@Elvire
"mir scheint, als wärst Du entsetzt, dass 600 € Gebühren für einen Deutschkurs anfallen. Ich kann das nicht nachvollziehen, denn pro Monat macht das 100 € resp. 3 € pro Tag, soviel wie eine Schachtel Zigarette oder 1 gr. Tasse Café in München kostet."
Nein ich bin nicht entsetzt, denn ich kann mir viele Tassen leisten. Es geht eher um den normalen Ausländer der in mehreren Jobs arbeiten muss um über die Runden zu kommen. Neue hinzuziehende Ausländer müssen dann zwangsweise einen Deutschkurs machen und dementsprechend werden sie dann auch noch abgezockt. Fällt das Kursergebnis nicht so gut aus, so werden Sozialleistungen gestrichen (ein bayerischer Wunsch). Was Sozialeistungen sind ist ein dehnbarer Begriff z.b. Kindergeld.
"Und stell Dir vor, es gibt marokkanische Ehemänner, die den Weitblick haben, ihrer frischangetrauten und eingeflogenen Ehefrau, einen guten Sprachkurs aus eigener Tasche zu finanzieren. Für mich ist dies auch eine Frage des Respekts und der Wertschätzung seitens des Mannes gegenüber der Frau , ihr das Eingewöhnen und Einleben durch Aufheben der sprachlichen Barriere zu erleichtern."
Stell dir vor ich habe meine Frau in Marokko zum Goethe-Institut geschickt. Langt das?
"Was soll sie denn im Alltagsleben mit rudimentären deutschen Sprachkenntnissen anfangen,
wie soll sie denn Kinder im schulischen Alltag unterstützend begleiten? Da reicht es nicht aus, wenn gebrochen deutsch gesprochen wird und muttersprachlich gedacht."
Ich kann da wirklich keine exakte Antwort geben. Ich habe als Kind 4 Sprachen lernen müssen. Optimal wäre es das ein Elternteil immer nur jeweils eine Sprache spricht, dann lernt ein Kind die Sprachen sehr schnell.
"Sicherlich, durch die modernen Medien ist es Migranten heute möglich, via parabole in ihrer ursprünglichen Heimat zu verweilen, aber dadurch werden die deutschen Sprachkenntnisse bestimmt nicht besser!"
Genau deshalb alle Parabolspiegel entfernen.
Deutschland ist meine Heimat, denn hier wurde ich geboren. Aber ein Heimatgefühl zu diesem Land hatte ich nie, eher war es Angst davor.
"Es ist auch nachvollziehbar, wenn ein junger Migrant (ob Türke, Marokkaner etc. spielt keine Rolle) sich eine Frau aus seinem Heimatland zur Verheiratung sucht. Nur darf nicht übersehen werden, dass die Sprach(un)fähigkeit dieser Kinder, falls die Mutter nur ihre Landessprache spricht, sich als Folge mit all den begleitenden Problemen bereits im Kindergarten und um so mehr in der Grundschule zeigen."
Das ist ein Vorurteil. Wenn du es so erlebt hast, so tut es mir Leid. Ich kenne genug Personen die mehrere Sprachen können und dass ohne Probleme. Gerade bei Binationalen Beziehungen wird gerade dieses empfohlen.
"Deutsche und deutschstämmige Spätaussiedler aus Russland u. Kasachstan müssen heutzutage, bevor sie ihre Einreiseerlaubnis bekommen, deutsche Sprachkenntnisse nachweisen. Wenn diese Hürde für diese Volksgruppe gilt, denen Stalin gewaltsam die Muttersprache abgewöhnt hat, warum sollte sie nicht auch für ostanatolische, marokkanische etc. Bräute gelten?"
Wieder ein Beispiel das hier in Deutschland Migration nicht gerecht geregelt ist. Für Russen die jüdischer Abstammung sind, ist ein Deutschnachweis nicht erforderlich und sie werden auch nicht gezwungen deutsch zu lernen.
"Kindergarten:
Zum 1. September 2005 soll das neue bay. Kindergartengesetz in Kraft treten (muss aber noch den Landtag passieren). Vorgesehen ist, dass der Staat für ein behindertes Kind etwa den 4,5-fachen Regelsatz berechnet und für ein Kind mit zwei ausländischen Elternteilen den 1,3-fachen Satz. Also demnach wirst Du für Dein Kind nicht zusätzliche Kosten im Kindergarten aufbringen müssen."
Erst mal muss ein Platz vorhanden sein und dann muss ich wohl meinen deutschen Pass abgeben.
"Integration ist nicht geplant. Das Ziel heisst Assimilation" schreibst Du in Deinem Beitrag.
"Eine Frage dazu: ist eine Integration Deinerseits nicht geplant? Denn, das Zauberwort "Integration" bedeuted nichts anderes als im Gastland, in der neuen Umgebung heimisch zu werden und sich an die bestehenden rechtlichen und kulturellen Gegebenheiten anzupassen."
Das ist falsch. Integration bedeutet Die Kultur der Minderheit in die Deutsche Kultur, dadurch entsteht dann eine neue Kultur. Einfach mal an einem Beispiel erklärt.
Beispiel: Programm A hat Funktion 1 und 2 nun wird Programm B mit Funktion 3 integriert.
Dieses ergibt Programm A mit Funktion 1, 2 und 3.
Integration erhöht die Vielfalt einer Kultur in dem weitere Kulturen in die bestehende einfließen.
"Theoretisch wird der Integrationsprozess in folgende Ebenen unterteilt:
- Akkomodation: rein äusserlicher Lern- u. Anpassungsprozess an die Gepflogenheiten des Gastlandes"
Kommt vom lateinischen accommondare=anpassen. Dieses widerspricht einer Integration. Hier mal eine Frage welche Gepflogenheiten soll der Migrant denn übernehmen?
"- Akkulturation: Veränderung der mitgebrachten Werte und Normen und davon abzuleitende Einstellungen (Übernahme der dt. Ausbildungs- und Bildungsideale und Übertragung auf die Schullaufbahn der eigenen Kinder)"
Ich hatte dieses wo anders schon mal erklärt.
Hier eine Erklärung der Uni-Erlangen:
Dieses zeigt auf, dass es ein wechselseitiger Prozeß ist. Beide Kulturen integrieren sich letzt endlich zu einer neuen.
"- Assimilation: Angleichungsprozess, der ethnische und Glaubensgrenzen verschwinden lässt und zum völligen "Aufgehen" in der Aufnahmegesellschaft führt (z. B. Mischehen)"
Der Schweizer Philosoph Hans Saner sagte folgendes:
(Anmerkung: Dank an die Uni-Erlangen)