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Schweizer Journalist und Tamazight in Marokko ! #26115
09/12/02 05:37 PM
09/12/02 05:37 PM
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Tidt n umya!
Re: Schweizer Journalist und Tamazight in Marokko ! #26116
09/12/02 06:50 PM
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Azul Mohand,

Ich finde den ersten Artikel sehr interessant. Mohammed Chafik ist wirklich jemand, der genau weiß wie man richtig mit der berberischen Frage umgehen soll: Schrittweise und mit etwas Geduld und ohne die Gemüter auf beiden Seiten zum Kochen zu bringen. Es ist deshalb nicht wunderlich, daß ihm einige berberische Extremisten (Bitte nicht falsch verstehen, das ist nicht gegen dich gerichtet !!), die das alles was man Jahrhundertelang verschlafen hat, jetzt von heute auf morgen haben wollen, als ein Treuer des Palastes bezeichnen

Zum zweiten Artikel kann ich leider nicht viel sagen. Im Internet verstehe ich immer nur Bahnhof, wenn ich irgendwelche berberischen Seiten besuche, die auf berberisch sind.
Meine Bekannten aus dem Rif MÜSSEN mit mir Arabisch sprechen, da ich überhaupt Nichts verstehe, wenn sie untereinander Tarifit sprechen. Und das obwohl ich auch das berberische Dialekt meiner Mutter (Dialekt des hohen Atlas ??!!) kann.

Ich werde mich sehr freuen, wenn sich alle Berber irgendwann verstehen können !!!
Aber unsere Generation wird das bestimmt nicht mehr erleben.

Azul
Essarghini

Re: Schweizer Journalist und Tamazight in Marokko ! #26117
09/12/02 07:50 PM
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Aderbal Offline
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Azul und Hallo an all,
sehr interessanter Artikel, danke dir Mohand.

Ganz besonders realistisch und verantwortlich erfasst, seine Aussage :

 Antwort auf:
"( Die Berber wollen endlich ihre Komplexe ablegen. Sie sind entschlossen, ihre Kultur zu verteidigen. Das werde ihnen auch gelingen, falls nicht Extremisten auf beiden Seiten unnötig Öl ins Feuer gössen. )" Mohammed Chafik.

Tannemirt, Aderbal.


Anmuddu s´irufa gh tmazirt agh llan waman.
Re: Schweizer Journalist und Tamazight in Marokko ! #26118
09/12/02 08:27 PM
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mich hat dier teil von dem Artikel angesprochen:

Die Berber hätten sich willentlich dem Arabertum und der Familie des Propheten genähert, sagt Chafik, um gegenüber Gott verdienstvoller dazustehen. So komme es, dass heute ausgerechnet in Marokko am meisten Scherifen, also Abkömmlinge des Propheten, lebten. 99 Prozent von ihnen, kommentiert er amüsiert, seien mit Sicherheit berberischen Ursprungs.

Die Stamme von "Hillal und Salim", die als " Söldner" im DIENST der amazighischen Dynastien Mowahidin und Fatimiden nach Nordafrika gekommen sind, haben nach Iben Khaldoun Marokko und Algerien nicht erreicht. Viele Anthropogische Forschungen habes es bestätigt. Andres gesagt, ist Marokko und Algerien sint "araberfrei"....

Re: Schweizer Journalist und Tamazight in Marokko ! #26119
10/12/02 09:13 AM
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Asul,
Ihr dürft einen Fehler nicht machen .Euch gegeneinander ausspielen zu lassen.Berbertum gegen arabischsprechende ,das dient weder der Sache noch Nordafrika.Gewinner sind dann immer die herrschende Clique.
Wir ,also Algerien sind das beste Beispiel dafür.
Bouteflicka und Konsorten ,haben dieses Gegeneinander auspielen echt drauf um von den wirklichen Problemen abzulenken.
Wie das bei Euch ist kann ich nicht beurteilen,aber kommt Zeit kommt Rat.

