Hallo zusammen,


erstens die frage nach der jungfraulichkeit. die marokkanische gesellschaft achtet sehr auf die reinheit des nachwuchses. in einem land wo dnh-analysen kaum vorhanden sind, ist dies m.e. nachvollziehbar, darf aber nicht diese soziale praxis rechtfertigen, zumal sie historisch gesehen marokkofremd ist, sie stamme ja aus dem nahosten und verberge stammesdenken und ist im kontext der blutverwandschaften eingebettet.

Gebären wird frisch verheirateten frauen als die bewährte garantie beinahe von den eigenen eltern und familienangehörigen vorgestellt, um den eigenen mann nicht zu verlieren. in diesem verständnis fällt dem mann offensichtlich die funktion des versorgers zu, die im weitesten sinne dem qur´anischen Gebot der versorgungspflicht des mannes entspricht. der geläufige begriff für familie in marokko ist " ´aila" in diesem begriff steckt die bedeutung von versorgung, was wiederrum auf die familiäre hierarchie hinweist. wer versorgt, steht an der spitze der " áila" und hat sie gegenüber der außenwelt zu schützen.

da aber marokko sich zur zeit im wandel befindet, haben solche denkmuster und lebensregulative längst angefangen an bedeutng zu verlieren. ich habe neulich eine debatte im fernsehen verfolgen können, an der auch die tochter des anführer des radikalen islamismus abdeslam yassin, nadia yassin teilnahm. es ging um die islamische sexualmoral. nadia yassin hat zu meinem erstaunen die meinung vertreten, dass die marokkanische tradition, die sich als islam verkauft, die jugend dermaßen sexuell beschränkt, dass sie sich praktiken zuwendet, die noch gefährlicher sein könnten. sie plädierte für einen liberalen umgang mit der sexualität ab dem 16 lebensjahr.

Umniya