße
Micky
Re: neues aus Ceuta #52252
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Guten Abend,

@ jm

 Antwort auf:
(30 muss ich irgendwo gelesen haben)
soweit ich mich erinnere stand in den ersten Berichten von MSF, dass mit EINEM Flüchtling, der sich in einer Gruppe von 30 Deportierten befand, gesprochen wurde. Willst Du jetzt Mücken seihen und Kamele verschlucken und an der Handyfrage (wer telefonierte?) die weitere Diskussion aufhängen??

Dein persönlicher Frust hinsichtlich des Verhaltens der afrikanischen Union ist nachvollziehbar. Nur, den armen Flüchtlingen hilft der anschuldigende Fingerzeig auf Algerien und Lybien nichts und macht auch die Getöteten nicht mehr lebendig. Oder wird mittlerweile auch schon bestritten, dass Schwarzafrikaner beim Überwinden des Zaunes gezielt erschossen wurden???

"Suis la corde, tu arriveras à clou". Von Anfang an verfolgte ich das Desaster, wobei ich sehr wohl die Infoquellen selektierte und dies auch weiterhin tun werde.

"UN Integrated Regional Information networks"
http://allafrica.com/stories/printable/200510140027.html

@ jm - in deinen Augen auch nur wieder Propaganda, aber dieses Mal nach "afrikanischer Manier"?? \:o

@ WeMu
Den Link "Polémique Maroc-Polisario sur les clandestin réfoulés" (Yahoo)
halte ich auch für wenig glaubwürdig, denn in mehreren fremdsprachlichen Berichten von Betroffenen wurde immer betont, die Algerier hätten die Deportierten nach MA zurückgeschickt.

Re: neues aus Ceuta #52253
16/10/05 04:07 AM
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Hallo,

im Februar 2004 wurde im MA-Forum die Frage gestellt:
"Are Sub-Saharans welcome in Morocco?"

http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/africa/3433737.stm

http://www.marokko-online.net/cgi-bin/forum6500/ultimatebb.cgi?ubb=get_topic;f=5;t=001628;p=&r=nfx

Re: neues aus Ceuta #52254
16/10/05 04:57 AM
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Salut,

@ JM
 Antwort auf:
bald erleben wir gleiches mit kanabis. marokko unternimmt grosse schritte und die europäer, politiker wie bürger, werden dem land zeigen, .........
Es tut mir leid, vielleicht ist es schon zu spät am Abend, aber ich kann keinen Bezug zwischen dem Schicksal der schwarzafrikanischen Flüchtlingen und dem Cannabis-Anbau im Rif herstellen.


Bis jetzt werden auf 134.000 ha Cannabis angebaut. Der geschätzte Umsatz = 12 Milliarden Dollars. Die Landwirte erhalten davon lediglich 2 %. Bis dato besteht kein handfester regionaler Entwicklungsplan und die Überzeugungsarbeit bei den Landwirten ist dementsprechend schwierig.
Gesamtartikel nachzulesen in:
http://www.babelmed.net/index.php?menu=271&cont=876&lingua=fr

http://www.marokko-online.net/cgi-bin/forum6500/ultimatebb.cgi?ubb=get_topic;f=5;t=001914;p=&r=nfx

Der Fairness halber muss gesagt werden, dass in einer "Pilote-Operation" im Gebiet Larache vor kurzem die Felder zerstört wurden, d.h. ca. 12.000 ha, die mit ihrem Ertrag 12 % der Cannabisproduktion stellten. Durch die immerwiederkehrende Dürre hat sich die Erntemenge erheblich reduziert und nicht nur das, auch die Qualität liess nach. 75.000 Personen leben in dieser Region direkt vom Cannabis.

Ein Programm der ADPN (l'Agence pour la Promotion et le Développement Economique des provinces du Nord) muss Alternativen für die 12 Gebiete vorstellen. Bis heute Nichts - c'est une feuille blanche. ADPN soll 60 Millionen Dirhams dafür zur Verfügung stellen plus die erwartete internationale Hilfe!

Das Programm erstreckt sich über 4 Jahre, gleichzeitig muss eine Verbesserung der Infrastruktur, wie z.B. Strassenausbau, Krankenhäuser, vorgenommen werden.

Die Bewohner aus der Gegend von Larache adressierten bereits 1960 an das Köngliche Kabinett ein Dokument mit dem sie um Alternativen für den Cannabisanbau baten, um nicht länger den Erpressungen durch die Polizei und den Staatsdienern ausgesetzt zu sein.

Dies war ein kleiner Exkurs zu Deinem posting in puncto Cannabis und "MA unternimmt grosse Schritte".......

Re: neues aus Ceuta #52255
16/10/05 09:15 PM
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salam alle,


@elvire,

30 oder 100, was willst du mir mit deiner erbsenzählerei sagen? mir auf biegen und brechen beweisen, dass marokko ein land ist, welches die menschenrechte nicht achtet? du gibst zu, das thema ist weiter und breiter als das, doch bleibst – wie ich bereits kritisierte – auf das eine fixiert. mir ist dies nichts anders als ein weiterer hinweis auf deine anti-marokkanische einstellung.

das kanabisthema war ein beispiel, doch du spielst bereits schneller als die musik und sticht genau in jene viel zu berechenbare richtung. also behalte ich recht mit meinen vermutungen.

ferner sind aps und sps propagandaorgane dessen, was marokkaner das "algerosario" nennen. das wirst du nicht ändern können.


@micky,

tatsache bleibt, dass marokko, selbst ein sehr armes und gebrechliches land afrikas, dessen kinder zu hunderten und tausenden als flüchtklinge leben oder sterben, den dreckjob für europa gemacht hat. dies hat das land, welches weder über öleinnahmen noch über irgendwelche nennenswerten natürlichen ressourcen verfügt, ein vermögen gekostet und tut es weiter. dieses geld, welches woanders fehlen wird, ist jedoch für die entwicklung des landes von exsitenzieller bedeutung. doch keiner erhebt auch nur ein kleines stimmchen an europa. europa schweigt und ihre gutmenschen baden in ihrer torheit und blindheit. das ist die bittere realität.

jm

Re: neues aus Ceuta #52256
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Passendes Interview mit einem Mitglied von "Ärzte ohne Grenzen":

"Man muss die Flüchtlinge mit allem Respekt als menschliche Wesen behandeln"
 Antwort auf:
Telepolis - Ein Gespräch mit Frederico Barroela, dem Leiter des Büros der "Ärzte ohne Grenzen" in Tanger, über die Situation der Flüchtlinge in Marokko
Gruß

