Hallo Abid,
Vorab eine Klarstellung: ich habe hier als Moderatorin genauso das Recht auf eine eigene Meinung, wie du als Teilnehmer, solange ich sie in Form und Inhalt im Rahmen der Forumsregeln formuliere. Ich habe anfänglich überlegt, ob ich meine persönlichen Ansichten unter einem Nick poste und nur für die Moderatorenfunktion meinen Namen benutze, aber das erwies sich als kompliziert und es würde den anderen Teilnehmern wahrscheinlich auch undurchsichtig und verwirrend vorkommen.
Übrigens nehme ich mir auch als Deutsche das Recht heraus, eine Meinung über Themen zu haben, die Marokko betreffen, stell dir mal vor. Und ich kenne Marokko gut genug und habe vor allem genug Kontakt zu Marokkanern und Marokkanerinnen, um zu wissen, dass es unterschiedliche, kontroverse Standpunkte bezüglich dieser Themen gibt. Also bin ich so frei, mir selbst auszusuchen, welche Positionen mich am meisten überzeugen.
Es ist richtig, dass der Vergleich zwischen Hocharabisch und Latein hinkt, weil Hocharabisch durch die Medien, bzw. klassisches Arabisch durch die Religion natürlich für Marokko eine größere Bedeutung haben, als Latein für das zeitgenössische Deutschland. Ich wollte nur bei Moutacims Beispiel bleiben.
Es gibt, soweit ich weiß, drei „Dialekte“ oder Varietäten des Tamazight, die in sich auch noch mal leicht variieren können. Es ist nicht an mir das zu erklären, das können andere hier besser als ich. Aber was ist daran verkehrt, wenn man sich bemüht eine Hochsprache zu entwickeln? Sprachen verändern sich immer, sie sind niemals statisch. Deshalb verstehe ich eure Argumentation nicht. Dass es Tamazight-Sprecher in Marokko gibt, wirst du doch nicht leugnen. Warum soll diese Sprache also nicht genauso im Schulsystem (und in anderen Gesellschaftsbereichen) repräsentiert sein wie das Arabische, bzw. die Darija?
Übrigens scheinen die Verantwortlichen in Marokko ja schon mehr begriffen zu haben, sonst würde die Entwicklung nicht in diese Richtung gehen.
Grüße