Missionierung und Strafe
#31680
01/11/02 06:59 PM
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Zu finden auf http://www.igfm.de, Presse, Oktober 2002.
Ich persönlich halte ja nichts von "Missionierung", denn man sollte die Leute bei ihrem Glauben lassen, mit dem sie aufgewachsen sind, mit dem sie sich wohl fühlen.
Und daß es ein Glaube und eine Religion ist, der die Menschenrechte achtet. (Der zum Beispiel keine Menschenopfer fordert, wie es bei den Azteken der Fall war). Wichtig ist (mir persönlich), DASS man glaubt, nicht WIE.
Trotzdem scheint mir das etwas hart. Man riskiert auch keine Strafe, wenn man einen Menschen vom Islam überzeugt. Ich habe von einem evangelischen Pfarrer gelesen (hier im Forum), der ein marokk.-deutsches Paar in der Kirche getraut hat. Es hat ihn nicht gestört, daß die Kinder einmal Muslime werden. "Hauptsache, der Glauben ist da". Diese Offenheit hat mir gefallen.
Ulla Weltmissions-Sonntag am 27. Oktober 2002 Schärfere Strafen bei christlicher Missionierung von Frauen IGFM: Wachsendes Haft- und Hinrichtungsrisiko für christliche Missionare im Jahr 2002 Frankfurt/M. (24. Oktober 2002) - Die im Herbst 2001 in Afghanistan wegen angeblicher christlicher Missionierung von der Todesstrafe bedrohten Mitarbeiter von "Shelter Now" haben das Risiko von christlichen Missionaren für eine Weltöffentlichkeit bewußt gemacht. Im Jahr 2002 bestehen weiter Strafandrohungen und Todesdrohungen gegen christliche Missionare, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Die IGFM weist anläßlich des Weltmissions-Sonntags am 27.Oktober in der katholischen Kirche auf die zahlreichen Gefahren hin, die mit aktiver christlicher Betätigung in verschiedenen asiatischen und afrikanischen Staaten verbunden sein können. Wer im indischen Bundesstaat Tamil Nadu eine Frau hinduistischen Glaubenss mit der Verheißung göttlicher Gnade zur Taufe bewegt, riskiert nach einem neuen Anti-Konversions-Gesetz vier Jahre Haft. Da Frauen als leichter beeinflußbar gelten, ist die gesetzliche Strafe für ihre Christianisierung ein Jahr höher als bei einem Mann. Im Bundesstaat Chattisgarh war die Ursulinen-Nonne Bridhi Ekha in diesem Sommer wegen nicht gemeldeter Bekehrung von 94 Hindus vorübergehend inhaftiert worden und erst nach Zahlung einer Kaution freigekommen. Die Gefährdung christlicher Missionare ist aber nicht nur in Indien aktuell, sondern ebenso in China, Nordkorea, Saudi Arabien, Marokko und Nepal. Im März 2001 wurde der stellvertretende Generalvikar des Bistums Baoding in der chinesischen Provinz Hebei Lu Genjun wegen illegaler Evangelisierung zu drei Jahren Arbeitslager verurteilt. Anfang Oktober 2002 erhielt der ursprünglich zum Tode verurteilte Gründer der protestantischen "Kirche Südchinas" Gong Shengliang eine lebenslange Haftstrafe. Gong hatte u.a. seit 1998 die Missionsaktion "Erlösung und China" gestartet. Immer wieder wird über die Hinrichtung von christlichen Missionaren in Nordkorea berichtet. Auf die Ergreifung von Missionaren hat der kommunistische Staat Belohnungen ausgesetzt. In Saudi Arabien war bis Anfang 2002 eine inzwischen abgeschobene Gruppe von 14 ausländischen Christen wegen angeblich christlicher Bekehrungstätigkeit in Haft. In Marokko wurde im vorigen Jahr eine evangelische Pastorin wegen christlicher Unterweisung muslimischer Kinder angeklagt. In Nepal ist Missionierung ebenso wie Religionswechsel – mit Ausnahme zum Hinduismus- staatlich untersagt. Bis April 2002 saß dort eine fünfköpfige Gruppe protestantischer Missionare im Gefängnis. Die IGFM weist im Sinne des Artikels 18 der UN-Menschenrechtserklärung auf das Menschenrecht "Religionsfreiheit" hin, das auch die Freiheit der Mission und des Religionswechsels einschließt. Länder wie Indien, Nepal und Marokko haben den weiterführenden "Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte" ratifiziert.