Werner Müller
Seit zwei Jahren arbeitet die Hilfsorganisation [extern] Ärzte ohne Grenzen in verschiedenen Regionen Marokkos ausschließlich mit Immigranten aus Ländern südlich der Sahara. Neben dem Zentralbüro in der Hauptstadt Rabat werden Projekte in Nador, nahe der spanischen Enklave Melilla, in Oujda an der algerischen Grenze und schließlich in Tanger unterhalten. Vor kurzem veröffentlichte die Organisation einen Bericht über [extern] Gewalt und Immigration, der für große Aufmerksamkeit sorgte. Ein Hauptteil der medizinischen Behandlungen von Immigranten war verursacht durch Gewaltanwendungen, begangen von der marokkanischen (52%) und spanischen Polizei (15%). Ein Gespräch mit Frederico Barroela, dem Leiter des Büros der "Ärzte ohne Grenzen" in Tanger.

Re: neues aus Ceuta #52257
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Guten Abend,

@JM

calmez-vous! svp.

anstelle mich erneut zu beleidigen und als anti-marokkanisch zu bezeichnen, wäre es sinnvoller , mir auf meine Frage "In welchem Zusammenhang Deine Erwähnung vom Cannabisanbau im Rif mit dem aktuellen Flüchtlingsproblem steht", zu antworten.


 Antwort auf:
30 oder 100, was willst du mir mit deiner erbsenzählerei sagen?
Es geht nicht um die Zahl, falls Du das nicht verstanden haben solltest, oder besser gesagt: nicht verstehen willst, sondern um Tatsachen, die Du auf den Kopf zu versuchen stellst.

Ich bin nicht auf EIN Thema fixiert, das ist Deine Unterstellung, die jeglicher Grundlage entbehrt, sondern ich versuche das Geschehen objektiv zu sehen. (Wäre ich boshaft würde ich sagen, bei Deiner Wahrnehmung muss ein Knick in der Pupille sein \:D )

Tatsache ist:

Spanien hat Druck auf MA ausgeübt unter Hinweis auf das 1992 geschlossene Abkommenen, das bislang nicht angewendet wurde, das aber MA nunmehr in Zugzwang brachte.

Spanien geniert sich jetzt aber nicht, in der Presse zu schreiben:
"Caravane de la honte" (Schande) oder
"Caravane de l'Enfer" (Hölle)
hypokritisches Gebaren!

"Le Monde" zitiert zu diesen Vorkommnissen die Berliner Mauer, die die schlechtesten Erinnerungen hervorruft.
Nur wie hilft Frankreich konkret??

Spanien nötigt MA schon seit längerer Zeit die Grenzen noch besser zu schützen und stellte dafür zusätzliche monetäre Hilfe in Aussicht.

Die EU hat die vor 6 Jahren an MA zugesagten 40 Mio Dollars eingefroren und bis heute nur eine minimale Abschlagzahlung geleistet. Warum??

Europa festigt nochmals seine Grenzen und verteidigt sie als gehe es um das pure Überleben von 450 Millionen Einwohnern. Jährlich erreichen 500.000 Illegale das Festland - von einer "Flut" oder "Schwemme" kann keine Rede sein.

Nach Auskünften der AHMD wurden im Jahr 2003 bei der illegalen Grenzüberschreitung 23.851 Subsahrians und 12.400 Marokkaner festgenommen.

MA ist in diesem speziellen Fall durch die geographischen Lage und auch durch die Geschichte benachteiligt. Umso schwieriger ist eine Grenzkontrolle, wie von den Spaniern gefordert.
Und auch der Mitbegründer von MSF (Ärzte ohne Grenzen) sagt: "Fermer la porte ne sert à rien - on passe par la fenêtre." (Die Tür schliessen nützt nichts, man kommt dann durch das Fenster)

 Antwort auf:
ferner sind aps und sps propagandaorgane
ist mir klar,
aber immer nur MAP lesen?? \:D

Re: neues aus Ceuta #52258
17/10/05 06:03 AM
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hallo
achtung! off topic!

 Antwort auf:
bald erleben wir gleiches mit kanabis. marokko unternimmt grosse schritte und die europäer, politiker wie bürger, werden dem land zeigen, .........
.............
.............
 Antwort auf:
Dies war ein kleiner Exkurs zu Deinem posting in puncto Cannabis und "MA unternimmt grosse Schritte".......
elvire, das hört sich skeptisch an, dein kleiner nachsatz zu deinem kleinen exkurs.
aber ich kann bestätigen, dass in letzter zeit viel geld in die infrastruktur vom rif fliesst. es wird auch in den tourismus investiert. kleine herbergen an trekkingrouten durch der naturpark hier werden subventioniert.
chaouen hat eine funktionierende müllabfuhr und linienbusse, die das umland erschliesen, bekommen.
90% der strassen in chaouen wurden in den letzten 3 jahren erneuert.
im rif werden wichtige strassen asphaltiert und die hauptstrasse ist neu (bis bab berred weiss ich es aus eigener anschauung).
abgelegene dörfer werden ans stromnetz angeschlossen.
dieses jahr wurden kiffelder, die neu angelegt wurden, abgebrannt. (nicht ohne dass die bauern dafür ein stück wald angezündet haben ;\) ).

also etwas tut sich schon.
steht vielleicht nicht alles in der zeitung.


gruss
Najib

ach ja
wermu
ich warte immer noch auf antwort von dir.
oder war's nur heisse luft.
hast du das von deinem freund, dem hanseaten, gelernt?


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Re: neues aus Ceuta #52259
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@elvire,

also muss man von der eu verlangen einem land wie marokko politisch wie finanziell zu helfen, statt auf marokko übel zu schiessen.

hierbei steht auch die glaubwürdigkeit der eu in frage. andere länder sehen zu, wie mit einem partner, der seine engaments mit festem schritt eingeht, so tollpatisch wie er es auch macht, umgegangen wird. und das ist nicht wirklich ermutigend.

wenn strukturelle probleme wie illegale migration, drogen, die situation von frauen, arbeitslosigkeit etc. nicht mehr nur national, sondern mindestens regional betrachtet und angegagen werden, ist es für europa von höchster bedeutung sich nicht mehr kindisch zu verhalten.

