hallo zusammen,

ein interessanter Artikel. Feminismus hat in Europa ja einiges bewegt, die Gesellschaft hat sich in den letzten 40 Jahren unbestritten signifikant verändert. Der Begriff "Feministin" war in dieser Zeit nicht nur Schlagwort sondern auch Klischee, Waffe der Fortschrittsbremser und durchaus Schimpfwort im Sprachgebrauch der Verfechter des Patriacharts.

Feminismus bedeutet für mich die Forderung nach, wenn nicht vorhanden, gesellschaftlicher Chancengleichheit im Hinblick auf die Partizipierung an den verfügbaren Ressourcen unabhängig vom Geschlecht (in Deutschland gibt es jetzt neuerdings das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das die Verwehrung in u.a. diesem Sinne sanktioniert).

Warum gibt es in Marokko an den Grenzen nur männliche Griesgrame, können Frauen Einreisende nicht abwickeln?

Warum gibt es in Marokko in den Cafés und Restaurants nur männliche Bedienungen, können Frauen das Wechselgeld nicht abzählen?

Polizeikontrollen an allen strategischen (und nichtstrategischen Kreuzungen), nur Männer.

Und so weiter und so fort... die berufliche Chancengleichheit ist in Marokko nicht gewährleistet.

Zitat Najib: "ich weiss nicht, wie ein marokkanischer islamischer feminismus aussehen sollte"

Ganz einfach, Chancengleichheit bei der Berufsausübung und anders als in der Türkei, wo im Staatsdienst das Kopftuch verboten ist, mit freier Wahl, ob bedeckt oder nicht.

Zitat Najib: "meiner meinung nach müssen da erst die ökonomischen vorraussetzungen geschaffen werden"

Vielleicht wird umgekehrt ein Schuh daraus: mit der vollständigen und gleichberechtigten Nutzung der vorhandenen menschlichen Ressourcen verbessern sich die ökonomischen Gegebenheiten.

viele Grüße