Zu finden auf http://www.igfm.de, Presse, Oktober 2002.

Ich persönlich halte ja nichts von "Missionierung", denn man sollte die Leute bei ihrem Glauben lassen, mit dem sie aufgewachsen sind, mit dem sie sich wohl fühlen.

Und daß es ein Glaube und eine Religion ist, der die Menschenrechte achtet. (Der zum Beispiel keine Menschenopfer fordert, wie es bei den Azteken der Fall war). Wichtig ist (mir persönlich), DASS man glaubt, nicht WIE.

Trotzdem scheint mir das etwas hart. Man riskiert auch keine Strafe, wenn man einen Menschen vom Islam überzeugt. Ich habe von einem evangelischen Pfarrer gelesen (hier im Forum), der ein marokk.-deutsches Paar in der Kirche getraut hat. Es hat ihn nicht gestört, daß die Kinder einmal Muslime werden. "Hauptsache, der Glauben ist da". Diese Offenheit hat mir gefallen.

Ulla


Weltmissions-Sonntag am 27. Oktober 2002
Schärfere Strafen bei christlicher Missionierung von Frauen

IGFM: Wachsendes Haft- und Hinrichtungsrisiko für christliche Missionare im Jahr 2002
Frankfurt/M. (24. Oktober 2002) -

Die im Herbst 2001 in Afghanistan wegen angeblicher christlicher Missionierung von der Todesstrafe bedrohten Mitarbeiter von "Shelter Now" haben das Risiko von christlichen Missionaren für eine Weltöffentlichkeit bewußt gemacht. Im Jahr 2002 bestehen weiter Strafandrohungen und Todesdrohungen gegen christliche Missionare, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Die IGFM weist anläßlich des Weltmissions-Sonntags am 27.Oktober in der katholischen Kirche auf die zahlreichen Gefahren hin, die mit aktiver christlicher Betätigung in verschiedenen asiatischen und afrikanischen Staaten verbunden sein können.

Wer im indischen Bundesstaat Tamil Nadu eine Frau hinduistischen Glaubenss mit der Verheißung göttlicher Gnade zur Taufe bewegt, riskiert nach einem neuen Anti-Konversions-Gesetz vier Jahre Haft. Da Frauen als leichter beeinflußbar gelten, ist die gesetzliche Strafe für ihre Christianisierung ein Jahr höher als bei einem Mann. Im Bundesstaat Chattisgarh war die Ursulinen-Nonne Bridhi Ekha in diesem Sommer wegen nicht gemeldeter Bekehrung von 94 Hindus vorübergehend inhaftiert worden und erst nach Zahlung einer Kaution freigekommen. Die Gefährdung christlicher Missionare ist aber nicht nur in Indien aktuell, sondern ebenso in China, Nordkorea, Saudi Arabien, Marokko und Nepal.


Im März 2001 wurde der stellvertretende Generalvikar des Bistums Baoding in der chinesischen Provinz Hebei Lu Genjun wegen illegaler Evangelisierung zu drei Jahren Arbeitslager verurteilt. Anfang Oktober 2002 erhielt der ursprünglich zum Tode verurteilte Gründer der protestantischen "Kirche Südchinas" Gong Shengliang eine lebenslange Haftstrafe. Gong hatte u.a. seit 1998 die Missionsaktion "Erlösung und China" gestartet.

Immer wieder wird über die Hinrichtung von christlichen Missionaren in Nordkorea berichtet. Auf die Ergreifung von Missionaren hat der kommunistische Staat Belohnungen ausgesetzt. In Saudi Arabien war bis Anfang 2002 eine inzwischen abgeschobene Gruppe von 14 ausländischen Christen wegen angeblich christlicher Bekehrungstätigkeit in Haft. In Marokko wurde im vorigen Jahr eine evangelische Pastorin wegen christlicher Unterweisung muslimischer Kinder angeklagt.

In Nepal ist Missionierung ebenso wie Religionswechsel – mit Ausnahme zum Hinduismus- staatlich untersagt. Bis April 2002 saß dort eine fünfköpfige Gruppe protestantischer Missionare im Gefängnis.

Die IGFM weist im Sinne des Artikels 18 der UN-Menschenrechtserklärung auf das Menschenrecht "Religionsfreiheit" hin, das auch die Freiheit der Mission und des Religionswechsels einschließt. Länder wie Indien, Nepal und Marokko haben den weiterführenden "Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte" ratifiziert.


Viele Grüße, Ulla

"Ein Kind ist kein Gefäß, das gefüllt, sondern ein Feuer, das entzündet werden will" Francois Rabelais