@najib,

du solltest aufhören, das dekandente propagandaorgan map zu lesen - ;-) .

jm

Re: neues aus Ceuta #52260
17/10/05 05:38 PM
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hallo

@jm
ausser spiegel-online lies ich gar nix.


gruss
Najib


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Re: neues aus Ceuta #52261
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So viel zu Menschenrechten in Marokko

BBC - UN demands Morocco camps access

Grüße

Werner Müller

Re: neues aus Ceuta #52262
19/10/05 11:43 PM
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hallo

nur mal zum nachdenken, ob marokko wirklich der buhmann in der ganzen sache ist:

spiegel-online heute

gruss
Najib


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Re: neues aus Ceuta #52263
20/10/05 02:38 AM
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hallo zusammen,

es laeuft gerade eine sendung auf
2M
in der das brisante thema behandelt wird.
auf dem podium dabei vertreter der regierung.

ein sprecher des marokkanischen aussenministeriums wurde auf die 40Mio euro von europa als unterstuetzung angesprochen.
seine antwort woertlich:

 Antwort auf:
von den versprochenen 40Mio euro, die in den vergangenen 6 jahren immer wieder zugesagt wurden ist nicht ein cent eingetroffen !!
auf der anderen seite belief sich der aufwand auf 70Mio euro, die aus der staatskasse vorausbezahlt wurden !!
soviel zu europa, marokko, das fluechtlingsproblem und 40Mio !!

gruss, moutacim


das licht, am anderen ende
des tunnels, koennte auch
ein entgegenkommender zug sein !
Re: neues aus Ceuta #52264
20/10/05 05:39 PM
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Lieber WeMu,

 Antwort auf:
Najib, Du hast wohl die Hosen voll weil Du in Marokko sitzt und hoffst inständig dass Du keinen Besuch bekommst
Ich will Dir nicht Nahe tretten. Ich habe aber die Diskussion von Anfang an mitverfolgt und meine auch, daß Du Najib doch eine Antwort schuldig geblieben bist. Er hat Dich mehrmals gebeten, Stellung zu Deinen behauptungen gegen ihn zu nehmen. stattdessen:

 Antwort auf:
Wenn ich Ihre Kreise gestört haben sollte und Sie dies als Provokation ansehen: Sie haben recht.
ich bitte Dich solche "Provokation" zu vermeiden. Dieses Forum sollte u.a. dazu dienen, miteinander zu reden und nicht den anderen zu provozieren, wie Du es oben zugibst.

Und wenn es ein "Ausrutscher" war, dann sollte man sich einfach freundlich und ehrenhaft dafür entschuldigen anstatt weiter mit Beleidigungen fortzufahren.

[QUOTE] Ach Sie armer, kranker und zugekiffter Najib, wie leid Sie mir doch tun. /QUOTE]

Es wäre sehr schön, wenn Du bei den Themen sachlich bleibst und mögliche konstruktive Antworten liefern kannst.

Re: neues aus Ceuta #52265
20/10/05 10:20 PM
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hallo moderator, kann man diesen najib-wermu ******* nicht mal verschieben oder noch besser loeschen?
rainer


du hast noch nicht einmal nicht den ocean gesehen? die reden von nichts anderes im himmel! knocking on heavens door


Re: neues aus Ceuta #52266
20/10/05 11:28 PM
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Hallo aquawatch,

Ich habe nicht dagegen, wenn das von mehreren Teilnehmmern gewunscht wird. Dann bin ich lieber fürs Löschen.

Re: neues aus Ceuta #52267
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youssef, bin auch dafür, persönliche auseinandersetzung, die mit dem thema inhaltlich nichts zu tun hat, zu entfernen.

gruss
jm

Re: neues aus Ceuta #52268
20/10/05 11:58 PM
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hallo

von mir aus kann das auch gelöscht werden.
was von meiner seite zu sagen wäre ist gesagt, und wenn ihr euch von jedem auf der nase rumtanzen lassen wollt ist das eure sache.


love and peace
Najib


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Re: neues aus Ceuta #52269
22/10/05 08:33 PM
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So sieht Marokko die Situation in Ceuta und Melilla:


Die neuen Verdammten dieser Erde - Ceuta und Melilla - aus afrikanischer Sicht

22.10.2005 - In seinem Klassiker «Die Verdammten dieser Erde» schilderte Frantz Fanon 1961 die unüberbrückbare Kluft, die Kolonisatoren und Kolonisierte trennt. In diesem Zeichen sieht der senegalesische Schriftsteller und Journalist Boubacar Boris Diop auch die menschenunwürdigen Szenen, die sich in Marokko in den vergangenen Wochen um die spanischen Exklaven von Ceuta und Melilla abspielten.

Am 21. Februar 2005 führte ein Beitrag in der «New York Times» den Titel «Mehr afrikanische Immigranten als zur Zeit der Sklaverei». Der Vergleich ist nicht nur - höflich ausgedrückt - befremdlich, sondern auch gefährlich. Er verstärkt das Gefühl, dass der Westen zur Auffangstation für die Misere der restlichen Welt geworden sei und dass dem ein Ende gesetzt werden müsse.

Dieser Überdruss mag die Brutalität der Vorgänge um Ceuta und Melilla erklären. Weltweit strahlten die Nachrichtensender Bilder von blutverschmierten Handschuhen aus, die im Stacheldraht hängen geblieben waren, von jungen Afrikanern, die benommen durch die Wüste stolperten, und - auch das durfte nicht fehlen - von einigen guten Seelen, die in den Auffangzentren Brot verteilten. Die Tatsache, dass beim verzweifelten Sturm auf die um die Exklaven gezogenen Sicherheitszäune - die bald auf unüberwindbare sechs Meter hochgezogen werden sollen - 16 Tote und Hunderte Verletzte zu beklagen waren, schockierte die Öffentlichkeit weniger als der unglaubliche Beschluss, die Migranten in die Wüste abzuführen und sie dort sterben zu lassen. Der Anblick aneinander geketteter junger Schwarzer weckt in Afrika unweigerlich böse Erinnerungen; freilich sollten sie diesmal nicht mit Gewalt in den Westen verschleppt, sondern vielmehr an der Reise dorthin gehindert werden.

