thomas, mit deinen ausführungen wills du letztendlich dem islam sein grundwesen wegnehmen, nämlich seine offenheit.wie uschen dir erklärte, kann es im islam keine zentralmacht geben, weil die grundlage dafür im qur`anischen korpus nicht existiert. uschen hat dich auf den ägypter ali abderazak hingeweisen,der mit seinen mutigen thesen die zentrifigule politische oder religiöse macht im islamischen kontext infrage stellte. es ging ihm tatsächlich um den offenen charakter der islamischen offenbarung, die sich keine zu eigen machen kann durch irgendwelcher auslegungen. spätere denker im zeitgenösischen islam wie der marokkaner al jabri und der algerier arkoun argumentieren in dieser richtung. es ist so sehr die frage, ob eine mit entscheidungsmacht befugte person das politische schicksal bestimmt, sondern darum ob diese person demokratisch legitimiert ist und im interesse der allgemeinheit handelt. dies mag dir wahrscheinlich banal vorkommen, leider ist dies zur zeit die hauptbeschäftigung vieler muslime.quer durch die islamische welt gibt es keinen einzigen legitim gewählten staatschef. im grunde genommen sind alle staatsführungen usurpatoren der macht, entweder durch putsch oder durch historische ansprüche oder sogar durch zugehörigkeit zum clan des propheten, was wiederrum die quraischitische ideologie fortsetzt.
weil eben die möglichkeit im islam gegeben ist, in dessen namen politisch aktiv zu werden, hat er sich weiter entwicklet, nahm aber in kauf, durch die konflikte der unterschiedlichen glaubensrichtungen manchmal in pattsituationen zu sein. nicht so sehr eine durchaus heirarchisch strukturierte religiöse macht würde die tendenz zur abspaltungen aufheben, sondern die demokratische legitimation der politischen macht. und diese braucht wierderum andere spielregeln als die religiösen.
m.e. gibt es nichts schlimmers als eine religiöse macht wie die des papstums. denn sämtliche verbrechen der kirche entlang des mittelalters sowohl hier in europa als auch im ausland wurden in dessen namen begangen. die ausrottung der urbevölkerung in südamerika wurde religiös bemnatelt und vom rom aus gesteurt und durch die spanischen soldaten exikutiert. vor kurzem wurde bekannt, wie verstrickt der heutige papst in mafiosen geschäften war. über ihn hat die amerikanische administration zur amtszeit von reagen die destabilisierung des ostblocks angefangen bei polen unternommen. der papst oder wer auch immer eint nicht. er spaltet eher. warum ist das problem von irland immer noch nicht gelöst, obwohl , wie du meinst, tatsächlich der papastum oder kirchliche einheitlichkeit vorhanden.
der islam kennt keinen schatten gottes auf erden.er ist ein zentrifugaler glaube zwischen dem gott und dem gläibigen. dazwischen kann keine ordungsinstanz geben. das ist auf jeden fall eine besonderheit islamischer geschichte.
im pluralismus gebuat auf rechtsstaatlichkeit sind die lösungen für die probleme der heutigen islamischen welt zu suchen. diese alternative hat der westen durch kolonialismus, weltbankpolitik, unterstützungen von konservativen regimen und implementierung des stastes israels in der arabischen region stets gestört.
umniya