Viele Grüße, Ulla
"Ein Kind ist kein Gefäß, das gefüllt, sondern ein Feuer, das entzündet werden will" Francois Rabelais
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Re: Missionierung und Strafe
#31682
01/11/02 08:20 PM
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Hallo Malika, ich habe dazu schon eine Weile im Internet herumgesucht, aber leider nichts gefunden ! Wenn es aber - wie Du sagst - eine Person mit Islam-Hass war, dann wurde sie sicher zu Recht zur Ordnung gerufen. Denn man muß Toleranz leben ! Und in einem fremden Land die Landesgebräuche respektieren! Das schreibt auch das Christentum vor. Und - wie gesagt, mit dem Missionieren habe ich es eh nicht. Aber wenn friedlich lebende Menschen ihre Religion nicht ausleben dürfen,... http://www.etika.com/d95/95k3c.htm http://www.gfbv.de/bestell/pogrom/christen.htm Ich melde mich, sobald ich etwas gefunden habe ! Viele Grüße, Ulla
Viele Grüße, Ulla
"Ein Kind ist kein Gefäß, das gefüllt, sondern ein Feuer, das entzündet werden will" Francois Rabelais
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Re: Missionierung und Strafe
#31683
01/11/02 09:32 PM
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da im zusammenhang mit der missionierung auch "shelter now" genannt wurde, hier eine kurze charakteristik dieser organisation: http://www.shelter-now.org/HTML%20Seiten/Hintergruende.htm nachdem mitglieder dieser organisation in afghanistan verschleppt wurden, ging - zu recht - ein aufschrei durch die weltpresse. dennoch sagt dies nichts über struktur, inhalt und ziel dieser organisation aus. ich denke, religiöser eifer verbietet sich auf allen seiten. ich empfinde es schon als merkwürdig, wenn shelter now mitarbeiter nach afghanistan gehen, um dort muslims christlich zu missionieren. ich gebe malika recht, wenn sie fragt, in welchem auftrag hier "missioniert" wird. ich nehme an, dass deutsche kirchliche instititutionen, so sie in muslimischen ländern aktiv werden, den dialog der religionen, n i c h t aber die missionierung wollen. ich sehe keinen auftrag der christlichen kirchen, in ländern zu missionieren, in denen menschen einen glauben bereits haben. Jocim
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Re: Missionierung und Strafe
#31684
01/11/02 09:51 PM
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Jocim, ich stimme Dir zu, dennoch sollte sachliche Information auf freiwilliger Basis, falls es jemand interessiert, möglich sein. Habe gerade Folgendes gelesen: Da es zum einen immer wieder zu Hacker-Angriffen auf Answering Islam kommt und zum anderen der Zugriff auf www.answering-islam.org in mehreren arabischen Staaten (z.B. Saudi-Arabien) gesperrt ist,.... Gesperrt ! Wenn Ihr einen Grund für die Sperrung entdeckt, würde es mich sehr interessieren. Ulla
Viele Grüße, Ulla
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Re: Missionierung und Strafe
#31685
01/11/02 09:58 PM
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....obwohl ich gerade feststelle, daß ich die englische Seite weniger mag als die deutsche. Die deutsche Seite wirkt nüchterner, sachlicher - die englische Seite "amerikanisierter"...
Viele Grüße, Ulla
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Re: Missionierung und Strafe
#31687
01/11/02 10:46 PM
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Jocim
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ach, malika! ich könnte dir nun mit hilfe von "google" auch zu jedem vorurteil irgendwelche internetseiten nennen! aber darum geht es doch nicht!
"deutschland den christen!" wenn ich diesen slogan höre, weiss ich, wessen geist aus dieser internet-page "hüstelt".
aber eines steht für mich fest: die muslims tun sich ungleich schwerer, sich mit "anderen" religionen zu befassen, als die christen.
ich denke schon, dass muslims einen missionsgedanken haben, wenn sie von ihrer religion sprechen. sie wollen überzeugungsarbeit für ihre religion leisten. nach der lehre ist der islam die letzte und damit die "höchststehende" religion, die jüdischen und christlichen glauben in sich hat, aber darüber hinauswächst.
ich war sehr verblüfft, als ich vor jahren, nachdem ich mich erstmals ein wenig intensiver mit dem islam beschäftigte, feststellte, dass jesus und abraham eine zentrale stellung im islam zukommt. eine zentrale, aber nicht d i e zentrale!
damit muss der islam die glaubensinhalte von juden- und christentum nicht von sich weisen. er hat sie quasi in sich aufgenommen und verwandelt!
und damit ist ein "diskurs" der religionen eigentlich überflüssig! (nach muslimischem denken und glauben!) der islam "weiss" um die glaubensinhalte von christen und juden und setzt ihnen nur die "quintessenz" entgegen, das substrat aller religionen!
dann noch dies: christliche glaubensinhalte haben sich im laufe der jahrhunderte säkularisiert. eine partei, die sich in deutschland "christlich" nennt, ruft ihre mitglieder nicht zum täglichen gebet auf. sie macht nur darauf aufmerksam, dass sie ethischen und moralischen grundsätzen folgt, die aus dem christentum abgeleitet sind.
die christliche moral und ethik hat sich von den "frommen" glaubensinhalten entfernt. sie repräsentiert inzwischen abendländisches denken und handeln. eine säkulare, christliche philosophie!
diese ist fundamental abgeleitet aus den 10 geboten des christentums.
darum können heute christen über ihren glauben recht säkular, fast philosophisch nachdenken und diskutieren! die fundamentalen glaubensinhalte werden dabei nicht berührt (tod, christus, auferstehungsglaube, ewigkeit, gott, paradies).
darum können sie auch das "christliche" regelwerk in frage stellen, ohne dass ihr glaube damit in frage gestellt wird.
