Hallo Katharina,
bin selber deutscher Muslim und wollte Deine erste Frage noch beantworten: Eine Namensänderung ist keine Pflicht, aber auch nicht verkehrt. Ich bin auch nicht als Ilyass geboren, sondern in meinem Pass steht immer noch ein spiessiger deutscher Name. Ich handhabe das so: Beide Namen gehören zu mir, meine Familie nennt mich noch immer beim "alten" Namen (ich habe dort auch nie verlangt, mich Ilyass zu nennen, das waere unnatuerlich), meine Frau (sie ist Marokkanerin) hat mich noch mit "altem" Namen kennengelernt und benutzt daher auch konsequent beide Namen, die Familie meiner Frau nennt mich ausnahmslos Ilyass. Das ist vollkommen in Ordnung so und ich lebe sehr gut damit. Vielleicht ist das auch deshalb sehr passend, weil ich mich sehr unterschiedlich gebe und fuehle, je nachdem mit welchen Menschen ich gerade zusammen bin. In meiner Familie ist der Islam natuerlich kein Thema (durchaus im positiven Sinne, da gab es nie dumme Gesichter wegen meiner Konvertierung), in der Familie meiner Frau natuerlich umso mehr.
Ansonsten zum Kopftuch: Ich stimme in vielen Punkten mit Dir ueberein, insbesondere was die Chancenungleichheit auf dem Arbeitsmarkt angeht. Man sollte aber bedenken, dass das Kopftuch eine religioese Geschichte ist, die natuerlich freiwillig sein soll und auch sein muss. Dass die Praxis da anders aussieht, ist aber auch klar. Ausserdem sind religioese Handlungen nicht davon abhaengig, in welchem Land ich mich befinde. Das sorgt aber immer fuer Kontroversen.
Beste Gruesse, der Ilyass