hallo umniya
"eine auseinandersetzung mit dem islamismus und dem islam im allgemeinen drängt sich aus unterschiedlichen gründen mehr denn je auf. die zahl der muslime in europa hat rapide zugenommen. [...]"
tatsächlich. nur das fatale ist, daß man nun alle analysen, debatten und dialoge durch diesen trichter drückt. integration oder nicht von ausländern oder wem auch immer wird zu einem kampf der religionen und kulturen pervertiert.
von europäischer und vor allem deutscher seite wird dieses spiel dankbar angenommen. wer jetzt zu sagen wagt, "hey, interessiert mich euer glaube beide nicht und habe sonst mit dem ganzen nichts zu tun", wird von beiden seiten kommisch angesehen: der islamistischen und der deutschen. es ist so als hätten sich zwei alte freunde getroffen, denn im kern, wie bereits oft erwähnt, spricht nicht die modern-aufgeklärte seite der deustchen gesellschaft, sondern die gläubige zu den islamisten. aufklärung, demokratie etc sind dabei verwirrende schleier.
" die christlichen ideologen propagieren christlich- abendländische werte und ihre handlanger in den konservativen parteien sprechen von leit/leid kultur."
man sieht den wald nicht hinter den vielen bäumen. ich sehe keine christlichen ideologien, sondern mir erscheint alles implizit oder exlpizit christlich oder so grundmotiviert zu sein. in dieser debatte um die leit/leid-kultur stecken beide seiten, die konservative wie die kritische, geistig im spätmittelalter.
aus diesem grund mag ich in diesem forum nicht nur stets an den gefährlichen archaismus des islamismus erinnern (das ist einfach), sondern in erster linie auf den fatalen mangel an aufklärung gerade in solchen gesellschaften wie der deutschen, die mit ihrer "aufklärung" gerne protzen, hinweisen.
das zusamenleben von deutschen und nicht deutschstämmigen bürgern ist eine komplexe angelegenheit, die eine vielfalt von facetten und tiefen in sich birgt. der hier oft angesprochene konflikt um die religion und relgiöse ausübung ist eine nur, wenn auch wichtige und aktuelle, davon. vorher waren andere aspekte wichtiger. dabei spielen nicht nur der globalisierte islamismus eine rolle, sondern vor allem eine reihe von gesellschaftspolitischen versäumnissen der letzten jahrzehnte.
wenn man migranten auch in der dritten generation weiterhin als gastarbeiter behandelt, sie barsch und hochnässig an die industrie-vororte verweist, statt ihnen orientierung und unterstützung zu bieten und dabei die patenschaft von anfang an sich reißt und hält, muß man mit negativen ergebnissen rechnen und sie sind nicht nur im diffusen bereichs des religiösen zu beziffern.
wenn kinder von migranten in den schulen nicht vorankommen, hat das mit der religion nichts zu tun und auch nicht mit irgendeinem willen ihrer eltern, sie der schule fern zu halten, sondern mit was anderem.
und wenn sie in der schle und in anderen bereichen stars werden, wird dies als evident hingenommen und gerne vergessen, wenn die "multikulti-gesellschaft" als gescheitert erklärt werden will.
ich erwarte von den deutschen medien, zumal von der presse, eine bessere, komptetentere, vor allem eine kritische, solid aufgeklärte (nicht christlich-abendländische) und gnadenlos differenzierte behandlung des themas insegsamt. information ist vorhanden und der bedarf an analyse ist sehr groß. der wille aber fehlt.
gruß
jm