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das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38440
05/10/00 05:15 PM
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während schröder gestern in düsseldorf bem judenrat erscheinen musste, hat die deutsche regierung bis jetzt immer noch keine offizielle stellungnahme zu den massakern der israelischen armee an der zivilen bevölkerung palästinas verlautbar.hier fragt man sich, ob die deutschen immer noch mit ihrem schuldkomplex gegenüber den juden leben.man fragt weiterhin, ob ein humanitärer einsatz der nato in israel zum schutz der menschenrechte nicht in erwägung gezogen werden sollte.die nato hat ja einne krieg im namen der menschlichkeit gegen milosovic geführt.nun das verhalten der EU zeigt eindeutig,dass die Menschheit geeoraphisch in europa begrenzt ist.das schweigen der EU-staaten ist verantwortungslos.
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38442
05/10/00 05:29 PM
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hallo anoual, mit diesem thema hast du eine neue dimension in diesem forum eröffnet.es gilt auch, sich den kopf mit krisenherden in der welt zu zerbrechen. zu deiner bemänglung deutscher passivität in sachen israel möchte ich dir beipflichten. deutschland hat tatsächlich eine schwierige beziehung zum staat israel.ausserdem ist es bekannt seit jahren, dass die deutschen in der aussenpolitik immer die strategie des leisen töne pflegen und oft dazu neigen, mit geheimer dipolmatie aussenpolitische ziele zu erreichen. dies ist das erbe der genschers ära und der grüne aussenminister weicht nicht all zu viel von den grundlagen bundesrepublikanischer aussenpolitik. andererseits gibt es schon seit nun mehr als zwei jahren einen gemeinsame europäische aussen-und sicherheitspolitik. der nach hat der jetzige ratspräsodent chirac zu einem gewissen grad sein unbahgen bei dem vorgehen der israelischen armee bekanntgemacht. hinter dieser offiziellen verlautbarung verschanzen sich die deutschen. ich persönlich erwarte keine offizielle stellungnahme der deutschen regierung zu den massakern der israelischen armee an der zivilen bevölkerung in palästina.genauso wenig lege ich darauf hoffnung, dass eine der verschiedenen deutschen parteien sich ohne vorbehalt dazu eine stellung nimmt. zu deiner beruhigung ist eine demo bundesweit gegen diese massaker geplant.
aziz
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38444
06/10/00 03:13 PM
06/10/00 03:13 PM
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silla danke für den hinweis.das thema soll m.e.überall auf der tagesordnung stehen.die zweite intifada hat schon begonnen.jetzt entscheidet das palästinensiche volk und nicht mehr seine angeblich legitime vertretung PLO. sie hat seit dem osloer abkommen die palästinafrage längst veräussert.denn durch das osloer abkommen ist die palästinafrage kein thema der internationalen interessengemeinschaft, der UNO, wie sie von den amis genannt wird, sondern zu einer zwischenstaatlichen angelegenheit reduziert worden. das der aller grösste verlust für das palästinensische volk.die kinder der intifida werden wieder auf den plan gerufen.diplomatie allein lehrt den israelis keinen frieden. die erste intifida von 1987 hat die PLO nach palästina wiedergebracht. die laufende wird sie aus palästina rausschmeissen. denn verantwortlich für die muskeldemonstration der israelischen armee ist die clique um arafat, die bis jetzt alles bedingunslos akzeptiert hat, was die isrealis und ihre handlanger die amis auftischten.auch die konservativen regime der sogenannten islamsischen länder stecken hinter dem israelischen plan der ausrottung des palästinensichen volkes. seit 1992 reden die israelis vom frieden,aber offensichtlich verstehen sie darunter militärische überlegenheit in der region, keineswegs integration in die region in form von ausgeglichener zusammenarbeit. das motto der israelis " land gegen frieden" von dem verstorbenen rabin sagt implizit aus, dass die israelis kein meter vergeben, eher sie sich der militärischen kontrolle sicher sind. die palästinenser haben erneut bewiesen, dass auf sich selbst angewiesen sie in der lage sind, sich mehr zu erkämpfen als wenn sie von irgendwelchen konservativen regimen ferngesteuert werden. die PLO existiert praktisch seit 1982 nicht mehr, seitdem sie unter dem druck des petrodollars südlibanon verlassen musste. eins kann ich nicht mehr hören.die medien hierzuland sprechen vom waffenstillstand. aber zwischen wem läuft krieg? die palästinensiche realität ist die, dass eine militärisch überlegene und bewaffnete armee auf zivile bevölkerung schiesst. silla, dieses problem kann gar nicht genug angesprochen werden. aziz
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38446
08/10/00 03:28 AM
08/10/00 03:28 AM
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Rainer Guntermann
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aktuelle News (gefunden unter http://www.br-online.de/news/aktuell/#2):23:00 Unruhen jetzt auch an der Grenze zu Libanon Jerusalem: Die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und der israelischen Armee haben jetzt auch auf das Grenzgebiet zum Libanon übergegriffen. Erstmals seit dem Rückzug der Armee aus dem Südlibanon kam es dort zu schweren Kämpfen. Dabei wurden drei israelische Soldaten von Kämpfern der Hisbollah-Milizen gefangen genommen und in den Libanon verschleppt. Zuvor hatten Palästinenser im Westjordanland das Gebäude des Josefsgrabs gestürmt und verwüstet. Der israelische Ministerpräsident Barak reagierte mit einem Ultimatum auf die Ausweitung der Unruhen. Falls Palästinenserpräsident Arafat die gewaltsamen Proteste nicht innerhalb der nächsten 48 Stunden beende, würden die Streitkräfte mit aller Härte durchgreifen. Gleichzeitig würden auch die Friedensgespräche abgebrochen. In Deutschland demonstrierten in mehreren Städten Palästinenser gegen das israelische Vorgehen bei den Unruhen. In Essen warfen Demonstranten dabei mehrere Scheiben der alten Synagoge ein. weiterer Link zum aktuellen Geschehen: http://www.netzeitung.de/servlets/page?section=3&item=117530
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38448
09/10/00 09:57 AM
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Silla
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hallo aziz aber natürlich, das finde ich auch. nur wollte ich darauf hinweisen, damit wir nicht auf zwei verschiedenen seiten dasselbe thema diskutieren. ja, ich denke auch so wie du. der gewaltige wutausbruch musste früher oder später kommen. die ausgehandelte formel "land für frieden" funktioniert bis heute nicht! ich finde, die siebenjährige friedensverhandlung ist eine geschichte von fortwährender vertreibung, demütigung, besetzung und unterdrückung! arafats regime hat auch nicht dazu beigetragen, die situation zu entspannen. sprich: meinungsfreiheit, pressefreiheit und menschenrechte!! die enorme wut und der hass dieser jungen menschen, die kaum mehr perspektiven haben, ist durch den UNVERHAELTMAESSIGEN waffeneinsatz der israelischen soldaten noch gesteigert worden, was ich sehr gut verstehen kann. leider sind sich AUCH "die araber" nicht einig. vor allem die "konservativen regime", das sind "schattenpuppen" von den amis (ich nenne amerika immer das "zweite israel") MEINE MEINUNG!!!!! silla
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38449
09/10/00 11:36 AM
09/10/00 11:36 AM
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Salam,
Freunde im Islam. In Palistina wird es niemals Frieden geben, weil man den juden nicht vertrauen kann und nicht vertrauen sollte. Wie ihr aus dem Koran wisst haben die Juden nicht mal gegenüber Gott Wort gehalten. man kann nicht einfach jemandem sein land wegnehmen und anschließend von Frieden sprechen. Während ich diese Worte schrieb musste ich weinen.
