Guten Morgen,
vielleicht sollte man auch die Meinung der türkischen Nachbarstaaten hören...
Warten auf die Barbaren
Griechenlands Orthodoxe greifen die Türken an – und einander
Die Barbaren sind immer die anderen, jene, die man nicht kennt. Der griechische Dichter Konstantinos Kavafis, der nie in Griechenland, aber eine Weile in Konstantinopel gelebt hat, wusste, was die Welt an den Barbaren hat: Sie stiften Unruhe und Verwirrung. In diesem Sinne hat der Führer der orthodoxen Kirche Griechenlands, der Athener Erzbischof Christodoulos, von Europa verlangt, die Tore zu schließen, weil die Barbaren kommen. Christodoulos weiß die Unholde gleich in der Nachbarschaft, in der Türkei. So hat er in einer Predigt über die muslimischen Türken soeben verkündet: „Die Barbaren können nicht Mitglied der Christenfamilie werden, weil wir nicht zusammenleben können.“ Der Erzbischof gilt als erzkonservativ. Der griechischen Regierung, die der Türkei den Weg in die EU öffnen will, hat er früher vorgeworfen, sie bereite eine zweite osmanischen Eroberung vor. „Gott sei dank ist Christodoulos nicht Außenminister“, kommentiert das staatliche Fernsehens die neueste Botschaft des Bischofs. George Papandreou, der Außenminister, teilte mit, er habe aus der Geschichte anderes gelernt als der politisierende Christ, der in den Osmanen nur die Mörder seiner Vorfahren sehe. Christodolous Predigt galt dem Märtyrer Seraphim, der 1601 unter der Osmanenherrschaft getötet wurde. Als sei die Vergangenheit die Gegenwart, hatte der Erzbischof hinzugefügt: „Heute wollen diese Leute in die EU kommen. Wir leisten Widerstand.“ Die Barbaren reagieren gelassen. „Behalte Deine Meinung für Dich“, schrieb die türkische Zeitung Sabah.
Der gesamte Artikel ist in der Wochenendausgabe SZ
www.sueddeutsche.de erschienen
Einen schönen Sonntag! Hier im Alpenvorland schneit's dicke Flocken!!!!!