Hier ist ein Auszug aus einer DMF-Publikation

Der Islam, die Moderne und der Westen
Prof. Dr. Dr. Abdelwahab Tazi Saoud, Rektor der Universität Karaouiyine

http://www.marokko.net/info/publikationen/html/der_islam_und_die_moderne.html

Die Präsenz des Islams in Europa erfordert, daß man folgendem Rechnung trägt:

einerseits seiner Ansässigkeit, die heute eine unumgehbare Wirklichkeit darstellt, seiner Suche nach Legitimation, einer ebenfalls oft erhobenen Forderung, deren Anerkennung durch die Gastländer nichts als eine seitens der Gesellschaft besser kontrollierte Organisation und Handhabung seiner Bedürfnisse und seiner sozialen, kulturellen und konfessionellen Probleme bedeuten kann. Dies ist für diese Länder eine gute Gelegenheit, sich selbst besser zu verstehen und gleichzeitig das Andersartige besser kennenzulernen,
andererseits seiner geographischen Verteilung und der ethnischen und nationalen Heterogenität der muslimischen Bevölkerung in Europa. Es kann keine Eingliederung ohne eine besondere rechtliche Anpassung geben, ohne nationale Gesetzgebungen, die dem Islam erlauben - und das ist für ihn eine Chance - seine Anpassungskraft und seine Entwicklungsfähigkeit zu erproben.
Von dieser doppelten, unvermeidlichen und definitiv vorhandenen Herausforderung, der Anerkennung des Islam durch Europa und der Fähigkeit des Islams, sich im europäischen Kontext anzupassen, hängt die Zukunft der Beziehungen zwischen beiden ab.
Welche Vorschläge kann man heute machen, damit diese Herausforderung nicht bei dem einen oder anderen extremste, weil verzweifelste Reaktionen hervorruft?

Es wäre einfach erforderlich, daß die einen wie die anderen mit demselben Einsatz und demselben Willen die notwendigen Anstrengungen darauf ausrichteten, den anderen "ein wenig näher anzuschauen", das heißt, ein wenig eingehender, um ihn besser zu verstehen und durch das Verstehen bereit zu sein, ihn zu akzeptieren und folglich zu respektieren.

Salut


ElDar, Haus des Marokkanischen Kunsthandwerkes in Erkelenz http://www.eldar.de