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dieses Mädchen <--> Baba #84823
13/04/08 03:44 AM
13/04/08 03:44 AM
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Shakir. Offline OP
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Shakir.  Offline OP
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dieses Mädchen - sie schreit nach Baba.
immer nachts, wenn es still ist
und der Schmerz ihre selle zerfrisst.
doch Baba ist nicht da.

Baba - ein gestandener Marokkaner,
der einzige Verdiener und Familienernährer,
das Oberhaupt,
eine Position, die er seiner Manneskraft verdankt.
er ist der Nabel der Familie,
streng und auf seinen Ruf bedacht,
ein Machtverlust wär' ne Tragödie.

dieses Mädchen - sie schreit nach Baba.
sie wünscht, sie wär' ihm nah.
doch Baba ist autoritär.
liebende Worte sind ihm zuwider.

Baba - ein Mann mit Lebenserfahrung, aber wenig Bildung.
ein Gefangener der marokkanischen Gesellschaft,
die ihm jede Entscheidungsfreiheit raubt.
deshalb ist er nicht sanft....
diese Gesellschaft - mit eignen Regeln und Normen,
mit dem eigenen Verständnis für Sitte und Moral.
deshalb ist er nicht liberal...

dieses Mädchen - sie schreit nach Baba,
will behandelt werden wie' ne kleine Habiba,
sie will, dass er mit ihr spricht
ihre Sorgen teilt, sie in den Arm nimmt.

Baba - er hat seine eignen Regeln,
seine Kinder dürfen ihn nicht anreden,
seine Töchter müssen ihm Respekt entgegenbringen,
der Blick zum Boden gerichtet sein.
und doch sollen sie ihm jeden Wunsch von den Lippen ablesen.
dieser Mann lässt sich nicht mehr belehren.
will sich nur seine Ehre bewahren.

dieses Mädchen - sie schreit nach Baba.
ihre arme, kleine Seele trägt eine schwere Last.
der Schmerz schlimmer als glühendes Lava.
es raubt ihr die Vernunft.

Baba - er deligiert,
er dirigiert, er bestimmt, er leitet.
seine Familie ist sein Orchester,
gefangen im goldenen Kerker.
er ist so, weil er denkt so sein zu müssen.
es fällt ihm schwer seine Tochter zu küssen.
und dafür wird er irgendwann die Quittung kassieren.


Re: dieses Mädchen <--> Baba [Re: Shakir.] #84827
13/04/08 03:38 PM
13/04/08 03:38 PM
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ThaiMaroc Offline
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Hessen/ Hanau bei Frankfurt
Wow, ich dachte ich seh mich hier wieder

Zwar nicht die arabische Welt aber die asiatische.

Meine Mutter hat bereits die Quittung dafür bekommen.

Und das will sie als meine Grosseltern gestorben sind nach 26 Jahren wieder gut machen und mich verändern.

Re: dieses Mädchen <--> Baba [Re: ThaiMaroc] #84917
17/04/08 02:51 PM
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Erde
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Khira Offline
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Salam,

diese Worte stimmen mich sehr traurig, Shakir.
Vor allen Dingen auch deshalb, weil ich weiß, dass es in der marokk. Gesellschaft soviele abgebrühte, emotionslose Krüppel an Väter gibt.....nicht weniger Mütter...leider!

:-(

Wa salam
Khira

Re: dieses Mädchen <--> Baba [Re: Shakir.] #84934
18/04/08 04:49 PM
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Kiel und Rügen
shisn Offline
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Kiel und Rügen
Hallo!!!

Also mich stimmt dieser Beitrag auch nachdenklich. Da ich ohne Vater im Haus großgeworden bin, ist das Thema sowieso sehr interresant für mich.
Ich bin nur heil froh, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass mein Freund später mal zu undesern Kindern sein wird. (also in so ca 100Jahren) Aber ich finde es gut, dass du es reingestellt hast, regt auf jeden Fall zum Nachdenken an.
Woher hast du das eigentlich?

Gaaaaaaaaaaaanz liebe Grüße
Kati


Die Liebe ist das Gewürz des Lebens,
sie kann es versüßen, aber auch versalzen.
-Konfuzius-
Re: dieses Mädchen <--> Baba [Re: Shakir.] #85742
30/05/08 07:19 PM
30/05/08 07:19 PM
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bayern
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dagoka Offline
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dagoka  Offline
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bayern
Liebe shakir,
dein Gedicht finde ich sehr sehr traurig und sehr sehr traurig .
Leider solche Babas ( Gefangenen der Marokkanischen Gessellschaft )sind überall in unsere gesellschat!
Und wenn die einmal irgendwann die Rechnung erhalten, fragen sie sich für was muss mann jetzt bezahlen?
Kriegen solche Babas überhaupt eine Quittung ?
Ich denke wir Mädchen wollen keine Rechnung stellen wir sind froh wenn der uns endlich beachtet und braucht.
LG dagoka


wir exsistieren,weil jemand an uns denkt und nicht umgekehrt.
dieses Mädchen <--> Baba [Re: dagoka] #86692
29/07/08 03:26 AM
29/07/08 03:26 AM
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Shakir. Offline OP
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Hallo Blubell, Khira, Shisn, Dagoka und alle anderen!