Das mit den Hilas und Sulemeins stimmt so nicht,sie kamen nach Ibn Khaldoun bis an die äusserste Küste Algeriens.Immerhin!Seht es mal so,durch das Rheinland rauschten alle möglichen Truppen,wenn man von der Abstammung herginge ,könnte man die Hälfte als Franzosen outen.Aber es sind trotzdem Deutsche.
Gruss

War nur ein Rat.Nachher mehr muss nun arbeiten.
Gruss

Re: Schweizer Journalist und Tamazight in Marokko ! #26120
10/12/02 08:51 PM
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Azul Malika,

jedesmal, wenn ich was neues in meinem Amazightum entdecke, stelle ich fest, dass es so viel Unterschied zwischen meineem kulturelen "Winkel" und der von meinen "darijophonen" Schwestern und Brüder,wie zwischen mir und anderen Amazighophonen gibt. Anders gesagt, es gibt nicht soviel Unterschied. Das einzige, was ich feststellen kann, sogard innerhalb meiner Famillie ( Ja es gibt Araber in meiner eigener Famillie), ist, Dummheit, Agrissivität, Fanatismus und Intoleranz bis zum Vulgarität sind die neue Eigenschaften, die die "arabisierten" Famillienmitglieder prägen. Mag sein, dass diese Festellungen kein Regeln sind.....

Zum dem Banou Hillal und Salim. Sie haben ( die Massen !!!, die Nach andere Historiker auf 50 000 Köpfe geschätzt) nach dem obigen Autor, die ostlichen Grenzen von den heutigen Algerien nicht überschritten. Klar gabe es bestimmt einige Söldner, die nach Marokko im Diest der damaligen amazighischen Machthaber gegangen sind. Die haben sich aber "ethnisch" und KULTUREL in den einheimischen Massen aufglöst. Man muss unterscheiden zwischen den ersten Raubzug während der Zeit der Umayyaden gegen 7 jahrhunder und das Vertreiben der Hillal und Salim-Stämmen durch die Fatimiden in ägypten...

Re: Schweizer Journalist und Tamazight in Marokko ! #26121
10/12/02 09:18 PM
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@Assarghini

 Antwort auf:
Es ist deshalb nicht wunderlich, daß ihm einige berberische Extremisten (Bitte nicht falsch verstehen, das ist nicht gegen dich gerichtet !!), die das alles was man Jahrhundertelang verschlafen hat, jetzt von heute auf morgen haben wollen, als ein Treuer des Palastes bezeichnen
Extremismus ist eine ARABISCHE Eigenschaft gewesen und geblieben. Das kann Dir die ganze Welt bestätigen.
Weisst jemand, woher die französichen Sprache das Wort "ASSASSIN" bekommen hat?? .
Imazighen, als sie ihre HEIMATland veteidigt haben, haben keine Bomben gegen Ziviisten oder Unbeffanente Menschen benutzt. Wir liegen keine Bomben auf die Straßen von Rabat oder Casablanca, um unsere Förderungen zu erreichen. Die weltweit bekanntesten Menschenrechtorganisation untersützen keine Förderungen von Extremisten.....

Re: Schweizer Journalist und Tamazight in Marokko ! #26122
11/12/02 07:52 PM
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es handelt sich offenbar um einen artikel, bei man behaupten kann, er ist so… "zusammengeschrieben" worden.

mohamed chafiks ansehen bei den mazighisten wird davon abhängen, ob er den marokkanischen staat grundlegend in frage stellt, die grenzen marokkos revidieren will und eine gemeinsame republik mit den kabylen mit dem weiten ziel anstrebt, die große tamazgha utopia von mauritanien über niger bis libyen und ägypten zu verwirklichen, in der die mazighen in einem rein mazighischen und araberfreien, in lateinischer schrift verfassten lebenskontext glücklich und friedlich leben!

chafik scheint diese erwartungen aber zu enttäuschen und signale zu geben, dass er, auch wenn er das mazighistische manifest verfasst hat, in dem 1400 jahre historische und gesellschaftliche prozesse marokkos auf eine unterdrückung der mazighen durch araber und panarabisten reduziert werden, solch eine extremistische einstellung wie oben in seinem kampf nicht aufnimmt und auf keinen revolutionären morgen wartet, sondern im rahmen der vorhandenen institutionellen und sonstigen möglichkeiten positiv und pragmatisch agiert.

somit wird er schon zum makhzen-berber. eine allzubekannte bezeichnung. denn - wie in jeder ethnizistischen ideologie - gibt es die wahren (guten und helden) und die falschen berber (bösen und verräter).