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38452
10/10/00 05:36 PM
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Hallo silla ! Die Araber treffen sich schon seit 1967 in den sogenannten arabischen Gipfel das hat nichts gebracht und das wird auch in der Zukunft nichts bringen. Jedes arabisches Land verfolgt nur ihre eigene Interesse. Weder Ägypten noch Djibouti kann die Palästinenser helfen . Mein Meinung nach ein Fehler haben die Palästinenser gemacht und zwar das sie sich auf die Araber verlassen haben. Politisch gesehen ist das Verhältnis zwischen die arabischen Regierungen und die Palästinenser ähnelt das Verhältnis vom Prophet Josef mit seinen Brüdern. gruß chibo72
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38454
10/10/00 06:02 PM
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Hallo zusammen, silla, die idee eines Gipfeltreffens der arbaer kam dieses Mal vom ägyptens präsident mubarak.mubarak ist in der arabischen region bekannt als durchführungskraft amerikanischer politik in der region. allein aus diesem grund gebe ich chibo recht, was die ergebnisse solcher Gipfeltreffen betrifft.auch das gipfeltreffen vom kommenden 21.oktober wird nichts bringen, einfach deshalb weil auf der tagesordnung höchstwahrscheinlich die friedensbemühungen clintons stehen würden. clinton ist in den letzten friedensgesprächen nicht neutral geblieben. das wissen die araber und deshalb erwarten sie nichts von einem Treffen der jenigen, die über über ihr schicksal mit knüppeln bestimmen.die lösungen können nur von der strasse kommen nicht aber von den akklimatisierten konferenzsräumen. eins haben doch die letzten ereignisse in den autonomiegebiten der palästinenser. sie haben wieder den sogenannten nahostexperten die möglichkeit geboten, die öffentliche meinung über die greultaten des israelischen militärs in den autonomiegebieten der palästinenser zu manipulieren. nach wie vor gibt es keine demos seitens der deutschen zugunsten der palästinenser.Schuldkomplex und angst hindern sie daran.auch die deutschen linken sind im herbstschlaf, obwohl herbst in deutschland immer heiss war. damit will ich sagen: die palästinenser können ausschliess auf sich slbst verlassen, dann werden sie mehr erreichen. die offiziellen stellungnahmen der arabischen regierungen sind nichts anders als lippenbekenntnisse. am letzten sonntag hat es eine protesdemo in rabat zur unerstützung des palästinensichen kampfes gegegn die israelische besatzungsarmee, an der demo haben mehr als 400 000 teilgenommen.eine ähnliche demo hat auch in casa stattgefunden. und iwe immer hat auch abraham serfaty teilgenommen, obwohl er marokkaner jüdischen glaubens. es ist also kein religiöaser konflikt, was in den autonomiegebieten der palästinenser vor sich gehr, sondern Unrecht. brauchen die israelis kriege, damit sie weiter die holokaustindutrie vorantreiben und dem bedrohungssyndrom die weltöffentlichkeit manipulieren? auch nach dem kalten krieg scheienen die israekis mit den selben tricks zu spielen. aziz
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38455
11/10/00 02:54 PM
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Ich fürchte, dass die Israelis vorhaben, einen neuen Krieg gegen die Palästinenser erklärt haben, damit die ganzen Araber in Wut gebracht werden und sie wieder mit ihrem mittlerweile nicht tauglichen Bedrohungssyndrom die sogenannte zivilisierte Welt zu mehr Engagement zugunsten Israels zwingen. Ein anderes mögliches Szenario ist die Suche Israels nach einer Rechtfertigung für einen möglichen Angriff auf den Iran, dem die Israelis die Unterstützung von Hizbu al Lah unterstellen. Es ist mir dank eurer Beiträge klarer geworden, dass der jetzige Konflikt eigentlich nicht in Israel stattfindet, sondern in den Autonomiegebieten der Palästninenser. Folgerichtig sind in diesem Fall die Israelis Agressoren und da muss die internationale Interessengemeinschaft aktiver werden. Weder von den Amis noch von den arabischen Regierungen soll man nichts erwarten. Beide haben keine Glaubwürdigkeit bei den muslimischen Massen. Ob sich die NATO für einen neuen humanitären Krieg im Nahosten entscheidet, ist unvorstellbar. Eine sehr wichtige Frage, die sich der zivilisierten Welt stellt ist, ob die Israelis statt zur Eindämmung des Islamismus im Nahen Osten eher zu seiner Radikalisierung durch ihre Kriegspolitik beitragen. Wenn das der Fall ist, dann ist Israel der Hauptverantwortliche für den religiösen Radikalismus sowohl in Israel als auch in ihrer regionalen Umgebung. Der zionistische religiöse Radikalismus, dessen Vertretter der ulrakonservative Chef der religiösen Opposition und ehemaliger Verteidigungsminister Sharon. Die palästinensischen Protestler haben tatsächlich das Gebäude des Josefsgrabs zerstört,aber sie wollten damit den Israelis zeigen, dass in Palästina von heute nicht mit historischen Argumenten Siedlungspolitik betrieben wird, sondern es gehe um in den weltweit anerkannten Autonomiegebiete der Palästinenser um eine völkerrechtliche Angelegenheit. Die Israelis werden nie auf die lukrative Holocaustindustrie verzichten wollen. Die deutschen müssen weiterzahlen. Die Amis müssen ihre militärische Überlegenheit den Israelis zur Verfügung stellen. Die Araber müssen immer erndierigt werden. Ein zionistisches Szenario, das immer noch gut läuft.
Anoual.
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38456
11/10/00 02:55 PM
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Ich fürchte, dass die Israelis vorhaben, einen neuen Krieg gegen die Palästinenser zu erklären, damit die ganzen Araber in Wut gebracht werden und sie wieder mit ihrem mittlerweile nicht tauglichen Bedrohungssyndrom die sogenannte zivilisierte Welt zu mehr Engagement zugunsten Israels zwingen. Ein anderes mögliches Szenario ist die Suche Israels nach einer Rechtfertigung für einen möglichen Angriff auf den Iran, dem die Israelis die Unterstützung von Hizbu al Lah unterstellen. Es ist mir dank eurer Beiträge klarer geworden, dass der jetzige Konflikt eigentlich nicht in Israel stattfindet, sondern in den Autonomiegebieten der Palästninenser. Folgerichtig sind in diesem Fall die Israelis Agressoren und da muss die internationale Interessengemeinschaft aktiver werden. Weder von den Amis noch von den arabischen Regierungen soll man nichts erwarten. Beide haben keine Glaubwürdigkeit bei den muslimischen Massen. Ob sich die NATO für einen neuen humanitären Krieg im Nahosten entscheidet, ist unvorstellbar. Eine sehr wichtige Frage, die sich der zivilisierten Welt stellt ist, ob die Israelis statt zur Eindämmung des Islamismus im Nahen Osten eher zu seiner Radikalisierung durch ihre Kriegspolitik beitragen. Wenn das der Fall ist, dann ist Israel der Hauptverantwortliche für den religiösen Radikalismus sowohl in Israel als auch in ihrer regionalen Umgebung. Der zionistische religiöse Radikalismus, dessen Vertretter der ulrakonservative Chef der religiösen Opposition und ehemaliger Verteidigungsminister Sharon. Die palästinensischen Protestler haben tatsächlich das Gebäude des Josefsgrabs zerstört,aber sie wollten damit den Israelis zeigen, dass in Palästina von heute nicht mit historischen Argumenten Siedlungspolitik betrieben wird, sondern es gehe um in den weltweit anerkannten Autonomiegebiete der Palästinenser um eine völkerrechtliche Angelegenheit. Die Israelis werden nie auf die lukrative Holocaustindustrie verzichten wollen. Die deutschen müssen weiterzahlen. Die Amis müssen ihre militärische Überlegenheit den Israelis zur Verfügung stellen. Die Araber müssen immer erndierigt werden. Ein zionistisches Szenario, das immer noch gut läuft.
Anoual.
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38457
11/10/00 04:28 PM
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Silla
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anoual, da hast du eine hochinteressante frage in den raum gestellt! wollen die israelis den religiösen radikalismus der palästinenser (überhaupt von den arabern!) fördern. genau so sehe ich das problem auch. es wird so für die israelis viel leichter sein, der restlichen welt IHRE politik zu verkaufen. von den zionistisch/religiösen fanatiker liesst man eigentlich nie etwas, ist halt was ganz anderes!!!!!!! das wird bewusst gesteuert, behaupte ich, die meisten medien der welt gehören ja juden! darum sind die menschen hier (im westen/usa etc.) total falsch aufgeklärt, denn sie nehmen an, dass jeder moslem ein religiöser fanatiker sei!! wer die medien in der hand hat, dem gehört die welt!!!!! ich bin heute wohl etwas radikal, aber es ist meine meinung. es soll aber nicht die meinung aufkommen, ich wolle nur ein palästina, ohne israel. nein, im gegenteil, es hat meiner meinung nach für beide platz. aber leider denkt israel da anders, also muss man sich wehren!
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38458
11/10/00 05:59 PM
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Hallo Silla,
ich wollte dir nur sagen das ich genauso wie du denke. Es ist schon der Hammer was die Israelis sich so alles erlauben. Genauso finde ich Terroranschläge von den Radikalen (das wort Islamisten will ich nicht nennen, weil es nichts mit der Religion zu tun hat) Palistinänsern auch nicht in Ordnung.
ciao
Momo
Wer seine Ziele nicht kennt, endet da, wo andere Ihn haben wollen.
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38459
12/10/00 10:59 AM
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in der Zeitung "der Bund" sind drei interessante Artikel über das Thema Palästina Vor allem der Beitrag von MOSHE ZIMMERMANN: Wir sind Geiseln der religiösen Kräfte! Für alle die interesse haben, hier die Adresse: http://www.eBund.ch (Seite zwei) Gruss Silla
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38461
12/10/00 06:05 PM
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Hallo Silla :-) ,
es ist schon traurig das die Presse immer erst dann reagiert wenn es Gewaltätige Ausschreitungen gibt, weil es dann die quoten erhöht. Im falle Israel hatten die Palistinänser nicht gerade viel möglichkeiten. Letsendlich kommen sie nur soweit mit ihren forderungen wie es die Israelis zulassen. Es ist auch schade das die Religionen in diesem Fall mit hineingezogen werden. Die Menschen im Ausland denken sowieso die Moslems sind die schuldigen. Israel hat die großen Staatengemeinschaften hinter sich die Palistinänser nicht. Vielleicht erlauben sie sich ja deshalb soviel
Ciao
Momo
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38462
12/10/00 07:10 PM
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Hi
Tja jetzt ist wohl der Krieg in Palästina ausgebrochen. Soweit ich das gerade im Fernseher sehen kann. oder was meint ihr ?
Momo
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38466
13/10/00 11:48 AM
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krieg oder frieden? was kommt israel zu gute? zunächst ein beitrag eines Hochschullehrers für internationale politik in kassel im rahmen einer ringsvorlseung zum thema " Islam eine Herausforderung"
Der Islam: Eine neue Herausforderung für die Sicherheit des Westens?
Von Werner Ruf*
*Ringvorlesung Haydauer Hochschulgespräche, 15.05.00
Vorbemerkung: Begriffe und Paradigmen.
