Guten Abend,
@ Abid

voilà, eine christliche Antwort

was die Thematik der Tolerenz und das Verhältnis zu den anderen Religionen angeht,so wurde besonders auf dem "Vatikanum II" eine grundlegende Korrektur des weit über tausendjährigen christlichen Islambildes gefordert und nicht nur für bürgerliche Toleranz sondern für eine neue Grundeinstellung zum Islam plädiert.

Umgekehrt aber muss heute auch vom Islam eine universale Toleranz und Religionsfreiheit gefordert werden - auch für die Nicht-"Schriftbesitzer" und die eigenen "Ketzer" wie die Ahmadiyya und die grausam verfolgten Bahai), die alle staatsbürgerlichen Rechte einschliesst.

Seitdem die neue iranische Verfassung unter Khomaini wieder ganz auf das islamische Gesetz zurückgreift, ist die Lage der Bahai viel prekärer als die der Juden und der Christen.
Ihnen hilft auch nicht die Sure 2,256 "Es gibt keinen Zwang in der Religion"

Es muss von islamischen Staaten die volle Respektierung der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen in bezug auf die Nichtmuslime gefordert werden.

Man bedenke:
Die "Allgemeine Islamische Menschenrechtserklärung" von 1981 gebraucht in der englischen und französischen Version das Wort "Mensch", wo im arabischen Original das Wort "Muslim" steht.

Nach der Sharia besitzt nur der Muslim Bürgerrechte.

Christen und Jueden haben lediglich des Status eines "Geduldeten Gastes" .

Diese Einschränkung stimmt mich sehr sehr nachdenklich u. Deine Meinung hierzu würde ich gerne lesen.


Übereinstimmung besteht zwischen jüdisch-christlicher und der islamischen Theologie nach den Worten von Hans Küng, den ich nun wortwörtlich zitiere:

"Nicht der blinde Zufall, nicht ein dunkles Schicksal regiert die Welt, sondern der gnädige u. barmherzige Gott. Schöpfung und Erhaltung, Geleit und Gericht sind Ausdruck seines freien Erbarmens.

Gottes absolute Freiheit bedroht nicht die relative Freiheit des Menschen, sondern ermöglicht und ermächtigt sie: insofern nämlich das Unendliche nicht die Grenze des Endlichen, sondern Ermöglichung und Erfüllung des Endlichen darstellt."