@malika,

deine warnung ist zwar sinnvoll und vernünftig, aber man soll sich wiederum davor hütten, einfache erklärungen und antworten zu finden. sooo mächtig ist bouteflika auch nicht und die frage der kabylen in algerien ist m.e. historisch und gesellschaftlich verwurtzelt.

in marokko kann man davons ausgehen, dass seit der islamisierung dynastien sich zyklisch abgewechselt und das land je nach phase gänzlich -- und sogar samt weitere regionen im süden -- unterworfen haben. marokko wurde und wird von einem zentralen punkt aus regiert und geführt, wobei in der vergangenheit große teile des landes dauerhaft der herrschaft der sultane unterlagen und die gebiete der siba selbst in ihrer negation zur zentralmacht als teile des gesamten landesgebietes und seiner gesellschaft sich weitgehend verstanden.

das macht einen grundsätzlichen unterschied zu algerien, zumal unter der herrschaft der türken und danach franzosen, diverse regionen und stämme kulturell und gesellschaftlich voneinander getrennt lebten. das beste beispiel ist die kabylei, die innerhalb des landes und selbst unter der formellen herrschaft von regierungen eine eigene gesellschaftliche dynamik aufweist. bei den unruhen, die das land ende der achtziger jahre erschüttert haben, bileb die sonst so kämpferische kabylei z.b. indifferent ruhig!

ein algerischer berberist schreibt auf seiner seite:

"Cette donnée n'est pas contemporaine, elle remonte à des siècles. Ce qui est historiquement attesté c'est la non-existence d'un lien organique entre les différentes composantes de l'Algérie qui vivaient dans une sorte de bulles l'une isolée de l'autre. Même la présence turque qui remonte au début du XVI siècle, n'a pas pu créer un état central dans lequel se reconnaissaient les différentes tribus algériennes."
quelle: http://www.webzinemaker.com/admi/m9/page.php3?num_web=859&rubr=2&id=2064

(er versucht zwar die autonomie der kabylei so zu rechtfertigen, schießt sich aber selbst ins bein!)

in marokko hat ein tribales und ethnische verständnis von mazighität keinen wirklich fruchtbaren boden. marokkaner verstehen sich als ein mischmasch von berbern, arabern und sogar anderen afrikanischen und europäischen identitäten.

jeder marokkaner ist ein amazigh, auch wenn seine "reine" arabische abstammung nachweisbar wäre! die mazighische, arabische und islamische identitäten der marokkaner können nicht vertikal nebeneinander getrennt gesehen und behandelt, sondern als horizontale komponenten verstanden werden, die je nach situation und je nach soziales und geographisches gebiet in interaktion miteinander die persönlichkeit eines jeden marokkaners dosieren und nach außern erscheinen lassen.

das verstädnis, welches auf der blutverwandschaft und ethnizität beruht ist falsch, gefährlich und liegt in der nähe der rassenideologie.

selbst mohamed chafik, der übrigens in der arabischen literatur und zivilisation gelehrt ist und ihnen eine große liebe und bewunderung gegenüber bringt, vertseht sich als nicht gänzlich bzw. nicht rein amazigh, sondern er gibt an, lediglich seine arabität aus protest auf "standlicht" eingestellt zu haben (s. http://membres.lycos.fr/tawiza/Tawiza44/le_vecu_individuel_d_une_appartenance.htm).

während in algerien das vertikale ethnizistische verständnis von mazighität noch geltung zu finden scheint (s. kabylei), herrscht in marokko eher ein flaches horizontales verständnis davon. statt "wer ist amazigh und wer nicht" gilt vielmehr die frage "wieviel amazigh ein jeder marokkaner ist oder nicht".

die mazighität wird in marokko von der gesellschaft als ein teil der marokkanität, sozial und nicht tribal begriffen. sie wird zu einer komponente, die nach und nach nicht mehr von der stammeszugehörigkeit, sondern vom bewustsein ihrer träger abhängt. die frage nach beni hilal und beni salim und sonst die herrschenden anthrolpologischen betrachtungen (manche schätzen den berberanteil in marokko auf 42% !!???) werden mit ihr obsolet und vor allem sinnlos. auch die frage bzw. anmerkung im artikel, dass nie erfasst wird, wieviele berber in marokko leben ist nicht nur gefährlich, sondern wird so geradezu absurd.

jm

Re: Schweizer Journalist und Tamazight in Marokko ! #26123
12/12/02 12:58 AM
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Hallo JmXx,
Einen Gruss der sollte wenigstens drin sein.
Ich will mal ein Posting von Dir lesen ,wo Du mal nichts zu meckern hast,würde mich echt freuen.