Ohne Zweifel ist die islamische Religion in den letzten zwei Jahrzehnten für die Menschen in diesem Kulturraum verstärkt zu einem Kristallisationspunkt ihres kulturellen und z.T. auch politischen Selbstverständnisses geworden. Damit geht notwendigerweise einher der Rückgriff auf die Quellen der Religion und die Auseinandersetzung mit diesen. Problematisch erscheint jedoch die Etikettierung dieses Prozesses als "Fundamentalismus". Dieser gängige Begriff soll hier allerdings nicht verwendet werden, und zwar aus folgenden Gründen: Zum ersten ist er begrenzt auf den anglophonen (und germanophonen) Raum; in der frankophonen Welt wird stattdessen (wie für die puristisch-dogmatischen Tendenzen im Katholizismus) der Begriff "Integrismus" verwendet. Zum zweiten handelt es sich um einen im Westen geprägten Begriff, der auf ultrakonservative, "bibeltreue" protestantische Bewegungen in den USA um die Jahrhundertwende verweist, der also bereits ideologisch besetzt ist und nur schwer auf den islamischen Raum übertragbar erscheint. Schließlich sind beide Begriffe aus dem westlichen Sprachgebrauch entlehnt; sie werden pauschal auf sehr unterschiedliche ideologische Strömungen im islamischen Raum der Gegenwart angewendet und - dies erscheint mir besonders wichtig - für die Muslime selbst hat der Begriff abwertenden Charakter.
Der unbestreitbare Tatbestand eines in vielen muslimischen Gesellschaften zu beobachtenden Re-Islamisierungsprozesses wurde, vielleicht nicht zufälligerweise, unmittelbar nach dem Ende des Ost-West-Konflikts zum Erklärungsmodell zu-künftiger Weltkonflikte erhoben, das seinen popularisierten Höhepunkt in den Arbeiten des amerikanischen Politologen Samuel P. Huntington fand. Wohl nur selten hat ein sozialwissenschaftliches Paradigma solche Publizität und Akzeptanz gefunden wie die grobschlächtigen Visionen Huntingtons, die nicht nur in allen Kanzleien und wissenschaftlichen Beratungsgremien der westlichen Regierungen höchste Beachtung fanden, sondern auch eine zentrale Rolle spielen in der Auseinandersetzung um die Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens mit muslimischen oder muslimischstämmigen Minderheiten in Europa. Ist der Aufmerksamkeitsgrad, den Huntingtons Entwurf im Westen gefunden hat - so die hier vertretene These - sicherlich auch einer spezifischen Konjunktur der internationalen Beziehungen zu verdanken, so ist die Rezeption seines Modells sicherlich auch auf die extreme Vereinfachung hochkomplexer Zusammenhänge zurückzuführen, die der Autor bewußt betreibt: "Es ist notwendig, ein simples Paradigma zu haben, mit dem über die Welt nachgedacht wird. (...) Wenn wir uns weigern, die Notwendigkeit einfacher Landkarten anzuerkennen, werden wir Gefangene von Vorurteilen, von denen wir nicht wissen, daß wir sie haben."
Ein solcher Appell eines Sozialwissenschaftlers zur Vereinfachung, ja Banalisierung hochkomplexer Zusammenhänge erscheint, gelinde gesagt, erschreckend.
1. Das Ende des Ost-West-Konflikts und die Wiederbelebung des Feindbildes Islam
Zunächst darf nicht übersehen werden, daß während des Ost-West-Konflikts sowohl innerhalb "des Westens" wie vor allem auch in den islamischen Ländern die Religion instrumentalisiert wurde als wichtige ideologische Gegenkraft gegen den "atheistischen Kommunismus". Dies geschah im Westen durch beständige Verweise auf die christlich-abendländische Tradition, verstanden als Gegenkraft gegen den sozialistischen Materialismus. Noch mehr war dies der Fall im islamischen Raum, wo islamische und islamistische Bewegungen gestützt und gefördert wurden als Gegenkraft gegen die Sowjetunion, oder aber als innenpolitische Gegenbewegungen gegen Regime, die gute Beziehungen zur Sowjetunion pflegten und einen mehr oder weniger an sozialistischen Modellen orientierten Umgestaltungsprozeß ihrer eigenen Gesellschaften betrieben, wie dies beispielsweise im nasseristischen Ägypten der Fall war. Nur so ist die massive Unterstützung der USA (und vor allem Saudi-Arabiens) sowohl für die Muslimbrüder im Nahen Osten, für die algerische Islamische Heilsfront wie für die gegen die sowjetische Präsenz in Afghanistan kämpfende islamistische Guerilla erklärlich. Eine der kleinen Ironien der Weltgeschichte ist es, daß die Mitglieder dieser ehemaligen man ist versucht zu sagen " internationalen islamistischen" Brigaden, heute als hochqualifizierte Berufsterroristen in vielen islamischen Ländern - von Bosnien bis Algerien und selbst Saudi-Arabien - für terroristische Anschläge verantwortlich gemacht werden.
Diese "Nebenerscheinungen" der Verwerfungen in der internationalen Politik finden jedoch in der Medienberichterstattung kaum Beachtung. Pauschalisierende Klischees erscheinen hier handbbarer. Eine erste, "den Islam" zum Feindbild erhebende Interpretation eines zwischenstaatlichen Konflikts folgte der Iranischen Revolution und der Geiselnahme US-amerikanischer Diplomaten in Teheran. Sie blieb jedoch zunächst auf den schiitischen und die geradezu feindlichen Beziehungen zwischen Washington und Teheran beschränkt. Die neue Dichotomisierung der Weltsicht erfolgte jedoch, und dies erscheint keineswegs zufällig, im Augenblick der Krise um Kuwait und des darauf folgenden Zweiten Golfkrieges, der zusammenfällt mit dem Austritt der Sowjetunion aus der Weltgeschichte, sah sich diese doch nicht mehr in der Lage, die Anti-Irak-Resolution des UN-Sicherheitsrates zu verhindern. Reinhard Schulze hat die im Entstehen begriffene neue Weltsituation, lange bevor der diese These voll bestätigende Aufsatz von Huntington erschien, treffend auf den Begriff gebracht: "Folglich bedeutete der Zusammenbruch des Ost-West-Systems 1989/90 einen tiefen Einschnitt in die Selbstlegitimation. Fehlte nun das 'Andere' als Projektionsfläche für die faktische Antithese in der eigenen Gesellschaft, drohte ein Defizit, ja eine Lücke in der Beschreibung des 'Wir'. Der Kuwait-Krieg, der propagandistisch schon seit Ende August 1990 geführt wurde, konnte innerhalb kürzester Zeit diese Lücke wieder schließen. Aus dem Osten wurde der Orient, aus dem Kommunismus der Islam, aus Stalin Saddam Hussein. Die Antithetik, die für den Westen bestimmend ist, wirkte nur noch radikaler. (...) Der Islam wurde als Prinzip des Orients ausgemacht, als Bewahrheitung des Irrationalen, gegenaufklärerischen Fundamentalismus, als Universalie, die nicht nur Ideologie ist, sondern allumfassend Gesellschaft, Kultur, Staat und Politik beherrschen will. Der Islam wird nun nicht nur als ideologische Antithese begriffen, sondern als gesamtkulturelle Antithese zum Westen und seiner universalistischen Identität. Der Islam gerät so zur Begründung des Gegen-Westens, zur Gegen-Moderne, ja zur Gegen-Zivilisation."
Hier kann nicht auf die sozialpsychologischen Mechanismen und Instrumente eingegangen werden, die offenkundig unverzichtbar sind, wenn es darum geht, eine kollektive Identität herzustellen, die zu ihrer Definition des "negativen" (Gegenbildes) des "Anderen" bedarf. Wie schnell, ja beinahe nahtlos dieser Wechsel im Feindbild vom verschwundenen Kommunismus zum neuen Feindbild Islam vor sich ging, zeigen beispielsweise die einschlägigen Formulierungen im französischen Verteidigungsweißbuch von 1994, wo festgestellt wird: "Der islamistische Extremismus stellt ohne Frage die beunruhigendste Bedrohung dar. (...) Er nimmt oft den Platz ein, den der Kommunismus innehatte als Widerstandsform gegen die westliche Welt."
Ähnlich formulierte der damalige NATO-Generalsekretär Willi Claes, als er feststellte, daß der islamische Fundamentalismus möglicherweise eine größere Bedrohung darstellt als dies der Kommunismus war. Daß eine derart schnelle (Wieder)Belebung des Feindbildes Islam möglich war, dürfte im wesentlichen zwei Gründe haben:
1.Die Latenz eines lange vorhandenen Feindbildes, das sich mehr oder minder um den Islam rankt. 2.Die mit der Globalisierung einhergehenden Prozesse, in deren Folge nicht nur staatliche Handlungsspielräume schrumpfen, sondern auch durch die Transnationalisierung der Ökonomie und durch Prozesse der Migration und multikulturelle Lebensformen und gesellschaftlich Herausforderungen (bei weitem nicht nur in Westeuropa!)entstehen. Diese Herausforderungen für überkommen identiäre Vorstellungen von (nationalen) Kollektiven können auch als Sicherheitsgefährdungen interpretiert und wahrgenommen werden.
Zum ersten:
Zur historisch-literarischen Figur der identitären Sinnstiftung wurden sowohl auf seiten des Orients wie des Okzidents schon sehr früh die Kreuzzüge instrumentalisiert und "der Orientale" wurde im "Abendland" zu einem Feind-bild transformiert, das sich - von den Kreuzzügen über die antijüdischen und antitürkischen Tiraden eines Martin Luther bis zu den Konflikten mit dem Osmanischen Reich - bis ins 19. Jahrhundert hinzog, als Kolonialismus und Imperialismus ihre technische, ökonomische und militärische Überlegenheit auch dadurch kulturell-ideologisch absicherten, daß sie den "Anderen", nämlich den Orientalen, zum kulturologisch, ja rassisch minderwertigen Menschen erklärten. Entsprechend den rassistischen Klischees des ausgehenden 19. Jahrhunderts, wurde nun die Überlegenheit des Okzidents genetisch-kulturologisch erklärt und begründet; so etwa, wenn der "Vater" des Orientalismus, Ernest Renan, den Orientalen die Unfähigkeit zu wissenschaftlichen und künstlerischen Leistungen bescheinigte wegen "(...) der schrecklichen Schlichtheit des semitischen Geistes, die den menschlichen Verstand jeder subtilen Vorstellung, jedem feinsinnigen Gefühl, jedem rationalen Forschen unzugänglich macht, um ihm die immer gleiche Tautologie 'Gott ist Gott' entgegenzuhalten".
