Deutscher in der Wüste verloren
#18539
25/05/01 11:26 AM
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chibo72
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Deutscher Ausländer in der Wüste verloren
Die Geschichte trug sich in meiner Jugend zu, als ich, voll Neugier auf die Abenteuer dieser Welt, mit nichts mehr als mit einem alten Armeerucksack, einem fuseligen Schlafsack und einer blechernen Wasserflasche in Afrika unterwegs war. Auf meiner abenteuerlichen - und oft genug auch leichtsinnigen und blauäugigen - Wanderschaft durch Marokko war ich bereits in der Hafengegend in Casablanca von herumlungernden Tagedieben bestohlen worden, die auf ihrer Suche nach seltener Arbeit auch hin und wieder leichtfertige Touristen schröpften, sobald sich die Gelegenheit bot. Beim deutschen Konsulat in Casablanca konnte ich wegen Hilfe nicht anklopfen; schnell hätte man mich als Armeedesserteur enttarnt, womöglich verhaftet und in eines dieser düsteren marokkanischen Gefängnislöcher gesteckt. Was wußte ich schon von meinen Rechten? Ich war auf der Flucht, war sozusagen Asylant und Ausländer in einem fremden Land. Also tat ich, was viele illegale Ausländer in vielen Ländern dieser Erde tun: ich suchte mir eine illegale Arbeit, um wenigstens die lebensnotwendigen Dirham zu verdienen und ansonsten auf bessere Zeiten zu hoffen. Die mehrere hundert Meter lange Warteschlange der Arbeitsuchenden an der Hafenreeling machte Hoffnung auf Rettung. Hier gab es Arbeit! Geduld war gefragt; am zweiten Tag war auch ich an der Reihe. Wir schleppten Säcke von einem Schiff in die Lagerhalle, balancierten mit jeweils 50 Kilo auf dem Rücken über die Laufplanken, zehn Stunden lang, zweihundertvierzehn Säcke ohne Pause, - ich habe sie gezählt, damit die Zeit schneller vergeht und ich nicht an den Hunger denke, und werde diese Zahl mein Leben lang nicht vergessen -, den Schluck Wasser und den Biß ins ausgetrocknete Fladenbrot und in die gestohlene Banane mußten wir uns erschleichen, stehlen, quasi im Laufschritt uns stärken, denn wer den Trott verließ, aus der Reihe ausscherte oder kraftlos zusammenbrach, war abgeschrieben und konnte den abendlichen Couscous vergessen. Zu viele hungrige Mäuler warteten in der endlosen Schlange, um sich die acht Dirham, umgerechnet damals etwa drei Mark, Tagelohn zu verdienen. Für die abgegriffenen Münzen mit dem Königskonterfei bekam ich im schmutzigsten Winkel der Medina einen Couscous mit Gemüse und einem Hammelknochen, etwas Brot, ein Kännchen Pfefferminztee und zwei Zigaretten. Für eine Übernachtung im Hotel reichte es nicht, und so schliefen wir, in unsere Decken oder Dschellabas gehüllt, in einem Lagerschuppen direkt neben dem Hafen, um am nächsten Morgen gegen Vier wieder vor der Arbeitsvermittlung zu stehen. Der Vermittler war gleichzeitig Gewerkschaftssekretär, Vorarbeiter und Polizeispitzel. Jeder Tagelöhner mußte ihm vom Hungerlohn zehn Prozent abgeben. Diese Art der Lohnsteuer wurde ohne viel Aufsehen entrichtet; jeder wollte am nächsten Tag wieder arbeiten. Als meine Abmagerungskur nach drei Wochen den Stand von Sechzig Kilo Körpergewicht erreicht hatte und mein einziges Hemd vor Dreck und Gestank steif dastand und fast alleine zum Schlafplatz wanken konnte, lernte ich in dem kleinen Medina-Restaurant Achmed kennen. Achmed war schwul und machte mir den Hof. Ich war nicht schwul, aber Achmed war mir sympathisch und wir freundeten uns an. Achmeds Familie besaß im französischen Viertel von Casablanca am Place 'Mohamed Cinque' ein Reisebüro. Sie betreuten auch deutsche Spanien-Touristen, die mit dem Bus für einen oder zwei Tage als Kurztrip über die Straße von Gibraltar nach Marokko kamen und hier durch die Souks, die Medina und an irgendwelchen königlichen Gemächern vorbei getourt wurden. Kurzerhand wurde ich Fremdenführer. Meinen manipulierbaren Landsleuten erzählte ich schauerliche Horrorgeschichten von wilden Kämpfen zwischen königstreuen Arabern und rebellierenden Berbern, von feurigen Bauchtänzerinnen, verkauften