Ich möchte 4 Punkte verdeutlichen:
1 - Mann muss differenzieren: Tradition und Religion sind nicht gleich zu setzen. Sie können sich zwar manchmal kreuzen oder gegenseitig beeinflussen, aber es ist nicht richtig, sie mit einander zu verwechseln. Am Anfang dieses Themas war die Rede klar von marokkanischen
Traditionen, die
frauenverachtend sind. Manche Teilnehmer verwechseln leider beliebig Tradition mit Religion.
2 - Das Wort
verachtend ist wiederum ein großes Wort. Es sollte auf keinen Fall mit weniger schwerwiegenden Begriffen wie etwa „ungerecht“ oder „unverantwortlich“ verwechselt werden. Dies taten aber manche Teilnehmer.
Das Wort „verachtend“ ist gravierend und riecht nach Absicht und Böswilligkeit, es wurde wie vorprogrammiert missverstanden und deswegen artete das Thema zuweilen in Feminismus ab. Ein hässliches Wort ist „Feminismus“. Ich werde aber unter Punkt (4) darauf zurück kommen.
3 - Am Anfang schrieb ich, dass abgesehen vom umstrittenen Thema „Jungfräulichkeit“, das ja unmittelbar mit „Sex“ zu tun hat, es keinerlei „frauenverachtende“ Traditionen in Marokko gibt. Und wie bei einer Stufenleiter hat diese Tradition Unterstufen und damit Folgetraditionen, die aber nur deswegen existieren, weil die Mutter aller Traditionen existiert. Manche Teilnehmer sind offenbar nicht intelligent genug, um dies zu begreifen.
4 - Ich sprach vorhin davon, dass da Wort „Feminismus“ verachtenswert ist. Ich weiß nicht, ob es bereits das Wort „Maskulinismus“ gibt, ich glaube kaum, dann habe ich es eben gerade erfunden und ich würde dann als „maskulinist“ (auch neues Wort) Bücher schreiben, die sich Männer gegenseitig empfehlen würden, damit es uns armen Männern auch möglich wird, jedes Thema so zu manipulieren, das es in Richtung „Maskulinismus“ abartet.
Darüber hinaus verachte ich es, wenn jemand herkommt und uns Beispielgeschichten erzählt wie etwa: (Die arme Frau hat mir erzählt, sie musste dann soviel leiden, obwohl sie das und dies verdient hätte....schnieeef... und dann war der Mann so böse... schnieeeeeeeef.. etc...), um daraus eine allgemeine marokkanische frauenverachtende Tradition zu machen! Diese Art ist verachtenswert. Beispiele solcher Geschichten mit armen Frauen, die soviel leiden und (schnieeeeef etc..) weil die bösen Männer dran schuld sind, kann ich aus jeder Straße Deutschlands herzaubern.
Ich wage zu behaupten, dass „Jungfräulichkeit“ wie Beschneidung eine Tradition ist, zwei Traditionen, die gewiss religiöse Prägungen angenommen haben. Der Löwenanteil der anderen Traditionen in Marokko, die uns den Frauen gegenüber unfair erscheinen, und viele davon sind den Frauen gegenüber in der Tat sehr unfair -(ich benutze das Wort „verachtend“ absichtlich nicht, weil es Männern absichtliche Böswilligkeit unterstellt, obwohl viele von denen es in ihrer Ignoranz gut zu meinen glauben, obwohl sie Frauen böses antun)- ich sagte: der Löwenanteil der anderen Traditionen, die uns unerträglich erscheinen, wie z.B. Frauen grundsätzlich zu verbieten, ohne männliche Begleitung zu verreisen, sind lediglich Folgeerscheinungen (oder Nebenwirkungen wie es in der Pharmakologie heißt) der wahren Ursache, denn die Mutter aller frauenverachtenden Traditionen ist die einzige, die ich (

) bereits ganz am Anfang nannte und sie heisst: Jungfräulichkeitssyndrum.
Eigentlich hatte ich am Anfang vor, zu bestimmten Beiträgen gezielt Stellung zu nehmen, weil ich unter „frauenverachtende“ Traditionen etwas anderes verstehe als die meisten hier, aber ich ziehe es jetzt vor, nach einem langen Arbeitstag, schlafen zu gehen und von einer Welt zu träumen, in der Frauen und Männer sich „bindungslos“ verstehen!!