Bouteflicka ,ist als Sinnbild der herrschenden Klasse gemeint.Die Namen der "Herren "die hinter ihm stehen ,alle aufzuzählen ,das würde zu lang. JMXXsagt: die das land ende der achtziger jahre erschüttert haben, bileb die sonst so kämpferische kabylei z.b. indifferent
ruhig.

Wenn Du das als ruhig bezeichnest ,dann will ich nicht wissen ,was Du schreibst wenns mal richtig zur Sache geht.
Ich erinnere mich noch an einen Artikel in El Moujahid ,((in den 80er Jahren)der berichtete ,die Kabylen hätten die Nationalfahne verbrannt ,was natürlich vollkommen falsch war .Aber es rechtfertigte die Repression und erlaubte das Land in eine arabisch sprechende und in eine berberisch sprechende Bevölkerung zu teilen.Man wollen unter allen Umständen vermeiden ,das die Tamzight Forderung als das erschien was sie war ,eine Forderung ,die die Frage unserer Identität ,unsere Herkunft und mehrtausendjährigen Geschichte aufwarf.
Die Absicht ,die kulturelle und linguistische Vilefalt Algeriens zunichte zu machen ,sie einer einzigen ,mystischen Gemeinschaft hinzuzufügen und sich aufzulösen?
(Was das gebracht hat ,die grosse Solidarität der arabischen Bruderstaaten,sah man wie ein Mitglied (schwarzafrika )aus der Opec austreten musste um seine Schulden bei der Weltbank zu bezahlen und der Ölpreis verfiel) (In den 70ern))
Das bedeutete aber ,die anderen Bevölkerungsgruppen auszuschliessen ,ihnen ihre Identität abzusprechen,den Masiren usw_und viele andere historische Aspekte zu verneinen.
Das Drama der Kabylei und Algeriens ist ,das nach der Unabhängikeit ,als diese Fragen diskutiert und defentiv hätten gelöst werden können ,eine Kaste an die Macht kam ,die sie alle im Keim erstickte ,um sich ihre eigene Legimation zu sicheren.

Das sich diese Kaste auf die Ideologie gründete _ein land ,eine Sprache,eine Religion konnte sie die Amazighität nicht anerkennen und hatte somt dem Volk die Anerkennung der Sprache ihrer Vorfahren beraubt.
:in der Folge davon wurde seit der Unabhängigkeit h´jeder Versuch ,diese Frage wieder aufzuwerfen unterdrückt.(bis in die achtziger Jahre war das Aufscihtragen von im Tifinagh -Alphabeth geschriebenen Briefen strafbar und konnte eine Gefängnisstrafe wegen Eingriff in die nationale Sicherheit zur Folge haben.

Das neue aber am sogenannten Berber Frühling war ,Das es nicht nur um eine Frage der Identität ging ,sonderen auch um eine allgemeine Forderung nach mehr Freiheit.Zum ersten Mal seid der Unabhängigkeit wurde sie öffentlich und von vielen gestellt.
Die Bewegung forderte ausserdem als erste neue staatliche Instituitionen.
Die Antwort des Staates liess nicht lange auf sich warten.Der Knüppel der Repression wurde über dem Unigelände Tizi Quzos und Algier geschwungen,die Kabylei und die Gegend um Algier wurden vollständig vom Rest des Landes isoliert.Hunderte von Personen wurden festgenommen und ins Gefängniss geworfen.

Als die MS auf der Suche nach Bouyali war ,haben sie die halbe Kabylei auf den kopf gestellt.
Sowas bringen die nicht in den Nachrichten,da kannst Du unbesorgt sein.
Wenn Du das ruhig nennst,bitte!Wenns kaum einer erfährt ist es ruhig das stimmt!
Gruss

Re: Schweizer Journalist und Tamazight in Marokko ! #26124
12/12/02 01:07 PM
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Asul,

ich verfolge mit gespannten Interesse die oft sehr informativen Postings in diesem Forum. Wenn auch Mohand und jmxx im Disput nicht bereit sind auch nur einen deut von ihrer geformten Meinung abzuweichen, so ist es doch möglich, sich ein umfassendes Bild von der gegenwärtigen Situation der Berber in Marokko oder auch Algerien zu machen.

