hallo uhschen,
ich komme zwar mit vielem, was du schreibst, nicht zurecht, aber ich versuche trotzdem weiter.
ich möchte ja wirklich weder in sprachphilosophische noch in irgendwelche linguistische feinheiten einsteigen. was ich von den beiden akademsichen disziplinen noch habe, sind in wahrheit winzige kenntnisse.
in deinem letzten beitrag scheinst du, dich von deinen anfangs aufgestellten annahmen entfernt zu haben. jetzt schreibst du über form und stoff. immerhin ein entgegenkommen deinerseits. dein verständnis von schönheitsgenuß am beispiel der vase finde ich gerade hochinteressant, weil es zwei sichtweisen zulässt. menschen, die sich von künstlerischen arbeiten angesprochen fühlen, gehen an diese unterschiedlich heran. die einen mögen die form, die anderen erwarten die fülle, die insperation, neue anregungen. oft sind sie fasziniert von dem spiel mit der sprache, d.h. mit der art, wie die literatur mit den bedeutungen jongliert, wie sie neue inhaltliche zusammenhänge schafft, wie sie einfach literatur wird. nehmen wir dein zitat
auf französisch um dir das zu illustrieren. hätte calvet wie alle angehörigen der linguistischen sippe von dialekten in ihrem verhältnis zu einer herrschenden sprache geschrieben: Diglossie bedeutet immer, wann und wo sie vorkommt, die dominanz einer sprachnorm über anderen sprachvarianten, dann käme das nicht so schön an. die diglossie hat er uns mit begriffen der politischen sprache vermittelt: politisch verlieren oder politisch gewinnen. diese technick der informationsvermittlung vollzieht sich noch stärker in der literatur.
es ist weder die sprache in sich noch der stoff im sinne des real erlebten oder geschehnen, die das möglich machen. es ist die ewige und mühsame suche des autors, nach neuen kombinationsmöglichkeiten.
umni