Exklaven Ceuta und Melilla völlig überfüllt

Spanien schickt Afrika-Flüchtlinge zurück

Spanien schickt illegal eingereiste Afrikaner künftig nach Marokko zurück. Die Madrider Regierung vereinbarte mit Rabat eine entsprechende Ausnahmeregelung. Danach werden afrikanische Flüchtlinge, die von marokkanischem Gebiet aus in die spanischen Nordafrika-Exklaven Melilla und Ceuta gestürmt sind, nach Marokko zurückgebracht.

Wie die spanische Vizeregierungschefin María Teresa Fernández de la Vega in Madrid mitteilte, soll möglicherweise schon an diesem Donnerstag mit der Abschiebung von illegalen Zuwanderern begonnen werden. Bisher hatte Marokko sich geweigert, Flüchtlinge aus Drittstaaten wieder aufzunehmen. Die jetzt getroffene Vereinbarung zwischen Madrid und Rabat beruht auf einem Übereinkommen aus dem Jahr 1992, das zuletzt nicht mehr angewandt wurde. Dieses Übereinkommen sieht die Möglichkeit von "Sondermaßnahmen" vor.

EU verhandelt schon länger über RückführungIn Melilla und Ceuta sind Hunderte von Afrikanern in überfüllten Lagern untergebracht. Sie waren in den vergangenen Wochen in größeren Gruppen von Marokko aus über die Grenze auf spanisches Gebiet gestürmt. Bei den Massenanstürmen auf die Exklaven kamen seit Ende August acht Afrikaner ums Leben. De la Vega kündigte an, dass Spanien den Marokkanern bei der Versorgung der Flüchtlinge künftig humanitäre Hilfe leisten werde. In Kürze werde ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet. Die Europäische Union verhandelt bereits seit längerer Zeit mit Marokko über ein Abkommen, das die Rückführung illegaler Zuwanderer regeln soll.


Quelle: Tagesschau online


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