Bräuten, von Harems, Eunuchen und Mädchenhändlern. Der ganze Orient tauchte kunterbunt in meinen Geschichten auf; ich zündete Aladins Wunderlampe, machte Ali Baba zum Robin Hood der Sahara, der Marktplatz von Marakkesch wurde zum Schauplatz der Entführung aus dem Serail, jedes Kamel mutierte zum Freiheitshelden. Die Deutschen glaubten mir jede Lüge, jede erfundene und ausgeschmückte Geschichte und bezahlten mich recht angenehm für den amüsanten Urlaubskitzel; - aber sie glaubten mir nicht die wirklich erlebte Geschichte vom Hungerlohn, den Säcken und der Übernachtung am Hafenbecken. Ein Europäer, ein Deutscher zumal, darf in Afrika Forscher, Missionar, Panzergeneral oder Plantagenbesitzer sein, aber kein bettelnder Tagelöhner. Solche Filmfiguren werden mit Afrikanern besetzt. Nach dem Ende der Touristensaison hatte ich genügend Geld und eine qualitative Ausrüstung beisammen, um meine Reise gen Süden, durch die Sahara und nach Schwarzafrika fortzusetzen. Aber bereits tief im Süden Marokkos, genau genommen im rauhen und darbenden Mauretanien, in der Nähe der Stadt Aiun, verlor ich wieder meinen gesamten materiellen Reichtum und auch mein letztes Geld. Marodierende Söldner einer der Kriegsparteien hatten mir, während wir auf unseren Strohmatten in einer Halle in der Nähe des Marktplatzes schliefen, geschickt meine Geldbörse vom Gürtel abgeschnitten und den Rucksack, als Kissen benutzt, unter dem müden Kopf weggezogen. Noch vor dem Hellwerden hatten sich die falschen Schlafkumpane aus dem Staub gemacht, und ich konnte von großem Glück reden, daß ich ansonsten ungeschoren und mit dem Leben davon gekommen war. So stand ich an einem weltvergessenen Marktflecken in der Wüste Sahara. Zuerst schien mir die Situation ausweglos. Bei näherer Betrachtung besaß ich allerdings noch ein Stück ausgetrocknetes arabisches Fladenbrot, zwei Zuckerrüben und einen Liter mehr oder weniger trinkbares, Lehm verschmiertes Wasser. Das erste Überleben war gesichert; jetzt würde ich weiter sehen... Ich wußte nichts von der Sprache und den Sitten der Wüstenbewohner; auch fehlte mir der Mut, einen der wenigen herumziehenden Nomaden und Beduinen um Hilfe zu bitten. Was würden diese Leute über einen heruntergekommenen Europäer denken, der sie um etwas Eßbares anbettelt? Diese schweigsamen, dahin huschenden Menschen im weiten Burnus oder einfacher Aba aus Kamelhaar, diese ausgemergelten, asketischen Ledergesichter hatten doch selbst nur das Notwendigste zum Überleben. In Tanger und Casablanca hatten mir die Araberjungens wenigstens noch ein gurrendes "Hallo Beckenbauer" oder "Heil Hitteler" zugerufen um mich dann am Ärmeln zu zupfen oder anzubetteln. Aber hier unten in der Wüste kannte man wahrscheinlich keinen der beiden, und mit meinem Namen und dem elenden Aussehen konnte ich schlecht hausieren gehen. Noch hatte ich meine Rüben, Brot und Wasser. Wieviel Saft kann man zum Überleben aus einer Zuckerrübe ziehen? Wieviel Kalorien hat ein Fladenbrot? Wie resistent ist mein Magen, wieviel Antibakterien hat mein Körper gegen die Bakterien im Lehmwasser gebildet? Wenn ich genügsam sein und mir Schluck für Schluck, Bissen für Bissen diszipliniert einteilen würde, könnte mein Proviant für zwei oder drei Tage reichen. Unterdessen würde ich den Weg durch die Wüste geschafft haben. Ein Militärlastwagen oder eine Kamelkarawane würde mich mitnehmen, und dann konnte ich im sechshundert Kilometer entfernten Marakkesch zur Poststelle gehen, wo meine Briefe und eine Geldüberweisung auf mich warteten. Mit Zuversicht und Zweckoptimismus, die Angst verdrängend und voller Dummheit und Unwissen über die Risiken, verließ ich die von Lehmhütten und Erdbunkern gesäumte Dorfstraße. Ich wußte nichts von der tückischen Gefährlichkeit des Schirokkos. Dieser unangenehme, listige, heiße Wüstenwind trieb bereits den staubigen Sand und die wenigen ausgedorrten und entwurzelten Sträucher vor sich her wie willenlose Pusteblumen. Sie bildeten kleine Wirbel, tanzten frech und nervös in der