Hallo "Wolf",

obwohl Du meine Fragen in Bezug auf Deine arabisch-sprachstilistischen Fähigkeiten bei der Umsetzung der arabischen Literatur unbeantwortet gelassen hast, so gibst Du doch wenigstens zu, daß Du ein eitler Mensch bist (wie heißt das so schön: Selbsteinsicht ist der beste Weg zur Besserung) ;\)
Was gerade Umniya anbelangt, ist sie bestimmt vom Intellekt und von ihrer akademischen Vorbildung her in der Lage, mehr als nur Dein Beispiel mit der Vase zu verstehen.
Was mich anbelangt, so beschäftige ich mich tatsächlich mehr mit dem Inhalt einer Literatur als mit dem Stil des Geschriebenen, wodurch mir garantiert auch einiges entgehen wird! Als prakmatisch denkender Mensch würde ich mir aber persönlich nie einfallen lassen, die Sprache als Medium der Transparenz des Inhaltes über das eigentlich zu Transportierende zu stellen!
Mein triviales Beispiel: Gott gab mir die Sprache um etwas in verständlicher Form mitteilen zu können (was mir leider nicht immer gelingt \:D , aber immer öfters). Welche Sprache dabei benutzt wird, spielt für die eigentlich Mitteilung erst einmal überhaupt keine Rolle!
Ich räume dabei natürlich ein, daß es sicherlich Sprachwissenschaftler wie Deinesgleichen gibt, die das durchaus anders sehen können.
Dazu vertrete ich bei der Bewertung des arabischen Schreibstils eher Umniyas Auffassung, daß eine irgendwie geartete Tendenz zu einem mehr oder weniger nationalmotiviertem arabischen Denken bei den Schriftstellern aus der arabischen Welt mittlerweile nicht mehr ganz so zeitgemäß wie es in früherer Zeit zu sein scheint, zumal sich unsere Kulturen sowieso gegenseitig beeinflußt haben und es noch weiter tuen werden.
Irgendwann habe ich dazu mal etwas gelesen, ich glaube es war aufgrund eines Literaturhinweises vom arabischen Almanach in deutscher Sprache, den als jährlich erscheinende Publikation bevorzugt Mitglieder der deutsch-marokkanischen sowie der deutsch-arabischen Gesellschaft über den Verlag erhalten!

Gruß Rainer