Als ich diese Zeilen geschrieben habe, hatte ich gerade Kontakt zu einer Algerierin. Die Auseinandersetzung mit ihrer Person verleitete mich zum Schreiben.

Damals lehnte sie sich mit ihrem Kopf an meine Schulter und sprach von ihrem Vater. Er würde nie mit ihr sprechen und nur einmal habe sie gehört, wie er sagte, er sei stolz auf sie. Auch erzählte sie mir, dass ihr Vater auf ihre finazielle Unterstützung besteht.

Das war das einzige Mal, wo sie aus sich herauskam und mir unbewusst viel über sich erzählte. Es tat mir für sie sehr leid. Sonst konnte man mit ihr leider keine ernsthaften Gespräche führen. Vielleicht, weil sie geheimnisvoll wirken möchte oder sich nicht in ihre Seele schauen lassen will. Ich halte sie für eine sehr intelligente Frau, die aber einige unrichtige Dinge tut.. Dies finde ich sehr schade. Butter bei de Fische:Ihr Männerverschleiß ist enorm. Zuerst war ich fasziniert von ihren Augen und bin in diesen versunken, von ihrer Schönheit und ganz besonders ihrem geheimnisvollen Wesenn. Leider musste ich feststellen, dass ich nur ein weiterer Strich in ihrer Liste sein sollte. Daraufhin habe ich mich von ihr distanziert. Umso aufdringlicher wurde sie.

Ich habe viel über sie nachgedacht, weil ich sie verstehen wollte und dabei enstanden diese Zeilen. Ich habe über die familieren Strukturen in den arabischen (marokkanischen) Gesellschaften nachgedacht und glaube, dass die Strenge und Kaltherzigkeit ihrer Eltern BEI IHR dazu führten, dass sie Liebesersatz durch die Nähe zu vielen Männern sucht. Diese "Sucht" ist aber nicht zu stillen, dass es keine ehrliche Liebe ist.

Es ist wirklich traurig, wie manche Eltern mit ihren Kindern umgehen. Eltern sollten für ihre Kinder nicht nur Respektpersonen sein, sondern auch gute Freunde. Leider vermisse ich das gerade in arabischen Familien sehr stark.

Ansonsten habe ich in meinem ersten Beitrag umfangreich beschrieben, welche Rolle der Vater in der arabischen Gesellschaft oft spielt und welche Rollen die Kinder. Das nenne ich nicht gegenseitiger Respekt, wenn Eltern nicht dazu bereit sein, ihre Sorgen und glücklichen Momente mit ihren Kindern zu teilen. Ich habe so viele Familien gesehen... so viele Verwandte,
so viele Bekannte... , dass ich meine Traurigkeit darüber niederschreiben musste...

Wie sind eure Erfahrungen?

Herzliche Grüße
Shakir

Re: dieses Mädchen <--> Baba [Re: Shakir.] #86697
29/07/08 09:43 AM
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Guten Morgen, Shakir,

tja, und der unbefangene, aber nicht überraschte Leser Deiner Zeilen stellt sich schon seit längerem die Frage, warum diese seelischen und mentalen Krüppel so sind, wie sie sind. Spielt da irgendein wesentliches Merkmal dieser Gesellschaft eine unselige Rolle?

Re: dieses Mädchen <--> Baba [Re: Shakir.] #86704
29/07/08 03:10 PM
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drake Offline
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Moin moin zusammen

Meine Meinung dazu, die ich auch schon mal kundgetan habe, ist dieses „unselige Merkmal“ die Religion. Der Islam verleiht den Männern eine Vorherrschaft und erzieht zum ausgeprägten Machismus, oder wird doch zumindest dahingehend interpretiert. Die Unterwürfigkeit der Frau erlaubt keine gleichberechtigte Liebesbeziehung und seelische Verbundenheit mit ihrem Mann und setzt sich in der Beziehung zu den Kindern fort. Aber trotz Klagen über diesen Zustand hat kaum jemand den Mut, aus dieser Rolle auszubrechen. Die Männer am allerwenigsten, genießen sie doch alle Freiheiten und und fühlen sich als „Respektperson“ bestätigt. Und die Frauen akzeptieren ihren Gehorsam als gottgegeben und erziehen ihre Kinder in dem gleichen blinden Glauben. Es wird wohl noch einiger Generationen bedürfen, bis sich da was ändert ...

