@umniya
"kannst du mir bitte erklären, ws du meinst mit 'modernisten' sollen sie bei dir etwa das gegenteil zu den traditionalisten sein?"
ja, einfach geschrieben.
der feminismus hat viele gesichter und geschichten. er ist je nach opportunität der kampf von mutter couragen oder von "schwanz ab" hysterikerinnen. er ist eine bewegung, wenn die gelegenheit sich chickt, oder eine ideologie, wenn die politische lage es fordert. mit der menschlichen vernunft kann man ihn in seiner schizophrenen gesamtheit nicht erfassen, sondern ihn nur radikal verwerfen oder mit ihm in seiner radikalen form als ungeist umgehen. selbst chehrazad ist für ihn ein emblem femininer superiorität und überlegenheit. alle feminsitischen bewegungen, denkweisen, haltungen, aktionen, organisationen, gremmien, usw. usf. berufen sich direkt oder indirekt auf den radikalfeminismus.
lange vor seiner entstehung ende der 60er jahre gabe es frauenbewegungen, doktrinen für die gleichberechtigung von frauen und ideologische postulate gegen ihre unterdrückung, die meistens linken parteien und ideologien immanent waren und sind. dabei ist allgemein vom selbstverständnis ausgegangen, dass der kampf der frauen von beiden geschlechtern und allen aufgeklärten kräften ausgetragen werden sollte, und dass kämpferinnen durchaus bereit waren, ihren weg mit dem mann zusammen zu gehen. im wirbel der studentenrevolten und ideologischen käpmfen und umwälzungen entsteht jene radikale version, die sich als kollektivwesen der sache der frauen, in speratistischer, antimännlicher und polarisierender form von "aufgeklärten" männern bejubelt, annimmt, und alle strömmungen von frauenaktionen und -bewegungen vereinahmt, um sie in ihrer entsprechend veränderten geisteshaltung als denk- und energiereservoir anschließend zu bedienen und zu steuern.
es wundert (mich jedenfalls) nicht, dass der radikalfeminismus sich in protestantischen ländern und gegenden, wo eine sektierungsethik die gesellschaft ordnet, sich gedeiht und seinen puls weltweit gibt. so ist er am aggressivsten in den usa, großbritanien, deutschland und den skandinavischen ländern, wo sein tun und wirken anektodische allüren annimmt, man denke nur an die regelungen gegen die sexuelle belästigung in amerika oder den einen unternommen und mangels nachfrage gescheiterten versuch im norden deutschlands, einen friedhof ausschließlich für frauen einzurichten (!). in katholischen, weltoffenen gegenden wo hingegen eine universalistische ethik herrscht, erlebt man wie in frankreich und italien, dass frauen, ohne radikalfeminstinnen werden zu müssen, oder sich so zu inspirieren, ihre feminität selbstbewust behalten und pflegen und auf sie stolz sein können. es ist jene geiteshaltung, die mich hoffen läßt, dass auch in marokko, ein südliches land, dessen religöse ethik, die dem katholischen unversalismus in mancher hinsicht ähnlich ist, ein weg zur gleichberechtigung beider geschlechter friedlich und ohne vergiftung des sozialen organismus gefunden wird.
gruß
jm