Schutz um jeden Preis

Marokko hat diese inhumane Praxis inzwischen aufgegeben, aber der Schaden lässt sich damit nicht ungeschehen machen. Und nach wie vor schiebt man sich die Migranten von hüben nach drüben unwillig zu, als wären sie Kehricht und nicht menschliche Wesen. Die beiden grossen Ängste des Nordens - Terrorismus und Immigration - haben zu Reflexen geführt, die den Anschein vermitteln, als wäre der Schutz der «Festung Europa» wichtiger geworden als derjenige der Menschenrechte, auf die sich die europäische Tradition so viel zugute hält.

Die jüngsten Bilder von der spanisch-marokkanischen Binnengrenze wie auch die immer wiederkehrenden Berichte von kaum seetüchtigen Booten, die - wenn sie nicht bei der Überfahrt kentern - ihre menschliche Fracht an den Ufern von Lampedusa, Malta oder Zypern deponieren, lassen den Eindruck entstehen, dass das friedliche und wohlhabende Europa einem wahren Ansturm von Schwarzafrikanern ausgesetzt sei. Dabei sollte aber nicht vergessen gehen, dass sich unter den unseligen boat people Vertreter fast aller armen Nationen Asiens und Afrikas finden; und dass bis vor kurzem vor allem Nordafrikaner den Zugang ins verbotene Paradies von Ceuta und Melilla suchten.

In Anbetracht dieses Umstands ist es besonders pikant, dass nun Marokko und Algerien, Libyen und Mauretanien damit betraut werden sollen, die afrikanischen Migranten von Europa fernzuhalten. Dem libyschen Staatschef Ghadhafi sieht man aufgrund entsprechenden Wohlverhaltens plötzlich die Repression nach, die er im eigenen Land praktiziert; und Marokko lässt sich mit 40 Millionen Euro dafür entschädigen, dass es die wenig ehrenhafte Rolle des Rausschmeissers übernimmt. Auf längere Sicht könnte aus dieser künstlich geschaffenen Gegnerschaft zwischen Maghrebinern und Schwarzafrikanern, überlagert noch vom entlang ähnlicher ethnischer Grenzen verlaufenden Konflikt in Darfur, ein gefährliches innerafrikanisches Spannungsfeld resultieren.

Abgesehen von diesem Risiko fragt sich auch, ob die sich abzeichnenden Panikreaktionen überhaupt gerechtfertigt sind. Die Statistiken über die Versuche illegaler Grenzübertritte weisen nämlich nicht auf eine drohende Invasion Europas via Sahara und Mittelmeer hin, sondern verzeichnen vielmehr sinkende Zahlen: In Spanien registrierte man heuer 12 000 Versuche gegenüber 55 000 im Vorjahr, in Italien 3000 gegenüber 6350.

Warum?

Man kommt anderseits auch nicht um die Frage herum, warum junge Afrikaner - nicht selten gerade die mit höherer Bildung - ihr Leben für die schiere Möglichkeit, nach Europa zu gelangen, aufs Spiel setzen; warum sie sich mit Steinen und Fäusten gegen schwer bewaffnete Soldaten stellen oder sich einem überfrachteten Kahn anvertrauen, um dann mit aller Wahrscheinlichkeit in einem inferioren Job und elenden Lebensverhältnissen zu landen. Das Schauspiel dieser erbärmlichen Exil-Kandidaten, wie Schlachtvieh bereit, ihr Schicksal auf sich zu nehmen, hat am meisten geschmerzt. Als Afrikaner empfand man bei ihrem Anblick Scham und - es sei zugegeben - eine dumpfe Wut. Wenn man schon bereit ist, sein Leben zu opfern, um die Heimat zu verlassen: warum dann nicht besser diesen Opfermut in den Dienst der Heimat stellen, sein Leben dort investieren, zumindest im Interesse der künftigen Generationen? Das zu verstehen, fällt schwer.

Es sind denn auch nicht allein die Verlockungen Europas, welche die tödliche Entschlossenheit der jungen Migranten erklären; eher verhält es sich so, dass sie in eine Falle geraten sind. Wenn einer von ihnen am Fuss des Stacheldrahtzauns von Ceuta oder Melilla steht, hat er seine gesamten Ersparnisse in den Händen von Schleppern oder bestechlichen Grenzbeamten zurückgelassen. Er hat in überladenen Camions oder auch zu Fuss oft Tausende von Kilometern auf unwirtlichen Strecken zurückgelegt, hat am Zielort Monate oder gar Jahre unter Schicksalsgenossen verbracht, die in improvisierten Camps von der Hand in den Mund leben und vom Sprung nach Europa träumen. Mit jedem Tag wächst die Überzeugung, dass man es schaffen wird, weil man es schaffen muss: Wer kann einem Verzweifelten vorwerfen, dass er die Illusion hegt, nur ein paar Stacheldrähte trennten ihn und die Seinigen daheim von einem neuen Leben?

Neben der Unmöglichkeit, geschlagen und mit leeren Händen den Weg nach Hause anzutreten, spielt auch der Gruppendruck eine Rolle. Viele der jungen Männer hört man sagen: «Ich wusste nicht, was auf mich zukam - es war unerträglich, aber wann immer ich aufgeben wollte, haben mich die anderen zum Weitermachen gedrängt.» Statt die Migranten von der Warte der Privilegierten herab zu verurteilen, müsste man der Kraft dieser verzweifelten Hoffnung Rechnung tragen.

Afrika schweigt

Während sich das Augenmerk der Weltöffentlichkeit auf Ceuta und Melilla richtete, hat kein afrikanisches Staatsoberhaupt gegen die Behandlung protestiert, die seinen Landsleuten zuteil wurde; auch die Afrikanische Union hielt eine Stellungnahme für unnötig. Es ist anzunehmen, dass die Emigration von gewissen Regierungen sogar begrüsst wird: Man hat selbst weniger Mäuler zu stopfen, und die von den Migranten überwiesenen Gelder sind eine willkommene Infusion in die ausgeblutete Wirtschaft des Landes. Zudem haben die afrikanischen Politiker wohl nicht zuletzt geschwiegen, um ihre europäischen Amtsbrüder nicht zu verstimmen.

Mit solchem Zynismus auf höchster Ebene hat man in Afrika leben gelernt; bedauerlicher ist die Passivität der Zivilgesellschaft. Immerhin hat die Malierin Aminata Traoré, eine Führungsfigur in der globalisierungskritischen Bewegung Afrikas, am 14. Oktober zu einer «Marche de Dignité» aufgerufen, die sie und zehn Gesinnungsgenossinnen über Paris, Mailand und Madrid nach Brüssel führen soll. Aber dies ist ein Einzelfall; insgesamt scheint auch Afrika nicht geneigt, sich der zwischen die Grenzen Geratenen anzunehmen. Politiker wie Intellektuelle schlagen mehrheitlich einen Bogen um das Thema Ceuta und Melilla.