Gruß von drake

Re: dieses Mädchen <--> Baba [Re: drake] #86705
29/07/08 03:46 PM
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argazarrumi Offline
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Hallo drake,
mit dieser durchaus zutreffenden Feststellung, machst du dir hier sehr wahrscheinlich nicht viele Freunde, vor allem Freundinnen, wenn ich so den Anteil konvertierwilliger Männer und Frauen so besehe, die hier schreiben. Ist doch das alles "Wort für Wort" von "Allah" eingegeben....selbst die Interpretationenhttp://www.forum.marokko.net/images/icons/default/grin.gif

Re: dieses Mädchen <--> Baba [Re: Shakir.] #86721
30/07/08 09:24 AM
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Keela Offline
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Hallo Shakir und alle

auch ich beobachte diesen Umgang zwischen Eltern und Kindern. Aus meiner Sicht sind die Mütter da nicht aussen vor, sondern mit den Vätern (fast) gleich zu stellen. Fast deshalb, weil sie öfter anwesend sind. In Marokko gibt es sooo viele abwesende Väter!

Ob die Begründung wirklich so stark in der Religion zu finden ist, weiss ich nicht. Für mich ist das weiter gefasst. Ich bin immer wieder erstaunt (und oft erschüttert) wie viele und welche (gesellschaftliche und religiöse) Regeln es in Marokko gibt. Und welch starres Festhalten daran - oder eben nur geheimes Regelbrechen. Es wird viel Energie aufgewandt diese Regeln einzuhalten. Ich frage mich, ob es dieses Festhaltens bedarf, um überhaupt einen Halt zu haben. Den Staat erlebe ich ja nicht als Halt gebend.
Ich erlebe keine Auseinandersetzung mit diesen Regeln, sondern nur ein Einhalten, geheimes Umgehen oder ein "Sich entziehen". Wenn ich frage warum etwas so gemacht wird - gegen einen eigentlich großen inneren Widerstand - bekomme ich als Antwort: das ist die Tradition, oder: das sagt die Religion und: in der Öffentlichkeit geht das nicht.

Der letzte Punkt scheint auch wichtig zu sein. Es gibt in Marokko eine viel höhere soziale Kontrolle als ich es hier aus Deutschland kenne. Und das gilt m.E. für Männer und Frauen, sowie für die gesamte Familie. Ich erlebe immer wieder unter welch großem Druck Menschen stehen, um der an sie gestellten "Rollenverantwortung" gerecht zu werden. Das ist ein sehr starres Konzept mit wenig Raum für Individualität. Alles was außerhalb dieses vorgegebenen Rahmens liegt ist "nicht in Ordnung". Fehlverhalten hat sehr unangenehme Konsequenzen und das nicht nur für einen selbst, sondern gleich für die ganze Familie.

Manchmal denke ich, gäbe es in Marokko mehr Möglichkeiten für Individualität, bräuchte es auch mehr Eigenverantwortung. Aber vielleicht gäbe das Möglichkeiten für eine Loslassen von dem "starren Halt", vom geheimen Übertreten und "sich entziehen". Ob es dann Raum gäbe für Leichtigkeit, persönliche Entfaltung und ein fröhliches Miteinander von Eltern und Kindern?

Keela

(Ich kenne auch andere Familien - aber das sind große Ausnahmen)


Ich bin nicht dumm, ich hab' nur voll so Pech beim Denken...
Re: dieses Mädchen <--> Baba [Re: Keela] #86723
30/07/08 12:16 PM
30/07/08 12:16 PM
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argazarrumi Offline
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Hallo Keela,
sicherlich, es gibt etliche abwesende Väter (in Europa, oder "aus dem Staub gemacht"), aber prozentual ist diese Zahl nicht von großer Bedeutung. Die überwiegende Mehrheit der marokkanischen Familien leben nicht regional getrennt.
Wenn Du jedoch glauben solltest, dass es so etwas wie "alleinerziehende Mutter" a la Deutschland gibt, dann irrst Du (vielleicht Einzelfälle in Casa oder Rabat). Da findest Du ihre/seine Eltern, Brüder, sonstige männliche Verwandte. Ihr Entscheidungsfreiraum ist sehr eng begrenzt. Die von Dir angeführte soziale Kontrolle funktioniert in diesen Fällen fast perfekt. Ob die neue Mudawana da etwas ändert, wird sich erst mit der Zeit zeigen.
Leider wird man die Begründung für derartige Zustände fast ausschließlich in der Religion suchen müssen. Ob diese richtig oder falsch interpretiert wird, muss ich Fachleuten überlassen. Fakt ist, dass sie in praxi so gehandhabt wird. Dass gesellschaftliche Regeln dafür herangezogen werden könnten, ist äusserst unwahrscheinlich. Ist Dir aufgefallen, dass die berberophone Frau graduell "freier" ist, als die arabophone? Kein Wunder, die waren vorislamisch matriarchal strukturiert, letzte Reste sind noch da. Erschwerend kommt hinzu, dass dieser "Machokult" in der gesamten islamischen Welt stark verbreitet ist, Marokko ist da kein Sonderfall.

Re: dieses Mädchen <--> Baba [Re: argazarrumi] #86786
04/08/08 06:39 PM
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Duisburg
Karin101 Offline
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Duisburg
Hat mich sehr nachdenklich gemacht der Post, vor allem weil er wohl auch der Wahrheit entspricht. \:\/


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