Sicherlich ist das Leben in Marokko für viele Menschen hart aber man kann nicht immer andere für sein eigenes Schicksal verantwortlich machen.
Wie Achim schon in seinem zweiten Beitrag richtig geschrieben hat, ziehen falsche Vorstellungen sie nach Europa. wer ist den dann Schuld daran, wenn es ihnen in Spanien schlechter geht als zu Hause?
Beispiele wie Marie kann ich nach langjähriger Afrikaerfahrung Hunderte geben und alle die ebenfalls viele Jahre lang intensive geschäftliche Kontakte mit afrikanischen Ländern haben oder dort leben, können es auch. Und genau diese Mentalität die viele (nicht alle) besitzen ist mit schuld am eigenen Übel.
Ich kenne dutzende marok. Arbeitgeber, die händeringend (zu guten Bedingungen) zuverlässige Arbeitnehmer suchen. Bei meinen eigenen Tätigkeiten erlebe ich es doch auch immer wieder: Gerade diejenigen die sich am meisten für eine Überfahrt nach Europa engagieren, werden aufgrund ihrer Arbeitsweise von keinem Arbeitnehmer länger als drei Tage eingestellt. Natürlich trifft das nicht für alle zu, ich will auch nicht sagen für die meisten aber für einen Großteil. Würde manch einer die Energie zur Sicherung eines Arbeitsplatzes in Marokko einsetzen, die er für eine Überfahrt nach Europa aufbringt, ginge es ihm in Marokko sicherlich besser als in Spanien als Tomatenpflücker.
Es ist niemanden damit geholfen, wenn er bedauert wird. Wo liegen die Ursachen? Wir müssen die Menschen fragen, ob sie einen Schulabschluß oder eine Qualifikation haben. -Warum nicht? Ursachenforschung hilft, bedauern und auf andere schimpfen nicht. Wenn man die Probleme noch nicht einmal mehr ansprechen darf, kann man sie erst recht nicht lösen! Fakt ist nun einmal, daß die allermeisten illeg. marok. Auswanderer keine Qualifikation haben. In Marokko herscht zwar einerseits eine hohe Arbeitslosigkeit aber anderseits Facharbeitermangel.
Sicherlich ist ein Leben in Europa zunächst einmal verlockender als die "Ochsentour" Schule, Ausbildungsplatz, zuverläßig sein, u.s.w., am Ende lebt der Qualifizierte aber besser in Marokko als der unqualifizierte in Europa.
Davon abgesehen hat gerade Marokko innerhalb der letzten Jahre gewaltige Schritte nach vorne gemacht und im Vergleich mit anderen afrikanischen Ländern steht es sehr gut da. Man darf sich nicht immer mit Europa vergleichen.
Zudem muß der Gedanke des immer reichen, im Überfluß lebenden Europäer aus den Köpfen.
Es muß vermittelt werden, daß das Leben bei uns auch oft ein Kampf ist, daß wie extrem hohe Steuern bezahlen müssen und unsere Lebenshaltungskosten (Miete, Versicherungen, u.s.w.) so hoch sind, daß sie auch die Verhältnisse von manch einem der bei uns lebt, übertreffen.
Man sieht immer nur die Europäer, die als Urlauber gutgelaunt am strand sitzen, in schönen Hotels wohnen oder mit dem Caravan herumfahren. Zudem schöne, zufriedene Gesichter am Fernseher und in der Reklame wird gezeigt, was man sich alles kaufen kann.
Welcher Cola-Verkäufer am Strand von Agadir weiß denn, daß wir in westeuropa 20.000.000 Arbeitslose haben, Menschen die nicht reisen können, wo das Einkommen kaum für die Miete reicht. Nein, man sieht immer nur das Schöne und glaubt dann, daß es einem selbst wahnsinnig schlecht geht.

Thomas


Beste Grüße
Thomas

In Marokko ist alles möglich nur nichts schnell.