IRCAM -Uni Bayreuth
#26875
17/11/04 08:49 PM
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Joined: Sep 2003
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Helias
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Vielleicht für manche doch auch interessant (trotz gewisser Vorbehalte gegenüber dem IRCAM, auf die auch hier an anderer Stelle in dem von jm – merci, jm! - geposteten Dossier im „Journal hebdomadaire“ hingewiesen wurde): „Forschungskooperation II Besuch der Universität Bayreuth als einem „Zentrum der Amazigh-Forschung“
Im Juli 2004 besuchte Dr. Abdellah Salih, Abteilungsleiter im Institut Royal de la Culture Amazighe (IRCAM), Rabat, im Auftrag seiner Institutsleitung die Universität Bayreuth, und speziell den Lehrstuhl für Stadtgeographie und Geographie des ländlichen Raumes. Ziel des Besuches war es, die bereits in der Vergangenheit erfolgten sowie mögliche künftige For-schungsbeiträge hinsichtlich ihres Nutzens für die Arbeit des IRCAM zu identifizieren sowie eine intensive Kooperation anzubahnen. Das IRCAM ist ein außeruniversitäres Forschungsinstitut, das 1999 ins Leben gerufen wurde und direkt dem König von Marokko untersteht. Seine Aufgabe besteht darin, durch interdisziplinäre Forschung Hilfestellungen zum Schutz und zur Förderung der berberischen (= Amazigh) Sprache und Kultur in allen Formen und Ausdrucksweisen beizusteuern. Nach Jahrzehnte langer Tabuisierung der Berberkultur in Marokko ist es nicht nur eine politische Trendwende, die mit der Gründung des IRCAM eingeläutet wurde, sondern auch ein Forschungsfeld, das nunmehr besonderes Interesse beanspruchen kann. Im Unterschied zur universitären Forschung in Marokko verfügt das IRCAM über erhebliche Budgetmittel, die es für Forschungs- und Dokumentationszwecke zur Verfügung hat. Die Universität Bayreuth ist für das IRCAM als Universität, die pluridisziplinäre Forschungen zu Nordafrika leistet, von erheblichem Interesse. So besuchte Dr. Salih den Lehrstuhl für Stadtgeographie und Geographie des ländlichen Raumes (Prof. Popp), um nach Möglichkeiten zu fragen, wie dessen bereits erfolgte Forschungen zur Bewässerungswirtschaft im ost-marokkanischen Bou Areg und südmarokkanischen Massa-Gebiet (Chtouka-Ebene), zur Oasenwirtschaft in der Saharaoase Figuig, zu den Auswirkungen der Gastarbeiterrückwanderung in den Herkunftsgebieten des östlichen Rif-Gebirges sowie zum Kultur- und Ethno- Tourismus im Hohen Atlas, seinem Vorland, der Oasenregion Tafilalet und dem Dschebel Saghro – allesamt berbersprachige Regionen - der marokkanischen Öffentlichkeit zugängig gemacht werden können. Besuche am Lehrstuhl für Ethnologie (Prof. Spittler, Prof. Klute) aufgrund der dort erfolgenden Beschäftigung mit sozialanthropologischen Fragen der Tuareg und am Lehrstuhl für Afrikanistik II (Prof. Ibrizimow) aufgrund dessen Forschungen zu Berbersprachen er-gänzten das Besuchsprogramm. Dr. Salih brachte zum Ausdruck, dass das IRCAM an einer Zusammenarbeit und an einer formalen Kooperation mit unserer Universität sehr interessiert sei. In einem ersten Schritt schlug er die Übersetzung ins Französische (der Wissenschaftssprache in Marokko) wichtiger Beiträge der Bayreuther Wissenschaftler und deren Publikation in Marokko vor. Im Rahmen eines mittlerweile erfolgten Gegenbesuchs im September 2004 konferierte Prof. Popp mit dem Leiter von IRCAM, Prof. Dr. Ahmed Boukouss, und dem Abteilungsdirektor für Studien zur Geschichte und Umwelt, Prof. Dr. Mohammed Hammam, die beide das bereits von Dr. Salih geäußerte Interesse an einer Zusammenarbeit mit Bayreuth und die Bereitschaft, hierfür Budgetmittel bereit zu stellen, bekräftigten. In einem nächsten Schritt wurden vier Aktivitäten besprochen und für das Jahr 2005 als erste Etappe einer Zusammenarbeit in die Wege geleitet: (a) Beteiligung Bayreuther Wissenschaftler an den beiden Schwerpunkt-Symposien von IRCAM des Jahres 2005 über Figuig und über die Rif-Region; (b) Herausgabe eines übersetzten Sammelbandes mit zentralen geographischen Beiträgen zur materiellen Kultur der Berber in französischer Sprache; (c) Publikation eines Bildbandes mit Erläuterungen zu einer Fotoserie aus den 50er Jahren zur materiellen Kultur und zu kulturellen Praktiken der Berberbevölkerung entlang der „Straße des Kasbahs“ des deutschen Geographen Werner Wrage, dessen Diathek im Besitz von Prof. Popp ist. Diese Fotoserie von unschätzbarem dokumentarischem Wert soll ergänzt und kontrastiert werden durch jeweils komplementäre Fotos des gleichen Motivs in der Gegenwart, um derart Erhalt bzw. Niedergang der Bausubstanz zu visualisieren.; (d) Einladung mehrerer Bayreuther Wissenschaftler (darunter die oben genannten Professoren) zu einem Workshop nach Marokko im April 2005, mit Hilfe dessen eine Bilanz der bisher in Deutschland geleisteten Berber-Forschung gezogen werden und ein gemeinsames künftiges Forschungsprogramm, das vom IRCAM finanziell getragen wird, besprochen werden soll.“ http://www.uni-bayreuth.de/presse/ubtaktuell/otto-04.pdf (Seite 8)
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