hallo Ikou,
ich hatte deine frage beinahe vergessen. sorry.
ich habe die sendung mir angesehen und fand sie in teilen sehr interessant, in anderen aber nicht.
ihr ist es nur mit mühe und im zweiten beitrag etwas gelungen den krampfhaften und befremdeten umgang mit tamazight abzulegen. der erste teil, der sich auf die vor-islamische zeit bezog, und bei dem einige forscher zu wort meldeten, blieb in seiner sicht elitär und distanziert. es war so, als ob irgendwelche ausländer über die geschichte marokkos sich beugen würden. dabei hatte ich das gefühl, dass die vor-islamische mazighische zeit als eine auf nimmer verlorene und nicht als ein teil einer lebenden kultur dargestellt wurden. es wurde auf die mazighische schrift, die verschiedenen einflußbereiche unsw eingegangen, aber die marokkanischen av-medien müssen aus meiner sicht methodisch noch viel in dieser hinsicht lernen.
im zweiten teil wurde die junge marokkanische architektin und designerin salima naji und ihr werk "art et architecture berbères du maroc" vorgestellt. es handlet sich um ein band, eine bebilderte studie, die den anspruch erhebt, das lokale und pur marokkanische in der architektur und dekoration des marokkanischen süden zu identifizieren und zu analysieren, welches sie bewußt und konsequent aber nicht politisch polemisch von dem adalusisch-arabischen erbe abtrennt. ihr geht es scheinbar weniger um die bauten als vielmehr um den stil, die gedanken und welche seelische linien zu den verschiedene ornamenten und elementen im bau und der innenarchitektur geführt haben.
diesen teil empfand ich als interessant und sehr gelungen, zumal die junge dame mit großer leidenschaft beschrieb, wie reich marokko an solchen "lebenden schätzen" sei, wie sie weltweit genannt werden. gemeint sind jene menschen, die in sich und durch ihr (meist handwerkliches) tun das kulturelle erbe einer nation tragen und bereit seien, dies auch weiterzugeben. während andere nationen wie japan und frankreich immense gelder für den "erhalt" dieser schätze ausgeben, sollten sich marokkaner - so die junge architektin - sich ihrer reichtumer bewußt werden und glücklich schätzen, und sie endlich schützen.
zusätzliche info: salima naji ist voller leidenschaft und charme und sieht sehr gut aus!
gruß
jm