So wird der Orient einerseits zum Reich der Untermenschen herabgewürdigt, andererseits ist er aber auch Projektionsort von Sinnlichkeit und Lüsten, die im strengen Moralkodex des Christentums keinen Platz haben. Diesen beiden Charakteristika ist gemeinsam, daß der Orient zum Gegenteil von Vernunft, Freiheit und Veränderbarkeit hochstilisiert werden kann, wie es Aziz el Azmeh treffend auf den Punkt bringt: "Der Vernunft entsprach enthusiastische Unvernunft, politisch übersetzt als Fanatismus, eines der Hauptanliegen der Wissenschaftler und Kolonialisten des 19. Jahrhunderts wie der zeitgenössischen Fernsehkommentatoren. Dieser Begriff liefert eine Erklärung für den politischen und sozialen Antagonismus zu kolonialer und nachkolonialer Herrschaft, indem politische und soziale Bewegungen auf Beweggründe reduziert werden, die Menschen mit Tieren gemeinsam haben. (...) Die Zivilgesellschaft, der Ort, an dem individuelle Bedürfnisse rational koordiniert werden, und welche den Staat hervorbringt, ist undenkbar. (...) Islam, als Anomalie (...) wird als Anachronismus betrachtet, seine Charakteristika - Despotismus, Un-Vernunft, Glauben, Stagnation, Mittelaltertum - gehören zu Stadien der Geschichte, deren Inferiorität eine zeitliche Dimension erhält. (...) Niedergang wird so nicht zu einem Tatbestand historischer Prozesse, sondern ein vorhersehbares Ereignis der metaphysischen Ordnung."
Es ist genau dieses Bild genetisch-kulturologisch bedingter Unfähigkeit, das von Samuel Huntington wieder aufgegriffen wird, wenn er in seinem flammenden Appell "The West unique, not universal" mit großem Nachdruck darzulegen versucht, daß Werte wie Menschenrechte und Demokratie oder Eigenschaften wie Rationalität ausschließlich Spezifika des Westens seien und daher gar nicht universell sein könnten, woraus er dann die Folgerung ableitet, der Westen müsse endlich aufhören, diese nur innerhalb seines Kulturkreises möglichen Prinzipien auf andere Kulturkreise ausdehnen zu wollen - ein aufgrund von deren Eigenart ohnehin nutzloses Unterfangen.
An diesem Punkt schließt sich der Kreis, der die Wiederbelebung alter und in unterschiedlichen historischen Epochen verschieden gedeuteter identitärer Differenzen wiederbelebt und sie für heutige praktische Politik verwendbar macht, wenn etwa Huntington am Ende seines Aufsatzes "The Clash of Civilizations?" dringend den Ausbau der militärischen Überlegenheit des Westens gegenüber den anderen Kulturkreisen anmahnt, oder wenn - in relativer intellektueller Dürftigkeit - der (damalige) deutsche Inspekteur des Heeres, Helge Hansen, Huntingtons kulturologische Ergüsse in militärisch-politische Denkmuster zu kleiden versucht: "Abschreckung war bisher bestimmt von rationaler abendländischer Logik, wenn auch im Osten ideologisch geprägt. Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts und dem Wegtreten einer Welt- und Ordnungsmacht ist dies jetzt anders. Ausgangspunkte künftiger Konflikte sind Irrationalität, nicht vorhandenes Risikobewußtsein und nahezu unbegrenzte Risikobereitschaft. Abschreckung in der klassischen Form kann und wird daher schlicht nicht mehr funktionieren, zumindest nicht, um vom Einsatz konventioneller Waffen abzuhalten. (...) Sicherheit bedeutet dann nicht nur die territoriale Integrität und den Schutz vor direkten militärischen Angriffen, sondern beinhaltet - weiter gespannt - den Erhalt unserer Werteordnung und des politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Systems."
Zum zweiten:
Wie bereits aus den vorangestellten Zitaten hervorging, zeichnet sich die westliche "Wir"-Sicht der orientalisch-islamischen "Anderen" aus durch ein Begriffsgemenge, das alte, aus den rassistischen Paradigmen des 19. Jahrhun-derts stammende Vorstellungen von Irrationalität und daraus folgender Unberechenbarkeit verquirlt mit neuen Bedrohungsvorstellungen, die nun nicht mehr in den Formen klassischer militärischer Bedrohungen erscheinen, also nicht mehr als Konflikte zwischen territorial verfaßten Nationalstaaten gedacht werden, sondern die auch "den Erhalt unserer Werteordnung und des politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Systems" beinhalten. Diese Erweiterung des Sicherheitsbegriffs um die in der Militärsprache immer wieder beschworenen sogenannten "neuen Risiken" ist gleichfalls das Resultat des Endes der Bipolarität, war doch der Ost-West-Konflikt der vorläufig letzte ideologisch wie territorial definierbare Systemgegensatz. Über ihn legitimierten sich die westliche (und östliche) Hochrüstung ebenso wie die Existenz der Armeen und Militärbündnisse.
Mit der Implosion der Sowjetunion und der Auflösung der Warschauer Vertragsorganisation schwanden dem Westen nicht nur Feind und Feindbild, sondern auch die Legitimationsbasis für die eigene Hochrüstung. Gleichzeitig wurden Herausforderungen immer sichtbarer, die transnationaler Natur sind, sich auf den verschiedensten Politikfeldern zeigen und die zugleich nicht mehr durch national-staatliche Politik regulierbar sind. Dies gilt für die Internationalisierung und Deregulierung der Ökonomie und der Finanzmärkte ebenso wie für die Arbeitsmärkte, für ökologische Gefahren, aber auch für die Internationalisierung von Kriminalität oder Terrorismus. Diese Gefahren, in der militärischen Sprache zu "neuen Risiken" transformiert, werden nun z.T. zur Legitimation der Aufrüstung herangezogen, z.T. aber auch in der innenpolitischen Diskussion zur Pflege des hier behandelten Feindbildes genutzt. Wie Bevölkerungswachstum und die - in Europa in den 60er Jahren gezielt eingeleitete - Migration zu einem solchen "neuen Risiko" hochstilisiert werden, demonstrierte der damalige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, der Aachener CDU-Abgeordnete Hans Stercken: "Niemand kann eine schlüssige Antwort auf die Frage geben, was denn die steigende Überbevölkerung dieser Welt für die Stabilität innerhalb und zwischen den Kontinenten künftig nach sich ziehen könnte. Was bedeuten die Bevölkerungsexplosion im Norden Afrikas und die neue hedschra , die schon Millionen Menschen aus diesem Lebensraum nach Italien, Spanien und Frankreich in Bewegung gesetzt hat. (...) Glauben wir etwa, daß durch den derzeitigen Umfang der Entwicklungshilfe die Bevölkerungsexplosion in diesem Teil der Welt, aber auch in Asien und Lateinamerika, unter Kontrolle gebracht werden könnte und was sind dann am Ende die Konsequenzen (...)? Da liegt doch der Gedanke nahe, die Entwicklung und den Fortschritt gleich bei uns abzuholen."
Deutlich wird an diesem Beispiel, daß die Problematik der Identitätssuche und -findung nicht mehr deckungsgleich ist mit national-territorialstaatlich verfaßten Räumen, sondern zunehmend zu einem transnationalen und damit zugleich innergesellschaftlichen Phänomen wird. Inwieweit diese Prozesse zu Konflikthaftigkeiten führen oder aber die positive Entwicklung pluraler und multikultureller Gesellschaften, einschließlich damit verbundener Toleranz, fördern, kann hier nicht diskutiert werden, hängen sie doch eng zusammen mit allgemeinen ökonomischen und sozialen Entwicklungen, aber auch mit kurzfristigen politischen Interessen, wie dies die jüngsten Wahlkämpfe in der Bundesrepublik und insbesondere die in Verbindung mit der Wahl in Hessen von der CDU betriebene "Volksabstimmung" gezeigt haben. Keineswegs sind sie Resultat eines (genetisch)-kulturologischen Determinismus, wie er beispielsweise in der Flut von Literatur über "Muslime in Deutschland" oder "Muslime in Europa" aufscheint.
2. Re-Islamisierung als politischer Prozeß
Der orientalistische Diskurs über die Inferiorität der Muslime war jedoch nicht nur Ideologie, er hatte auch harte materielle Bestandteile: So wurde er genutzt zur Diskriminierung und zum Ausschluß vor allem vom Bildungswesen, was den Kolonisierten oft den Zugang zu freien Berufen und hohen Ämtern in der Verwaltung erschwerte. Besonders kraß war diese Instrumentalisierung der Religion zwecks Diskriminierung von Muslimen in Algerien, wo zwar die Kolonisierten die französische Staatsangehörigkeit mit all ihren Pflichten hatten, jedoch von der Wahrnehmung ihrer bürgerlichen Rechte ausgeschlossen wurden, indem sie einem besonderen "muslimischen Rechtsstatut" unterstellt wurden. Die Diskriminierung mittels der Religionszugehörigkeit bewirkte so die Identitifizierung der Muslime mit dem Spezifikum, das sie von den Europäern abgrenzte, nämlich der Religion. Bereits die islamische Reformbewegung (die heute vermutlich Funda-mentalismus genannt würde) unter der geistigen Führung von Jamal Eddine al Afghani und Mohamed Abduh ist zu verstehen als eine solche identitätsstiftende Gegenreaktion. So stellt Peters bezüglich dieser Bewegung, der Salafiya, fest: "Auf diese Weise wurde aus dem Islam für viele Muslime etwas, was in ihrem Bewußtsein überwiegend - und bei manchen von ihnen sogar ausschließlich - ein Wesenselement ihrer kulturellen Identität darstellt, das gegen äußere Angriffe verteidigt werden muß, und nicht so sehr eine Art des Gottesglaubens, der Entdeckung von Ziel und Sinn des Lebens und eine ideale Gesellschaftsordnung. Diese neue Aufgabe erfüllen zu können, mußte der Islam zu etwas werden, auf das man stolz sein konnte."