ich weiss nicht, ob der islam zur zeit und heute in der lage ist, ein philosophisch-ethisches regelwerk zu entwickeln, dass nicht unmittelbar die "innigkeit des glaubens" eines muslims trifft, und damit unter umständen stört oder in frage stellt.
gibt es eine philosophie des islam?
ich weiss es nicht. aber es könnte sein, dass der dialog zwischen islam und christentum gerade daran scheitert, dass auf verschiedenen ebenen argumentiert wird.
mohand hat es hier einmal gesagt: über den "glauben" ist nicht zu diskutieren. richtig!
aber wir können über die aus dem glauben abgeleiteteten grundsätze und überzeugungen sprechen, oder?
ich sehe wenig eifer in den christlichen kirchen europas. ich sehe aber sehr viel eifer in den christlichen glaubensgemeinschaften amerikas! genau dieser tradition folgend, beansprucht heute amerika hegemoniale vorherrschaft in der welt. amerika will politisch "missionieren". und da stehen die kirchen amerikas in nichts nach und in genau derselben tradition! und die amerikanische politik beruft sich auch noch auf das so verstandene christentum. dieses christentum allerdings ist ein frömmelndes und eiferndes.
in diesem sinne - und ich weiss, dass es schroff klingt - ist der amerikanische imperialismus ein weit besser geeigneter gesprächs"partner" für den islam, als die christlichen kirchen europas! denn sie ähneln einander, obwohl sie im ersten hinblick nichts miteinander gemeinsam zu haben scheinen.
widerspruch sehr erwünscht!
Jocim
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Re: Missionierung und Strafe
#31688
01/11/02 11:21 PM
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Malika
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Blida Hochsicherheitsttrakt Ze...
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Hallo Jocim, Ein Zidat ; Drei wahre Religionen gibt es auf der Welt,die Religion des Moses,eine rein materialistische,die Relgion Christi ,eine rein geistige,und die Religion Mohammeds,die Körper und Geist vereinigt. (das musst ich auf die Schnelle übersetzten ,also für kleine eventuelle Fehler in der Wortwahl ,vorab Entschuldigung)
Ich bin so tolerant geworden,,das ich jeden Menschen achte,ganz gleich,was seine Religion und sein Glaube ist. Beides von Emir Abd el Kader. Dem schliesse ich mich an.
Obwohl ich mit Franzosen ,Scharons ,Rassisten ,Neokolonisten (ich schreibe mal nicht wen)und der amerikanischen und russischen Aussenpolitik meine Problem habe.
Gruss
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Re: Missionierung und Strafe
#31689
01/11/02 11:42 PM
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Jocim
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nun, nun! du zitierst:
----Drei wahre Religionen gibt es auf der Welt,die Religion des Moses,eine rein materialistische,die Relgion Christi ,eine rein geistige,und die Religion Mohammeds,die Körper und Geist vereinigt.-----
und damit ist dann die religion mohammeds, der islam, doch die höchste, die alle anderen in sich trägt, oder?
das war ja auch die frage - und der sinn und zweck meines beitrags!
J.
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Re: Missionierung und Strafe
#31691
02/11/02 04:16 PM
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jana
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Hi, ihr könnt es ja nicht lassen. aber ich wohl auch nicht, es trifft mich immer wieder, das christen und moslems scheinbar ständig auf zwei völlig verschiedenen ebenen, aber unheimlich ausdauernd aneinander vorbei diskutieren. da muß ich jocim leider auch recht geben und mohand natürlich. das wir aber trotzdem nicht aufgeben und es immer wieder probieren, zeigt mir, daß ein kooperationsbedürfnis ja irgendwie da ist von beiden seiten. das läßt mich die hoffnung nicht aufgeben.
ulla, ich glaube, daß das auch in der politik der missionierungsverurteilungen der fall ist. 1. missionieren moslems ja nicht. da er die gleichen wurzeln hat wie die anderen buchreligionen, aber auf allen gebieten darüberhinaus geht, wie so schön gesagt, das geistige und materielle miteinander verbindet, muß man ja auch immer wieder gerade darauf hinweisen. es ist scheinbar die essenz dieses glaubens. 2. denke ich, daß wirkliche mission darin besteht, seinen glauben zu leben und davon zu erzählen, wenn man zuhörer hat. dagegen habe ich nichts und so interpretiere ich auch das missions-gebot. die entscheidung für eine religion und konvertierung ist in jedem fall eine ganz persönliche. 3. ist mission auf keinen fall, jemanden zum anderen glauben zu überreden oder gegen seinen willen zu konvertieren. wer das macht, missioniert nicht, sondern übt gewalt aus. solche leute schaden ihrer religion, ob es christliche fanatiker oder islamische fundamentalisten sind. 4. ich glaube, solche gesetze gegen missionare beruht auf dem mißverständnis, 2. mit 3. zu verwechseln.
man kann nun die schuldigen überall suchen, unter den falschen missionaren, die die religion für ihre machtspiele mißbrauchen oder unter den gesetzgebern, die vielleicht selbst fanatiker oder zumindest eiferer sind und die religionen wiederum für ihre machtspiele mißbrauchen.
jana
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