Hallo,

ich habe das Buch hier liegen, zum Lesen bin ich noch nicht gekommen.

"Der Islam" verbietet natürlich nicht das Lesen, sondern gebietet es, sich zu bilden. Nur in welche Richtung, das ist die Frage. Leider haben wir es nie und nirgendwo mit "dem" Islam in Reinform zu tun, sondern jede Form des gelebten Islam ist schon eine Auslegung, die sich immer und seit jeher mit Tradition gemischt hat.

Ich trete selbst gegen die Pauschalisierung der Urteile über "den" Islam ein, weil es eben sehr viele unterschiedliche Formen des gelebten Islam gibt. Ich finde es aber auch traurig (und manchmal macht es mich auch wütend), wenn von vielen gläubigen Muslimen sofort jede Kritik reflexartig mit obigen Argumenten abgewehrt wird. Gerade Muslime müssten sich verantwortlich fühlen, wenn im Namen ihrer Religion menschenverachtende Praktiken geschehen - denn es ist ihre Religion, die damit in ein negatives Blickfeld gerät. Natürlich kann man sich Scheuklappen aufsetzen und sagen, das alles ist in Somalia (oder Afghanistan, oder im Iran oder in Saudi Arabien, oder...) und hat nichts mit dem Islam zu tun. Aber damit löst man die Probleme dieser Welt nicht.

Beste Grüße