hallo,


zu aller erst reden wir nicht über die polisario so als sei sie die befreiungsarmee eines unterdrückten volks, da es sich bei ihr eindeutig um ein durch die algerischen generäle erstelltes und beherbergtes bewaffnetes gebilde handelt, mit dem sie den krieg gegen marokko führen. wer dies ignoriert hat in diesem konflikt nichts verstanden. dabei sind die verletzung der menschenrechte durch diese organisation derweil so flagrant geworden, daß organisationen, die ihr beistanden endlich die augen aufmachten und ihre hilfe aufhörten (siehe etwa den fall von france libertes wie in diesem forum bereits berichtet).

die gründe der quasi-unanymität unter den marokkanern, was ihre meinung über die marokkanität der sahara angeht, liegen nicht etwa darin, daß wir nur dinge in der schule eingetrichtet bekommen, wie es loboz und thomas lapidar behaupten, sondern weil für uns die geschichte marokkos die eines imperiums sei, die jahrhunderte zurückliegt, und nicht die eines kleinstaates, die mit der kolonialzeit erst anfängt, wie oft in deutschland der eindruck herrscht.

in unserer kollektivwahrnehmung waren wir nicht irgendein beschützenswertes niedliches völkchen oder eine interessante ethnie afrikas oder arabiens, sondern ein volk dessen könige hunderttausende von sklaven aus afrika in die armee hielten, nach osten die osmanen hielten und nach norden die maurische präsenz in spanien für jahrhunderte sicherten.

es ist diese geschichte, die marokko immer noch interessant macht und seine paläste, seine riads, seine küche, die rafinesse seine aristokratie oder die msysterien seiner gassen in fes oder marakkesch distinguiert.

selbst die ante-koloniallitteratur, dessen anliegen unter anderem war, marokko als schwache beute für den kolonialismus darzustellen, sprach vom "l’ empire cherifien", dessen grenzen die sahara einschließen, und man muß auf einer anderen seite die dinge in ihren geschichlichen kontext einrücken, da frührer die politischen grenzen quasi inexistent waren und die staaten durch ihre städte (fes, meknes, marrakesch - marokko soll aus marrakesch kommen) sich identifizierten und ihre grenzen durch die schutz- und einflußgebiete, welche für marokko phasenweise durchaus bis in das tiefe afrika hineinreichten, definierten.

ein weiterer irrtum, den es zu korrigieren gilt, liegt in dem umstand, daß nicht der palast und die machthaber das volk erst von der marokkanität der sahara überzeugen mußten (wie es manche hier suggerieren), sondern im gegenteil darin, daß das volk durch seine politischen kräfte dem palast im nacken war und ihn wegen der berfeiung der restlichen marokkanischen gebiete, zu denen die sahara, ceuta und melilla und eine reihe von inseln gehören, moralisch und politisch unter druck setzte.

viele der nationalisten marokkos sahen in der unterzeichnung der unabhängigkeitserklärung 1956 mit frankreich und spanien, während die sahara, die städte im norden, sowie eine reihe von inseln und der rest des maghrebs, also auch algerien und tunesien, unter kolonialer herrschaft lebten, einen verrat seitens der machthaber und der aristokratie von fes. diese bewegung der berfreiungsarmee mußte erst mit waffen und unter der direkten führung hassan dem 2 und oufkir im norden und im süden gestoppt werden, ein kapitel der neueren marokkanischen geschichte, dessen folgen bis heute noch zu spüren sind. einige der familien dieser kämpfer wurden vor wenigen monaten noch entschädigt.

für den palast war allerdings der vorwurf des verrats eine verbleibende schwebende schuld und er verwehrte sich slebst, die unabhängigkeit von marokko als vollstädnig anzuerkennen. politisch waren der abzug spaniens von der sahara und die umstände, die ihn begleitet hatten, lediglich eine wertvolle opprotunität für den machiavellisten hassen 2., diese geschichtliche schuld zu begleichen, ohne die wirtschaftlichen interessen in diesem zusammanehang außer acht zu lassen. die idee des grünen march war ein genialer streich seinerseits, der nicht gelungen wäre, wären alle volkskräfte, also auch die zu dieser zeit sehr lebhaften linken parteien, bewegungen und vereinigungen bereits reif für die befreiung der marokkanischen sahara.

diese sicht der dinge ignorieren die deutschen grundsätzlich und sie können nicht anders tun. die geschichte deutschlands ist von kleinstaaterei und zerrisenheit geprägt. nur drei mal wurde deutschland kurzweilig wiedervereinigt, zwei mal endete das direkt oder nicht mit katastrophen und weltkriegen und das dritte mal konnte nur im rahmen einer vereinigung wie die europäische union realisiert werden und ist gerade etwas über ein jahrzehnt alt, was einer sekunde in der geschichte von völkern und staaten gleichkommt.

diese haltung der deutschen ist durch die protestantische prägung des volks gestärkt, die eine starke vorliebe für das indivilduelle tun und das kommunale und lokale klein-dasein, sowie eine abneigung gegen alles majestätische und representative erklärt. es ist jene haltung, die, gepaart mit einer trüben geschichtlichen präzedenz, deutschland dazu führen wird, auf die zerlegung ex-yugoslaviens hin zu wirken und beispielsweise kroatien und andere kleinstaaten als erster staat, noch vor der europäischen union anzuerkennen, was laut roland dumas - damals noch frz. außennminister - eine entscheidende role in dem schicksal des yugoslavischen volks spielen wird, eines der blutigsten schicksale ind er menschlichen geschichte, welches bis unsere tage, und beispielsweise heute noch im kosovo, nicht überwunden wird.

es ist also kein wunder, daß thomas und co. ein spontanes herz für den mazighismus haben und ich bin sicher, würde ich eine vereinigung für die unabhängigkeit meines dorfs ins leben rufen, würde ich als erstes auf die unterstützung der deutschen zählen.

interessant ist es nur, wenn es um sie selbst und ihr land geht, mit welcher wucht die deutschen dann für ihre wiedervereinigung stehen und kämpfen und mit welchem eifer sie für die vereinigung europas arbeiten.

jm

ps: itri, du bist ein bellender konditionierter mazighistischer hund !