hallo elissa,
das sieht von meiner seite widerum so aus, daß jede kritische betrachtung jeder problematik bei den deutschen auf unverständnis stößt und trotzige reaktionen hervorruft, sobald sie von einem ausländer - in unserem falle marokkaner - formuliert wird. es wird schnell in allem lediglich eine anti-deutsche bettel-haltung interpretiert.
für mich ist das frustrierend, weil die kommunikation nicht offen verläuft und auch nicht auf vertrauen, interesse, lernwillen und gesunder neugier basiert. oft muß ich aus deutschen zeitungen und medien copy&pasten, da ich mir manch harte fromulierungen hier nicht erlaube.
der stern, basierend auf die international anerkannten ergebnisse der oecd-studien stemplet deutschland als das land mit dem unsozialsten schulsystem der welt (!!). hätte ich dies so formuliert, hätte ich einigen beweisen müssen, daß das schulsystem in marokko und der islamischen welt überhaupt besser seien, als weiter inhaltlich zu diskutieren.
deine frage wegen des themas der integration kann nicht behandelt werden, wie du es dir wünscht. wenn du allerdings deine empfindlichkeiten auf seite ließest, ist das eine gute gelegenheit, von migranten einiges zu lesen und mitzubekommen, was vom gewöhnlichen tenor deutscher medien und öffentlicher meinung nicht wiedergegeben wird.
wir migranten finden zurecht und werden uns jedem verlauf der debatten und möglichen politischen umstellungen stellen und anpassen.
die verlierer sind jene, die nicht lernen wollen. denn, wie kann es sonst sein, daß ein politisch verantwortlicher wie jürgen rüttgers, der vor kurzem noch wegen seines traurig berühmt gewordenen slogans "kinder statt inder" sich in der weltöffentlichkeit blamierte und das image deutschlands unnötig stark geschadet hat, nun der jenige ist, der zu einer patirotismusdebatte unbehheligt und erfolgreich einlädt ? (lesen:
Leitkultur: Rüttgers will Ausländer zur Integration zwingen )
die antwort ist, daß dies in einer geselleschaft möglich, die ständig den finger anstarrt, statt auf den mond zu schauen.
deutschland verpasst, in diesem augenblick, in aller fatalität, eine extrem wertvolle chance, seine gesellschaft in iher gesamtheit mehr zu intgerieren, das potential von minderheiten voll zu nutzen und ein erfolgreiches modell für das zusammenleben sowohl für gesellschaften mit einem universellen (v.a. frankreich, aber auch der francophone teil von belgien, das lateinische süd-europa etc.) als auch für gesellschaften mit einem differenzierenden gemeinschafts-verständnis von zusammenleben (groß-britanien, niederlande, der flämische teil belgiens, skandinavien etc.) zu werden.
das problem der "integration" sind nicht ausländer und migranten, sondern der umstand daß die gesellschaft nichts dagegen unternimmt, oder geradezu akzeptiert, daß politiker wie stoiber, koch und rüttgers die debatte um die gesellschaft führen, und daß die medien dabei sich so denkfaul und realitätsfremd zeigen, wie bei kaum einem anderen thema.
diese meinung vertrete ich also, nicht um deine anfangsfrage blöd zu stellen, sondern weil ich dies so denke.
- "Vielleicht gibt es manchen im Forum, der es nicht wagt, etwas gegen deine Meinung zu äußern, weil es dann gewiss ist, einen übergebraten zu kriegen "das ist aus meiner sicht definitiv ihr problem.
was ich an leuten wie lobozen mag und schätze, ist die tatsache, daß sie sich von irgendeiner political correctness nicht beeindrucken lassen und ihre meinung zügig und offen sagen. ich fand das persönlich, wenn ich von manchen verbalen fehlschüssen absehen mußte, immer bereichernder und herausfordernder.
gruß
jm