helias, meine wortgewaltige, ostmaerkische blume,
auch nach mehrmaligem lesen deines posts bin ich mir nicht sicher, richtig verstanden zu haben.
trotzdem hier der versuch einer antwort.
selbstverstaendlich soll die eu (und andere wohlstandsinseln wie beispielsweise die arabischen emirate oder die saudis) m.m. nach den armen laendern im rahmen ihrer moeglichkeiten die maximale hilfe zukommen lassen. schon aus eigeninteresse.
die frage ist doch eher, wie das geschehen soll.
ist es eine unzulaessige einmischung, finanzhilfen an bedingungen zu knuepfen?
was, wenn - wie in afrika gerne praktiziert - diese gelder in militaerisches spielzeug, groessenwahnsinnige prestige-projekte oder schlicht auf die schweizer konten der herrschenden cliquen fliessen?
und wo waeren die grenzen dieser "einmischung"?
ist es legitim, wenn geberlaender auf demokratisierung oder gar auf geburtenregelungsprogramme draengen? auf politisches "wohlverhalten" wie ruecknahmevertraege (fuer illegale migranten)?
ist das dann eine besonders perfide form des neo-kolonialismus?
ist es ein berechtigtes anliegen, hilfsgelder nicht in faesser ohne boden schuetten zu wollen, wo sie, ausser das eigene gewissen zu beruhigen nichts bewirken?
dazu nochmal das beispiel simbabwe. dort ruiniert die fanatische bodenreform eines verrueckten diktators die lebensgrundlage des landes.
was tun? den crash-kurs mit milliarden unterstuetzen? saemtliche hilfen einstellen und die naechste armuts-migrationswelle ausloesen?
oder gar truppen schicken?
einfache antworten gibt es nicht. eine zu einfache antwort ist es auch, fuer die probleme afrikas ausschliesslich die kolonialzeit und den aktuellen wirtschafts-imperialismus verantwortlich machen zu wollen.
tatsache ist, dass die suedostasiatischen laender (ausnahme thailand) einem genauso brutalen kolonialismus ausgesetzt waren und die entkolonialisierung unter aehnlich grossen opfern erkaempft werden musste wie in afrika.
der westliche kapital-imperialismus ist hier nicht weniger maechtig als in afrika. die startbedingungen fuer die jungen staaten waren nicht besser, die hilfen nicht groesser.
ob du diese unterschiedliche entwicklung mit einer anderen "mentalitaet" begruendest oder es einen anderen sozio-kulturell/religioesen background nennst, ist voellig unerheblich.
die wurzeln reichen jedenfalls wesentlich tiefer als in die kolonialzeit.
in diesem thread geht es um "internierungslager", also darum, wie mit der vorhandenen und zu erwartenden migration umgegangen werden soll.
die forderung nach einer nachhaltigen verbesserung der lebensumstaende in den herkunftslaendern ist ehrenwert und logisch.
aber auch wenn der westen (was nicht zu erwarten ist) seine mittel maximal aufstockt und selbst wenn die nehmerlaender mit diesen geldern optimal wirtschaften, wird es generationen dauern, bis sich das wohlstandsgefaelle zwischen nord und sued so weit nivelliert, dass migration keine vermeintliche notwendigkeit mehr ist.
fuer die aktuellen probleme und fuer die der nahen zukunft muessen auch andere massnahmen ergriffen werden.
ob lager, sperrzaeune und kuestenueberwachung geeignete wege sind, darueber kann man diskutieren.
wer die loesung in einer liberaleren zuwanderungspolitik sieht, der beluegt sich selbst.
wie soll die aussehen? greencards fuer die intellektuellen eliten aus den armen laendern? - schon jetzt koennen viele qualifizierte jobs in afrika nicht besetzt werden, weil sich die gut ausgebildeten laengst nach europa verabschiedet haben.
auch das ist ausbeutung.
quotenregelungen fuer menschen, die weder in afrika, noch in europa "gebraucht" werden? - was ist dann mit denen, die nicht zu den gleucklichen gehoeren? werden die dann wohl auf den versuch verzichten, trozdem zu kommen? wohl kaum.
populistische sprueche wie "wir brauchen einwanderungspolitik, keine einwanderungspolizei" sind sicher keine loesung.
ich habe das schon mehrmals hier gesagt:
selbstverstaendlich hat jeder mensch das recht, eine bessere zukunft zu suchen und den versuch der illegalen migration zu wagen.
aber genauso selbstverstaendlich hat europa das recht (und der eigenen bevoelkerung gegenueber die fuersorgepflicht), das kollabieren seiner arbeitsmaerkte und sozialsysteme durch lawinenartige zuwanderung zu verhindern.
lobozen