ja, danke, mohand! ich hatte dir auch eine mail als antwort geschickt! ich lese unter dem aspekt, dass naipaul selbst ein "grenzgänger der kulturen" ist, das buch noch einmal mit anderen augen. mir war zb. (meine wissenslücke!) völlig neu, dass der pakistanische staat von den engländern aus indien herausgegliedert wurde, um den indischen muslims eine neue heimat zu geben. das wusste ich nicht! es ist dabei zu grossen bewegungen der bevölkerung gekommen. es ist verständlich, warum es zwischen indien und pakistan immer wieder zu konflikten kommt.

nicht gefallen hat mir naipauls mehrfache betonung, dass karatschi ein unbedeutender ort war, den erst die engländer zur blüte gebracht haben. da schwingt mir zu viel patriotismus in seinen worten mit, obwohl er ja selbst nicht gebürtiger engländer ist.

die szenen in om (schreibt man es so?), der heiligen stadt im iran, sind gespenstisch. die mullahs werden als weit entrückt, wie marionetten beschrieben. über allem liegt ein anti-humaner geist, will sagen: der mensch verschwindet hinter religion und dogmatik.

ich habe das buch gekauft, weil ich dachte, dort etwas über den islam zu erfahren. aber, du schreibst es, mohand!, naipaul sucht die wurzeln "vor" der islamisierung. dadurch wirken seine beschriebenen menschen wie "schatten", die sich auf nichts wirklich beziehen können - also keine eigene identität erlangen.

ich lese weiter. aber es macht mühe!

Jocim