moin elvire, nö, war ich nicht, aber ist nicht schwierig die zahlen zusammenzusuchen. das kann jeder der ein wenig recherchieren kann.
leider hat sich hier aber, wie meistens in solchen reportagen, der herr ehlert gehoerig vertan bei der datenangabe, z.B. sind es nicht 10 m im soussbecken, sondern teilweise bis zu 100 m grundwasserabsenkungen. und er hat den artikel, sicherlich weil er meinte er muss ihn dem leser vermittelbar machen, falsch aufgebaut, denn:
a) die loesung dieses problemes souss ebene liegt nicht in dem bau von meerwasserentsalzungsanlagen fuer die landwirtschaft, sondern in der grundwasseranreicherung mittels fernleitungen aus dem toubkalmassiv.
meerwasserentsalzung ist immens teuer und eigentlich nur fuer den trinkwasserbereich sinnvoll.

b) 'Der Wassermangel in Marokko ist schon jetzt zugegen, und er wird sich weiter verschärfen'', warnt Christine Werner. diese zietierung von frau werner ist m.e. aus dem kontext gerissen, denn frau werner, auch als die promoterin des ecosan principes (zeo-flush-toiletts)als expertin des themas bekannt, ist viel zu sehr fachfrau, um sich zu diesem thema mit einer plattituede in einem satz zu auessern.
es trifft den kern auch nicht, das problem ist nicht ein evtll. wassermangel, sondern die BEWIRTSCHAFTUNG DER VORHANDENEN RESOURCEN!!!!!

c) die reutilisation der klaeranlagenwaesser ist ein alter hut, der vielleicht ein kleiner tropfen auf dem heissen stein sein koennte, aber nicht mehr, weil, das kann man ganz einfach ausrechnen:
angeblich gehen 90 % direkt in die landwirtschaft, (was nicht stimmt, es sind rund 70% und davon versickern weitgehend ungenutzt 60 %), ein weiterer grosser teil geht in die industrie und es bleiben vielleicht 10 % fuer das trinkwasser, von dem auch wiederum nur ein bruchteil in die klaeranlagen wandert, waschwasser wird in der regel fuer die gartenbewaesserung direkt weiterverwandt und gelangt nicht in die klaeranlagen. suma sumarum bleibt nur ein marginaler teil des jaehrlichen wasserumsatzes in den klaeranlagen haengen, davon verdunstet auch noch ein nicht zu unterschaetzender teil waehrend der aufbereitung in den lagunen, gerade im sueden, wo es am noetigsten gebraucht wird.
ok, troepfchen kommt zu troepfchen, aber wer hofft mit der wiederverwendung geklaerten abwassers von der eigentlich problematik des wasserresourcenmanagementes in marokko abzulenken, dem sollte gesagt werden: u can fool some people some time, but not all the people all times!

d) der bedarf ist nicht 260 klaeranlagen, sondern in unserer ersten studie wurden 260 orte identifieziert, die eine hohe prioritaet haben, davon wurden nach der prioritaetenrangliste die ersten 50 realisiert (ob und wie gut die betrieben werden, ist ne andere geschichte und die derzeit einzige mir bekannte mit aktiver wiederverwendung funktionierende ist ben slimane). gebraucht werden viel mehr als 260!

und letztendlich e) es gibt ein weiteres soziales problem. das vor dem bau der klaeranlagen genutze abwasser der stadt wurde im unterlauf auf die felder geleitet. jetzt baut man eine klaeranlage weit ausserhalb der stadt und leitet das wasser weit unterhalb der alten nutzungsorte in ein oued. d.h. wenn die bisherigen nutzer in den genuss kommen wollten, muessten sie das wasser wieder bergauf pumpen, um es auf ihre felder zu bekommen oder ihre felder weiter stromab ansiedeln.
aber da wohnen auch schon welche, denen der neue wasserstrom sehr zugute kommt, aber davon jetzt den alten nutzniessern natuerlich nichts abgeben wollen. irgendwie doof, aber das ist die realitaet und es stehen wasserkleinkriege ins haus.

soll ich mal nen buch drueber schreiben?

beste gruesse aquawatch


du hast noch nicht einmal nicht den ocean gesehen? die reden von nichts anderes im himmel! knocking on heavens door