Als identitäre und gegen den Kolonialismus gerichtete politische Bewegung verwoben sich islamische Identitätskonzepte mit nationalistischen Vorstellungen. In geradezu paradigmatischer Weise gilt dies für die Identitätsformel des algerischen Nationalismus: "Der Islam ist meine Religion, Arabisch meine Sprache, Algerien mein Vaterland"; aber auch in vielen anderen arabischen Ländern verbanden sich religiöse Identitätsvorstellungen mit nationalistischen Ansprüchen. So ist es kein Zufall, daß - außer im multikonfessionellen Libanon und in der von Mustapha Kemal "Atatürk" reformierten Türkei - der Islam in sämtlichen Staaten des Nahen Ostens Staatsreligion ist. Und selbst in der Hochphase des säkularistischen arabischen Nationalismus wurden die damals verfolgten, an sozialistischen Modellen orientierten Entwicklunsstrategien mit den egalitären Forderungen des Kor'an legitimiert. Die einzige Ausnahme bildete die Baath-Partei, während in Marokko zeitweilig von "königlichem Sozialismus" die Rede war.
Weder die am kapitalistischen Modell orientierten modernisierungstheoretischen noch die sich auf sozialistische Konzepte berufenden Entwicklungsstrategien brachten den gewünschten wirtschaftlichen Erfolg. Im Gegenteil, beide verschärften die sozialen Gegensätze innerhalb der islamischen Länder. Hinzu kam, daß dieses Scheitern im Falle der eher sozialistisch orientierten Länder zeitlich weitgehend zusammenfiel mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Auflösung des "Sozialistischen Lagers". Das Anwachsen von sozialer Ungerechtigkeit und die Verschärfung der Antagonismen innerhalb der Gesellschaften konnten so leicht interpretiert werden als Folge dieser Entwicklungsmodelle, die - "kapitalistisch" oder "sozialistisch" - beide aus dem Westen importiert waren und denen eines gemeinsam war: der Atheismus, der, aus islamischer Sicht, die Grundlage des westlichen Systems darstellt. Und auf der Erscheinungsebene war es nicht schwierig, die herrschenden "Eliten" als Handlanger des Westens zu brandmarken; profitierten sie selbst ja von der Entwicklung der Unterentwicklung, indem sie sich als Staatsbürokratien Pfründen und Privilegien aneigneten, während die breiten Massen zunehmend verarmten. So ist es sicherlich zutreffend, die sozio-ökonomische Entwicklung in diesen Ländern als einen Prozeß zu bezeichnen, der deren Gesellschaften in eine dünne Schicht von Modernisierungsgewinnern und eine breite Masse von Modernisierungsverlierern spaltete.
Ohne Zweifel hat die Iranische Revolution eine katalysatorische Wirkung auch auf die islamistischen Bewegungen in den sunnitischen Ländern gehabt, zeigte sie doch, daß ein Volksaufstand den Umsturz eines verhaßten Regimes bewirken kann, ebenso wie die Neuordnung einer Gesellschaft auf der Basis islamischer Prinzipien. Nur vor dem Hintergrund der wachsenden sozialen Unzufriedenheit und der Suche nach eigener Identität wurde sie zu einem politischen Signal, das das Anwachsen der Bewegungen in den einzelnen Staaten verstärkte und einige Gruppierungen auch zu gewaltsamen Maßnahmen greifen ließ.
Dabei ist es jedoch absurd, wie Huntingtons Modell vom "Kampf der Kulturen" suggeriert, das Aufbegehren in den islamischen Ländern und die zahlreichen sich auf islamische Prinzipien berufenden sozialen Bewegungen als ein geschlossenes Ganzes zu verstehen. Zu verschieden sind die jeweiligen nationalen geschichtlichen Prägungen, zu unterschiedlich die jeweiligen Interessen der einzelnen Gruppierungen, und - folgerichtig - die jeweiligen Interpretationen der islamischen Quellen für aktuelle politische Zielsetzungen. Denn es geht den islamistischen Bewegungen weniger um die Herstellung irgendwelcher "gottesstaatlicher" politischer Systeme als um die Eroberung der politischen Macht und die Vertreibung der autoritären und diktatorischen Regime, die seit Jahren die orientalischen Gesellschaften im polizeistaatlichen Griff halten, die politische Herrschaft zu ihrer privaten Bereicherung benutzen und jede Legitimität verloren haben. Eine Ironie dieser makropolitischen Entwicklung ist, daß eben diese Regime, um wenigstens Teile ihrer Legitimität zurückzugewinnen, selbst eine Islamisierung der Gesellschaft vorantreiben (Alkoholverbot, Abbau der Frauenrechte etc.), dadurch den Islamismus befördern, selbst aber die verlorene Legitimität in den Augen ihrer Bevölkerungen auch dadurch nicht zurückgewinnen können.
Somit ist festzustellen, daß die islamistischen Bewegungen ihren Nährboden finden in der Masse der Verarmten und Marginalisierten, die genug haben von den Versprechungen der Herrschenden, die der Perspektivlosigkeit, der Arbeitslosigkeit und dem Elend ein Ende setzen wollen. Die jahrzehntelangen Versprechungen eine beginnenden sozialen Aufstiegs, die rhetorisch immer wieder vorgetragenen Verweise auf den Islam und seine sozialen Prinzipien sind angesichts des Lebensstils derer, die sie predigen, verpufft. Während die Regierungen der arabischen Welt - ihre Herrscher sind mit Abstand die "dienstältesten" des Planeten - zunehmend ihre Legitimität verloren haben, können sich die islamistischen Bewegungen präsentieren als Erben und Bewahrer des alten nationalistischen, anti-imperialistischen, und darum: anti-westlichen Diskurses; und es fällt ihnen nicht schwer, auf der Erscheinungsebene den Nachweis zu führen, daß die Herrschenden letztlich nur im Interesse des verhaßten Westens agieren und sich dabei auf Kosten der Bevölkerung und der nationalen Ökonomie bereichern. Hinzu kommt die bedingungslose Unterstützung des Westens und vor allem seiner Vormacht, der USA, für das als imperialistisches Implantat empfundene Israel, dessen permanente Verstöße gegen elementare Prinzipien des Völkerrechts niemals sanktioniert wurden, ganz im Gegensatz beispielsweise zum Annexionsversuch Iraks gegenüber Kuwait.
Und hier gerät westliche Außenpolitik in ein Dilemma: Während einerseits verbal die Errichtung demokratischer Strukturen und die Respektierung der Menschenrechte gefordert werden, scheint es dem Westen in Wirklichkeit um die Erhaltung von Stabilität zu gehen, die auf die Absicherung der vorhandenen autoritären und repressiven Systeme hinausläuft. Die nahezu blinde Unterstützung der vorhandenen Regime, mit denen man umgehen zu wissen meint, führt auch dazu, daß jede politische Opposition sprachlos gemacht wird, daß die Regierungen im Maghreb und im Nahen Osten unter Verweis auf "den Terrorismus" einzelner kleiner islamistischer Gruppen sich als Vorfront westlicher Sicherheitspolitik gegen die sogenannte islamistische Bedrohung präsentieren können und daß diese Regierungen reale oder vermeintliche islamistische Bedrohungen nutzen, um westliche Hilfe zu erhalten. Ist aber nicht das Aufbegehren der Islamisten, ihr Wunsch nach Teilhabe an der Macht und nach Mitwirkung an der gesellschaftlichen Steuerung und Entwicklung, eine elementare demokratische Forderung? Und sind schließlich nicht "Begriffe wie 'Terrorismus' relativ und (lassen sie) sich (nicht) leicht für die Kriminalisierung politischer Gegner mißbrauchen?: So können in autoritären Regimen damit auch Oppositionsgruppen kriminalisiert werden, gerade weil sie demokratische Ziele verfolgen."
Ferner: Bestätigt nicht der Westen, indem er sich frontal gegen alle mehr oder weniger islamistischen Bewegungen stellt, das alte Klischee und Vorurteil, wo-nach es dem Westen nur um einen schon Jahrhunderte dauernden Kampf gegen die Völker dieser Region, ihre Kultur und Religion gehe? Daß durch solch konfrontative Politik nur die radikalen Kräfte gefördert werden, weil die gemäßigten in der Kompromißlosigkeit beider Seiten keine Chance der politischen Vermitt-lung erhalten, liegt auf der Hand.
Zutreffend ist an der Analyse Samuel Huntingtons sicherlich die Ausgangshypothese, daß an der Wende zum dritten Jahrtausend die Staaten nicht mehr die einzigen und exklusiven Akteure des internationalen Systems sind. Dies ist zwangsläufiges Resultat der Globalisierung. Falsch ist es jedoch, die Kulturen als die (einzigen) neuen Akteure politischen Handelns zu beschwören und diese als mehr oder weniger friedfertig zu bezeichnen, während dem Islam besondere Aggressivität bescheinigt wird: "Islam has bloody borders". Durch solcherart konfrontative Modelle werden Identitäten erst geschaffen, Konflikte mitproduziert. Eine auf dieser Art des konfrontativen Denkens basierende Politik produziert nicht nur Widerstand, sondern fördert die Legitimität gerade auch islamistischer Gewaltanwendung und stützt letztendlich die radikalsten Elemente, nur um selbst militärisch-repressive "antiterroristische" Antworten zu rechtfertigen, ob diese nun mit dem Völkerrecht vereinbar sind oder nicht, wie beispielsweise die jüngsten Angriffe der USA auf den Sudan und Afghanistan nach den Terroranschlägen gegen die US-Botschaften in Nairobi und Daressalam.
