Donnerstag 23. Juni 2005, 19:18 Uhr
Schärferes Gesetz gegen Beschneidung von Mädchen

Madrid (AP) Die Beschneidung von Mädchen kann in Spanien künftig auch dann bestraft werden, wenn die Eingriffe außerhalb des Landes vorgenommen werden. Ein entsprechendes Gesetz verabschiedete das Parlament am Donnerstag ohne Gegenstimme. Schon zuvor konnte die Verstümmelung weiblicher Genitalien mit bis zu zwölf Jahren Haft bestraft werden. Nun können allerdings auch Personen ins Gefängnis kommen, die ihre Kinder zur Beschneidung ins Ausland bringen und dann wieder zurückkommen.

Das grausame Ritual wird in Teilen Afrikas, Asiens und des Mittleren Ostens praktiziert. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind 140 Millionen Frauen weltweit beschnitten.

In Spanien fällt Genitalverstümmelung nun in die selbe Kategorie wie Völkermord oder Terrorismus. Die Abgeordnete Merce Pigem hatte das Gesetz eingebracht. Sie hat ihren Wahlkreis im Nordosten Kataloniens, wo die größten afrikanischen Gemeinden Spaniens leben. Pigem berichtete, afrikanische Mädchen hätten sich mehrfach an die Behörden gewandt, weil sie fürchteten, bei einem Besuch in ihrer Heimat zwangsbeschnitten zu werden. Sie fordert eine Regierungsinitiative, um die afrikanischen Gemeinden über den «entwürdigenden und gefährlichen» Brauch aufzuklären und diesen auszumerzen.