Assalam u 3alaikum,

Ich kannte mal ein Grieche. Seiner Meinung nach ist alles Wissen auf das alte Griechenland zurückzuführen. Er hörte nicht auf zu behaupten, daß die Griechen eine Rettung für die Menschheit waren und ohne sie wäre nichts zivilisatorisches entstanden, obwohl ja andere Kulturen und Zivilisationen auch schon vor den Griechen existiert hatten.
Ich weiß auch, daß es einige Muslime gibt, die bei jeder Gelegenheit und bei jeder Diskussion anfangen, Lieder über die Vegangenheit zu singen. Also genauso wie der Grieche es auch tut. Hilft das aber was ? Die Menschen, mit denen wir es zu tun haben sind in einer Welt geboren und aufgewachsen, in der nur das Jetzt und das materielle zählt. Sie glauben nicht einmal daran, daß auch sie irgendwann vielleicht Lieder über Ihre Vergangenheit würden singen müssen !!!
Ob nun Griechen, Muslime oder andere, die Menschen sind alle gleich. Geht es ihnen gut, denken sie sie sind die Besten und die Auserwählten, um die Menschheit zu führen. Ist alles vorbei, suchen sie das Heil und die Größe in der Vergangenheit oder hoffen sie zumindest auf die Zukunft.

Man kann weder den griechischen noch den islamischen Einfluß auf die heutige abendländische Kultur ignorieren. Beide haben großes für die Menschheit geleistet und es gibt keine Zivilisation, die das Rad ganz neu erfindet. Das Problem ist nur, daß, aufgrund des Hasses gegenüber dem Islam zur damaligen Zeit, die europäischen Chrsiten alles was mit dem Islam zu tun hatte gleich als Teufeswerk bezeichneten und von den Menschen fernhielten. Da sie aber gleichzeitig von vielen Dingen aus dem Morgenland fazsiniert waren, hatten sie die Sachen einfach auf sich selber oder auf die Griechen zurückgeführt. Vom Teufel kann ja nichts gutes und nützliches kommen !! Hier eine Aussage von Guibert von Nogent Anfang des 13 Jahrhunderts über den Propheten Mohammed (saw): Es macht nichts, wenn man übel spricht von jemandem, dessen Bosheit ohnehin alle Maße übertrifft.
Ich möchte damit keine Feindseligkeit zwischen uns hier entflammen, sondern nur zeigen wie groß der Haß zu den Muslimen war. Kann so ein Mensch etwas gutes über Mohammed und die Zivilisation, die er gegründet hatte, akzeptieren und annehmen ? Ich glaube kaum !!!

Aber die Einflüße der islamischen Kultur auf die abendländischen Kultur sind nicht zu übersehen, obwohl, wie schon gesagt, viele Verfälschungen stattgefunden, die das islamische Erbe auf ein Minimum reduziert hatten und abgesehen davon, daß damals viele Bücher vernichtet, verbrannt und verloren gegangen sind. Erst die heutigen, einigermaßen ehrlichen, Forschungen haben wieder einiges aus der Dunkelheit und Vergessenheit einer langen Nacht in das Licht der öffentlichkeit herausgezogen.

Wer mehr erfahren möchte, kann ich das Buch Allahs Sonne über dem Abendland von Sigrid Hunke empfehlen. Nur zur Erinnerung, da das Buch eigentlich ziemlich bekannt ist.
In diesem Buch kann man einige Dinge erfahren wie z.B. den Ursprung von Worten wie Algebra, Algorithmus, Jacke, Koffer, Matratze und Sofa usw. bis warum die Deutschen einundzwanzig (21) sagen und nicht zwanzigundeins und noch viele andere wertvolle Informationen !!!

Zu dieser Gelegenheit möchte ich auch erwähnen, daß Auch der Dichter aller Dichter, Goethe, diesen Einfluß nicht entgehen konnte. In seinem West-Östlicher-Divan schrieb Goethe:

Jesus fühlte rein und dachte
Nur den Einen Gott im Stillen;
Wer ihn selbst zum Gotte machte
Kränkte seinen heil'gen Willen.
Und so muß das Rechte scheinen
Was auch Mahomet gelungen;
Nur durch den Begriff des Einen
Hat er alle Welt bezwungen.

(WA I, 6, 288 ff)

Ob der Koran von Ewigkeit sei?
Danach frag' ich nicht ! ...
Daß er das Buch der Bücher sei
Glaub' ich aus Mosleminen-Pflicht

(WA I, 6, 203)

Närrisch, daß jeder in seinem Falle
Seine besondere Meinung preist!
Wenn Islam Gott ergeben heißt,
In Islam leben und sterben wir alle

(WA I, 6, 128)

Salam
Essarghini