Das Denken in den Modellen vom Kampf der Kulturen läuft so Gefahr, zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung zu werden; zu einem Teufelskreis, in dem sich nicht nur Konflikthaftigkeit, sondern Terror und Gegenterror wechselseitig bedingen und schließlich rechtfertigen. Sollte es denn wirklich zutreffen, daß, wie Sam Huntington sagt, Rationalität eine der wesentlichen Eigenschaften der westlichen Kultur sei, dann wäre es höchste Zeit, daß eben dieser Westen, seine Politikberater und seine politisch Handelnden die sozialen und ökonomischen wie auch kulturellen Prozesse in den islamischen Ländern rational verfolgen, die dortigen sozialen und politischen Entwicklungen rational analysieren und im Sinne einer langfristigen, auf Frieden, Demokratie und Ausgleich orientierten Politik rationale Strategien entwickeln. Solche Politik impliziert notwendigerweise die Akzeptanz politischer Kräfte, die in den Augen großer Bevölkerungsteile der islamischen Welt als deren legitime Vertreter gelten. Und solche Akzeptanz als legitime politische Akteure und als Verhandlungspartner führt die islamistischen Bewegungen aus der Kriminalisierung heraus und zwingt sie in den Rahmen legaler politischer Betätigung - wenn denn dann eines Tages, wofür der Westen doch immer wieder plädiert, ein Minimum an Pluralismus und Demokratie möglich sein wird. Eine solche Entwicklung zu befördern, wäre konstruktive Sicherheitspolitik für Orient und Okzident zugleich.
Aus technischen Gründen enthält dieser Beitrag keine Fußnoten. Nachlesen in prisma (Zeitschrift der Universität Gesamthochschule Kassel), Juli 2000, S. 39-45.
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38468
13/10/00 03:19 PM
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hi silla, um besser die strategie des isrealischen Geheimdienstes zu verstehen, lies mal das dossier zum Nahostkonflikt in le monde. http://www.lemonde.frBen Ami ist ein brillanter Feindbildproduzent. das hat zu genüge als Hochschuldozent bewiesen.
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38469
13/10/00 04:02 PM
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unglaubhaft zu sehen, wie zionisten in frankreich und in den usa ihre unterstützung für ein regime demonstrieren, das in aller offenheit - die internationale gemeinschaft abschätzt - das palästinensiche volk ermordert - den islam und das christentum lächerlich macht und - sich erlaubt, kinder zu erschiessen
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38472
18/10/00 08:59 PM
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Abbas
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Hallo Freunde , ich hab gerade eine site über palästina gefunden und wollte sie euch nicht vorenthalten. allerdings ist dies keine deutsche site , es stehen english und arabisch zur verfügung. http://palestine-info.org/Abbas
My love , my place , my site ........ >>> Ras Kebdana <<<
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38474
14/11/00 05:27 PM
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Le Monde Diplomatique 10.11.2000
Was ist los mit dieser Welt? ISRAEL UND PALÄSTINA: TAGEBUCH EINER PALÄSTINENSERIN EINE junge Frau schreibt auf, was sie in den Tagen der härtesten Konfrontation erlebt und empfindet. Im Schwanken zwischen Depression und Euphorie spiegelt sich in diesem Dokument die Verzweiflung und die Hoffnung von Menschen, die unterdrückt und eingekesselt sind. Und die sich vor allem verlassen fühlen, nicht nur von den arabischen Staaten, sondern auch von aller Welt.
Von MOUNA HAMZEH-MUHAISEN Mittwoch, 4. Oktober 2000
Die Betäubung, die ich seit sechs Tagen empfinde, dauert an. Als ich heute morgen um vier Uhr aufgestanden bin, wollte ich einmal nicht den Computer oder das Radio anstellen, wollte mich nur aufs Dach setzen und meinen Kaffee trinken. Aber dann habe ich mir völlig geistesabwesend meinen Kaffee gemacht, den lokalen Sender Bethlehem 2000 angestellt und begonnen, die 352 neuen E-Mails in meiner Inbox herunterzuladen. Ich bin wie betäubt.
Niemand hier kann zur Arbeit gehen, außer den Leuten, die in Bethlehem arbeiten. Das Leben ist zum Stillstand gekommen. Alle palästinensischen Gebiete der Zone A sind von den anderen Gebieten abgeriegelt - mit Panzern. Wir können nicht von Bethlehem nach Hebron (im Süden), und nicht nach Jerusalem (im Norden). Wir können nichts tun, als den ganzen Tag die Nachrichten zuverfolgen.
Gestern war ich zum Fernsehen bei meinen Nachbarn. Kein Mensch wünscht sich ein Ende der Zusammenstöße. Alle hier wünschen sich eine umfassende Konfrontation, koste es, was es wolle. Die Verzweiflung ist so groß, der innere Druck so stark, dass sie das Gefühl haben: Diesmal geht es ums Ganze; entweder wir oder sie. Und wenn sie uns bombardieren und uns ausradieren? Sollen sie doch. "Für Dheisheh reicht eine Bombe", meinte Muyasar, eine 34-jährige Nachbarin und Mutter von sechs Kindern. "Wir werden alle auf der Stelle tot sein", gab ich zur Antwort, aber sie meinte nur: "Sterben ist besser als nur weitermachen wie vorher."
Alle Frauen sagen dasselbe. Diesmal ist die Stimmung völlig anders. Sie haben alles satt: die israelische Aggression, die Korruption der palästinensischen Autonomiebehörde, die schändlichen Friedensabkommen, die aus diesem Land einen Apartheidstaat machen - ein Bantustan, ein Westjordanland, das in 200 isolierte Inseln aufgesplittert ist. Und das Schweigen der Welt, die sich einen Dreck um uns schert, nur weil wir Araber sind.
Das Leben in Israel geht indessen wie normal weiter. Die Israelis stehen jeden Morgen auf und gehen zur Arbeit, ihre Kinder gehen ganz normal zur Schule. Sie gehen ins Restaurant und ins Theater . . . was hier abläuft, hat schlicht nichts mit ihnen zu tun. Es ist, als seien ihre Ehemänner, Väter und Sonne, die uns töten, verwunden und verstümmeln, irgendwelche Söldner aus einem fernen Land.
Donnerstag, 5. Oktober 2000
Zwischen sieben und elf Uhr abends fiel der Strom aus. Bald fanden wir heraus, dass die israelische Armee einen Generator in Bethlehem bombardiert oder in Brand geschossen hatte. Die palästenensische Seite bat die Israelis, ihren Feuerwehrleuten Schutz zu gewähren - gemeint war: sie nicht zu beschießen. Die israelische Seite lehnte ab - natürlich.
Die revolutionären Lieder und die Sirenen, die wir von der Straße hören, die Berichte über die Zusammenstöße gestern und in der vergangenen Nacht - wiederum mit sieben Toten - diese ganze Geräuschkulisse macht uns nicht nur wütend. Nein, der Lärm und die Berichte treiben uns an, bringen unser Blut zum Kochen, lassen uns so viel Zorn empfinden, dass wir noch einen Tag länger durchhalten.
Nur die Berichte über ein Abkommen irritieren uns, wir wollen sie nicht hören. Was bringt es, wenn Israel seine schwere Artillerie abzieht? Sie werden immer noch scharfe Munition und Hartgummigeschosse und Tränengas einsetzen und damit unschuldige Zivilisten umbringen. Und wir werden morgens immer in diesem Apartheidstaat aufwachen, in dem wir leben. Und deshalb herrscht hier überall der unbeugsame Wille, die Sache dieses Mal bis zum Ende durchzustehen. Niemand will an den Punkt zurück, an dem wir vor der Al-Aksa-Intifada standen. So hart diese letzten Tage gewesen sind, die Menschen hier sind fest entschlossen, bis zum Ende weiterzukämpfen.
Donnerstag, 5. Oktober 2000
(Fortsetzung)
Wie sollen wir heute Um Hazem unter die Augen treten? Um Hazem, dein Sohn Mustafa wurde in die lange Reihe palästinensischer Märtyrer aufgenommen. Und wir alle sollten dir eigentlich sagen: Es ist gut so. Er ist ein Märtyrer, er kommt direkt ins Paradies . . .
Oh, der Schmerz im Herzen einer Mutter, der quälende Schmerz. Israelische Kugeln haben Mustafa die Brust und den Arm zerfetzt. Immer und immer wieder zeigten sie uns seinen verbluteten Körper in Nahaufnahme, ausgestreckt auf dem Krankenhausbett. Wir konnten seine bloßgelegten Armknochen sehen. Vier Kugeln eines Scharfschützen, die seinen Körper durchsiebten, als er am Straßenrand stand, mit seinem Freund Akram Schafout.
Ich habe so Angst, dass auch Akram Schafout sterben wird. Oh Akram! Du darfst nicht sterben. Vielleicht haben sie dich letzte Nacht operiert? Wer wird deine Schwester Tagrid in Gaza anrufen . . . Wer wird den Hörer aufnehmen und ihr und ihrem Mann die Nachricht übermitteln. Sie werden völlig durchdrehen, weil sie nicht von Gaza weg können, um dich im Al-Makassed-Hospital in Jerusalem zu besuchen. Da sieht man, was ihr Frieden bedeutet: dass Tagrid nicht herkommen kann, um an deiner Seite zu sein, obwohl sie nur eine Autostunde entfernt lebt.