heißen Luft und fegten dann über die unendliche Weite der aus Erdkruste und Steinen bestehenden Wüstenlandschaft. Ich hatte die Kapuze meiner Safari-Jacke schützend über den Kopf gezogen, den Marktflecken verlassen und war zu einer Weggabelung weit außerhalb des Ortes gelangt, an die ich mich noch unklar seit meiner Ankunft entsinnen konnte. Hier endete die Straße, die ohnehin nur aus einer ausgefahrenen Dreckmulde und einigen lehmigen Reifenspuren bestand, die sich während der letzten Regenzeit gebildet hatten und jetzt von einer harten, ausgetrockneten Erdkruste überzogen war. Die Spur eines Lastwagens zog sich nach Westen in Richtung Atlantik. Eine andere Reifenspur und die Abdrücke von Kamelhufen zeigten nach Norden. Dort mußte Marakkesch liegen! Das schien meine Richtung zu sein..., von dort war ich vor einer Woche mit dem schnaufenden Bus gekommen. Aber der Bus fuhr sehr unregelmäßig; vielleicht dreimal im Monat, und außerdem hatte ich nicht einmal die kleinste Geldmünze in der Tasche, um den Fahrpreis auch nur annähernd bezahlen zu können. Auch meine Uhr, mit der ich beim Busfahrer oder mit den Fahrgästen einen guten Tauschhandel hätte einfädeln können, beglückte jetzt einen der diebischen Soldaten. Ja, sogar die Zehn-Dollar-Note, die ich als allerletzte Notreserve aus einer Art Geheimfach aus meinem Schuhabsatz gefingert hatte, wurde von den Dorfbewohnern unverständlich angeschaut, fragend von Hand zu Hand gereicht, aber niemand wußte etwas mit diesem amerikanischen grün-grauen Bild anzufangen. Vergeblich wartete ich etliche Stunden auf ein Fahrzeug. Nichts zeigte sich am flimmernden Horizont. Überraschend brach die Dunkelheit herein. War mein Gefühl für Zeit bereits verloren gegangen? Ich zwängte mich in den Schlafsack, drehte mir einen Joint und versuchte zu schlafen. Doch während die Tage von brütender und drückender Hitze bestimmt sind, war die Nacht extrem kalt. Ich zählte die Sterne und sah sehnsüchtig in den Mond, als könne er mir mit seinem milchigem Licht aus meiner verzwickten Situation heraus leuchten. Schließlich schlief ich gegen Morgen doch noch ein und wachte erst auf, als ich an meinem Hals ein ungewohntes Gefühl verspürte. Eine Schlange war in meinen wärmenden Schlafsack geschlichen und hatte es sich an meinem Hals und auf meiner Brust bequem gemacht. Das Reptil schien mindestens drei Meter lang und einige Kilo schwer zu sein! Ich pinkelte in die Hose und harrte bewegungslos aus. Als gegen Morgen die Sonne am Horizont auftauchte und uns erwärmte, schlängelte sich das Reptil von meiner Brust und lag noch eine Weile vor dem Schlafsack. Jetzt war es nur noch zwanzig Zentimeter lang und wohl kaum ein paar Gramm schwer. Dann verschwand es zwischen zwei Steinen in einem Erdloch. Einen Tag und eine Nacht lief ich weiter, wartete und lief erneut, nicht mehr wissend wohin. Die Sternbilder standen zu nahe am Äquator, eine Positionsbestimmung war nicht mehr möglich. Müdigkeit, Hunger und Flüssigkeitsmangel brachten mich dem Delirium näher. Am nächsten Tag war der letzte Zipfel der Rübe gegessen und mein Magen hatte den letzten Tropfen Lehmwasser gierig aber ohne Murren aufgenommen. In der nächsten Nacht, - oder war es die übernächste -, brach ich zusammen. Ich hatte keinen Willen mehr, keine Kraft, nichts ging mehr..., nur noch einfach sich fallen lassen und dann Ruhe, Ruhe, Ruhe... Ich würde ganz banal hier verrecken. Zwanzig Jahre nach Rommel geht in der afrikanischen Wüste ein deutscher Militärdesserteur vor die Hunde. Undramatisch und einfach so ..., ein Fraß für die Geier und das war's dann auch schon! Als ich aufwachte, stand die Sonne fast im Zenit. Mein Mund ausgetrocknet und schmerzend die Augen. Undeutlich nahm ich einen Strohhaufen wahr, in welchem ich gekrümmt lag. Um mich herum drei oder vier Kinder; Bälger mit zerrissenen Säcken um den braungebrannten, schmutzigen Körper. Haare wie Putzwolle; in den Augen ein neugieriges Grinsen mit scheuer Zurückhaltung gemischt. In die kleine Meute kam Bewegung. Der