Zu Algerien war es mir allerdings schwieriger den Ausführungen zu folgen, da mir dort die jüngere Geschicht nicht so bekannt war. Hier habe ich dann Informationen gefunden, die die Entwicklung der algerischen "Gesellschaft" in den letzten 40 Jahren nachzeichnen.


Hintergründe eines Krieges ohne Namen

Die Kabylei als Katalysator des Wechsels

Zusammenfassung

Sehr empfehlenswert!!!

 Antwort auf:
Einzige Hoffnung in dieser aussichtslosen Situation scheinen die Proteste in der Kabylei, die der Frustration der Bevölkerung gegenüber dem von ihnen als Militärdiktatur bezeichneten Regime Ausdruck verleihen und die auf Dauer schwer als ‚Terrorismus" oder bloßer kabylischer Separatismus abzutun sind. Will das Regime seinen Machterhalt sichern, so muss es früher oder später auf die Forderungen der Protestanten eingehen. Es bleibt zu hoffen, das dies, zusammengenommen mit einer wünschenswerten und notwendigen Beteiligung der internationalen Gemeinschaft, allen voran der EU, zur Beendigung des algerischen Bürgerkrieges führt und der Bevölkerung eine menschenwürdige Existenz ermöglicht.

Grüße
N.

Re: Schweizer Journalist und Tamazight in Marokko ! #26125
12/12/02 05:02 PM
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@dolphin,

bitte bitte keine 'gnadenschüsse'. meine meinung ist nicht ideologisch geleitet, nie definitiv oder vorbestimmt und hier nicht wirklich gänzlich wiedergegeben.

ich möchte zur vorsicht bei solchen analysen raten, wenn sie empfehlungen und werturteile enthalten, so nobel die quelle auch klingen mag.

neben der religion kann und darf die ethnizität nie als leitmotiv eines gesellschaftlichen kampfs erachtet werden. im falle yugoslviens hat man von der ferne einiges nicht einkalkuliert. den preis eines der bösesten ethnisch-religösen kämpfe der menschheit zahlen jetzt die yugoslaven. die europäer vereinen sich friedlich weiter!

@malika

es kann dir auffallen, dass ich bei dem, was ich schreibe, recht oft die mazighisten selbst zitiere.
unser o.z. berberist schreibt auf seiner seite folgendes:

"Paradoxalement, les évènements d'Octobre 1988, qu'on pourrait considérer comme un prolongement du Printemps berbère de 1980, n'ont pas touché la Kabylie. Comme si les Kabyles attendaient à ce que les algériens arabophones atteignent un degré de conscience qu'ils ont déjà atteint il y a presque une décennie."
(quelle: http://www.webzinemaker.com/admi/m9/page.php3?num_web=859&rubr=4&id=5190)

hälst du in deinen propos die beiden daten sicher auseinander? ich war bei beiden nicht dabei, aber vielleicht klärst du ihn mit einer email auf, wenn du meinst, es besser zu wissen.

der kabylische kampf ist jedenfalls nur geringfügig mit dem der restlichen gesellschft synchronisiert. andere teile des landes leben auch im eigenen universum und melden sich z.b. gar nicht.

diese eine facette einer scheinbar nachzuzeichnenden und nachzuweisenden dezentralisierung der algerischen gesellschaft durch die geschichte hat eine große bedeutung in der erklärung dessen, warum manche die gewalt als einen nationalcharakter in lagerien erachten, wogegen sich harbi in einem dir schon empfohlenen artikel in le monde diplmatique ( gewalt als historische erbe ) wehrt.

wir kommen sicherlich noch darauf zu sprechen, aber dieser aspekt läßt mich denken, dass trotz aller versuche der mazighisten, die mazighischen kämpfe zu vereinen, andere unsichtbare prozesse und gesellschaftliche dynamisme dagegen steuern, die weitaus mächtiger sind. die gesellschaft in marokko und die in algerien sind wie das mittelmeer und der atlantik getrennt: die gewässer beider berühen sich zwar, bilden aber eigene welten und folgen eigenen mechanismen.

nb:
weder bouteflika noch sonst welche machthaber können die gesellschaft und ihre geschichtlichen prozesse derart manipulieren. hätten sie die mazighische identität forciert, hätte es geheißen, sie wollten das volk im sinne von 'trenne und herrsche' regieren. bekannten sie sich zum arabismus, hieße es, sie unterdrücken die (wahre) identität des landes.