Und deine Mutter, Akram, deine geliebte Mutter. Ein Sohn von Schüssen verwundet im Krankenhaus in Jerusalem, wo sie nicht hin kann; und eine Tochter in Gaza, die auch auf dem Mond leben könnte.
So sieht der "Friedensprozess" aus, den wir hinunterwürgen sollen. So sieht das "Osloer Friedensabkommen" aus, der "Verhandlungsprozess", den sie uns anbieten, wie sie der ganzen Welt weismachen wollen. Dies ist kein "Friedensprozess", es ist ein "Kriegsprozess", ein "Scharfe-Munition-Abkommen", ein "Palästinenser-Ausrottungs-Oslo", eine "Vereinbarung zum Apachen-Abschlachten".
Samstag, 7. Oktober 2000
Während wir über die Ereignisse der vergangenen Woche sprachen, unterbrach der Fernsehsprecher seine Ansage, um mitzuteilen, dass Hisbollah-Kämpfer drei israelische Soldaten entführt haben, mitsamt ihrem Panzer, im Süden des Libanon. Alle brachen in Jubel aus! Wir hatten die Meldungen über die beiden palästinensischen Flüchtlinge im Libanon gehört, die bei einer Demonstration an der libanesischen Grenze von zwei israelischen Soldaten erschossen worden waren. Und wir waren so stolz auf die Hisbollah, die ihnen so rasch eine Antwort erteilt hat.
Plötzlich hatten die Ereignisse eine Wendung genommen. Stehen wir vor einem regionalen Krieg? Alles hängt davon ab, was Syrien und der Libanon machen, wenn sie von Israel bombardiert werden. Niemand hier rechnet damit, dass die arabischen Länder auf eine israelische Aggression reagieren, und die Wut auf die arabischen Regime ist riesengroß - so groß wie die Wut auf die USA und die Vereinten Nationen.
Sonntag, 8. Oktober 2000
Niemand hier zählt auf die arabischen Regime, aber alle trauen der Hisbollah mit geschlossenen Augen zu, eine Operation perfekt zu planen und auszuführen. Gewiss, zwei palästinensische Flüchtlinge im Libanon mussten sterben . . . Aber so ist es immer, wenn ein Volk einen Krieg für die Freiheit, für seine Existenz führt. Der Weg führt zuerst durch Tod und Zerstörung.
Gestern rückten bei Anbruch der Nacht israelische Panzer und Artillerie auf palästinensische Städte vor; an mehreren Orten im Westjordanland und im Gaza-Streifen kam es zu Schießereien; israelische Siedler überfielen Palästinenser im Westjordanland, in Gaza und in Ostjerusalem; und dann stellte Barak auf einmal ein Ultimatum an Arafat: Binnen 48 Stunden müsse er die Al-Aksa-Intifada stoppen.
Wenn Barak tatsächlich wissen will, ob die Intifada endet oder gestoppt werden kann, sollte er mit den palästinensischen Frauen sprechen, statt den palästinensischen Führern zu drohen. Hat sich Barak je gefragt, warum man in diesen Tagen an den Orten der Konfrontation keine palästinensischen Frauen sieht? Mit wenigen Ausnahmen bleiben die Frauen zu Hause, sieht man von ihrer Teilnahme an den Prozessionen für die Märtyrer ab. Das könnte auf den ersten Blick daher rühren, dass sich Frauen an Orten, wo geschossen wird, nicht sicher fühlen.
In Wirklichkeit sind die Frauen die unbekannten Soldaten, welche die Festung zu verteidigen haben, die jedes palästinensische Haus darstellt. Sie beruhigen und beaufsichtigen ihre Kinder, die Augen immer auf den Fernsehbildern. Selbst meine 77-jährige Schwiegermutter hat ständig das Radio am Ohr. Und alle reden davon, dass sie nicht in der Lage sind, ihren täglichen Arbeiten nachzugehen, dass sie in den letzten zehn Tagen an Gewicht verloren haben, unter Kopfschmerzen leiden, nachts nicht gut schlafen, dass sie Angst haben um ihre Männer und Kinder . . .
Und was meinen diese Frauen zu Barak? Zu der überraschenden Meldung, dass Israel und die Palästinenser heute einen Waffenstillstand verabredet haben? "Diese Intifada muss weitergehen . . . Der Tod unserer Leute war nicht umsonst . . . Jede palästinensische Familie soll einen Märtyrer hingeben . . . Die Nachricht von einem Waffenstillstand ist deprimierend . . . Wir können nicht alle paar Jahre eine Intifada veranstalten und dann wieder in Tiefschlaf verfallen, um ein paar Jahre später wieder aufzuwachen und wieder von vorne zu beginnen . . . Diesmal müssen wir bis zum Ende kämpfen . . ."
Montag, 9. Oktober 2000
Ich habe Magenschmerzen, und ich bin nicht die Einzige. Es gibt kein Entkommen, keinen Ausweg, keine atmosphärische Veränderung. Jeder Tag bringt immer wieder dasselbe. Wir sehen aus wie Zombies. Wir sind total erschöpft, vom Anblick des vielen Blutes auf unseren Fernsehschirmen, vom Radiohören und von der Unsicherheit, ob Barak uns in Grund und Boden bomben wird, wenn wir seine Aufrufe nicht befolgen und die Intifada beenden. Viele Menschen haben begonnen, Mehl, Zucker, Speiseöl und andere Grundnahrungsmittel zu horten. Und wir warten und warten.
Aber wir warten natürlich vergeblich auf einen Satz, mit dem Barak oder die USA verurteilen würden, was die Siedler tun. Bewaffnete israelische Siedler marodieren seit zwei Tagen im ganzen Westjordanland und in Ostjerusalem. Doch die Nachrichten im Radio oder im Fernsehen handeln fast nur von diplomatischen Bemühungen, einem möglichen Gipfeltreffen oder Verhandlungen über den Austausch von Gefangenen zwischen Israel und dem Libanon. Kein Wort über die Angriffe von Siedlern auf palästinensische Häuser.
Ich erinnere mich noch, wie ich zu Beginn der ersten Intifada reagierte, als ich kurz vorher aus den USA hergezogen war: Der Anblick israelischer Soldaten, die unser Haus stürmten, war mir noch so ungewohnt, dass ich jedes Mal nach dem Telefon greifen und die Notrufnummer wählen wollte. Aber das kann man hier nicht. Polizeischutz anfordern! Hier schützt dich niemand, es gibt kein Gesetz, mit dem du dich gegen bösartige, brutale Übergriffe der Israelis verteidigen könntest.
Und jetzt, da die Siedler die Rolle der israelischen Soldaten übernehmen, indem sie die palästinensische Zivilbevölkerung beschießen und terrorisieren, können die nationalen Sicherheitskräfte der Palästinenser nichts dagegen machen. Das ist der Oslo-Friedensprozess! Er hat unser Westjordanland in die Zonen A, B und C aufgeteilt. Die Siedler wüten in unseren Dörfern, die in Zone C liegen, unter totaler israelischer Kontrolle. Die Ereignisse der letzten zwei Tage zeigen nur, wie clever es von Israel war, das Westjordanland in diese Zonen zu zerlegen.
Denn jetzt sind wir umzingelt. Wir können nicht nach Hebron, ohne durch Siedlungen zu kommen, nicht nach Jerusalem, ohne durch Siedlungen zu kommen, nicht zur Hölle, ohne durch Siedlungen zu kommen. Sämtliche palästinensischen Städte und Ortschaften sind von diesen Siedlungen umgeben. Wer traute sich unter diesen Bedingungen noch, irgendwo hinzufahren? Freiheit und freie Existenz für alle - nur nicht für Palästina. Kritik und Verdammung - nur nicht für Israel.
Dienstag, 10. Oktober
In den palästinensischen Autonomiegebieten wurden heute sechsunddreißig Menschen verwundet. Um die Zusammenstöße zu beenden, müsste Israel nur sein ganzes Militär aus diesen Gebieten zurückziehen, müsste verstehen, dass der Kampf für die Befreiung nie enden wird, es sei denn, es stimmt der Gründung eines echten palästinensischen Staates zu, auf dem ganzen 1967 besetzten Territorium. Nennt mir ein historisches Beispiel, dass ein Volk aufgehört hätte, nach Unabhängigkeit und Freiheit zu streben, nennt mir nur ein Beispiel!
Der Frieden der Mutigen, Herr Ministerpräsident von Israel, ist ein Frieden, der mit dem Blutvergießen Schluss macht, statt nach mehr Blut zu rufen. Der Frieden der Mutigen ist ein Frieden, der die legitimen Rechte eines Volkes anerkennt, statt sie zu unterdrücken. Wenn ein israelischer Staat und ein palästinensischer Staat Seite an Seite leben würden, Herr Ministerpräsident, dann könnte sich in dieser Region alles zum Besseren wenden. Wenn Sie einsehen würden, dass Apartheid auf Dauer nicht möglich ist, könnte sich alles zum Besseren wenden. Seit zwölf langen Tagen ist unser normales Alltagsleben zum Stillstand gekommen. Wir können nicht zur Arbeit fahren, weil Ihre Panzer unsere Städte umzingeln. Und Sie wollen, dass Arafat die "Gewalt" stoppt. Glauben Sie wirklich an die Worte, die sie von sich geben, Herr Ministerpräsident von Israel?