Doch Wegsehen nützt am Ende nichts, und auch mit strengeren administrativen Massnahmen wird der Migration kein endgültiger Riegel zu schieben sein. Einzig mit einer gezielten und langfristigen Politik, die auf die Beseitigung der Missstände in den Herkunftsländern setzt, wäre der Migrationsdruck abzubauen - und damit nicht zuletzt die Möglichkeit, dass Frustration und Verzweiflung in Schwarzafrika einen neuen Gefahrenherd auch für die europäische Gemeinschaft entstehen lassen.

von Boubacar Boris Diop/ NZZ


Gruß vom Klaus - der mit 4x4 und Dachzelt unterwegs ist ...
Re: neues aus Ceuta #52270
23/10/05 03:24 AM
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Guten Abend,

die Flüchtlings-"Rückführung" ist - so wie es aussieht - für's Erste abgeschlossen. Marokko war und ist noch immer in aller Munde und muss harsche Kritik einstecken.

"Unsere afrikanischen Brüder müssen wir heute um Verzeihung bitten"
schrieb am 19. 10. die marok. "Le Journal Hebedomadaire", die nach meinem Kenntnisstand als
einzige inländische Zeitung Position bezogen hat und Kritik übt. Afrikanische Zeitungen stellen unisono das Handling der marok. Regierung ebenfalls an den Pranger.

Aber auch die EU wird angegriffen - und dies nicht zu Unrecht. Deutschland hat hier, wie die anderen Mitgliedstaaten eine unrühmliche Rolle gespielt, da sie nicht (genug) gegen das von Madrid praktizierte Procedere einschritten. Die Genfer Flüchtlingskonvention, der 1999 vom EU-Rat in Tampere uneingeschränkt Geltung zugebilligt wird, wurde missachtet.

Interessant finde ich das Ergebnis einer Umfrage der teilnehmenden Users in einem französsprach. marok. Forum
zu der Frage "Wie beurteilen Sie die Handhabung der illegalen Immigranten durch die marokk. Regierung"

Gesamtbefragte: 1553
Der Staat hat brutal reagiert: 16 %
Marokko hatte keine andere Wahl: 17 %
Marokko hatte Angst vor Erpressung (West-Saharafrage, Entwicklungshilfe): 21 %
Marokko ist in die Falle der EU geraten: 26 %


"Wir müssen begreifen, dass die Immigranten keine Last sind, sondern eine Chance", sagt José Palazón. Palazón ist Chef von "Prodein" einer Hilfsorganisation aus Mellila. Er und seine 800 Mitstreiter bringen Essen in die Wälder, unterrichten Spanisch, erklären den Flüchtlingen im Auffanglager, wie sie sich zurechtfinden können. "Ich habe in den letzten Jahren Hundere von Migranten kenne gelernt", sagt Palazon, "und fast alle waren jung, intelligent u. wollten etwas leisten.

´Wer mit den Ankömmlingen spricht, im Lager oder auf den Straßen der Stadt, versteht, was Palazon meint. Studenten, Elektriker, Handwerker sind darunter, Söhne von Ladenbesitzern. Familien, die das GEld zusammenkratzen müssen, schicken vor llem diejenigen auf die ungewisse Reise, denen sie zutrauen, sich später auch in Europ durchzusetzen. Was oft gelingt:

Allein im vergangenen Jahr haben Migranten 150 Milliarden Dollar in die Heimat überwiesen, das Dreifache der weltweiten Entwicklungshilfe!

Re: neues aus Ceuta #52271
24/10/05 03:28 PM
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@elvire,

>> "Marokko war und ist noch immer in aller Munde und muss harsche Kritik einstecken.

das ist wunschdenken. ich habe beispielsweise gestern eine sendung zum thema in rfi gehört und davon war nichts überhaupt nichts zu spüren.

jeune afrique hat auch eine umfrage im internet gestaret, nach dem aktuellen ergebnis sehen 59,5% der beteiligten marokko im recht, 37% sind gegen sein vorgehen und der rest ist ohne meinung (quelle: http://www.lintelligent.com ).

was le journal hebdomadaire (und assahifa) angeht, ist es nicht anders zu erwarten. es handelt sich um ein magazin, welches die positionen marokkos systematisch kontert und zu torpedieren versucht und bei jedem artikel auf die monarchie schiesst. einem aufmerksamen beobachter dürfte eher die frage aufdringlich sein, wieso haben andere medien nicht so reagiert? dafür muss man allerdings aufmerksam sein und keine vorgefertigten urteile haben.

jm

Re: neues aus Ceuta #52272
25/10/05 12:10 AM
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Ich war fuer zwei tage in CEuta. Dort sitzen Hunderte Menschen aus Afrika, Pakistan, ect.. Sie sitzen einfach nur da und starren uebers Meer auf die spanische Seite.

Dass sie in Europa kaum Chancen haben Arbeit zu finden, wollen sie nicht wahrhaben.
Sie glauben, wenn sie angekommen sind, haben sie es geschafft.
Hier sollte die EU Aufklaerungsarbeit in den Herkunftslaendern, ggf. auch mittels TV-Spots betreiben.

Die marok. Polizei faengt seit kurzem illegale Einwanderer auch im Landesinneren ab.
So kommen sie erst gar nicht an den brisanten Punkten um die span. Exclaven an und eine Gettobildung wird vermieden.


Beste Grüße
Thomas

In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
Re: neues aus Ceuta #52273
26/10/05 05:35 PM
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@Thomas Friedrich

 Antwort auf:
Ich war fuer zwei tage in CEuta. Dort sitzen Hunderte Menschen aus Afrika, Pakistan, ect.. Sie sitzen einfach nur da und starren uebers Meer auf die spanische Seite.

Dass sie in Europa kaum Chancen haben Arbeit zu finden, wollen sie nicht wahrhaben.
Sie glauben, wenn sie angekommen sind, haben sie es geschafft.
Hier sollte die EU Aufklaerungsarbeit in den Herkunftslaendern, ggf. auch mittels TV-Spots betreiben.
wenn sie es schaffen nach Europa, so wohnen sie dann zu mehreren in einem Zimmer.
Das was verdient wird, wird dann nach Hause geschickt.
Dieses ist immer noch besser als wenn sie in der Heimat nicht wissen wovon die Familie leben soll.

