Was „tyffani“ hier erfindet und wie er die Bedeutung von „Halka“ im Marokkanischen erklärt, ist schlicht falsch und lächerlich. Vielmehr versucht er uns zu verraten, wie er sich den Begriff „Halka“ subjektiv ausmalt, ohne dabei die geringste Ahnung zu haben, was sich hinter dem marokkanischen Wort „Halka“ wirklich verbirgt. Das versuche ich ihm mit dem folgenden Beitrag zu erläutern.
Mein Beitrag gibt auch Marmita indirekt eine Antwort auf ihre Frage (was Anton hier für eine Rolle spielt): Anton ist hier, weil er eben ein guter „Halaiki“ ist!
Was „Halaiki“ bedeutet, ist ebenfalls unten erläutert.
Die „Halka“ (arab. Halaqah: حلقة) bedeutet im grammatikalischen Sinne “Kreis” oder „Runde“. Das Wort, aus dem „Halka“ stammt ist das arabische Verb „hallaqa” (حلّق) und bedeutet „kreisen“ (im Flug). Als Stammverb gilt auch das Verb „tahallaqa“ (تحلّق) und bedeutet in einer Runde sitzen, oder einen Kreis um etwas bilden. Die „Halka“ also, wie sie in Marokko heisst, bedeutet ursprünglich nichts anderes, als eine Gruppe von Menschen, die um „etwas“ einen Kreis bilden, wobei es sich bei den Personen, die sich um dieses etwas versammeln, um interessierte und neugierige Menschen handeln muss, die jedoch nicht zwingend eingeladen wurden, und auch nicht immer Willkommen sein müssen. Während das „etwas“, das im Mittelpunkt steht, stets eine Attraktion darzustellen hat; etwas sehenswertes also, jedoch nicht unbedingt im Sinne der Attraktivität, denn eine „Halka“ kann sich z.B. sowohl um eine Schönheit bilden, als auch um einen Betrunkenen, oder um einen Unfall. Doch die „Halka“ als Begriff gewann in Marokko, geschichtlich bedingt, eine andere Bedeutung und verlor damit ihren ursprünglichen Sinn. Heute versteht ein Marokkaner unter „Halka“ das Werk eines „Halaiki”(حلايقي). Der „Halaiki“ ist jemand, der durch eine bestimmte Begabung in der Lage ist, Menschen um sich zu sammeln, um daraus für sich nützliches zu erringen. Dies kann sowohl positiv oder auch negativ angesehen werden; ein guter Geschichtenerzähler wie etwa Anton ist ein guter Halaiki, ein mit allen Wassern gewaschener Scharlatan oder ein pfiffiger Schwindler sind ebenfalls gute Halaiki, weil dies ihnen diejenigen bezeugen, die sich um sie gesammelt haben. Doch ein allzu schlechter Maskenträger ist kein guter Halaiki, auch dann nicht, wenn er ehrlich oder herzzerreißend erscheinen mag.