Größere klatschte ein paarmal in die Hände und schrie unbekannte Worte in die Wüstenwelt. Diese Welt, das war weiter drüben eine Strohhütte über einem Erdloch. Ein Kamel stapfte gleichmäßig im Rund um einen Brunnen und pumpte Wasser in ein Auffangbecken. Ein Esel stand steif zwischen einer Hühnerhorde. Sie stob gackernd auseinander, als der Junge einen alten Mann aus dem Erdloch holte und ihn gestikulierend zu mir brachte. Der Mann sprach beruhigend auf mich ein, aber ich verstand seine gurrenden, rollenden Worte nicht. Ich muss ihn wohl nur wirr angeschaut und irgend etwas zwischen schlechtem Französisch und holprigem Spanisch gestottert haben. Der Mann schüttelte den Kopf. Sein gegerbtes Ledergesicht lächelte faltig. Er hielt mir die Hand entgegen und half mir beim Aufstehen. Meine Beine schlotterten. Ich ließ mich führen. Zwei der größeren Kinder unterstützten mich von der Seite, indem sie meine Arme um ihre Schultern drapierten und mir den Weg in die Erdwohnung unter dem Strohdach erleichterten. In der Hütte saßen zwei Frauen schweigend an einem Lagerfeuer. Sie waren mit zahlreichen Röcken und Kopftüchern bekleidet. Ihre Gesichter und Hände trugen mit Henna aufgetragene Verzierungen. Eine Frau hielt mit einem Palmwedel das kleine, offene Feuer in Gang. Die andere rückte die Glut zusammen, setzte einen Wassertopf darauf und sah den Mann fragend an. Er nickte und gab mit kurzen, gurrenden Lauten und den Händen Anweisungen. Die Kinder stoben hinaus. Eine Frau watschelte in die Ecke der Hütte, nahm Zweige von einem Erdloch und kam mit mehreren Tonkrügen zurück, die sie mir wortlos vorsetzte und mit einer Handbewegung bedeutete, mich zu bedienen. Vor mir lag ein kulinarisches Paradies! Stückchen von Schafskäse in einer wässrigen weiß-bläulichen Tunke! Hartgekochte Hühnereier! Ein Fladen Weißbrot, das von Strohstückchen zusammengehalten war; daneben stand eine verbeulte Blechkanne mit heißem Pfefferminztee, eigenartig gewürzt und stark gezuckert. Bedächtig nahm ich die lebensrettende Mahlzeit zu mir. Meist schweigend, mit ersichtlichem Interesse und aufmunternden Handbewegungen saß die Großfamilie um mich herum. Sie peppelten mich vier Tage lang auf. Ich schlief auf einem Lammfell; der warme Bauch des Esels war mein Kopfkissen. Dann setzte mich der Oasensiedler auf den Esel und sich auf's Kamel. Nach einem knappen Tagesritt kamen wir zu einem größeren Marktflecken. Der Rücken schmerzte, mein Hintern war wund gescheuert. Der Berber tauschte Hühner und Eier, Strickwaren und Bastarbeiten gegen Tabak, Mehl, Öl und Salz ein. In einer aus alten Brettern und Palmenzweigen gezimmerten halboffenen Teestube aßen wir fettige, von heißem Öl triefende Hefekringel und tranken belebenden, süßen Tee aus kleinen Gläsern. Schließlich streckten sich die Männer behäbig auf der Bastmatte aus und stopften ihre Pfeifchen. Würziger Duft von Mariuana mischte sich mit dem Geruch von Pfefferminze und heißem Öl. Später verhandelte mein Gastgeber mit dem Fahrer eines Busses, der Richtung Norden fuhr. Es war ein langes Hin und Her, unterbrochen von fanatischem Händeringen und lautstarkem Wortwechsel, der bis zu unflätigen Beschimpfungen auszuarten schien. Der Fahrer war anscheinend mit den Argumenten meines Lebensretters nicht einverstanden. Jetzt mischten sich die Fahrgäste ein. Sie hatten gackernde Hühner und Gänse und voll gepackte Körbe auf dem Dach und im Gang des Busses plaziert. Frauen gestikulierten, deuteten auf mich und schlugen dramatisch die Hände über den Kopf; ein paar Männer redeten auf den Fahrer ein, der schließlich klein beizugeben schien. Ich durfte einsteigen. Als Fahrgeld erhielt der Fahrer von meinem Berberfreund ein Huhn und kleinere Münzen von einigen der anderen Fahrgäste. Mein Retter steckte mir eine Korbtasche zu. Darin fand ich eine verschmierte Flasche mit Wasser, Fladenbrot, hartgekochte Eier und getrocknete Datteln. Abschied! Umarmung! Händeschütteln! Stachelige Bartgesichter rieben sich aneinander. Der Bus tuckerte los. Eingeklemmt