TV-Spots sind hier definitiv falsch. Was soll man zeigen Massenarbeitslose, Wohnslums?

Im Vergleich zur Heimat der Betroffenen ist das immer noch besser.
Eigentlich braucht Europa diese Zuwanderer, denn diese füllen den Niedriglohnsektor aus (bei McDonalds in Berlin sieht man fast keine Deutschen, trotz hoher Arbeitslosigkeit).

Die eigentlichen Probleme müssen in den Heimatstaaten erledigt werden (Auffanglager sind billig aber falsch).

Deine Forderungen sind wieder einmal welche die nur zu Kopfschütteln führen.

Re: neues aus Ceuta #52274
27/10/05 12:35 AM
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@Karim:

 Antwort auf:
Das was verdient wird, wird dann nach Hause geschickt.
Dieses ist immer noch besser als wenn sie in der Heimat nicht wissen wovon die Familie leben soll.
Aus der Sicht der Afrikaner ist das sicherlich die bessere Loesung, aus der Sicht der in Europa bzw. Deutschland lebenden Bevoelkerung sicherlich nicht.
Ich denke da an die neuen Sparpakete der Bundesregierung und Du befuerwortest, dass noch mehr Geld ausser landes geschafft wird, was der einheimischen Wirtschaft, somit den Menschen in D. nicht mehr zur Verfuegung steht.


 Antwort auf:
TV-Spots sind hier definitiv falsch. Was soll man zeigen Massenarbeitslose, Wohnslums?
Haettest Du jemals in Deinem Leben mit diesen Menschen gesprochen, so wuesstest Du, welche falschen Vorstellungen sie von Europa haben. Sie haben ausschliesslich positives Vorstellungen, sie wissen nichts ueber moegliche Probleme in Europa.
TV-Spots von Schlangen vor den Arbeits.- und Sozialaemtern, Ostdeutsche Plattenbauten, Wohnbaraken und endlose erfolglose Bewerbungen um einen Arbeitsplatz wuerden ein realistischeres Bild bringen.

 Antwort auf:
Eigentlich braucht Europa diese Zuwanderer, denn diese füllen den Niedriglohnsektor aus (bei McDonalds in Berlin sieht man fast keine Deutschen, trotz hoher Arbeitslosigkeit).
Eben genau weil es endlos viele neue Billigarbeiter aus diesen Laenden gibt, bleiben das auch Billigjobs. Waeren diese Menschen nicht da, dann wuerden den schon in Deutschland lebenden Menschen anstaendige Loehne bezahlt werden muessen.
Wie wuerden wohl Marokkaner reagieren, wenn in marokkanischen MC Donalds Billiglohnarbeiter aus dem Senegal und Mali taetig waeren? Ich denke, dass man das nicht in Ordnung faende. Fuer Deutschland soll es hingegen o.k. sein?!

 Antwort auf:
Die eigentlichen Probleme müssen in den Heimatstaaten erledigt werden
Richtig!
Deswegen koennen die Probleme der Leute nicht in Europa geloest werden, sondern mit ihnen in ihren Heimatlaendern!


Deine Forderungen sind wieder einmal welche die nur zu Kopfschütteln führen.


Beste Grüße
Thomas

In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.
Re: neues aus Ceuta #52275
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warum bist du in Marokko?
warum bin in D?
wollen wir tauschen ;\)

Re: neues aus Ceuta #52276
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@Thomas Friedrich
 Antwort auf:
Ich denke da an die neuen Sparpakete der Bundesregierung und Du befuerwortest, dass noch mehr Geld ausser landes geschafft wird, was der einheimischen Wirtschaft, somit den Menschen in D. nicht mehr zur Verfuegung steht.
Na dann leiste mal Deinen Beitrag und sorge dafür, dass wieder Geld nach Deutschland zurück fließt: Stell einfach ein paar deutsche Arbeitslose an und die schicken dann ihr verdientes Geld nach Deutschland.

Gruß

Werner Müller

Re: neues aus Ceuta #52277
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guten Abend,

@ Thomas

 Antwort auf:
Die marok. Polizei faengt seit kurzem illegale Einwanderer auch im Landesinneren ab.
So kommen sie erst gar nicht an den brisanten Punkten um die span. Exclaven an und eine Gettobildung wird vermieden.
und eine EU-Delegation war unlängst beim libyschen Regenten Gaddafie, um technische Details gegen "illegale Migration" zu besprechen. In einem Dokument ist festgehalten, was man den Libyern schon geliefert hat; neben 500 Rettungswesten auch 1000 Leichensäcke für die Opfer gescheiterter Fluchtversuche

Thomas, Deinen Gedankengängen zu diesem Thema werde ich nie und nimmer folgen können! Du sprichst von den Betroffenen als wären sie "Parias".

Re: neues aus Ceuta #52278
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@thomas friedrich

 Antwort auf:
Aus der Sicht der Afrikaner ist das sicherlich die bessere Loesung, aus der Sicht der in Europa bzw. Deutschland lebenden Bevoelkerung sicherlich nicht.
Ich denke da an die neuen Sparpakete der Bundesregierung und Du befuerwortest, dass noch mehr Geld ausser landes geschafft wird, was der einheimischen Wirtschaft, somit den Menschen in D. nicht mehr zur Verfuegung steht.
Soll man das als das verstehen, dass die Ausländer aus Deutschland verschwinnden sollen?
Das Problem liegt bei den Finanzen bei denen die ihren Reichtum ausserhalb Europas vor der Steuer verstecken.
ein Ausländer der in Deutschland arbeitet hat Steuern bezahlt und schickt dann dieses Geld nach Hause.

 Antwort auf:
Haettest Du jemals in Deinem Leben mit diesen Menschen gesprochen, so wuesstest Du, welche falschen Vorstellungen sie von Europa haben. Sie haben ausschliesslich positives Vorstellungen, sie wissen nichts ueber moegliche Probleme in Europa.
TV-Spots von Schlangen vor den Arbeits.- und Sozialaemtern, Ostdeutsche Plattenbauten, Wohnbaraken und endlose erfolglose Bewerbungen um einen Arbeitsplatz wuerden ein realistischeres Bild bringen.
Ich habe mit solchen Menschen gesprochen auch jetzt. Dein Vorwürfe sind sind Unterstellungen.

TV Spots sind wie bereits geschrieben unrealistisch.

