Liebe Fatima,

ich befinde mich in der selbigen Situation wie Du auch.

es ist sehr schwierig, die anerkennung bei der eigenen familie und bei den bekannten zu finden, so dass es zum bruch kommen wird.

Dabei werden die religiösen gründe immer nur als vorwand genommen. so ist es auch auf keinen fall gewährleistet, dass ein marokkanischer mann tatsächlich den relgiösen noch den humanistischen/ethischen pflichten nachkommt, trotzdem wird man es in der familie/gesellschaft eher akzeptieren das du einen nicht frommen, vielleicht sogar brutalen mann nimmst als einen andersgläubigen. Obwohl der andersgläubige noch eher den moralischen tugenden (die in allen buchrelegionen gleich sind)entspricht, ohne dass er die islamisch/arabischen riten lebt.

Ich werde dir nachfolgend einige wenige beispiele über meine erfahrungen zu einer binationalen und bireligiösen beziehung ausführen. (hab leider nicht so viel zeit)

grundsätzliche dinge, wie essens- und trinkgewohnheiten lassen sich klären man kann hier eine basis finden. bei der der kindererziehung, bei der mystischen lebenseinstellung bzw. bei den kulturellen unterschieden kommt es häufig zu konflikte. auch wird dich früher oder später eine sehnsucht nach deiner religion bzw. nach deiner familie und kultur (auch wenn du es im moment noch nicht wirklich glauben kannst) ereilen, die dich zereisen wird. so war es zumindest bei mir. mein gewissen hat mich gepackt, obwohl ich ein wundervollen menschen mit allen ehrenhaften tugenden an meiner seite hatte. gerade im ramadan kam ich mir isloiert und fremd vor. ich faste alleine und mein partner kann in keinster weise verstehen und nachvollziehen, welche auch spirituelle bedeutung das fasten hat. die situation nicht nicht einfach und teilweise auch bizarr. dann kommt auch noch der bruch mit der familie, zumindest mit den eltern. du mußt dir sicher sein, welches opfer du bringen wirst. dazu kommt auch noch das unverständis der deutschen familie (schwiegereltern) gegenüber deiner person (herkunft, religion etc.) und dem unverständnis gegenüber deiner ursprungsfamilie. bei familienfesten wird nicht darauf rücksicht genommen, dass du kein schweinefleisch isst und kein alkohol trinkst und schon wieder fühlst du dich ausgegrenz. ich komme mir oft vor wie in einem vakuum. weder verständnis von meinen landleuten noch verständnis von dem deutschen umfeld. Und ich habe immer den drang beide welten miteinander zu versöhnen, aber es klappt nicht wirklich. solch eine beziehung funtkioniert nach meiner Meinung nur dann, wenn die praktische relgiösität bei beiden nicht vorhanden ist, so daß man sich "nur" noch auf die kulturellen unterschiede verständigen braucht.

nun, ich kann dir nur sagen: folge deinem herzen, aber denk auch darüber nach, wie das praktische und alltägliche leben hinterher aussehen wird und welche konsequenzen du tragen musst.

Grüße,

Cindyrella


Immer, wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen.
(Mark Twain)