mal wieder ein zwischenstand meiner lektüre: ich finde es schon seltsam, mit welchen "erziehungsmethoden" hassan die kameradin seiner schwester behandelte. ich will hier nicht ins detail gehen. wenn es stimmt, was sie zu protokoll gibt, dann wurde die würde dieses mädchens, oder dieser jungen frau erheblich verletzt. und zwar nicht erst in der gefangenschaft, sondern auch schon in der zeit, als sie im palast lebte. auch seltsam, wie eigentlich emotionslos sie über diese dinge berichtet und die autorität des königs, was seine "erziehungsmethoden" betrifft, nie in frage stellt.

aber es zeigt, wie man sich die stellung der frau in marokko - wenigstens in der zeit, über die sie schreibt, vorstellen muss.

ich finde es eigentlich beachtlich, dass die autorin ersteinmal nichts bewertet, sondern es so aufschreibt, wie sie es erlebt hat. sie drängt dem leser nicht ihre sichtweise auf, sondern gibt ihm raum, das gelesene selbst zu bewerten.

noch etwas fällt mir auf: obwohl sie ja eigentlich adoptiert wurde, um der prinzessin gesellschaft zu leisten, - sie also wie keine zweite kannte -, bleibt die person der prinzession völlig konturlos. woran mag das liegen?

rolf