 Antwort auf:
Eben genau weil es endlos viele neue Billigarbeiter aus diesen Laenden gibt, bleiben das auch Billigjobs. Waeren diese Menschen nicht da, dann wuerden den schon in Deutschland lebenden Menschen anstaendige Loehne bezahlt werden muessen.
Da werdern eher die McDonalds gechlossen. Wenn keine Ausländer da sind dann fehlen auch die Firmen. In Deutschland gab es bereits mal eine Zeit in der Minderheiten aus dem leben verschwanden. Du schneidesst ja das Thema immer wieder an.

 Antwort auf:
Wie wuerden wohl Marokkaner reagieren, wenn in marokkanischen MC Donalds Billiglohnarbeiter aus dem Senegal und Mali taetig waeren? Ich denke, dass man das nicht in Ordnung faende. Fuer Deutschland soll es hingegen o.k. sein?!
Was verdient man in Marokko bei McDonalds?
Es ist nicht viel. In so fern ist der Vergleich falsch.

 Antwort auf:
Deine Forderungen sind wieder einmal welche die nur zu Kopfschütteln führen.
Ich habe keine Forderungen gestellt.

Re: neues aus Ceuta #52279
04/11/05 03:53 AM
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@Elvire

Thomas hat die Menschen längst als Menschen 2. Klasse abgestempelt.
Selbst Menschen die in Europa leben sind an der Misere (Wirtschaftslage) schuld.

Wenn man den Aussagen zu folgen versucht.

Re: neues aus Ceuta #52280
05/12/05 03:01 PM
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hallo,

allen, die den populismus herrschender medien der kritischen vernunft (wie philosophisch!) bervorzugt haben, empfehle ich diese lektüre.

quelle: http://www.qantara.de
---
Migranten in Libyen

Eintrittsgeld in die Wüste

Etwa zwei Millionen afrikanische Migranten leben und arbeiten in Libyen. Viele von ihnen hoffen, eines Tages nach Europa übersetzen zu können. Mit der Annäherung Libyens an Europa aber wird der Grenzübertritt in das Wüstenland immer schwieriger. Von Charlotte Wiedemann

Sie sammeln den Müll ein und schleppen Sand über Baustellen. Sie sitzen mit Blecheimern voll Wasser an Straßenkreuzungen und rufen "Wash car, wash car". Sie warten im Schatten von Mauern auf Arbeit für einen Tag, meistens schmutzige Arbeit, welche viele Libyer nicht gern verrichten.

Ausländische Arbeitskräfte sind in Libyen allgegenwärtig, geschätzte zwei Millionen Migranten leben im Land, neben einer eingesessenen Bevölkerung von nur etwa fünf Millionen.

Ghaddafis pan-afrikanische Politik hatte den Grenzübertritt in der Vergangenheit leicht gemacht; Libyen wurde zum Einwanderungs- und Durchwanderungsland für arme Schwarzafrikaner. In altersschwachen Fischerbooten von der libyschen Küste nach Italien - oder über den Stacheldraht in die spanische Enklave Mellila, das sind die beiden großen Routen von Afrika nach Europa.

Allein in den ersten neun Monaten diesen Jahres wurden 15.000 Flüchtlinge an den Küsten Italiens aufgegriffen. Schätzungen zufolge ertrinken jedes Jahr 1000 Afrikaner vor Sizilien, Lampedusa, Malta.

Parallelwelt in der Wüste

Viele Migranten versuchen deshalb, in Libyen so lange zu arbeiten, bis sie genug Geld für ein Flugticket haben; manch ein Wagenwäscher in Tripolis trägt eine riskant hohe Barschaft ständig in einem abgegriffenen Plastiktütchen bei sich.

In Sebha, Libyens einziger größerer Stadt in der Sahara, sieht man, wie eine Reise, die oft Jahre währt, eine vorübergehende, halblegale Sesshaftigkeit erzeugt. Von hier sind es noch 800 Kilometer bis zur Küste; hier müssen die Schulden abbezahlt werden an die Schlepper. Deshalb beginnen manche Migrantinnen mit der Prostitution.

"Straße 40" heißt Sebhas Ausländerstadtteil, er wird vor allem von Nigerianern bewohnt. Kein Asphalt, so sandfarben wie der Boden sind die niedrigen, garagenähnlichen Gebäude mit Werkstätten und Läden, deren Kundschaft wiederum Migranten sind.

Ein rudimentärer Friseursalon ohne Waschbecken. Eine Restaurant-Bude namens "Holiday Villa", die Männer darin gucken einen nigerianischen Film und träumen von Holland. Zur Parallelwelt gehören sogar Schulen, wo in afrikanischen Sprachen unterrichtet wird.

Abschiebungen im großen Stil

Das Verhältnis der Libyer zu den Schwarzafrikanern ist ambivalent: Einerseits werden sie abgelehnt, werden verantwortlich gemacht für Kriminalität, Drogenhandel, Aids. Andererseits werden sie in vielen Gewerben als Arbeitskräfte bevorzugt, weil sie fleißiger und zuverlässiger seien als junge Libyer.

Solches Laisser-faire aus ökonomischen Gründen kontrastiert mit einer zunehmend rigorosen Abschiebepolitik aus strategischen Motiven. Mit Libyens Hinwendung zum Westen vor knapp zwei Jahren begann die Kooperation mit der Europäischen Union in der Flüchtlingspolitik.

Seit vergangenem Jahr schiebt Italien Einwanderer ohne Prüfung von Fluchtgründen nach Libyen ab. Und Libyen deportierte seinerseits im großen Stil - allein bis Ende vergangenen Jahres 6000 Menschen.

Das Abschiebegefängnis nahe Sebha ist eine frühere Polizeikaserne im Niemandsland, günstig gelegen nahe der Straße zur Grenze mit Niger und zum Flughafen. Weiße Mauern mit Stacheldraht obendrauf, grelle Scheinwerfer, sie sind abends weit zu sehen im flachen, leeren Land.

Zunächst wurde über Land abgeschoben; das arme Niger schob angeblich zurück, weil es die Transit-Rückwanderer nicht versorgen konnte, dann wurde per Flugzeug deportiert.

Bei der EU kein Interesse an Menschenrechten

Libyen hat die Genfer Flüchtlings-Konvention nicht unterzeichnet; bei seinen Behörden einen Antrag auf Asyl zu stellen, ist rechtlich unmöglich, und nicht einmal das Mandat des UN-Flüchtlingswerks vor Ort ist formell anerkannt.

