@amya,
mohand redet von dem marokkanischen staat, er negiert ihm seine historische existenz und versucht ihn in der gegenwart dadurch zu vernichten, in dem er ihn als ein produkt des kolinialismus verleumdet. was das mit einem fest zu tun hat, mag man darüber rätseln.
nationalstaat, dynastien, imperien, etc. wenn du diese liste vervollständigen willst, sehr gerne, aber das wirst du durch auflistung von stämmen nicht machen können.
ich habe keine lust, mich zu wiederholen und schlage dir vor, zunächst werturteilsfrei zu lesen, statt mir wertureile in den mund zu legen oder mich in die nähe der offiziellen zu schubsen, um das, was ich sage, nicht durch argumente, sondern durch tabuisierung der sprache diskreditieren zu wollen.
ich meine, dass die marokkanischen dynastien ethnisch gesehen überwiegend wenn nicht alle imazighen sind, auch die alaouiten und auch wenn sie in einem anderen sinne und für bekannte gründe sich als araber, sogar als nachfahren des propheten sehen.
es gibt ein ethnisches verständnis und ein historisch-politisches von araber sein.
ist ägypten, ethnisch gesehen, arabisch? der soudan? syrien? der libanon? der irak? mauretanien? tunesien? libyen? die meisten teile der arabischen welt und grösste teile ihrer bevölkerung sind ethnisch gesehen nicht arabisch.
allein hier sieht man, wie irreführend die ethnizitische sicht sein kann. man braucht eine völlig neue brille, um all die komplexen sachverhalte zu durchforsten.
das klatschen vieler europäer hilft nicht, denn für sie ist es einfacher eine simple sicht zu haben, die ihnen die anderen in form von nach sichtbaren merkmalen (wie hautfarbe, sprache und folklore) kategorisierten ethnien vermittelt, und die in zeiten des kolonialismus und der kolonialanthropologie hie und da in rassimus mündete. komplexität und gesellschaft, das ist etwas, was sie sich selbst reservieren. lasst euch also in den zoo stecken, tut das bitte nicht (!) mit anderen.
in dieser hinsicht lasst bitte imazighen in ruhe und sprecht für euch, die mazighisten, wenn ihr diesen drang fühlt. das gilt im besonderen für religion, denn das ist ein feld, das euch wie kein anderes von imazighen trennt.
zum einen sind die meisten der imazighen sehr fromm und, wenn sie sich überhaupt gedanken darüber machen, kämpfen sie gegen eine trennung von religion und staat.
zum anderen beruht der kampf der mazighisten für diese trennung nicht auf progressive gedanken, die sie überhaupt nicht haben (progressive gedanken lassen den ethnizismus gar nicht zu), sondern über ihre aberkennung des arabischen und islamischen einflusses in nordafrika. sie sind weniger um die verflechtung von religion und politik besorgt, sondern sehen in der arabisch-islamischen zivilisation einen erzfeind, den sie mit allen mitteln bekämpfen wollen.
das sieht man beispielsweise auch daran, dass viele mazighisten auch gerne christen sind, oder die jüdischen einflüsse unterstreichen, um diesem einfluss zu begegnen, während andere sich als atheisten begeben, die jedoch den islam und alles arabische vulgär und offen rassistisch beschimpfen.
jm