Ich denke auch, dass Thomas hier mit seiner Formulierung ein wenig daneben gegriffen hat. War aber, vermute ich mal, nicht ganz so gemeint, wie Rolf es verstanden hat bzw. wie es scheinbar zu verstehen war. Ich denke, Thomas hat hier indirekt darauf hinweisen wollen, dass viele marokkanische "Auswanderer" sich das Leben in EU zu leicht vorstellen (die Medien und hier insbesonder das TV erzeugen ja auch diesen Eindruck!) - Hab gerade zu Hause mit meiner Tochter über den American Dream der Hispanics, Mexikanische Einwanderer in den USA, -diskuiert, die Problemlage ist dort ja ähnlich: auch zu viele Illusionen und unrealistische, naive Hoffnungen auf ein besseres Leben, wobei die Ausbeutung dort die gleiche ist und die Arbeits- und Lebensbedingungen der immigrants ebenso menschenunwürdig wie das bei den marok. Plastikarbeitern in Spanien ist. - Nun ja, das alles ist doch wohl nichts anderes als ein Indikator für die große Armut, das große Elend und die verdammte Chancenlosigkeit in diesem Land. Und daran muss gearbeitet werden. Insofern wäre es ja wirklich wünschenswert, wenn die Millionen nicht für Hochzeitsfeierlichkeiten ausgegeben würden, sondern für sinnvolle Arbeitsbeschaffungsprojekte mit Zukunft. Auch muss doch eigentlich einem denkenden Marokkaner, klar sein, dass er in Spanien etc. nur ****** Arbeitsbedingungen (harte Arbeit für wenig Geld) vorfindet, denn er ist unqualifiziert und beherrscht vermutlich kaum die Sprache. Möglicherweise sind diese Konditionen für ihn immer noch besser als in MA zu verhungern. Was aber vielleicht noch ein anderer Aspekt ist, den Thomas zwar nicht benannt, aber doch mitbetrachtet hat, ist der, dass einige Marokkaner, die eine kleine Chance auf eine Verbesserung ihrer Lebensqualität bekommen, diese nicht zu nutzen verstehen bzw. dann umgekehrt ihrerseits zu Missbrauch und Übervorteilung neigen. Ein kurzes Beispiel hierzu: mein Freund hatte in einer kleinen Auberge (deutsche Mitbesitzerin/Sponsorin) im Dratal telefonisch ein Zimmer für 2 Nächte reserviert. Auf der Hompage stand warmes Wasser etc. Wir kommen an, es sieht ziemlich usselig und auch nicht gerade überlaufen aus, obwohl die Besitzerin auch an diesem Tag kommt ist es kein bisschen sauber und nett fertig gemacht. Aber drei junge Burschen liegen träge in de Gegend rum. Das Zimmer hat kein warmes Wasser und nachdem ich es nach einigem Blah Blah ablehne, raffen sie sich endlich auf ein anderes Zimmer entsprechend zu installieren, so dass es dort warmes Wasser gibt. Das Zimmer war aber nicht sauber. Wir sind dann ganz schnell weg, weil ich in Anbetracht dieser "hervoragenden Serviceleistung" verärgert war. Die boys hatten offensichtlich nicht großartig was zu tuen, wir waren angemeldet, warum können die Dinge nicht in Ordnung sein, wenn man kommt.
Da denk ich nur: verdammt noch mal, man kann doch auch mit wenig Mitteln was aus so einer Auberge machen, es darf ruhig einfach sein, aber die Dienstleistung muss irgendwo stimmen. Das ist doch ihre Chance, warum nehmen sie die den jetzt nicht wahr.
Und ich denke, dass Thomas in Anbetracht seiner geschäflichen Aktivitäten in MA noch viel mehr solche Erfahrungen gemacht hat, weshalb sein Statement hier nicht ganz so freundlich ausgefallen ist.
Marie