hallo,
@Sabi,
"Ich bin seit 4 Jahren mit einem marokkanischen Mann zusammen. [...] Wir sind nicht verheiratet, ich wollte damals nicht, weil ich ein fertiges Leben habe und keinen Studenten heiraten wollte, Wir haben seit zwei Jahren einen Sohn."
ich habe oft bekundet, dass ich mich im forum nicht mit einzelnen privatschicksalen auseinandersetzen mag. in diesem deinen satz interessiert mich jedoch die logik: verstehe ich also richitg, dass du den mann aufgrund seines studentendaseins nicht heiraten wolltest, ein unterfangen, welches durch eine scheidung rückgängig gemacht werden kann, ein kind mit ihm aber zeugen konnest, was hingegen als etwas verbindlicher erachtet werden kann ?
@Ulla,
dieses "familiengericht" oder "-rat" gibt es meines wissens in marokko, im gegensatz zu manchen nordischen gesellschaften, die den gemeinschaftscharakter weiterhin pflegen wie vielleicht in skandinavien, so als formelle einrichtung nicht. es handelt sich vielmehr um großfamielienstrukturen und auch sonstige gemeinschaftliche soziale bindungen, die noch vorhanden sind, und sich im falle von konflikten oft als noch dynamisch erweisen. so habe ich persönlich erlebt, wie europäerinnen manchmal auch erfolgreich hilfe bei der familie des mannes oder auch seinem engen sozialen umfeld wie freunden gefunden haben.
dies muß allerdings nicht heißen, dass es sytematisch so läuft. auch die marokkanische gesellschaft ist eine vielfältige und es gilt mehr und mehr als schick, sich bei den angelegenheiten anderer familienmitglieder nicht einzumischen. wenn es bei dem fall, den du berichtest, nicht geklappt hat, muß darin nicht automatisch eine anti-europäische oder -deutsche haltung der familie interpretiert werden. die geographische distanz wirkt in diesem kontext oft auch sehr hinderlich.
in deutschland hingegen, wo die geographische distanz geringer ist, erlebt die marokkanische (oft männliche) seite nicht immer beistand bei der familie und den angehörigen der frau, während auch beobachtet wird, dass dann, wenn es kracht, diese familie doch um die tochter, die sie möglicherweise wegen ihrer beziehung mit dem ausländer vorher gerügt und in manchen fällen (wie ich aus persönlicher erfahrung berichten könnte) gar boykotiert hatte, auf einmal schützend und solidarisch (nicht selten auch gegen den mann) sich versammelt.
jm