25.000 Marokkaner arbeiten unter Plastik

"Pro Hektar kannst du eine Ernte von 160 Tonnen Tomaten erzielen", sagt Antonio, einer der Landbesitzer Andalusiens, "pro Hektar brauchst du durchschnittlich einen Moro, sonst schaffst du es nicht." Moro ist der abschätzige Ausdruck für die marokkanischen Immigranten. Diese leben zu Tausenden in der Provinz und sind mitverantwortlich für das Wirtschaftswunder Andalusien. Ihre Lebenssituation ist jedoch katastrophal: Für umgerechnet 300 ATS am Tag müssen Sie die Strapazen unter den Plastikfolien aushalten. Als Behausung dienen Schuppen neben Pestiziden und Düngemitteln oder alte Gebäude, deren Dach eingestürzt und die nur mit einer Plastikplane überdeckt sind.

"Unter dem Plastik arbeiten 20.000 bis 25.000 Marokkaner. Die soziale Ausbeutung erinnert mehr an die Dritte Welt als an Europa", so das Resümee einer Delegation des Europäischen Bürgerforums. Unter diesen Umständen müsste das "TransFair"-Gütesiegel, das eigentlich nur gerechtere Handelsbedingungen und Löhne in der Dritten Welt garantiert, auch innerhalb der EU zur Anwendung kommen."