in Sechserreihe hockte ich zwischen mir noch fremden Menschen. Ein weißgekleideter Beduine mit Ziegenbart und Hakennase reichte mir wortlos eine selbstgedrehte, unförmige Zigarette. Der Tabak stank. Es schien eine Mischung aus Kamelmist, getrocknetem Gras und Mariuana zu sein. Eine Frau mit einem Tschador vor dem Gesicht reichte Ziegenmilch und Brot. Ich riß an meinen aufgefädelten Datteln und bot sie in die Runde. Der Fahrer fummelte an einem Kassettenrekorder herum. Musik ertönte. Orientalische Klänge stimmten sich auf die Schaukelbewegungen des Busses ein. Irgendwann später fiel mein Kopf müde zur Seite und lag auf einem Sack Zwiebel, den eine dralle Berberfrau auf ihrem Schoß hielt. Am nächsten Tag hatten wir die Wüste verlassen und näherten uns Marakkesch. In den Zedernbäumen am Wegrand kletterten die ersten Ziegen. Noch sehr weit im Nordosten versprachen die Schneegipfel des Atlas Wasser für das fruchtbare Tal.
Von Michael Kuss-Setz © Michael Kuss-Setz
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Re: Deutscher in der Wüste verloren
#18540
25/05/01 11:49 AM
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Rainer
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Hi SiMohamed, solltest Du nicht diesen Beitrag in dem Forum "Gesucht, Gefunden" von Thomas einstellen?  Vielleicht kann der verlorene Deutsche dort noch gefunden werden!!! :p  :p Gruß Rainer
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Re: Deutscher in der Wüste verloren
#18542
25/05/01 01:00 PM
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Anna Norge
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Hallo Mohammed! Eine spannende und nachdenklich machende Geschichte, danke! Gruss von Anna 
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Re: Deutscher in der Wüste verloren
#18543
25/05/01 01:00 PM
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Silla
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rainer, wer suchet, der findet!! :p :phihi mohammed, danke für diese tolle geschichte! gruss silla
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Re: Deutscher in der Wüste verloren
#18544
25/05/01 11:10 PM
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hanniballecter1
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hi mohammed,
die geschichte ist für meinen geschmack etwas zu 'manieriert' - man könnte sagen: es ist eine 'marinierte realität'. sie kommt an wie ein 'mariniertes plastik-hähnchen' aus usa, das man rasch wieder auskotzen will.
ich denke, auch du spürst das, chibo. also: wenn kuss-setz noch ein 'rommelscher wüstenfuchs' sein will, na dann ... muss was anderes her. oder wenn er die realität eines 'deserteurs' nachempfinden will.
als ich neulich in marrakesch mit einem ehemaligen, alten marokkanischen fremdenlegionär (ausbildung sidi bel abbes! - dann in südmarokko stationiert!)in der stadt unterwegs war: weisst du, wie deserteure WIRKLICH gejagt und ZUR STRECKE gebracht wurden??? der marsch durch die wüste als 'fladenbrotgeschwängertes' trippel-trappel ??? und dann der 'hollywood-geseifte' 20 cm schlangen plot! soll hier lila-lieschen eine kleine gänsehaut verpasst werden? dann müsste aber schon auf zoophilie angespielt werden. oder?
kuss-setz ist wahrscheinlich eine frau - die frauen verniedlichen sowieso alles und biegen die realität entspr. ihren 'harmonisch-halluzinierenden' phantasien hin!
was mich mehr interessiert: wnn gibst du dir wieder einen ruck, und steigst mit eigenen geschichten ein? (stichwort: waschmaschine!).
wenn du zur antwort nur EINEN lakonischen satz (wie geübt)für mich 'auf der pfanne' hast: dann lass' es lieber bleiben! wenn mehr: besser!
hannibal, im auftrag vom chef, dem 'SCHWARZEN PETER'.
p.s. ich würde mir wünschen, dass der phantastische HUCIN aus agadir mal wieder von sich hören lässt.
pproduktwerbung: ------------------------------------------------ HAST DU DEN GRAPPA VON CHIBO IM BLUT, WIRST DU IM FABULIEREN GUT!
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