@elvire,
zur presse lese von oben bitte wieder, etwas langsamer. der beitrag von der fr ist auch lehrreich, auch wenn er sich nicht primär oder auf die presse bezieht.
die maßnahmen, die du erwähnst haben mit der presse nichts zu tun und sind zeitlich zu situieren, da vor einem oder zwei jahren jahren etwa, einige zeit nach der schlappe mit der deutschen "green-card" und "kinder statt inder" die debatte um die deutsche gesellschaft ein stück konstruktiver und besser geworden war. zwar ohne beteiligung von den betroffenen gruppen, wie sonst, aber immerhin.
in dieser zeit schien selbst der begriff "multikulti" aus der mode zu sein und man sprach offen von einer einwaderungsgesellschaft, die faktisch existiert, juristisch und regulativ jedoch noch zu untermauern sei. der diskurs der rechten war bis zu jener zeit und im vorfeld auch von köpfen wie heiner geißler und rita süßmuth beherrscht, die konsutruktiv dachten und für kompromisse bereit waren.
nun ist es, immer ohne die beteiligung von betroffenen, schlagartig anders geworden. aus migranten sind moslems geworden, die potentiell die republik in die luft sprengen würden, sprachkurse und ähnliches nicht nur bei allen schwierigkeiten nicht selbstfinanzieren, sondern am liebsten sabotieren, die volkshochschulen deswegen füllen, um dort in ihrer eigenen sprache sich zu unterhalten und ihre kinder besser als ewig unausgebildete straßenkehrer - wie ihre eltern - sehen. multikulti gehört abgschafft, minderheiten dürfen nicht leben, da keine lust auf parallelgesellschaften und eine einwaderungsgesellschaft ist deutschland schon gar nicht.
diese drehung haben die presse wie die übrigen medien bis auf den einen oder anderen etwas aufgeklärten beitrag, verschlaffen und nicht kritisch abgefangen.
wieso ? die antwort ist zum teil einfach: zum einen zeigt sich die gesellschaft unfähig und unwillig sich zu bessern und ihren geist zu öffnen, zum anderen sind die betroffenen minderheiten in der regel keine akteure der (medien-) öffentlichkeit. migranten sind kaum als journalisten, medienproduzenten, redakteure, verantwortliche in den medienetagen etc. tätig und vertreten. andere schreiben über sie und stellen dossiers zusammen über ihre belange, so wie sie es wollen und wissen, oder auch nicht.
wer gestern die sendung sabine christiansen zufälig sah, dem dürfte dies aufgefallen sein. dabei sprach heide simonis - wie töricht - vom beitritt der türkei in der eu als die moderatorin über werte der gesellschaft debatieren wollte; und diese tat so, um das thema einwanderung anzureißen, wobei - so dachte sie sicherlich - man dies nicht ohne das übliche getöse um islam, patriotismus, angst etc. tun sollte.
-"Mittlerweile kommt mir vor, als würde man mit Argusaugen nur darauf warten,in den Medien wieder etwas über Islam oder Religion zu lesen. Natürlich hat das Wort eine Macht und Sprache ist auch Provokation, aber das verträgt unsere Pressefreiheit und auch der geneigte Leser.
überhaupt sollte man als migrant oder ausländer einfach nur die klappe halten, die pressefreiheit in deutschland bewundern, sich dafür schämen, solches nicht in der "heimat" zu haben und sonst sich über das gastgeschenk freuen.
jm