Hallo JM,
"wir Migranten" ist wohl auch eine etwas seltsam idealisierende Klammer, oder? Ich habe heute auch mit einem Ohr die Radio-Beiträge zu PISA II verfolgt. Ich fand es einleuchtend, als eine Schulleiterin sagte, dass die Chancen von Migrantenkindern mit der Bildungsnähe des Elternhauses zu tun haben, so wie unter den Herkunftsdeutschen auch. Das kann ich aus meiner Erfahrung nur bestätigen. Dann flossen da aber noch ein paar Zahlen: 70% der migrantischen Kinder besuchen die Haupt- oder Sonderschule. Nur 9% schaffen den Weg bis zur Hochschulreife. Das ist doch erschreckend. Die Frage ist doch: was kann man da tun?? Ich habe ja überhaupt nichts dagegen, das Schulsystem umzustrukturieren, ganz im Gegenteil. Aber ein noch so gutes Schulsystem kann auch nicht alles auffangen, was Eltern verderben (das gilt für Menschen jeder Herkunft). Meine Frage nach Integrationswillen oder -motivation ging in die Richtung: Wie kann man die nicht-bildungsnahen migrantischen Eltern dazu bewegen, etwas dazu beizutragen, dass ihre Kinder den Weg in die Gesellschaft schaffen?
Zu den Integrationskursen kann ich nur sagen: da bin ich wiederum sehr skeptisch, ob dieses angepriesene Konzept einen wirklichen Fortschritt darstellt. Fakt ist: Für viele Kursteilnehmer werden die Deutschkurse erheblich teurer! Durch die Blockstruktur gehen sie an der Lebensrealität der Frauen vorbei, auch wenn sie teilweise eine Kinderbetreuung anbieten. Die Prüfungen sind viel zu schwer. Ich glaube, wirklich ausgereift ist das Konzept nicht.