warum sie sich aber als araber und moslems nach der unabhängikeit nannten hatte u.a. andere stärkere gründe:

die welt war in großen blöckn geteilt. der westen um amerika, der ostblock und die blockfreien staaten.

um frankreich auch im geistigen kampf zu begegnen und die eigenen zersplitterungen zu übewinden bot die arabische identität die nötige zivilisationische referenz und die islamische den nötigen glauben.

das tribale stammesdenken war im vergleich lokal gerichtet und kurzatmig. die mazighische identität war in der zeit allgemein (auch unter den mazighen und mazighisten) ein schwieriger schritt nach hinten, der möglicherweise in die archaische stammesmentalität hätte führen können.

die arabische und islamische welt bot ein geistiges und ideologisches becken, der den maghrebstaaten dazu verhalf, die ideologischen und ethischen grenzen zu den atheistischen sozialistischen staaten zu überwinden und das bedürfnis eines eigenen blocks anzugehören stillte. man machte sich gedanken über einen islamischen oder arabischen sozialismus.

völker und politiker sahen noch bis vor kurzem (es gibt welche, die es immer noch so sehen), dass das heil der region mit der wiederhestellung der mit dem osmanischen reich untergegangenen arabisch-islamischen nation einhergeht.

usw. usf.

weder in marokko noch in algerien waren die machthaber so verschwörungstheoretisch mächtig wie von den mazighisten oft und gerne zu verstehen gegeben wird. das ist auch logisch nachvollziehbar. wäre das etwa der fall, hätte so ein mazighist wie der hier erwähnte mohamed chafik keine chance, es bis zu einer agesehenen verantwortungspersönlichkeit in den höchsten kreisen von rabat gebracht.

die jenigen die die mazighische identität, geschichte, gesellschaft etc, systematisch studierten, um sie (neben möglichem wissenschaftlichem interesse) für ihre zwecke einszusetzen waren die kolonialmächte.

jm

Re: Schweizer Journalist und Tamazight in Marokko ! #26126
12/12/02 06:05 PM
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hälst du in deinen propos die beiden daten sicher auseinander? ich war bei beiden nicht dabei, aber vielleicht klärst du ihn mit einer email auf, wenn du meinst, es besser zu wissen.

Hallo mein lieber ,lieber JMMX,
Ja ich grüsse und ich halte die Daten sehr wohl auseinander ,da wir uns zu dieser Zeit in Algerien befanden.
Ich weiss es nicht besser ,es war so.
Wir müssen das nicht per Mail Kontakt klären ,die Anderen wollen ja auch was zu lesen haben.
Um ausführlich auf dein Posting einzugehen ,fehlt mir leider die Zeit ,ausserdem ist der Breitband Pop der lieben Telekom mal wieder ausgefallen und ich sitze am Freenet.Aber ich antworte Dir gerne wenn auch nur kurz und bitte um Verständniss.

Mit deinem letzten Satzt (der mit den Kolionalmächten) gebe ich dir natürlich recht.Sie schafften es immer wieder die Stämme gegeneinander auszuspielen .Einigung zwischen der verfeindeten Stämmen gab es eigentlich nur zeitweise durch Menschen wie Emir Abd el

Kader ;Mokrani später Ben Badris usw ,die sich durch den Islam miteinader verbanden und die Stämme wenn auch nur kurzfristig einten .

Natürlich bekomme ich auch Mails von Masiren die in der Südsahra leben ,(Raffenerien) die mit solchen Homepages wie Du sie in dem Link angegeben hast ,die Infiltration von Frankreichs Gnaden wittern.
Ich halte nichts von einer Abtrennung der Kablyie von dem gesamten Staat Algerien.Es wäre erstens ausgesprochen dumm und zweitens sehe ich keinen Sinn darin.Nur gemeinsam sind die Nordafrikaner stark ,nicht wenn sie sich in Grüppchen teilen.

Ah ,noch was nun wo ich mal dran bin.Boueteflicka the Kisser Pokemon war der einzige Präsident der einen französischen Präsidenten (Chirac ) nach Algerien einlud und ihn küsste.
Leute wie Zeroual (Berber ) weigerten sich stets standhaft einen franz.Präsidenten in Algerien zu empfangen.Ich kanns nicht lassen ,wenn ich den Namen Bouteflicka lese ,muss ich austeilen.

