Hallo liebe Leute,
meiner Meinung nach sind bikulturelle Ehen genau so "haltbar" oder auch nicht, wie intrakulturelle Beziehungen. Wichtig bei den erstgenannten erscheint mir, dass man die andere Kultur zur genüge kennt und versteht und weiss, worauf man sich einlässt. Das kann bei gegenseitiger Toleranz eine wunderbare Bereicherung für die Beziehung sein. Ist die Zuneigung jedoch nicht innig, sondern basiert eher auf dem "Reiz des Ungewöhnlichen", wird es sicher Probleme geben, dies kann jedoch genauso in intrakulturellen Ehen geschehen, wo je nach Toleranzschwelle, ebenfalls unterschiedliche soziokulturelle Hintergründe oder auch nur unterschiedliche Interessen zu Differenzen führen können.
Eine Ehe wird funktionieren, wenn es eine Liebesheirat ist, wenn beide sich 100% sicher sind, immer zusammenbleiben zu wollen, wenn es eine Seelenverwandschaft gibt und wenn es zumindest weitgehend gleiche Interessen, Neigungen, Hobbys, etc. gibt. Sonst nicht! Wer nur kleine Bedenken vor der Heirat hat, das der Partner wirklich der richtige ist, der sollte es lieber bleiben lassen. Mit einer Vernunftheirat wegen wirtschaftlicher Gründe, Aufenthaltsgenehmigung, Status oder Torschlusspanik zwingt man seine Persönlichkeit in ein Korsett, das die Luft abschnürt. Eine Beziehung, die tägliche Auseinandersetzung erfordert, die nicht durch ein leichtes Miteinander getragen ist, sollte man ernsthaft auf ihre Daseinsberechtigung überprüfen.
Das ist meine Erfahrung.
Grüße
N.