nun möchte ich aber den ausflug in die linguistischen fragen mit einigen anmerkungen beenden:

eine hochsprache kann klammer für unterschiedliche volksgruppen sein. sie erleichtert die kommunikation untereinander und schaftt zugehörigkeit und identität. allerdings muss die aus rationellen gründen auf regionale sprachliche besonderheiten verzichten.

das arabische als "hochsprache" war wohl unabdingbare voraussetzung zur verbreitung des islam. das arabische war sozusagen das transportmittel der religion in nordafrika.

die schwierigkeit setzt ein, weil sich das arabische eben auch politisch versteht. denn der islam trennt nicht zwischen religion und politischem herrschaftsanspruch. das arabische ist somit religion *und* politik.

die vormachtstellung des arabischen in zweifel zu ziehen, indem man dieser sprache die regionalen sprachen (die auffangbecken regionaler besonderheiten und lebenswirklichkeiten sind) bedeutet, sowohl den religiösen anspruch als auch den politischen anspruch des arabischen in zweifel zu ziehen.

hier scheint mir das dilemma und die angst zu liegen, wenn zb. wie in marokko das tamazight von staatlicher seite nicht nur nicht gefördert, sondern zurückgedrängt wird. man vermutet in der pflege der berberberischen sprache eine abkehr von religion und politischem herrschaftsanspruch.

das generellen problem scheint mir auch hier zu sein, dass der islam religion und politik nicht zu trennen vermag. wer das eine in zweifel zieht, steht schnell im verdacht, auch das andere zu kritisieren.

Jocim