Dass Libyen dessen ungeachtet in die Abschiebepolitik der EU integriert wird, kommentiert Giumma Attiga, Anwalt in Tripolis, so: "Die europäischen Länder haben nur ihre eigenen Interessen, ihre eigene Sicherheit im Blick. Menschenrechte interessieren sie wenig."

Giumma Attiga, ehemaliger politischer Häftling, leitet die libysche "Human Rights Society". Auf die Frage, ob in libyschen Gefängnissen gefoltert werde, antwortet er: "Ja, sicher."

Die britische Regierung hat solche Befunde nicht davon abgehalten, gerade mit Libyen ein Abkommen zu unterzeichnen: Dem Papier zufolge werden Deportierte aus England nicht misshandelt.

Libysche Arbeit zuerst für Libyer!

Neuerdings hat Libyen indes auch innenpolitische Gründe, die Migration zu erschweren: Viele Libyer fürchten den Verlust sozialer Sicherheit durch die Privatisierung der Staatswirtschaft. Von 360 Betrieben sind bisher erst 62 privatisiert; die Arbeitslosigkeit steht jetzt offiziell bei 10,6 Prozent, tatsächlich sind bereits weit mehr - vor allem junge Leute - ohne Job.

Um weitere Arbeitslosigkeit im Zaum zu halten, bietet die Regierung Förderprogramme an und Frühverrentung - und sie will das Prinzip durchsetzen: Libysche Arbeit zuerst für Libyer! Dies soll für qualifizierte Jobs bei ausländischen Firmen gelten, aber richtet sich auch gegen die Masse der Wanderarbeiter.

Libyens Arbeitsminister Matuq Mohamed Matuq kündigte im Gespräch mit Qantara.de an, künftig müssten Migranten an der Grenze eine Barschaft von 500 Dinar vorweisen (312 Euro), und sie bedürften einer Arbeitserlaubnis. Die Idee eines Eintrittsgelds klingt allerdings angesichts von 4000 Kilometern Wüstengrenze verwegen.

Charlotte Wiedemann

Re: neues aus Ceuta #52281
06/12/05 09:09 PM
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Guten Abend,

der Regent Gaddafi hatte ja vor nicht zu langer Zeit Besuch der EU-Kommission zur entsprechenden Lagebesprechung und - makaber, makaber - Lieferung von

1.000 Leichensäcken und
500 Rettungswesten

im Falle eines gescheiterten Fluchtversuches.

Otto Schily hatte schon im vergangenen Jahr die Errichtung eines Lagers im Maghreb anvisiert.
Nachdem MA ihm die kalte Schulter zeigte, näherte er sich eben Libyen an - nach dem Motto "einer ist immer willig".


Das schambedeckte Thema "Ceuta" und die nichtangemessene Reaktion - sowohl seitens MA als auch seitens der EU - hat jetzt immerhin, wenn auch reichlich verspätet, den Klerus auf den Plan gerufen.

"Jesuiten orten Menschenrechtsverletzungen an spanischer Grenze
Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS) hat Spanien und Marokko scharf kritisiert. Spanien wirft die Hilfsorganisation illegale Ausweisungen vor, Marokko die Deportation von Flüchtlingen"

http://religion.orf.at/projekt03/news/0512/ne051206_spanien_fr.htm

@ jm
Fremdarbeiter in Libyen
 Antwort auf:
Libysche Arbeit zuerst für Libyer! Dies soll für qualifizierte Jobs bei ausländischen Firmen gelten, aber richtet sich auch gegen die Masse der Wanderarbeiter.
kann das dahingehend interpretiert werden, dass künftig auch Marokkaner, die bislang mit einem Arbeitsvertrag, für den sie Geld hinlegen mussten, in Libyen über kurz oder lang nicht mehr beschäftigt werden? ?

Re: neues aus Ceuta #52282
08/01/06 06:26 PM
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Flüchtlinge in Ceuta
Alfred Hackensberger 08.01.2006

Drei Monate lang war es an den Grenzen von Ceuta und Melilla, den beiden spanischen Enklaven auf marokkanischem Territorium, ruhig geblieben. Vor wenigen Tagen gelang nun erneut sieben Immigranten der Sprung über den Zaun von Melilla ins "Goldene Europa". Ein Vorfall, der nach den Massenanstürmen im September und Oktober wenig mediale Aufmerksamkeit erregte. Rund 30.000 Immigranten warten laut EU-Angaben in Algerien und Marokko auf ihre Chance europäisches Territorium zu erreichen. 10.000 davon überwintern in Marokko unter wenig humanen Bedingungen.
Rechtzeitig zum 30. Todestag von Franco wurde in Melilla am 20. November die restaurierte Statue des Diktators im Zentrum der Altstadt wieder aufgestellt. "Um der Befreiung der Stadt von den Truppen des Rif-Führers Abdelkarims im Jahr 1921 zu gedenken", rechtfertigte die Stadtverwaltung ihren Schritt gegen die Kritik vom spanischen Festland. Für die Bewohner Melillas, eine der zwei spanischen Enklaven auf marokkanischem Territorium, sind Memorabilien aus der Zeit des Faschismus nichts Besonderes. Noch immer tragen Strassen die Namen von Generälen der Franco-Zeit, an öffentlichen Gebäuden kann man Slogans der Phalange lesen. Die konservative spanische Bevölkerung ist vielfach wehmütig mit den "guten alten Zeiten" verbunden.

In Ceuta, dem zweiten Überbleibsel des spanischen Kolonialismus in Marokko, ist es nicht anders. Von dort aus startete Franco im Juli 1936 seinen Putsch gegen die spanische Republik. Der spanische Hälfte der etwa 70.000 Einwohner hat "Angst vor der Überfremdung", was man in den Bars und Restaurants der Küstenstadt immer wieder zu hören bekommt. Bisher waren es die Marokkaner, die "Moros", die eigentlich nicht ins Stadtbild passten. Nach dem Sturm der Grenze im vergangenen Oktober sind es nun die "Neger" und die "Welle aus Afrika", die die Stadt zu überrollen drohen. Die Lokalzeitung "El Faro" schrieb vom "größten Anschlag auf die Grenze" auf ihrer Titelseite, von der Gefahr für die Integrität des spanischen Staatsgebietes und natürlich auch für die Stadt Ceuta.

Gesamtartikel unter:
http://www.telepolis.de/r4/artikel/21/21710/1.html

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