Guten Abend, der Bericht von Jocim ist aus meiner Sicht recht realistisch. Ich bekomme einzelne Schicksale nur en passant mit, weil ich mich total aus der deutschen Urlauber- und auch aus der "Residenten"-szene raushalte und wir nicht im Viertel Charaff wohnen, was ein bevorzugtes Wohngebiet der Europäer ist (aber dies nur als Randbemerkung). Die Realität hat gezeigt, dass es nicht nur Singles sind, die in irgendeiner Art und Weise über den Tisch gezogen werden, sondern auch Ehepaare. Ein mir bekanntes Ehepaar, schon betagt und etwas unbeholfen in ihrer Art, da sie kein Wort Französisch sprechen, haben nach vielen Jahren regelmässigen Marokkoaufenthaltes sich entschlossen eine Wohnung zu kaufen. Sie vertrauten ihrem langjährigen Freund Moh., den sie seit mehr als 10 Jahre kennen und nehmen gerne seine kleine Unterstützung zur Regelung bei Kauf und Behördengängen an. Sie überweisen Geld, damit die Wohnung möbeliert wird - alles macht Moh. Und eines Tages kam das Erwachen: Die angeschafften Möbel waren z.T. nicht bezahlt; eine Vermittlungsgebühr beim Wohnungskauf war nie angefallen gewesen etc. Ein klarer Fall von Vertrauensmissbrauch und Veruntreuung, möglicherweise auch noch von Betrug.
Thema: Visum
m.E. sind sich viele Bundesbürger nicht darüber im Klaren, welche Verpflichtung sie bei Unterzeichnung der Verpflichtungserklärung eingehen. Die Konsequenzen sind u.U. sehr kostspielig. Solange alles gut geht, verschwendet man nicht allzuviele Gedanken darüber, aber im Ernstfall können die Folgen sehr teuer kommen. Wir, d.h.unsere Familie haben für einen jungen Marokkaner 3 mal gebürgt, damit er jeweils in einem Chrash-Kurs seine Deutschkenntnisse perfektionieren konnte. Nebenbei bemerkt, haben wir alle Kosten getragen wie Flug, Unterrichtsgebühr, Taschengeld etc, um einen Menschen guten Berufsbedingungen zu schaffen. Alles ging gut, bis er sich auch in den Kopf gesetzt hatte, sich hier mit einer Deutschen zu verheiraten. Diese Deutsche, geschieden mit 2 Kindern, lebte von der Sozialhilfe (was sie natürlich verschwieg) und gab an, die Bürgschaft zu übernehmen. Sie log ohne Ende, meldete unseren "Schützling" von unserer Gemeinde ab und an ihrem Wohnort an ohne uns zu verständigen, wir waren aber immer noch als Bürge eingetragen. Erst nach Einschaltung seiner marok. Familie und endlosen teuren Telefongesprächen, konnte unser Besucher davon überzeugt werden, dass er nach MA zurückkehren müsse. Hätte er dies nicht getan, hätten wir nach Stand der Rechtslage, sowohl für den Marok. als auch für die Frau, die nach 1 Woche Kennenlernens auf sofortige Heirat drängte,, finanziell aufkommen müssen. Schön, nicht wahr?!
Rückblickend sind wir der Meinung, dass wir zwar mit einem "blauen Auge" davongekommen sind, aber künftig für niemanden mehr eine Bürgschaft übernehmen werden. Eigentlich schade . Aber wie heißt es: Aus Schaden wird man klug.