Hallo ihr alle,
ich kenne die Bücher ebenso. Ich finde das Buch von Malika Oufkir, ähnlich wie Itri sehr interessant was die Hintergrundberichte angeht (Polizeistaat und Leben am Hof) aber von der Schreibe her ist das Illustriertenjournalismus. Michelle Fitoussi, die ja Journalistin bei einer großen französischen Illustrierten ist, hat ja das Buch zusammen mit Malika Oufkir geschrieben. Insgesamt gewann ich auch den Eindruck, dass sich Malika ziemlich in den Vordergrund gedrängt hat und sich als Retterin der Familie darstellt. Das ist meiner Meinung das einzige, was wahrscheinlich so nicht ganz stimmt. Das Buchihrer Mutter habe ich dann nicht mehr gelesen, denn da gäbe es zu viele Wiederholungen, denke ich. Es liegt meines Wissens auch in deutsch vor.
Perrault habe ich in teilen gelesen und ich weiß von einigen Freunden, dass sie nach der Lektüre des Buches mit Marokkos Staat nichts mehr zu tun haben wollten. Aus meinen Erfahrungen aus Reisen in 30 Jahren, kann ich nur berichten, dass die politische Unterdrückung in den 80er Jahren sehr stark war und man niemand auf Politik ansprechen konnte. Es war sogar gefährlich mit Ausländern Kontakt zu haben und ein Briefwechsel oder Kontakte mit Ausländern wurden von der Geheimpolizei kontrolliert. Tazamamart ist eine Tatsache und dass das Buch in Marokko verkauft werden darf (nicht nur das von Ben Jelloun) sondern Cellule 10 von Ahmed Marzouki, der dort selbst viele Jahre in Haft war, zeigt wie viel sich doch in Marokko zum positiven geändert hat. Aber noch was in Sachen Zensur: Mein Buch war (oder ist noch?) in Marokko verboten, weil die Darstellung des Königs (HAssan II.) und meine Ausführungen zur Westsahara nicht positiv genug waren! Das war eine Verfügung des Innenministeriums unter dem gefürchteten Driss Basri. Jedenfalls wird seitdem mein Buch in Marokko nicht mehr verkauft und seit 1996 hat sich kein Importeur mehr darum bemüht.