Guten Abend,
die Flüchtlings-"Rückführung" ist - so wie es aussieht - für's Erste abgeschlossen. Marokko war und ist noch immer in aller Munde und muss harsche Kritik einstecken.
"Unsere afrikanischen Brüder müssen wir heute um Verzeihung bitten"
schrieb am 19. 10. die marok. "Le Journal Hebedomadaire", die nach meinem Kenntnisstand als
einzige inländische Zeitung Position bezogen hat und Kritik übt. Afrikanische Zeitungen stellen unisono das Handling der marok. Regierung ebenfalls an den Pranger.
Aber auch die EU wird angegriffen - und dies nicht zu Unrecht. Deutschland hat hier, wie die anderen Mitgliedstaaten eine unrühmliche Rolle gespielt, da sie nicht (genug) gegen das von Madrid praktizierte Procedere einschritten. Die Genfer Flüchtlingskonvention, der 1999 vom EU-Rat in Tampere uneingeschränkt Geltung zugebilligt wird, wurde missachtet.
Interessant finde ich das Ergebnis einer Umfrage der teilnehmenden Users in einem französsprach. marok. Forum
zu der Frage "Wie beurteilen Sie die Handhabung der illegalen Immigranten durch die marokk. Regierung"
Gesamtbefragte: 1553
Der Staat hat brutal reagiert: 16 %
Marokko hatte keine andere Wahl: 17 %
Marokko hatte Angst vor Erpressung (West-Saharafrage, Entwicklungshilfe): 21 %
Marokko ist in die Falle der EU geraten: 26 %
"Wir müssen begreifen, dass die Immigranten keine Last sind, sondern eine Chance", sagt José Palazón. Palazón ist Chef von "Prodein" einer Hilfsorganisation aus Mellila. Er und seine 800 Mitstreiter bringen Essen in die Wälder, unterrichten Spanisch, erklären den Flüchtlingen im Auffanglager, wie sie sich zurechtfinden können. "Ich habe in den letzten Jahren Hundere von Migranten kenne gelernt", sagt Palazon, "und fast alle waren jung, intelligent u. wollten etwas leisten.
´Wer mit den Ankömmlingen spricht, im Lager oder auf den Straßen der Stadt, versteht, was Palazon meint. Studenten, Elektriker, Handwerker sind darunter, Söhne von Ladenbesitzern. Familien, die das GEld zusammenkratzen müssen, schicken vor llem diejenigen auf die ungewisse Reise, denen sie zutrauen, sich später auch in Europ durchzusetzen. Was oft gelingt:
Allein im vergangenen Jahr haben Migranten 150 Milliarden Dollar in die Heimat überwiesen, das Dreifache der weltweiten Entwicklungshilfe!