Zusammenschnitt aus den historischen Annalen des Staatlichen Museums für Völkerkunde in Stuttgart:
Berber bildeten vor der Eroberung durch arabische Reiterheere im 7./8.Jh. die alteingesessene Bevölkerung der Maghreb-Staaten (Algerien, Tunesien, Marokko), von arabischen Geographen "Maghreb el Aqsa", das Land im äußersten Westen (der islamischen Welt) genannt. Die östlichste Berberenklave findet sich in der ägyptischen Oase Siwa. Die Ausbreitung des Islam nach Andalusien war Arabern nur mit Unterstützung der Berber möglich. 711 setzte ein gemischtes arabisch-berberisches Heer über die Straße von Gibraltar über und landete in der später nach dem Oberkommandierenden der Invasionstruppen genannten Stadt Tarifa im äußersten Süden der iberischen Halbinsel.Die ersten Jahrhunderte islamischer Geschichte und Kunst im heutigen Marokko und Andalusien sind erkennbar durch berberische Einflüsse aus der Wüste geprägt. Einer der bedeutendsten arabisch schreibenden Philosophen Averroes (Ibn Rushd) war Berber, er lebte im 12.Jh. in Cordoba und hat mit seinem Aristoteles-Kommentar die scholastische Philosophie des Mittelalters entscheidend geprägt.

Gruß von Drake