Dienstag, 17. Oktober 2000
Vier Tage war ich außer Stande zu schreiben. Die Kopfschmerzen, die Übelkeit, die Augenschmerzen wurden unerträglich, und jedes Mal wenn ich mich an den Computer setzte, stieg eine fürchterliche, lang anhaltende Depression in mir hoch. Nach den israelischen Bomben auf palästinensische Städte am vorigen Donnerstag (12. Oktober) und der darauffolgenden Entscheidung Arafats, am Gipfeltreffen in Scharm al-Scheich teilzunehmen, ist eine allgemeine Depression über uns gekommen und seitdem nicht mehr gewichen. Eine Depression, die sich mit Wut und Zorn vermischt: Zorn über einen Gipfel, der Arafat auffordert, "die Gewalt zu beenden". Als bedrohten die Schlächter der palästinensischen Apachen, die Panzer, die Schnellfeuergewehre, die Scharfschützen der Armee und die Gewehre der Siedler die israelische Zivilbevölkerung - und nicht die Palästinenser. Ist die Logik dieser Welt so hoffnungslos aus dem Lot? Was ist los mit dieser Welt?
Während ich schreibe, gibt es in Bethlehem schon wieder ein Leichenbegängnis mit fast zwanzigtausend Menschen. Der Märtyrer ist dieses Mal der 14 Jahre alte Muayad Osama Jawarish aus dem Flüchtlingslager Aida. Ein israelischer Soldat hat ihm in den Kopf geschossen, er war auf dem Heimweg von der Schule, hatte noch den Schulranzen auf dem Rücken. Vor dem Trauerzug brachten alle Fernsehstationen, live aus Scharm al-Scheich, die Abschlusserklärung des Gipfeltreffens. Ein grimmig blickender Clinton teilte uns mit, man habe beschlossen, unsere Intifada zu stoppen. Statt zu sagen, dass Israel das laufende Massaker am palästinensischen Volk beenden werde, erzählt er uns, dass sich beide Seiten "unverzüglich dafür einsetzen, die Lage zu beruhigen" und dass Barak und Arafat "einen sofortigen Waffenstillstand vereinbart und den Rückzug der israelischen Kräfte auf ihre Positionen vor der jüngsten Gewaltwelle" beschlossen hätten.
Aber wird ein Waffenstillstand nicht in der Regel von zwei kämpfenden Armeen vereinbart? Und was heißt "die Lage beruhigen", Präsident Clinton? Am Ende dieses Tages waren drei Palästinenser tot - einer von ihnen erschossen von israelischen Siedlern, während er auf seinem Land in der Nähe von Nablus Oliven erntete - und viele andere verwundet.
Wieder ist ein Tag vorüber, und kein Mensch glaubt oder will, dass die Intifada endet. Zu viele Jahrzehnte dauert nun schon der Kampf um die Befreiung. In diesen Jahren werden Mädchen zu Müttern, und Mütter zu Großmüttern, sie haben zu viele Ehemänner, Väter und Söhne begraben. Und wir sind immer noch nicht befreit, wir leben immer noch unter der Besatzung, haben immer noch keinen unabhängigen Staat. Wie viele Generationen von Müttern müssen noch trauern, bevor die Welt begreift, dass die Besatzung nicht ewig andauern kann?
dt. Niels Kadritzke
Le Monde diplomatique Nr. 6293 vom 10.11.2000, Seite 9, 430 Zeilen Dokumentation MOUNA HAMZEH-MUHAISEN
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38475
15/11/00 07:20 PM
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Joined: Oct 2001
Posts: 210 München
Erika Daerr
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Hallo ihr Lieben, wenn es jemand interessiert, so hat mein Mann auf seine Internetseiten eine Stellungnahme bzw.Aufruf zumpalästina-konflikt gestellt die auch meine Meinung wiedergibt. Zu finden unter http://www.klaus.daerr.de
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38476
15/11/00 07:33 PM
15/11/00 07:33 PM
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Joined: Feb 2001
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Rainer Guntermann
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Hallo Erika, Du (oder Dein Mann) solltet Euren Link http://www.klaus.daerr.de/Palaestina.htmzur Deutsch-Arabischen Gesellschaft (D-A-G) unter http://www.d-a-g.de mit der Bitte um Aufnahme in ihrer "Links"-Liste zusenden! Gruß Rainer P.S. Ausserdem solltest Du die Homepage Deines Mannes nicht länger den Mitgliedern Ddeines Tourismus-Forum vorenthalten, weil dort interessante Infos stehen!
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38478
16/11/00 05:23 PM
16/11/00 05:23 PM
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Anonymous
OP
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vorweg sei hier Erika für den link ihres mannes gedankt. ihr mann Klaus verdient respekt. ehrlich gesagt habe ich nur selten deutsche, die in dieser offenen form den zionismus verurteilen, ohne dabei angst zu haben, von den seinen agenten hierzulande als nazi gebrandmarkt zu werden. Chapeau.
Der staat der zionisten Israel existiert nun mal seit 1948 aufgrund eines einzigen prinzipes: krieg führen oder verschwinden.
vor diesem hintergrund ist es schwer, frieden von diesem angeblich demokratischen staat zu erwarten. und warum?
gewiss muss jeder bewaffnete konflikt seine lösung im rahmen von gegenseitiger friedfertigkeit der kontrahenten finden. Nur der frieden ist kein mittel, sondern die kehrseite einer gerechten lösung. die zionisten an der spitze des israelischen staates suchen bedauerlicherweise einen frieden, der auf ungerechtigkeit, hegemonie und rassistischer oder religiöser überlegenheit der zionisten basiert.
die geschichte lehr uns durch unzählige beispiele, dass ein militärisch durchgesetzter frieden in der regel eher zum gegenteil dessen führt, was friedfertigkeit begünstigt. die beiden weltkriege sind die beste illustration dieser historischen tatsache. angesichts des zionistischen lebensprinzipes krieg führen oder verschwinden scheint der frieden der wahre feind israels zu sein. weil für die israelis der frieden nicht anders ist als eine ewige situation, die um so mehr den zweiten teil des zionistischen lebens- prinzipes vorantreibt, nämlich verschwinden.
um die bindung der zionisten an ihr lebensprinzip etwas zu verdeutlichen sei hier auf das unmögliche in israel hingewiesen: nur in diesem aus der kolonialisation hervorgegangenen Kriegsstaat reiben sich tagtäglich laizismus und religiösem extremismus, ohne sich jedoch gegenseitig aufzuheben. israel ist der einzige kriegsstaat in der ganzen welt, wo ein laizist mit militärischer karriere von der gnade einer ulrakonservativen rassistischen und religiösen partei abhängig ist.
es ist auch der staat, wo nach wie vor die rassistische zugehörigkeit zum judenvolk vorherrscht und je nach dem wieviel prozent judischen blutes der israeli in sich hat, hat er dementsprechend schnelleren zugang zum sozialen aufstieg. die fallagas z.B., die man aus somalia und umgebung ins heim holte, befinden sich an der untersten stufe der sozialen leiter im angeblichen land moses. so werden sie meistens als kanonenfutter in den kriegen israels gegen die palästinenser eingesetzt.
israel ist aber auch der staat, dessen bürger nicht im lande leben, sondern überall in der welt verstreuet ihren anteil zur rettung israels von dem verschwinden beitragen. die wahlen in amerika sind geradezu das parade beispiel für das unnachgebige eintretten der zionisten für israel. in fast allen staatlichen und sozialen sphären der reichen indutriestaaten werden großzügige unterstützungen für israel eingeräumt und eingehalten. in manchen industrieländern sind wichtige entscheidungsämter in den händen der zionisten. vor diesem hintergrund ist es israel immer wieder gelungen, sämtliche resolutionen der einzelnen ausschüssen der uno über bord zu werfen, ohne die leichteste vergeltung zu erleiden.im gegesatz dazu muss das arme irakische volk seit nun mehr als 8 jahren unter menschenunwürdigen bedingungen sein leben abfristen. die kindersterblichkeit ist dort welrrekord. falls es also irgendwann mal zum frieden käme, dann müsste sich israel mit eigenen inneren widersprüchen befassen in der abwesenheit eines feindbildes. ein szenario, das kaum vorstellbar ist. von daher müssen die palästinenser her, von denen,überigens sehr raffiniert, nie die rede ist, sondern immer wieder von den arabern. auch im friedlichen fall wird israel aufhören als das kleine demokratische land zu sein, umgegeben von diktatorischen regimen und,wie vor kurzem sharon sagte, " von barbarischen völkern " gleichzeitig aber und das ist das aller schlimmste im falle des friedens, wird israel unnützlich für die USA sein, die sich " um ihre vitalen interessen in der region zu verteidigen" andere allierten aussuchen könnten, aus denen sie dann luftbrücken im kriegszustand machen könnten.die ganzen golfstaaten und manche andere arabischen länder kämen dann in die erste auslese.
es gibt da noch ein faktor, der das zionistische lebensprinzip stärkt: der bevölkerungsfaktor. überall in der welt suchen die rabbiner nach irgendwelchen urjudischen stämmen, um sie ins heim zu holen. sogar in china sollen welche leben, seitdem man sie aus dem nahosten vor tausenden von jahren verjagte. wenn sie dann kämen, könnten sie zu mehr fruchtbarkeit beitragen. auch da wird die strategie gegen das verschwinden deutlicher.
angesichts all dieser faktoren ist friedfertigkeit trotz vorhandenseins eines friedenlagers von den zionisten an der spitze des israelischen staates nicht zu erwarten.
die arabischen nachbarstaaten werden wohl nicht in frieden leben können, weil das gegenteil zum frieden die basis der überlebensstrategien des zionismus ist.
aziz
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Re: das Massaker an der zivilen Bevölkerung in Paläitina
#38479
21/11/00 04:34 PM
21/11/00 04:34 PM
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meine im vorigen beitrag aufgestellte these, dass der staat israel ausschliesslich nach dem prinzip " krieg führen oder verschwinden" hat sich schon wieder bestätigt durch die angriffe der isrealis auf institutionen der autonomiebehörden der palästinenser.man kann das nicht genug sagen: die israelis sind zum krieg verurteilt. von frieden wollen sie nichts hören. ganz nach dem zionistischen prinzip. je militärischer desto länger am leben. aziz
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