@ Mohand Sroub
hallo!
danke für die analyse die in meinen augen trefflichst die globalen zusammenhänge schildert. Es erübrigt sich fast zu sagen, dass die situation analog für de facto jedes beliebige "schwellen-" bzw. "dritte welt land" gilt.
du schreibst: "Es gibt so viel schlechtes von der Elite in Marokko, dass man sich fragt, ob diese Elite marokkanische oder ausländischen Interessen vertritt ! Alle Probleme mit denen die Marokkaner seit den 50 Jahren kämpfen sind immer noch da !!!"
Die frage ist fast leicht zu beantworten. diese elite vertritt weder marokkanische noch ausländische interessen. vorrangig vertritt die elite ihre höchst eigenen interessen (machteinfluss, kapitalvermehrung).
und: ich würde einen schritt weiter gehen! die probleme haben sich eher verschärft (wobei ich persönlich erst seit rund 18 jahren nach marokko fahre und somit nur einen kürzeren zeitraum aus eigener beobachtung kenne). Zwar gibt es eine wachsende oberschicht (deren Reichtum fast so überproportional rasch wächst wie sich die armen zahlenmäßig vermehren, was der marokkanischen gesellschaft in meinen augen fehlt ist die sogenannte "breite mittelschicht".
du schreibst:
"Der Prinz Moulay Rachid hat vor zwei Monaten seinen Urlaub in einem Hotel verbracht, wo ein Zimmer 10.000 Dollars für eine Nacht kostet ! Dieses Hotel soll besser sein als das Paradies !"
Ob es wirklich schöner ist als das paradis kann ich natürlich nicht beurteilen aber wenn es das hotel ist, welches ich stark vermute, dann kannst du bei diesem link viele bilder sehen. ich gestehe -obwohl ich eher ein faible für kleine und sehr persönliche riads habe- ich kann mich noch immer nicht satt sehen an den bildern, so schön ist es.
burj al arab es gibt auch -für architekturinteressierte- ein sehr schönes buch zum hotel. mehr infos dazu hier:
Info zum buch ch möchte damit aber nicht von deinen inhaltlich wichtigen aussagen ablenken, sorry. Gerade schiesst mir in dem zusammenhang durch den kopf ob es zum beispiel sinnvoll ist "nur" weil der könig m6 durchs land reist (wie im vergangenen herbst z.b.) dass zu diesem anlass etliche strassen nicht etwa gefegt sondern gleich frisch geteert werden müssen. Oder -wie von sabina mal beschrieben- zum anlass der geplanten hochzeit gleich "ganz" marrakech. Da gäbe es sicher noch weit dringlicheres anzupacken ob im bereich infrastruktur oder bildung oder oder die liste ist lang. trotzdem glaube ich auch, dass die änderung der globalen wirtschaftsverhältnisse zu gunsten der sogenannten "3. welt" zwingend ist. Bleibt abzuwarten ob die politik dies erkennt ohne dass es wirklich "kracht". Ich habe da meine zweifel denn die notwendigen änderungen wären in der sogenannten "1. welt" derart spürbar, dass niemand dieses heisse eisen anpacken wird in nächster zeit.
deshalb mit etwas ratlosen grüßen
andré