Nachher mehr ,falls die Telekom es dieses Jahr noch schaffen sollte,die Flatrate wieder in Gange zu setzen.
herzliche Grüsse

Re: Schweizer Journalist und Tamazight in Marokko ! #26127
12/12/02 06:12 PM
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2-@Jmxx:
 Antwort auf:
..... für ihre zwecke einzusetzen waren die Kolonialmächte.
Ich kann den Forumsleser empfehlen folgenden Bücher zu lesen:

Titel:
a-Ibn Khaldoun
naissance de l´histoire passé du tiers monde
Autor: Yves lacoste

ein wissenschaftliche Analyse der Geschichte Nordafrika nach dem nordafrikanischen Historiker Iben Khaldoun ( ung. 1400 n.ch).
Das Kapitel 4 "le mythe de l´" Invasion arabe" übt der Autor ein heftiges Kritik an der Koloniale Geschichtschreiber, die es versucht und geschaft haben, die Nordafrikaner auf Araber und Imazighen zu teilen. Nach dem Autor:

*Ceux que l´on dénomme Arabes au Maghreb ne sont en fait que des berbères qui utilisent la langue arabe, tout en conservant une grande partie de leurs caractères originaux.*(1)

..........

*Ce mythe n est pas le fruit du du hasard. Il a été consciemment forgé, et inculqué dans le cadre de l´idéologie colonialiste.* Yves Lacoste ist ein der bekanntesten Geographen und Politologen Frankreichs...

b-2-Tribe and Society in Rural Morocco
David M.Hart
Frank cass

Nach David M.Hart ist die Präsenz des Arabismus in Marokko eine reine ideologische Präsenz. Es existieren keine Araber in Marokko wieder ethnisch noch kulturell. Er hat das in einem einfachen aber sehr bedeutender Satz zussamenefasst:
Kratze ein Marokkaner , du findest ein Berber.

Es geht mir nicht um Leuten zu provozieren, sondern um die geschichtliche und kulturell Wahrheit im intersse unseres Landes Tamazgha ( politisch ein Utopie aber kulturell und geopolitisch eine Realität !!). Ein Tamazgha, die vom den fanatische panarabistische und islamistische Idieologien befreit ist: ein Demokratische Tamazgha, in dem nur Tolerenz und demokratische Freiheit herscht. Mit dem Panarabismus und Islmismus ist das nicht zu machen. Davon bin ich bis jetzt überzeugt...


1-eine Zusammenfassung von einer spanischen-marokkanisch anthropologischen Studie in der Region von Al Jadida:

Arabic speaking Maroccans

ps: der Sultan Moulay Hafid,ein großes Symbol des politisches Arabismus in Marokko, un Araber, der hat Frankreich um 1900 um Hilfe bat....

Re: Schweizer Journalist und Tamazight in Marokko ! #26128
12/12/02 06:15 PM
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bitte um Entschuldigung für meine Sprachfehler…

Re: Schweizer Journalist und Tamazight in Marokko ! #26129
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salam, azul und hallo meine liebe liebe malikka. deine heutige affektive zuwendung überrascht mich angenehm.

ich habe dich allerdings jetzt ein wenig verloren.

du solltest nicht mich, sondern ihn, den oben zitierten berberisten aufklären. auf eine private diskussion per email hätte ich wahrlich auch keine lust.

ikou,

deine propos, v.a. in den letzten beiträgen sind nicht tragbar und nicht ernstzunehmen. sie enthalten simplizistische und gefährliche pauschale verurteilungen.

ibn khladoun, seine methode und seinen geist würde ich auch jedem mazighisten empfehlen. das kapitel über die schrift in der moqadima ist beispielsweise lehrreich.

hier eine anthropologische studie, die die (von mir oben) erwähnte breite und horizontale identifikation der mazighen in marokko auf einer mikroebene belegt:

"For the people of Tagharghist a consciousness of 'being Berber' is one small part of being human, along with being poor, Moroccan and Muslim, male or female, having rights to certain fields and orchards, living in a particular house, having a given position in a family, traveling certain paths, visiting specific family connections in other villages and cities, using certain pastures, having a set of friends, and so forth. In Tagharghist various forms of identity emerge from a dense social matrix that must be maintained and mobilized to insure survival in a world of hard physical labor and terrible poverty."
quelle: http://www.anth.ucsb.edu/faculty/crawford/introduction.html

jm


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